Gedanke über Trennung

    • (1) 05.10.18 - 08:41
      richtigerGedanke

      Guten Morgen liebe Urbia-Mitglieder,

      ACHUTUNG...LANG

      Ich muss mir heute mal meine ewigen Gedanken und meinen Frust von der Seele schreiben. Weiß selbst schon gar nicht mehr wie ich das Thema beurteilen soll. Ich bin momentan einfach nur so verletzt. Es geht dabei um meine 5-jährige Beziehung zu meinem Freund. Wir sind jetzt beide 26 und bis jetzt lief grundsätzlich alles prima. Wir zeigen uns auch das wir uns wirklich lieben und haben bist jetzt alles gemeinsam überstanden und gemeistert.

      Nur in letzter Zeit stellt sich mir dann doch die Frage ob ich mich nicht einfach trennen sollte. In den letzten Monaten sind einige Sachen vorgefallen die ich dann doch irgendwie nicht ganz verdauen kann.
      In letzter Zeit gibt es auch immer wieder so kleine Lügereien, die mich sehr mitnehmen, weil ich einfach ein Mensch bin der dem Partner zu 100% vertrauen möchte (wer nicht...).

      Meistens geht es bei uns um das Thema Alkohol. Damals waren wir bereits schon einer Trennung sehr nahe, weil er sich einfach im Rausch nicht mehr beherrschen kann. Er wird aggressiv (er schlägt nicht zu aber schreit und verletzt mich mit Worten), wird unerträglich und beschimpft mich manchmal.
      So viel dazu.... Damals habe ich nochmal mit ihm gesprochen und wir haben eine Abmachung getroffen (keinesfalls ein Verbot), dass er seinen Alkoholkonsum ein wenig zurückdrehen soll, wenn ihm die Beziehung und seine Freunde noch wichtig sind (meine Freundin hat er damals auch grundlos angeschrien).

      Dieses Versprechen gab er mir auch zu diesem Zeitpunkt und ich war mir sicher, dass er es auch einhalten würde, denn so gut kenne ich ihn ja schon... DACHTE ICH ZUMINDEST!

      Inzwischen gab es immer wieder kleine Fälle wo er wieder mehr getrunken hat - natürlich hat es deswegen Streit gegeben, weil ich es nicht verstehen kann warum er unser Versprechen nicht einhalten kann. Viele von euch würden jetzt wahrscheinlich in Frage stellen, ob er nicht süchtig nach Alkohol ist - definitiv nicht.

      Gestern dann der Schock... Er ist auf Dienstreise und hat sich wieder mal total die Birne weggeschossen und mir währenddessen auch noch beteuert, dass er das niemals machen würde, da er ja auch an sich selbst arbeiten möchte und das alles auch für sich macht. Ich frage mich wie eiskalt ein Mensch sein muss, um einen geliebten Menschen so anzulügen. Die Situation ist natürlich total eskaliert, weil ich extrem sauer war (zurecht oder auch nicht?)… Dann hat er mir gesagt, dass er das nicht ohne Grund macht. Er kann einfach nicht mehr und er sieht sich selber als großen Fehler und dass er darüber mit mir nur sehr schwer sprechen kann und es bis jetzt nie geschafft hat. Es scheint mir, als ob er schwere Probleme oder momentan eine schwere Lebensphase hat, wovon ich absolut nichts weiß. Er hat gesagt, er hat mich zum Schutz angelogen, damit ich keine Angst haben muss, während er auf Dienstreise ist und er wollte mir das alles am Wochenende erklären. Seine Worte "Ich bin ein schlechter Mensch, ich kann meine Gedanken nicht kontrollieren und ich verletzte dich nur, ich möchte nicht mehr da sein" sitzen schon sehr tief bei mir. Ich weiß nicht ob ich ihm jemals wieder vertrauen kann?!

      Ich weiß nicht ob ich sofort die Trennung in Erwähnung ziehen soll, denn ich habe das Gefühl, dass mich diese Beziehung schon seit Monaten irgendwie runter zieht. Wenn er aber solche schlimmen Probleme hat, sollte ich ihn dabei nicht unterstützen oder ist das alles nur Ausrede, damit ich ihm verzeihe. Ich liebe ihn ja trotzdem noch und weiß grade wirklich nicht, ob das vielleicht nur ein minimales Problem mit leichter Lösung ist.

      Ich weiß momentan wirklich nicht wo mir der Kopf steht.#schmoll


      Ich würde mich sehr über einige Meinungen freuen. Vielleicht hat der eine oder andere ja schon Erfahrungen mit solchen Themen gehabt.

