Freund im Ausland - traurig und gelähmt

    • (1) 06.10.18 - 10:27

      Hallo,

      ich habe mich neu angemeldet, da ich mich irgendwie traurig und wie gelähmt fühle und mir ein bisschen Austausch erhoffe :-)

      Ich bin seit knapp 5 Jahren in einer Beziehung und wohne auch seit 4 Jahren mit meinem Freund (ich bin 27, er wird bald 29) zusammen. Für ihn hat sich dieses Jahr die Chance ergeben, ein dreimonatiges Auslandspraktikum zu machen. Ich habe ihn bei der Vorbereitung unterstützt und ihn auch ermutigt, die Chance zu ergreifen, weil sich diese Möglichkeit schließlich nicht jeden Tag bietet. Ich bin der Auffassung, dass man sich in einer Partnerschaft gegenseitig unterstützen sollte und dabei das Beste für den anderen im Blick haben sollte. Daher habe ich auch versucht, wenig darüber zu reden, dass mich der Aufenthalt vermutlich ziemlich traurig machen wird...

      Nun war es so weit, am Donnerstag habe ich meinen Freund zum Flughafen gebracht. Er wird nun bis Anfang Januar weg sein. Besuchen kann ich ihn höchstwahrscheinlich nicht, da er bei einer Gastfamilie untergebracht wird und wohl auch durch die Organisation, die ihn vermittelt hat, sehr viel Wochenendprogramm bekommt. Seine Firma legt wohl auch viel Wert darauf, dass er daran teilnimmt.
      Der Abschied fiel uns beiden schwer, aber ihm geht es inzwischen wieder ganz gut. Es passiert viel, er lernt neue Leute kennen und muss sich auch erstmal zurecht finden.
      Ich hingegen sitze jetzt hier und weiß nicht so recht wohin mit meiner Traurigkeit. Als ich nach dem Abschied in die Wohnung kam, musste ich erstmal heulen. Hier liegt noch Müll und Choas von ihm rum - das wollte ich eigentlich aufräumen, sobald er weg ist (damit wir vorher keine gemeinsame Zeit mit putzen verschwenden), aber ich habe kaum etwas geschafft. Alles erinnert mich an ihn - was ja auch schön ist - aber es macht mich gleichzeitig auch traurig, wenn ich daran denke, dass er jetzt 3 Monate nicht hier ist. Hinzukommt, dass dies eigentlich mal seine Wohnung war - ich bin nur dazugezogen. Die Möbel sind irgendwie zusammengewürfelt, die Wandfarbe noch vom Vormieter. Damals wollte er nicht, dass wir hier irgendwas streichen oder so, weil ihm das zu aufwändig war....damals musste ich ihn sogar noch überzeugen, doch im Flur ein paar Haken für Jacken aufhängen zu dürfen #kratz Inzwischen ist das nicht mehr so schlimm - aber so richtig wohling und heimisch fühle ich mich hier einfach nicht, wenn er nicht da ist. Wohl gefühlt habe ich mich hier, weil ich eben hier zusammen mit ihm wohne, wobei ich da Phasen hatte, wo mich die Wohnung einfach angekotzt hat. Jetzt die Wohnung umzuräumen lohnt sich aber auch nicht mehr so richtig, weil er ab nächstes Jahr endlich wieder arbeitet und wir dann im Laufe des Jahres umziehen wollen....

