Ein Kind mehr lieben als das andere?

    • (1) 01.10.18 - 10:22
      Thematabu

      Hallo.

      Ich möchte anonym schreiben, daher muss ich das falsche Forum wählen.

      Es geht um oben genannte Frage.

      Meine erstes Kind habe ich natürlich sehr geliebt. Mehr als jemals etwas zuvor. Man ist ja meist ziemlich überrannt von der Intensität der Liebe zu einem Kind. Das kann man vorher ja kaum abschätzen. Beim Gedanken an ein zweites Kind tat es mir sogar zeitweise weh, mir vorzustellen, dann nicht mehr alle meine Liebe nur für das eine Kind zu haben. Ich würde also sagen, dass meine Gefühle auf jeden Fall echt waren.

      Was mir immer schwer fiel, dass das Erstgeborene Kind ein absolutes Papakind war. Immer. Natürlich haben wir auch eine enge Bindung, aber Papa ging und geht immer vor.

      Dann kam das zweite Kind. Das zweite Kind forderte viel Aufmerksamkeit, sodass ich dauernd gefragt war und das Erstgeborene nur noch beim Papa. Nach einigen Wochen sah ich mein erstes Kind an und war sehr traurig, ich hatte es wochenlang kaum wahrgenommen und wenn, dann nur als Störung, die das Zweitgeborene weckt, was doch so selten schlief.

      Bereits damals fragte ich mich, ob meine Gefühle so richtig sind.

      Nun sind ein paar Jahre vergangen. Und aktuell sind diese Gefühle wieder präsenter. Es blieb so: Erstgeborenes = Papakind. Das Zweite ist Mamakind (beide Kinder das gleiche Geschlecht).

      Hinzu kommt, dass das Erstgeborene vom Charakter viel schwieriger und zickiger ist, als das Zweite Kind. Also ist es auch für mich viel anstrengender.

      Natürlich würde ich sofort sagen, ich liebe mein erstes Kind. Ich würde mein Leben dafür geben, ich leide mit dem Kind wenn etwas ist, sehe auch positive Eigenschaften. Wünsche mir mehr Harmonie. Und doch ist es anders als mit dem zweiten Kind. Wenn Kind zwei mich umarmt ist es einfach ein unendlich passendes Gefühl. Wie zu Hause sein. Ich fühle die Liebe in jeder Zelle. Es ist selbstverständlich und schön. Kind eins hingegen muss erstmal zulassen, dass ich es drücke. Dann muss die Situation erstmal da sein, dass ich es auch drücken möchte vor lauter Konflikten, die hier täglich herrschen. Und wenn ich es dann umarme beherrschen mich eher Gedanken anstatt Gefühle: ich möchte diesem Kind Liebe zeigen. Ich möchte, dass das Kind glücklich ist. Ich möchte, dass das Kind sich geliebt fühlt. Auch ich möchte von diesem Kind geliebt werden.

      Ich würde also sagen, dass ich eine gewisse Liebe für das erste Kind empfinde. Aber irgendwie ist sie so sachlich oder distanziert. Es ist schwer zu beschreiben. Dagegen ist die Liebe zum zweiten Kind so selbstverständlich und gefühlsecht. Einfach eine sehr emotionale und erwärmende Liebe.

      Kann das Jemand verstehen? Mein erstes Kind wird das doch merken. Wie soll man das verstehen? Wie soll das im Erwachsenenalter werden?

      Insgesamt macht mich das traurig. Zumal ich einfach Zeit alleine mit Kind zwei genieße, wenn sich diese ergibt. Es ist dann soviel einfacher und harmonischer. Es fühlte sich auch komplett an, wäre da dann nicht mein schlechtes Gewissen Kind eins gegenüber. ...Das trifft es glaube ich auf den Punkt. Kind zwei würde mir genügen, wenn ich ehrlich bin. Aber ich weis eben, dass Kind eins meine Liebe genauso verdient.