      Liebe Grüße

      • (2) 05.10.18 - 08:50

        Dein Freund hat ein Suchtproblem. Das kann man nicht mit guten Worten und Versprechen heilen.

        Und ja, das ist ein guter Grund die Beziehung zu beenden.

        Bevor Kinder kommen.

        LG

        • (3) 05.10.18 - 09:16
          richtigerGedanke

          Hallo kuestenqueen,

          vielen Dank für deine Rückmeldung.

          Ich glaube mittlerweile auch, dass das die beste Lösung ist.

          Er sagt immer er muss sich selber ablenken und möchte mich auch nicht verletzen aber ich glaube er versteht nicht um was es mir geht. Reden ist da wirklich nur noch sinnlos.

          LG

      Dein Freund hat sehr wohl ein Suchtproblem. Alkoholiker trinken nicht automatisch jeden Tag, es gibt auch Quartalstrinker etc., du kannst dich diesbezüglich auch im Netz informieren wenn du das möchtest.

      Versprechungen sind aussichtslos, auch wenn er es in dem Moment vielleicht wirklich so meint, da muss man ihm nicht unbedingt böse Absicht unterstellen, aber eine sucht bekommt man nicht so einfach in den Griff. Da bedarf es meist professioneller Hilfe und vorallem eigenen Antrieb.

      LG

    • (5) 05.10.18 - 09:19

      nein, ein minimales Problem mit leichter Lösung ist es definitiv nicht.
      Es ist ein gravierendes Problem, ob es eine Lösung gibt, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen.

      In einer Beziehung muss man miteinander reden können. Über alles aber vor allem über Probleme. Er muss dich nicht "schützen", du bist nicht seine Tochter. Wenn du unter seinem Verhalten dermassen leidest, MUSS er reden, Rücksicht auf dich nehmen, gemeinsam mit dir eine Lösung suchen.

      Das andere Thema ist Alkohol.
      Meine Position dazu ist sehr radikal. Er treibt es definitiv zu weit. Ob süchtig oder nicht (wobei ich nicht verstanden habe warum du eine Sucht ausschliesst), er hat definitiv ein Problem damit. Ein Alkoholproblem löst sich nie von allein. Auch mit externer Hilfe manchmal nicht, zumindest nicht auf Dauer.

      Mein persönlicher Rat: Du bist noch sehr jung - lauf bevor ein Kind entsteht. Manchmal liebt man leider den Falschen.

      Hallo!

      *Viele von euch würden jetzt wahrscheinlich in Frage stellen, ob er nicht süchtig nach Alkohol ist - definitiv nicht.*


      Was macht dich denn so sicher? Wie alle anderen denke ich eben auch, dass er ein Alkoholproblem hat. Das er zwischendurch mal nicht trinkt (auch längere Zeit) heisst nicht, dass er kein Suchtproblem hat. War mit einem Alkoholiker zusammen.. ich weiss leider von was ich spreche. Es gibt verschiedene Typen von Alkoholiker.


      Ich würde offen mit ihm reden und ihm eine Therapie vorschlagen, ich weiss einfacher gesagt als getan. Wichtig ist, dass du dich in der ganzen Situation nicht verlierst.. es geht so schnell und du bist CO-Abhängig.


      Wünsche dir alles Gute! #klee

      • (7) 05.10.18 - 10:32
        richtigerGedanke

        Hallo marysu,

        vielen Dank für deine Rückmeldung.

        Ganz so sicher bin ich mir da ja nicht. Ich weiß ja nur, dass er früher extrem viel und oft getrunken hat. Das war im Alter von 16-19. Er war wirklich jedes Wochenende so breit, dass er sich an nichts erinnern konnte, unter anderem auch weil er die falschen Freunde hatte.

        Als er dann mich kennenlernte, legte sich das Problem und er sagt ja auch er braucht den Alkohol absolut nicht. Ich denke nur manchmal liegt es wahrscheinlich an seinem Selbstwertgefühl, d.h. er möchte nicht als "Schwächling" bei seinen Freunden da stehen, wenn er mal nichts trinkt.
        Wenn er dann wieder mehr getrunken hat, hat er sofort ein schlechtes Gewissen mir gegenüber.

        Nur ertrage ich diese gebrochenen Versprechen nicht mehr.