      Lange Rede, kurzer Sinn... ich habe irgendwie niemanden zum Reden, keine Freunde oder so und weiß nichts so recht mit mir anzufangen. Ich weiß mich sonst eigentlich gut allein zu beschäftigen und brauche auch regelmäßig mal Allein-Zeit. Eigentlich dachte ich, dass ich, sobald er weg ist, erstmal genieße dass ich die Wohnung für mich habe und machen kann was ich will und dann später vermutlich traurig bin, aber jetzt sitze ich hier und ...ja weiß nichts mit mir anzufangen. Ich bin so traurig, aber ich will ihn auch nicht damit belasten, er soll ja schließlich seine Zeit dort genießen und nicht ständig an die traurige Freundin zu Hause denken oder sich gar schlecht fühlen weil er weg ist. Jedoch resultiert daraus, dass ich mich alleine fühle und nicht unterstützt. Ich bin auch etwas verunsichert, da ich die letzte Zeit wirklich viel Energie darin investiert habe, ihn zu unterstützen (nicht nur mit dem Auslandspraktikum, es gab noch einige anderes) und gerade so ein egoistisches Gefühl hochkommt, was mir sagt, dass ich mich "im Gegenzug" jetzt allein gelassen fühle und eben von ihm nicht unterstützt werde, auch schon länger nicht. Ich mag dieses Gefühl nicht und es ist ziemlich sicher auch Quatsch, denn er macht sich ja auch Gedanken, ob es mir gut geht...ich glaube es ist auch nur ein Symptom anderer Ungewissheiten. Zum Beispiel meinte er mal, dass er frühestens nach 10 Jahren mal über eine Hochzeit nachdenken würde - insgeheim würde ich mir aber mal so ein "Liebeszeichen" von ihm wünschen. Dass dazu im Moment kein Geld bei ihm da ist, ist mir aber auch bewusst. Ich fühle mich generell in so einer "Warte"-Position. Er hatte nach 3 Jahren Arbeit nochmal ein Studium angefangen und dadurch sehr wenig Geld. Ich war in der ganzen Zeit arbeiten, verdiene nicht schlecht und wünsche mir eigentlich schon seit über einem Jahr, dass wir umziehen und würde gerne endlich ein "richtiges" Leben aufbauen - mit einer hübschen Wohnung oder irgendwann auch Eigentum, Pläne dafür machen, Finanzierungen überlegen, Geldreserven ausbauen, eventuell über Kinder nachdenken - einfach einen gemeinsamen Plan mit ihm schmieden und ihn angehen. Aber das alles "wartet" halt seit über einem Jahr, weil er eben dieses Studium angefangen hat (Das Studium ging 2 Jahre und ist jetzt um, so richtig frustrierend wurde die Situation für mich erst nachdem er schon ca 1 Jahr studiert hat - selbst begeistert von der Idee eines weiteren Studiums war ich auch vorher nicht, aber ich habe ihn unterstützt). Gespräche über solche Themen hat er auch oft abgeblockt, weil er selbst zu viel um die Ohren hatte und darüber nicht nachdenken wollte. Ich bin da ständig in einem Zwiespalt zwischen "ich will ihn unterstützen" und "ich möchte aber eigentlich auch meine Interessen und Wünsche umsetzen".

      Das sind irgendwie so viele Gedanken die in mir hochkommen und mit denen ich weder mit ihm noch mit jemand anderem im Moment reden kann, so dass ich mich zusätzlich irgendwie gelämht fühle...

      Hat vielleicht jemand einen Rat, was ich in meiner Situation tun kann, um die 3 Monate glücklicher zu überwinden? Oder wie man dieses "Warten"-Gefühl loswird? War schonmal jemand in einer ähnlichen Situation? :-)

      Viele Grüße,
      Sarah

      • Hallo,
        ich würde dir empfehlen, die Zeit seiner Abwesenheit zu nutzen, um dir ein eigenes soziales Netzwerk aufzubauen. Du wirkst sehr fixiert auf ihn und machst auch viel von ihm abhängig, sagst, dass du keine Freunde zum Reden hast und ohne ihn traurig und wie gelähmt bist. Das klingt nicht sehr gesund.