      Liest sich das schrecklich. Kann das Jemand verstehen? Kann ich daran etwas ändern? Muss ich daran etwas ändern?

      Danke fürs zuhören

      • Hört sich für mich so an, als ob dein Herz bei Kind 1 nicht wirklich geöffnet ist. Du kannst lernen, das zuzulassen. Vielleicht bist du auch unbewusst eifersüchtig, dass es ein papakind ist... Du kannst lernen, deine Gefühle zu erforschen, ist aber viel Arbeit und nicht immer lustig.

        • (3) 01.10.18 - 10:54

          Aber es war doch geöffnet bis zur zweiten Geburt?

          Ich habe sie ja nicht (bewusst) geschlossen. Dass ich manchmal eifersüchtig bin oder war, stimmt, aber das sehe ich losgelöst davon. Schon immer. Mein verstärktes Bewusstsein zu der unterschiedlichen Bindung tritt auch jetzt in einer Zeit auf, in der das Thema Papakind gar nicht so stark herauskommt, da der Vater momentan beruflich sehr viel abwesend ist. Also bin ich mit beiden Kindern sehr viel allein. In dieser Zeit merkt man auch, dass Kind eins sich viel mehr an mich anlehnt. Aber genau jetzt wird mir deutlicher, dass wir eine weniger starke Bindung haben, als Kind zwei und ich.

      Hallo

      was machst du dir so viele Gedanken?
      Deine beiden Kinder werden geliebt. Von wem ist doch am Ende völlig egal.

      Meine drei sind so unterschiedlich. In allem. Die große mag nicht geknuddelt werden das ist jetzt mit fast 20 immer noch so. Mein Sohn ist ein "Ich kann das schon selber!!!" Typ den muss man dann einfach lassen. Dann haben wir hier die jüngste. Die kann man einfach so lieb haben. Die darf man knuddeln und knutschen auch wenn sie jetzt schon 11 ist.

      Ich habe mir noch nie Gedanken deswegen gemacht. Die jüngste macht es einem einfach sie lieb zu haben und die älteste so gar nicht. Aber deswegen hab ich doch beide lieb. Auch mein Sohn der mir selbst sehr ähnlich ist. Wir streiten wie die Teufel und das irgendwie schon immer und trotzdem liebt er mich und ich ihn.

      Du kannst dir ja nicht aussuchen was du für Kinder bekommst. Manchmal hat man Charakterzüge innerhalb der Familie wo man sich schon auch mal denkt: "So im normalen Leben wäre ich mit dem nicht befreundet"
      Aber es ist nun mal Familie und auch wenn es beim einen Kind nicht so einfach ist wie beim anderen werden sie doch geliebt.

      Mach dir doch nicht einen Kopf wo nichts ist. Ein Papakind und ein Mamakind eigentlich doch passend. Deine große Tochter bekommt beim Papa etwas das sie von dir nicht bekommen kann. Deswegen bleibt doch nicht die Welt stehen. Mein Mann kann auch Dinge bei den Kindern da bin ich fehlbesetzt. Ich bin nur ein Mensch und nur weil man Mutter ist heißt das nicht das man nun alles leisten muss.

      LG
      Corinna

    • Ja, um ehrlich zu sein, liest es sich schrecklich. Natürlich musst Du etwas ändern, Dein Kind wird es doch spüren!

      "Nach einigen Wochen sah ich mein erstes Kind an und war sehr traurig, ich hatte es wochenlang kaum wahrgenommen und wenn, dann nur als Störung, die das Zweitgeborene weckt, was doch so selten schlief."

      Das ist der traurigste Satz für mich. So eine Veränderung für ein Kind durch eine Geburt eines Geschwisterkindes und dann wird es auch noch von der Mutter als Störung gesehen. Ich habe auch zwei Kinder, meine jüngere Tochter war auch schwierig und sehr anstrengend als Baby. Ich habe mir damals schon vor der Geburt Gedanken gemacht, wie ich es schaffen kann, dass mein älterer Sohn sich nicht vernachlässigt und ungeliebt fühlt. Diese Verantwortung hast Du doch als Mutter!

