er schreit mich an, weil unsere tochter bei mir nur am weinen ist

    • (1) 02.10.18 - 18:41
      dasfddfas

      vielleicht könnt ihr mir einen ratschlag geben oder war von euch selbst betroffen. seit der entbindung leide ich unter der postpartalen depression. ich bin schon in psychologischer behandlung, einmal die woche. mit den antidepressiva muss ich bis november warten, da ich dann erst einen termin bei der neurologin habe.

      er denkt das ich mit dem kleinen nicht umgehen kann. er will einfach nicht auf meinen arm schlafen. bei ihm schläft er sofort ein. dabei versuche ich wirklich alles damit ich ihn auch zum einschlafen bringen kann. aber er weint nur und permanent

      er hatte sich hingelegt, er schrie die ganze zeit. da stand er wutentbrannt auf und schrie mich dann an. wieso er denn bei ihm einschlafen würde und bei mir nicht? was ich veranstalten würde...

      am liebsten würde ich meine sachen packen und ausziehen, die beziehung ist total lieblos. er ist mir mit der zeit auch so fremd geworden, und es passiert nichts liebevolles mehr. wie soll man da noch positiv denken?

    Hallo, schwierige Situation, in der du da bist.
    Postpartale Depressionen kenne ich auch. Ist dein Partner bei einer oder mehreren Gesprächen mit dem Therapeuten auch dabei? Das fände ich sehr hilfreich. Denn er kann sich nicht vorstellen, was in dir abgeht. Das zeigt seine (entschuldige) idiotische Frage, was du denn da eigentlich veranstalten würdest.
    Ich halte es für wichtig, ihn zu einer Sitzung mal mitzunehmen oder dem behandelnden Psychologen von den Streitigkeiten daheim erzählen.

    Ein Baby, vor allem das erste, verändert eine Partnerschaft gewaltig. Es ist eine Zerreißprobe, weil ihr extrem angespannt (Schlafmangel, Unsicherheit) seid und in dieser blöden Ausgangslage jeder von euch sich erst in eine neue Rolle finden muss.
    In unserer Ehe hat es richtig gewaltig gekracht, als unser Kind auf der Welt war. Klar, war ich psychisch angeknackst, aber auch so denke ich, dass es nichts Ungewöhnliches ist, wenn es in der Findungsphase knirscht und knackt.

    Gut wäre, wenn ihr eine Streitkultur hättet, in der man sich immer noch respektvoll Luft verschafft und wenn das nicht möglich ist, einfach aus dem Raum geht und wartet, bis man wieder runtergekommen ist. Dein Mann scheint in der von dir beschriebenen Situation Schlaf nötig gehabt zu haben und ja- ein schreiendes Kind wetzt die Nerven auch blank. Trotz allem sollte er sich im Griff haben. Das ist keine Entschuldigung, sondern eine Erklärung. Ich frage mich nur, warum er sich das Baby nicht auf den Bauch legt, wenn er sich hinlegt. Kann er doch machen, wenn es sich bei ihm anscheinend immer beruhigt.

    Ich würde trotzdem beim Thema Partnerschaft jetzt nicht kurzschlussartig handeln (du bist in einer Ausnahmesituation und solltest keine weitreichenden Entscheidungen fällen) und alles über Bord werfen.


    Die Zeit geht vorbei, du wirst nicht allein gelassen und du tust schon richtig viel- nämlich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
    Vielleicht habt ihr die Möglichkeit, euren Alltag etwas zu entlasten und auch mal die Profis ranzulassen. Ich denke da an eine (Familien-)hebamme oder vielleicht eineHaushaltshilfe?

    Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen und sage zum Schluss aber nochmal ganz klar: Wende dich an deinen behandenden Therapeuten in dieser Situation.
    Denn nicht nur du musst mit dem neuen Leben zurechtkommen, auch dein Mann. Deshalb sollte er auch mal mitgehen.

    Hi!

    Ich sehe zwei zu trennende Baustellen:

    - dein Kind und deine Bindung zum Kind
    - deine Beziehung.

    Wenn du eine postpartale Depression hast, wird es dir ggf. Schwer fallen Dich gut um dein Kind zu kümmern. Hast du hier Hilfe? Eine gute Hebamme? Läuft es "objektiv " gut? Kannst du die Bedürfnisse deines Kindes befriedigen? Kannst du z.B dein Kind in den Schlaf wiegen??

    Das andere ist deine Beziehung. Wenn du gerade unter Depressionen leidest, bist du ggf. Eine schwierige Partnerin.
    Je nachdem muss dein Partner gerade viel auffangen- das Kind versorgen, dich "ertragen".
    Vielleicht kann er mit der Situation nicht gut umgehen. Das erste Kind kommt- eigentlich ein Moment der totalen Glückseligkeit und du brichst weg.

    Versteh mich nicht falsch- du hast gerade eine Erkrankung, die ist ernst zu nehmen. Ich will dich nicht kritisieren.
    Aber seh deine Beziehung mal unter diesen Vorzeichen. Binde deinen Mann mit in die Therapie ein.

    Ich wünsche Dir von Herzen, dass ihr diese Krise gut meistern werdet!

    Warte erst die Behandlung ab - und im ersten Babyjahr keine übereilten Entscheidungen treffen!

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