        Nutze die Zeit für den ersten Schritt in dein eigenes Leben, besuche Sport- oder Vhs-Kurse, gehe aus, lerne neue Leute kennen und tu was für dich. Jetzt, wo dein Freund länger weg ist, ist das die ideale Gelegenheit mal ein bisschen loszulassen und dich mehr um dich und deine sozialen Kontakte zu kümmern. Du kannst dir auch überlegen, woe deine Zukunftspläne aussehen und was dir wichtig ist. Was kann noch warten und was nicht? Wenn du dir darüber im Klaten bist, solltest du mit deinem Freund darüber reden, wenn er wieder zuhause ist. Dann könnt ihr schauen, ob ihr auf einen gemeinsamen Nenner kommt oder ob es nicht passt.
        Die Zeit jetzt sind eine gute Gelegenheit, dich, deine Wünsche und dein Leben etwas zu sortieren.

        • Sorry für die vielen Tippfehler. Da war ich zu schnell unterwegs.

          Danke für deine Antwort!

          Hm ich weiß ich nicht, ich persönlich würde es nicht so sehen, dass ich sehr auf ihn fixiert bin. Es klingt in dem Text vermutlich etwas so, das stimmt.
          Wir sind beide einfach gerne zusammen, aber wie gesagt brauche ich auch so regelmäßig Allein-Zeit. Da setze ich mich alleine an meinen Schreibtisch und bastle oder zeichne und will dann auch nicht von ihm gestört werden. Genauso trifft er sich auch mit irgendwelchen Bekannten, wo ich dann nicht mitkomme. Auch wenn wir unsere Familien besuchen, kommt der andere nicht jedes mal mit. Auch wenn er irgendwie Freunde in anderen Städten besucht, bleibe ich meistens hier, weil ich darauf keine Lust habe :)
          Wir verbringen nur sonst eben zu Hause viel Zeit zusammen. Wir erzählen jeden Abend ca 1-2 Stunden über unseren Tag und tauschen uns zu irgendwelchen aktuellen Themen aus oder spielen zusammen Video- oder Brettspiele. In der Hinsicht ist er, neben meinen Arbeitskollegen, die einzige Person, mit der ich mich länger austauschen kann.

          Leider fällt es mir sehr schwer, irgendwie Leute kennenzulernen. Ich bin sehr schüchtern und ziehe mich schnell zurück und fühle mich auch generell schnell von sozialen Situationen überfordert. Ich habe schon überlegt, einen VHS-Kurs zu machen, aber ich kann mich nicht so richtig durchringen. Zu groß ist irgendwie die Angst, in unangenehme soziale Situationen zu kommen...
          Hast du eine Idee, wie man das "Sortieren" am besten angeht? Ich will mich jetzt auch nicht Hals über Kopf bspw. darein stürzen, mir zu überlegen, wie die nächste Wohnung aussehen soll. Oder mich darauf versteifen, dass ich in 3 Jahren unbedingt in ein Haus ziehen will und bis dahin ein Kind haben will...ich weiß nicht, das sind alles Sachen, die ich alleine ja nicht entscheiden kann.

          Danke für deine Antwort und viele Grüße :-)

      Alles, was Du schreibst, deutet auf eine große Focussierung in Richtung Deines Freundes hin. Du bist sehr von ihm abhängig und natürlich fehlt er Dir jetzt, weil er den größten und wichtigsten Teil Deines Lebens darstellt.

      Du bringst auch gleich das nächste Beispiel: Jemand schlägt Dir vor, Dir über Dein Leben Gedanken zu machen und sofort schlussfolgerst Du, diejenige meint die nächste Wohnung (mit Deinem Freund) und Ehe und Kinder.
      Das war aber mit Sicherheit nicht gemeint, sondern es geht um Dich als Einzelperson. Du merkst ja jetzt, was von Dir übrig ist, wenn Dein Partner nicht da ist. Viel ist es nicht, oder? Und gerade lange Beziehungen gehen irgendwann schief, wenn man sich nur und ausschliesslich von seinem Partner so derart emotional und gesellschaftlich abhängig macht.