        Ich hab ihn auch schon des Öfteren auf ein Suchtproblem angesprochen.
        Er ist ein sehr sehr schwacher und emotionaler Mensch, deshalb weiß ich wirklich nicht ob er mich mit Absicht verletzt und ihm wirklich alles so egal ist, wie es mir gerade scheint.:-(

        Danke und Liebe Grüße

        • Hey!

          Ich kann dir aus meiner Erfahrung sagen, dass ich nicht glaube dass er es mit Absicht macht. Kein Suchtkranker macht etwas um jemand anderem weh zu tun. Er macht es weil er aus x Gründen nicht anders kann. Es geht nicht darum ob du ihm egal bist oder nicht..

          Vielleicht kommt er auf Gedanken (negative) und möchte diese dann "weg trinken". Mein Ex hatte am Tag danach auch immer wieder ein schlechtes Gewissen und es ging ihm richtig mies. Denn sie wissen ja, dass das was sie machen nicht richtig ist und die ersten die Leiden sind sie selbst.

          Ich habe drei Jahre lang um die Beziehung gekämpft, Therapien usw. mitgemacht ihn überall unterstützt wo ich nur konnte. Ich musste mich dann trennen, weil es keinen Ausweg mehr gab. Auch nach einem Jahr, habe ich noch sporadischen Kontakt zu ihm und er ist immer noch nicht trocken.

          Ich sage nicht, dass es unmöglich ist.. es ist aber sehr schwer.

          Liebe Grüsse #klee

          • (9) 05.10.18 - 17:05
            richtigerGedanke

            Hi!

            Ja, du hast auch mir Sicherheit Recht, nachdem du das auch am eigenen Leib erfahren musstest.

            Er sagt immer er kann sich so besser ablenken, dass er das braucht um abzuschalten. Es spricht momentan und auch nach euren Ratschlägen alles für ein Suchtverhalten.

            Ich denke ich werde ein allerletztes Gespräch suchen, aber ob ich das mit im gemeinsam durchstehen möchte, weiß ich nocht nicht. Ich bin nur noch verletzt und vertraue ihm kein Stück mehr.

            Liebe Grüße und danke

    ""Ich bin ein schlechter Mensch, ich kann meine Gedanken nicht kontrollieren und ich verletzte dich nur, ich möchte nicht mehr da sein"

    Dieser Satz würde mich sehr alarmieren. Wie meint er das mit dem "ich möchte nicht mehr da sein"? Selbstmord?

    Dein Freund ist nicht nur Alkoholiker, selbst wenn du das abstreitest, sondern er scheint darüber hinaus auch noch gravierende psychische Probleme zu haben, die ihn sehr belasten.

    Er müsste m.E. nach eine Therapie machen, die einerseits die psychischen Probleme behandelt und andererseits die Sucht.

    Ob du ihn dabei begleiten willst oder nicht, ist natürlich deine Entscheidung. Bei ihm zu bleiben, ohne dass er seine Probleme in Angriff nimmt in Form von Therapien würde ich hingegen auf keinen Fall in Erwägung ziehen. Fakt ist, dass auch du ein Recht auf ein schönes Leben hast, ohne dass dich ständig jemand aggressiv anschreit. Du musst wissen, wie weit deine Liebe und Selbstaufopferung gehen, aber er muss auch mitwirken, dass es sich bessert.

    Auch würde ich nachhaken, weshalb er sich als schlechten Menschen bezeichnet hat und welche Gedanken er dabei meint. Gedanken an eine andere Frau? Dann lohnt sich ein Kämpfen für dich gar nicht erst.

    • (11) 05.10.18 - 10:36

      Hallo schoene-neue-welt,

      erstmals vielen lieben Dank für deinen Ratschlag.

      Solche Wörter fallen in letzter Zeit öfter. Gestern zum Beispiel "Ich bin ein Fehler und Fehler gehören weg".... Ich denke sehr wohl, dass das auch eine Anspielung auf Selbstmord ist!

      Ich habe dann natürlich versucht ihn zu erreichen. Ich habe mir solche Sorgen gemacht. Ich habe die ganze Nacht nichts geschlafen. Am Morgen hat er sich dann gemeldet und gesagt er hat Zeit für sich gebraucht.

      Eine andere Frau ist hier glaub ich wirklich nicht im Spiel. Auch wenn er mich oft anlügt, würde ich das sofort erfahren. Da bin ich mir wirklich sicher. Er kann ja mit seinem schlechten Gewissen nicht mal leben, wenn er 1-2 Bier zu viel trinkt und muss es mir beim Nachfragen sofort weinend gestehen.

      Also das mit der Therapie ist momentan für mich noch die einzige Lösung.