      • "Ja, um ehrlich zu sein, liest es sich schrecklich. Natürlich musst Du etwas ändern, Dein Kind wird es doch spüren!"

        Na, man kann auch die Kirche im Dorfe lassen. Ich glaube, wir müssen jetzt noch nicht das Jugendamt einschalten, weil da ein Kind verwahrlost.

        Die TE macht sich ja nicht zu wenig Gedanken, sondern eher zu viel.

    Also, es gibt viele Sätze, die kann ich so gar nicht verstehen, so etwa diesen: "Beim Gedanken an ein zweites Kind tat es mir sogar zeitweise weh, mir vorzustellen, dann nicht mehr alle meine Liebe nur für das eine Kind zu haben." Das hört sich für mich irgendwie nach Idealisierung, nach Überhöhung an -- unter so viele "Liebe" kann ein kleiner Mensch ja kaum noch atmen. Und für mich ist der Gedanke auch ziemlich verkopft und damit nicht wirklich authentisch. (Aber da würden andere Frauen auch einwenden, kannst du auch nicht verstehen, das versteht nur eine Mutter... jaja, das mag wohl sein... ;-))

    Auch andere Formulierungen klingen für mich ziemlich abstrakt und auch etwas pathetisch, z.B. "Ich fühle die Liebe in jeder Zelle." Mich würde so etwas erschlagen, ich bekäme dazu keinen Draht.

    Und vielleicht geht es Deiner Tochter ein bisschen ähnlich, so wenn Du schreibst: "Aber irgendwie ist sie so sachlich oder distanziert." Es gibt halt eher emotionale und eher rationale Menschen und beides ist vollkommen OK.

    Ich würde mal versuchen, diese ganzen Optimierungsbedarfe etwas beiseite zu schieben, dieses ganze Es-ist-nicht-ausreichend-es-müsste-eigentlich-alles-ganz-anders-sein. Frag' Dich nicht, ob Du sie nicht eigentlich viel mehr lieben müsstest oder ob Deine Tochter doch besser gefühliger und knuddeliger sein sollte. Sondern schau', wo Ihr einen echten Draht zueinanderfindet, irgendeine Beschäftigung, die Euch beiden Spaß macht, vielleicht ein Hobby, ein Sport, eine Naturerlebnis, Shoppen, was-weiß-ich. Und etwas, was auch Dir Spaß macht, was authentisch ist, nicht dieses aufgesetzte Scheidungs-Papi-jetzt-machen-wir-ausnahmsweise-mal-alles-was-du-möchtest. Vielleicht hilft das, einen ehrlichen Zugang zueinander zu finden, der sich einfach durch die gemeinsam verbrachte Zeit und gemeinsame Aktivität ergibt und nicht so aufgesetzt und damit erzwungen ist.

    • Du hast meine Gedanken ausformuliert.

      >>>Das hört sich für mich irgendwie nach Idealisierung, nach Überhöhung an<<<
      Ich formuliere es mal platter: Ich finde es sehr übertrieben.

      Die TE sollte aufpassen, dass sie nicht zu einer sehr anstrengenden Mutter wird.

(9) 01.10.18 - 13:32

Also ich kenne das auch. Mein erstgeborener Sohn liegt mir einfach vom Charakter und Typ her nicht so wie es meine zweitgeborene Tochter tut. Ich liebe ihn, aber sie weiß mich einfach viel besser um den Finger zu wickeln, sie drückt einfach die richtigen Knöpfe bei mir immer, und er notorisch die Falschen. Das sorgt für viel mehr Ärger und Konflikte, unter denen dann die Liebe, die ich für ihn habe, im Alltag oft nicht bewusst spürbar ist.