      • In was für einer Art mache ich mich denn von meinem Freund gesellschaftlich und emotional abhängig? Das verstehe ich nicht so ganz.
        Ist es nicht natürlich, dass man sich traurig fühlt, wenn der Partner so lange weg ist und bisher einen großen Teil des eigenen Lebens einnimmt? Was genau soll denn "emotionale Abhängigkeit" überhaupt sein? Also ich fühle mich nicht immer so, wie mein Partner sich fühlt. Im Gegenteil, ich bin eher ein sehr emotionaler Mensch, während er halt eher ein lösungsorientierter Typ ist, der mit Emotionen meistens nicht so viel anfangen kann. Trotzdem ändert sich dadurch mein Wesen ja nicht, er muss damit klarkommen, dass ich öfters emotional bin. Mir ist auch durchaus bewusst, dass ich ohne ihn existiere und ein Leben habe, sonst würde ich ja vermutlich nichts ohne ihn machen oder ihn auf Schritt und Tritt verfolgen.
        Was ich hier beschreibe sehe ich eher als einen temporären Zustand, dass ich mich im Moment von meiner Traurigkeit überrollt fühle, weil ich sie eben nicht erwartet habe (was auch wieder dafür spricht, dass ich nich irgendwie "emotional abhängig" bin, denn hätte ich sonst nicht alles getan um zu verhindern, dass er geht? Oder fest damit gerechnet, dass ich wochenlang traurig rumliege und nichts tun kann?).
        Und gesellschaftlich abhängig fühle ich mich auch nicht, das habe ich doch auch schon geschrieben. Er trifft sich mit irgendwelchen Bekannten und kann das gerne tun - keiner von seinen Freunden ist auch mein Freund. Ich habe nur einfach selbst keine Freunde, da es mir persönlich sehr schwer fällt, mit Menschen in Kontakt zu treten. Und die Tatsache, dass ich keine Freunde habe, kann auch nicht in ihm begründet sein, da ich sonst doch wohl irgendwelchen Freunde "von früher" hätte. Aber sowas habe ich nicht, da ich auch "früher" keinerlei Kontakte geknüpft habe. Da gab es ihn noch garnicht in meinem Leben.
        Ich fühle mich ein bisschen so, als würdest du versuchen, meine Situation in irgendein stereotypes Bild zu pressen, anstatt auf die geschilderte Situation einzugehen :-(

        • "Ich fühle mich ein bisschen so, als würdest du versuchen, meine Situation in irgendein stereotypes Bild zu pressen, anstatt auf die geschilderte Situation einzugehen :-("

          Du hast nur ihn als Freund, keine anderen Freunde. Nur Kollegen und Familie. Stimmt das? Wo versuche ich Dich also in ein Bild zu pressen, wenn ich feststelle, dass Du sehr auf Deinen Freund focussiert bist?

          Du schreibst selbst Dinge wie (ich zitiere per copy and paste):
          "Der Abschied fiel uns beiden schwer, aber ihm geht es inzwischen wieder ganz gut. Es passiert viel, er lernt neue Leute kennen und muss sich auch erstmal zurecht finden.
          Ich hingegen sitze jetzt hier und weiß nicht so recht wohin mit meiner Traurigkeit. Als ich nach dem Abschied in die Wohnung kam, musste ich erstmal heulen."

          "Lange Rede, kurzer Sinn... ich habe irgendwie niemanden zum Reden, keine Freunde oder so und weiß nichts so recht mit mir anzufangen."

          Dann schreibst Du noch, Du fühlst Dich alleine gelassen, nicht unterstützt, das passt doch auch nicht auf jemanden, der unabhängig ist.

          Abseits von dem, was Deiner Meinung nach in ein bestimmtes Schema passt, kommt es mir so vor, als will Dein Freund jetzt erst richtig loslegen mit seiner Freiheit und dem Leben, während Du ihn gerne binden und festnageln willst. Das scheint mir recht deutlich, er will die Welt sehen (auch ohne Dich) und Du willst ein Zuhause und eine Familie schaffen. Und das ist die Abhängigkeit, die ich sehe. Wann in Deinem Leben hast Du ohne ihn die Welt entdeckt?