      Liebe Grüße

Wie will er denn an sich "arbeiten"?
Welche Schritte unternimmt er konkret?
Suchtberatung, AA, Psychologen, Therapeuten oder denkt er, er kann das einfach "wegdenken"?
Da sitzen tiefgreifende Traumata und Störungen, die muss er angehen.

Wenn Du ihn dazu drängst das zu tun, kann der Schuss nach hinten losgehn'.
Du bist dann Schuld und Süchtige haben die Tendenz die Verantwortung auf den Schwächsten oder die Nächsten abzuschieben.
Um da mit ihm auf Augenhöhe zu bleiben, braucht es viel viel Abgrenzung und eine tiefe Kenntnis seiner selbst, damit man nicht in den eigenen Werten angegriffen wird und zweifelt.

Ich würde mir so etwas nicht zutrauen und mich ebenso fragen, lebe ich für mich oder für andere?
Das mag sich egoistisch anhören, dabei kannst Du dennoch liebevoll sein und ihn als Mensch respektieren. Für das was Du Dir unter Beziehung vorgestellt hast, reicht es eben nicht.

Du tust ihm sicher gut und gibst ihm Halt und gleichzeitig kaschiert Eure Beziehung seine Schwäche. Das Problem wird im Alltag überdeckt und brodelt trotzdem weiter. Bis auf die paar die Anlässe, welche Du oben beschrieben hast.

Veränderung ist manchmal schmerzhaft.

  • (13) 05.10.18 - 10:43
    richtigerGedanke

    Hallo dhyan,

    er arbeitet in diesem Sinne absolut nicht an sich selbst. Er sagt mir das schon seit ca. 1 Jahr, dass sich alles ändern wird. Er schafft das alleine nicht.

    Es passiert immer irgendetwas. Bis jetzt hat er dagegen konkret noch nichts unternommen wie eine Therapie etc.

    Ich dränge ihn auch zu nichts und ich bin bis jetzt immer unterstützend gewesen nur reichen die Nerven bei mir in letzter Zeit nicht mehr aus um ruhig mit ihm zu sprechen. Ich werde dann auch mal laut und bin meist sehr sehr verletzt.#schmoll

    Wenn dann wieder mal was passiert, begründet er das mit einer Angst vor einem Streit oder das er mich wieder verletzt. Es blockiert ihn regelrecht und was in den letzten Tagen immer wieder kommt sind die Worte "Du kennst mich gar nicht so wie ich wirklich bin. Ich möchte es dir erzählen, aber ich kann nicht"..

    Ich glaube wirklich, dass ihn psychisch etwas richtig schlimmes belastet.

    Liebe Grüße

<<<Er kann einfach nicht mehr und er sieht sich selber als großen Fehler und dass er darüber mit mir nur sehr schwer sprechen kann und es bis jetzt nie geschafft hat>>>

Das denke ich ist eine Ausrede für sein Suchtproblem. Er soll sich professionelle Hilfe holen. Lehnt er solches ab, dann meint er es nicht ernst und will nicht geholfen werden. Du kannst diese Last nicht auf dich nehmen, denn das macht dich richtig kaputt.

Schlag ihm vor, du unterstützt ihn nur, wenn er sich professionelle Hilfe sucht. Ansonsten mach einen Rückzieher.

Alles Gute.

  • (15) 05.10.18 - 11:19
    richtigerGedanke

    Hallo liebe hermina,

    ja mittlerweile bin ich auch der sicheren Meinung, dass er professionelle Hilfe benötigt wegen was dann auch immer (Alkohol, psychische Belastung etc.)

    Aber ich weiß momentan selber nicht ob ich ihm nochmal Vertrauen schenken kann, weil er mich so oft angelogen hat. Ich habe nahezu immer das Gefühl, dass er mich anlügt, auch wenn das nicht so ist.

    Danke und liebe Grüße

Wie kommst du darauf das er kein Alkohol Problem hat? Allein die Tatsache das er sich regelrecht abschießt, wo er dann wieder die Beherrschung verliert ist doch ein Indiz. Ein Alkoholiker ist aber durchaus in der Lage auch auf Alkohol zu verzichten für einige Zeit. Aber wenn man ein Problem hat dann hat man es ein Leben lang und jeder Griff zur Flasche ist ein Rückfall. So lange er sein Problem nicht erkennt und sich Hilfe holt, ist ihm nicht zu helfen. Dann kannst du nur für dich entscheiden, ob du das so mittragen kannst, oder nicht.

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