Ich denke, das ist irgendwie normal. Kinder sind auch "nur Menschen", und manche liegen einem nun mal charakterlich mehr, andere weniger. Ich denke, solange man sich bemüht, das Ganze nicht nach außen zu zeigen, beide Kinder gleichberechtigt zu behandeln und nicht ungerecht zu sein, die Kinder gut behandelt, hat man seinen Elternjob gut getan. Punkt.

Blut ist dicker als Wasser, die eigenen Kinder wird man immer lieben, denke ich, aber es gibt keine Gesetze, die Dich zwingen, für Beide GLEICH zu empfinden, und man macht sich nun unnötig Druck, wenn man das möchte und deshalb sich schlecht fühlt, denn für Gefühle kann man nichts. Da finde ich es ehrlicher, sich einzugestehen, dass einem Kind 1 nun mal weniger liegt von seiner Art und seinem Verhalten her als Kind 2. Das ist nur menschlich, kein Grund, sich deshalb schlecht zu fühlen. Und wenn mein Sohn irgendwann als Erwachsener mir offenbaren sollte, dass er dieses Gefühl auch gespürt hat, dann werde ich ihm auch ehrlich sagen: J und es tut mir Leid, dass Dein Verhalten mich sehr oft geärgert hat, während deine Schwester mich nicht so oft auf die Palme gebracht hat, und ja, das hat auch was mit meinen Gefühlen gemacht in dem Moment. Trotzdem liebe ich dich nicht weniger, ich konnte es nur oft nicht so zeigen, weil ich eben oft genervt oder wütend war." Selbst ein heranwachsendes Kind könnte sowas verstehen.

Denn bei mir liegt es wirklich nur daran, die Gefühle sind da, und das sind sie bei Dir sicher auch. Mein Sohn hat z.B. eine sehr aggressive laute cholerische Art, wenn es nicht nach seinem Willen geht, das macht mich wahnsinnig, ich HASSE sowas wirklich wie die Pest und würde jeden anderen hochkant aus meinem Leben verbannen, wer er sich so verhalten würde. Von daher ist es schon ein großes Zeichen von Liebe, dass ich dieses Bedürfnis bei ihm nicht habe, aber erwarten, dass das große Liebesgefühle verursacht kann man da halt dann auch nicht nach solchen Tagen.

Zum Glück gibt es den Papa zum Ausgleich, von daher denke ich, ist dann doch am Ende wieder für beide Kinder gesorgt.

Ich finde auch, du übertreibst ziemlich. Dein Kind 2 liegt dir charakterlich näher, das ist doch in Ordnung, du bemühst dich beide gleich zu behandeln und sagst du liebst auch beide und würdest alles für sie tun. Das ist doch in Ordnung. Bei mir ist es auch so, dass Kind 1, meine Tochter, sehr wild und anstrengend ist bzw. war. Sie ist mir vom Charakter sehr ähnlich, oft stur und mit eigenem Kopf. Wir rasseln deswegen viel aneinander und ich empfinde es oft anstrengend mit ihr. Im Gegensatz dazu ist mein Kind 2, mein Sohn viel pflegeleichter. Er war immer kuschelbedürftig, ruhig und anpassungsfähig. Mit ihm hatte ich weniger Kämpfe um alles auszufechten und man hätte den Eindruck gewinnen können, ich liebe ihn mehr. Das stimmt aber nicht. Er war nur umgänglicher im Alltag. Ich liebe beide und finde nicht dass das Gefühl immer auf gleicher Ebene und auf gleiche Weise sein muss. Es sind unterschiedliche Kinder und so lange versucht fair zu bleiben und beiden gleich viel Aufmerksamkeit und Liebe schenkt, ist es doch in Ordnung.

(11) 01.10.18 - 16:36

Ich selbst habe bisher nur ein Kind, das zweite kommt nächstes Jahr und ich mache mir sehr viel Gedanken über das Thema. Den ich habe es als "Betroffene" erlebt wie es ist mit seinem Bruder "verschieden" geliebt zu werden. Ich sage gleich dazu bei uns ist es nicht sehr gut ausgegangen was aber nicht bedeutet das sowas deiner Familie auch passieren wird.