          • Ich glaube du schlussfolgerst aus meinen Aussagen die falschen Dinge. Dass ich mich allein gelassen und nicht unterstützt fühle, impliziert ja nicht, dass ich dadurch abhängig bin. Angenommen du hast eine beste Freundin, ihr unternehmt viel und du setzt dich immer für sie ein, hörst ihr immer zu. Eines Tages fühlst du dich schlecht und würdest gerne mit ihr reden, du weißt aber dass sie zu beschäftigt ist, um dir zuzuhören, auch wenn du dir das gerne wünschst. Würdest du dich dann nicht für einen Moment von ihr allein gelassen fühlen oder in dem Moment nicht "unterstützt"? Das verfliegt wieder, denn nach einem Moment dieser Gefühle, findest du jemanden anderen, der dir an die Seite springt oder du löst die Sache dann eben von alleine.
            So in etwa würde ich die Situation sehen. Ich fühle mich jetzt grade alleine in dieser Wohnung - sie ist halt "kalt", keiner da zum erzählen und wie oben geschrieben, fühle ich mich hier nicht so wohl, weil sie nicht sehr gemütlich und hübsch eingerichtet ist, sondern eher zweckmäßig. Und ich fühle mich nicht unterstützt, weil ich das subjekte Gefühl habe, in den letzten Monaten sehr viel Energie in meinen Freund investiert zu haben, ohne dass er mich im "Gegenzug" bei meinen Vorhaben unterstützen konnte. (Dieses "im Gegenzug" gefällt mir nicht, da ich eher dafür bin, auch etwas zu geben, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten, aber langsam fühle ich mich glaube ich zu ausgelaugt, so dass irgendeine Grenze erreicht ist, wo ich mich doch so fühle, als wäre er mal dran mit "unterstützen" und nicht nur ich)
            Ich schaffe auch Dinge, ohne dass mich jemand "unterstützt". Ich habe einen Job, den mache ich auch ganz gut und der nimmt auch einen großen Teil von meinem Leben ein. Ich habe ein paar Hobbys, die allerdings allgemeinhin wohl eher als langweilig gelten und auf die ich im Moment keine Lust habe, da ich mich zu überrollt von der Trauigkeit fühle, um jetzt kreative Ergüsse auf Papier zu bringen. Was ich nicht habe, sind Freunde, aber bisher habe ich ganz gut ohne gelebt. Es gibt mal ein paar Phasen, da vermisse ich das (jetzt grade wäre bspw. eine gute Freundin ganz gut) oder fühle mich deshalb einsam (ja, auch wenn mein Freund neben mir sitzt!), aber das vergeht wieder.
            Daher kann ich halt nicht nachvollziehen, wieso du auch jetzt nochmal sagst, dass alle dies darauf schließen lässt, dass ich mich zu sehr auf meinen Freund fokussiere. Natürlich ist er ein wichtiger Teil meines Lebens - ich würde es befremdlich finden, wenn man jahrelang mit jemandem zusammenwohnt, intim ist, sich sehr viel erzählt und aktiv am Leben des anderen teilnimmt und man dann sagt "ja der ist aber kein wichtiger Teil meines Lebens, ist nur so ein Typ". Ich bin in der Hinsicht fokussiert, dass ich will, dass es ihm gut geht. Ich liebe ihn nunmal und das heißt auch, dass ich natürlich daran interessiert bin, dass er glücklich ist. Ich gehe dabei auch soweit zu sagen, dass es okay ist, wenn er sich von mir trennt und sich eine neue Freundin sucht. Wenn es ihn glücklich macht, ist das das richtige. Ich glaube sowas würde ich nicht vertreten, wenn ich mich von ihm abhängig gemacht habe?