Mein Papa ist in unserem Fall der bei dem diese "verschiedene' Liebe sehr auffällig ist. Ich hab einen älteren Bruder (8jahre älter) so lange ich mich erinnern kann hatte ich immer Streit mit meinem Bruder, er hat mich angeschrien, er hat mich gehauen, er hat mich ausgeschlossen usw. Ich habe nie verstanden warum und habe mich bei Mama und Papa "ausgeweint" Mein Bruder bekam immer mächtig Ärger, vom Papa, nie von Mama und ich wurde von Papa geherzt. Er sagte mir das mein Bruder an allem schuld hat er sagte mir das ich nix falsch gemacht habe usw. Mein Bruder war dann natürlich noch wütender auf mich. Er und mein Vater sind sich vom Charakter sehr sehr ähnlich. Sie geraten IMMER aneinander, beide sind unglaublich stur und rechthaberisch, keiner vom beiden kann zuhören oder sachlich bleiben, es fliegen Beleidigungen und Vorwürfe. Mein Bruder war lange Zeit Drogen abhängig, er wirft das meinem Vater vor, der ist sich keiner Schuld bewusst und wirft ihm wieder rum vor der hätte ihn Jahre lang beklaut usw. Ich dagegen bin ein ruhiger, harmonischer Mensch, ich kann sachlich bleiben und weiß meinen Vater "zu nehmen" ich hab einfach ein besseres Verständnis für ihn, weiß was ich sagen muss um ihn nicht sofort an die Decke zu bringen, nicht das wir nicht auch gestritten hätten, nicht das ich alles bekommen hätte und mein Bruder nicht, nicht das mein Vater mich nie geschimpft hätte aber irgendwie war er bei mir anders. Vielleicht nicht ganz so wütend, ich konnte ihn schneller "runter bringen" Mit mir war er halt irgendwie "nachsichtiger"
ich kann nicht sagen das ich als Kleinkind was merkte aber so ab 12 ungefähr merkte ich schon das ich Papas Liebling bin. Mein Bruder wirft mir heute noch vor das ich alles haben kann/konnte von unseren Eltern und er viel mehr kämpfen musste aber ich denke meine Mama war dafür mehr auf seiner Seite. Bei uns hat das allerdings nicht gereicht den mein Bruder wollte immer nur von Papa geliebt werden und wollte von ihm hören das er stolz ist auf ihn. er hat viele zerstörerische Dinge getan weil er das nie richtig bekommen hat bzw nur von einem Teil der Eltern. nun glaube ich unsere Geschichte ist einfach das Resultat daraus das mein Vater keinen Draht gesucht hat, das er nicht versucht hat eine Ebene zu finden. Ich glaube nämlich nicht das es schlimm ist was du empfindest ich denke es wird erst zum Problem wenn du Kind zwei offensichtlich bevorzugst. Wenn du versuchst eine Ebene zu finden auf der du mit Kind eins umgehen kannst, die ebenfalls liebevoll, respektvoll und gerecht ist dann wird es Kind eins an nichts fehlen. mag sein das dieses merkt das es mit Papa irgendwie "einfacher" ist, das ist aber nicht tragisch solange Kind eins weiß das auch du es liebst und stolz bist. Auch wenn du mit Kind 2 eine "engere" Bindung hast wird Kind 1 das nicht schaden solange du ihm auf Augenhöhe begehen kannst, es aufrichtig in den Arm nehmen kannst und ihm deine liebe ausdrücken kannst und das kannst du ja so wie man liest. Du bist da für dein Kind, du liebst es und das ist das wichtigste. Die Bindung ist vielleicht anders aber wie gesagt ich denke es ist wichtig euren weg zu finden, wenn dieser auch anders oder steiniger ist so muss dein Kind nur wissen das du es versuchst und daran arbeitest. Mein Bruder sagte mal "Vater hat nie versucht mich zu verstehen, bei dur gab er sich immer mühe" vielleicht ist das der Punkt. es muss nicht alles gleich sein aber es sollte aufs Kind bezogen und mit Respekt auf dessen Charakter reagiert werden.
Ich hoffe ich konnte etwas helfen.

  • (12) 01.10.18 - 16:57

    Achso, bei den Enkeln ist das jetzt übrigens genauso. Mein Kind wird vom Opa "besser" behandelt als das Kind von meinem Bruder. Ist also ziemlich eingefahren die Situation zwischen meinem Bruder und meinem Vater.

    • (13) 01.10.18 - 17:22

      Das tut mir alles sehr leid für deinen Bruder.

      Allerdings ist das ja ein erheblicher Unterschied zu unserer Situation. Natürlich behandele ich jedes Kind möglichst entsprechend seiner Bedürfnisse. Ich bevorzuge auch das Zweite Kind nicht. Aber dennoch fühle ich mich damit halt verbundener und bin insgeheim lieber mit Kind zwei zusammen als mit Kind eins. Das heißt nicht, dass ich es öfter bin, aber wenn, bin ich glücklicher.

      Wie schon geschrieben wurde, so sind eben meine Gefühle. Ich hoffe, Kind eins wird das nicht irgendwann schmerzlich feststellen und deshalb die Familie in Frage stellen oder was auch immer. Ich bin leider in einer ständig konkurrierenden Familie groß geworden wo keiner dem Anderen die Butter auf dem Brot gönnte. Ich bemühe mich um einen liebevollen Umgang untereinander. Bisher zeigt sich das auch an großer Zuneigung unter den Geschwistern. Ich hoffe einfach, dass sich nicht irgendwann alles entzweit, sollte Kind eins mal bewusst werden, dass eben Kind zwei mir näher ist. Zumal der Papa zwar behauptet, er habe kein "Lieblingskind", es aber doch manchmal anders aussieht. Früher war Kind eins klar "sein" Kind. Heute denke ich manchmal, er verbingt auch lieber Zeit mit Kind zwei, da dieses Kind einfach deutlich umgänglicher und unkomplizierter ist.

      Definitiv bemühen wir uns beide.

      LG

      • (14) 01.10.18 - 17:57

        Naja, mein Bruder fing ja auch nicht mit 7 schon an Sorgen zu nehmen sondern mit 18. Das bevorzugen war bei uns schon offensichtlicher also zumindest was das schimpfen anging. Mein Bruder ist zudem ein sehr sensibler Mensch und dieses jahrelang "komische" Verhältnis zum Vater hat ihn dann geprägt und zum negativen beeinflusst. Er hat sein Leben wieder in den Griff bekommen, zum Glück, ist verheiratet, hat ein Haus und 2 Kinder aber es hat ihn schon geprägt.

        Hauptsache ihr bemüht euch auch mit Kind eins eine Ebene zu finden, selbst wenn es etwas schwieriger ist aber so lang die Beziehung gepflegt wird sehe ich da kein Problem.

Bei mir ist das Ganze etwas anders, da gibt es einen Generationensprung. Meine Mutter und meine Tochter haben ein ganz anderes Verhältnis zueinander als ich sowohl zur Einen als auch zur Anderen. Sie sind sich einfach viel ähnlicher, ich glaube wenn meine Mutter tauschen könnte, wäre meine Tochter ihr Kind. ;-)

Dafür hab ich noch einen Sohn, der wiederum unheimlich nach mir kommt. Der Ärmste. :-D Nur eine Sache ist völlig anders an ihm, er kuschelt unheimlich gerne, das ist nicht so mein Ding. Das hat wiederum meine Tochter von mir.

Was meine Gefühle betrifft sind die schon unterschiedlich, aber es ist wohl nicht "eins mehr und eins weniger" lieben, sondern "das eine auf die eine und das andere auf die andere Art". Vielleicht fokussierst Du Dich mal bewusst auf Dinge an Kind Eins, die ganz besonders und einzigartig an ihm sind.

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