            Ich würde übrigens auch nicht sagen, dass mein Freund "richtig loslegen will mit seiner Freiheit". Er vermisst mich auch und fühlt sich auch eher unsicher in seinem Tun, jedoch macht sich ein Auslandspraktikum gut auf dem Lebenslauf und er nimmt eben neue Erfahrungen mit. Wenn ich diese Chance angeboten bekommen hätte, hätte ich sie auch ergriffen und ihn hier gelassen. Ich denke dass wir uns dort sehr ähnlich sind.
            Ich möchte ihn nicht binden und festnageln. Ich sehe heiraten und Kinder nicht als festnageln. Heiraten finde ich einfach irgendwie schön und kitschig, ob sich auch lohnt müssten wir mal mit seinem neuen Job durchrechnen, aber dafür war noch keine Zeit. Eigentlich wollte ich mich selbst noch garnicht mit dem Thema Kinder befassen, ich habe ja noch Zeit und eigentlich waren wir beide bis vor einem Jahr auch noch der Meinung, eher kein Kind zu wollen. Inzwischen sind wir aber in einer Situation, dass wir uns dazu festlegen -müssen-, da bei mir Endometriose diagnostiziert wurde und ich dazu schon mehrere OPs hatte. Die Ärzte legen uns halt nahe, dass wir bald anfangen, falls wir Kinder wollen, da die Chancen halt sonst eher hoch sind, dass es irgendwann nicht mehr geht, da die Endometriose eben jederzeit wiederkommen kann und auch erstmal unbemerkt die Eierstöcke dicht machen können. Eine neue gemeinsame Wohnung möchte ich, da mir diese hier nicht gefällt und sie mir auch zu klein ist - ich hätte gerne mehr Platz für meine Hobbys. Und da ich gerne gärtnere, wäre vielleicht ein Haus noch besser. Daher komme ich auf diese Themen, weil sie MICH eben beschäftigen und ihn nicht, da er sein Masterstudium in der Regelzeit durchprügeln musste, da ihm sonst das Geld ausginge. In der Hinsicht ist es auch eher so, dass er abhängig ist von mir, da er sich ohne meine Hilfe den Auslandsaufenthalt vermutlich nicht hätte leisten können ...

            So aber eigentlich wollte ich auf deine Frage antworten:
            Wann in Deinem Leben hast Du ohne ihn die Welt entdeckt?

            Gegenfrage: Wann entdeckt man denn nicht die Welt? Und wer sagt, dass jeder Mensch die Welt entdecken will? Bevor ich ihn kannte, habe ich alleine das gemacht, was ich machen wollte. Habe nen Schulabschluss, nen Hochschulabschluss, bin alleine mehrfach umgezogen und habe mich irgendwo eingelebt, die Städte entdeckt. Die "Welt" im Sinne von "Verreisen" habe ich mit ihm entdeckt - schlichtweg weil ich es mir vorher nicht leisten konnte. Als Student mit Bafög oder im Pflichtpraktikum mit 450€ macht man eben keine großen Reisen. Aber mit dem Geld as dem anschließenden Job (dort kannte ich ihn dann schon) und mit ihm habe ich dann auch Reisen gemacht, die ICH wollte. Dass wir die Reisen zu dem Zeitpunkt dann zusammen gemacht haben, ist für mich selbstverständlich. Ist doch am schönsten, wenn man die Erlebnisse mit jemandem teilen kann? Es erfüllt mich nicht, jetzt unbedingt irgendwo hin alleine zu fahren. Wenn ich Lust und das Geld habe, dann mache ich das auch. Aber wenn es sich anbietet, dass jemand den ich sehr gerne habe, mitkommt, wieso nicht?

        Mit dieser Antwort bestätigst du genau das, was @witch71 geschrieben hat.

Der, der zurück bleibt tut sich immer Scherer! Natürlich lohnte es sich, S, die Wohnung schön zu machen!!! So hast du auch ein Projekt und bist abgelenkt! Mach was für dich, such dir ein Hobby, unternimm was mit Freunden..

  • Sie hat keine Freunde.

    • Grade noch gelesen, ja. Dann eben familie, Arbeitskollegen, bekannte...das ist doch jetzt die Gelegenheit etwas zu ändern. Wenn der Freund deine einzige richtige Bezugsperson ist, ist das sicher nicht gesund für dich und eure Beziehung. Insofern stimmt das schon ein bisschen mit der Abhängigkeit und Fixierung. Spring über deinen Schatten, setz dich neuen Situationen aus, sei offen für neue Kontakte..

Naja, es ist immer leichter für den der weg geht, denn er erlebt aufregende, neue Sachen, du bist im alten Leben.

Das du da mehr Zeit brauchen wirst, ist in Ordnung und die solltest du dir geben. Räumst du eben erst nächste Woche auf...

Was du aber vermeiden solltest sind diese Gedanken, die du gerade hegst. Warum bist du in einer Warteposition? Das finde ich Quatsch. Dein Freund arbeitet an seiner beruflichen Laufbahn, was auch euer Leben betrifft. Wenn ich das richtig verstehe, sind diese 3 Monate doch auch der Abschluss?

Das du dich nur auf ihn konzentriert hast und dich und dein soziales Umfeld dabei vernachlässigt hast, ist deine Entscheidung gewesen, das dich jetzt in ein „Loch“ fallen lässt.

Nutze diese drei Monate für dich! Geh zum Sport, lass Freundschaften neu aufleben.... sonst wird es eine harte Zeit, wenn immer nur einer was tolles zu berichten hat!
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass du ihn nicht besuchen kannst. Es gibt Hotels auf dieser Welt und er wird sicher mal „frei“ haben. Weihnachten, Silvester.... lass etwas Zeit vergehen und guckt ob ihr nicht doch was planen könnt.

Alles Gute!

  • Danke für deine Antwort!

    Ich habe das ganze tatsächlich nicht aus der Perspektive gesehen, dass er etwas für seine berufliche Laufbahn und somit auch für "uns" tut. Das mit dem Studium begann bei ihm eher aus einer Nostalgie heraus - er fand seine Studienzeit damals so schön und wollte es gerne nochmal erleben, daher stand bei unseren Gesprächen dieser Aspekt eigentlich nie im Vordergrund. Eigentlich hat er sich dann doch ganz schön gequält, weil es nicht so toll war, wie er gehofft hatte. Das Praktikum ist jetzt der Abschluss. Ich werde mehr versuchen, es auch mal von dieser Seite zu sehen, danke dafür. Das hilft mir ein paar positiviere Gedanken und Motivation zu fassen, mir auch etwas zu suchen was mich und damit auch uns weiterbringt.

    Da das hier jetzt schon sooft hochkam, möchte ich nochmal sagen, dass ich nicht kein soziales Umfeld habe, weil ich mich auf ihn konzentriert habe :-( Ich habe einfach keines, weil ich mir nie eins gesucht habe. Ist vielleicht etwas unnormal, das stimmt.

    Auf die Möglichkeit eines Besuchs hoffe ich auch noch, denn ich würde es auch spannend finden, das Land zu sehen. Wir hatten auch überlegt, hinterher eine Woche gemeinsam dort Urlaub zu machen, aber dafür reicht die Zeit seines Visums nicht. Es gäbe laut bisherigen Infos die Möglichkeit, dass er unbezahlt frei nimmt. Aber das wird sich erst in den nächsten 2 Wochen ergeben, die Chancen halten wir beide aber für gering.

    Danke dir!

    • Es ist egal, ob du wegen ihm keinene Kontakte hast, oder aus anderen gründen. Dadurch, dass du keine Kontakte hast, machst du dich in gewisser Hinsicht abhängig von ihm. Du solltest dringend etwas ändern

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