Sohn meines Partners

    • (1) 07.10.18 - 20:43
      Zukunftwohin

      Hallo liebe Urbianis,

      ich schreibe nun, weil ich mir um die Zukunft des bald 18 Jährigen Sohn meines Partners Sorgen mache.

      Hier ein paar Eckdaten: Ich wohne mit meinem Partner und einem meiner Söhne zusammen, er ist seit 4 Jahren getrennt lebend und die Scheidung steht kurz bevor. Ich bin schon länger geschieden, habe zwei Söhne, der große studiert und mein kleinerer geht aufs Gymnasium. Er und mein Partner verstehen sich sehr gut. Soweit ist unser Zusammenleben harmonisch und liebevoll.

      Was mir dennoch etwas Sorgen bereitet ist der Gedanke an die Zukunft seines Sohnes. DerJunge ist von Geburt an Herzkrank, hat mehrere Op´s hinter sich und ist soweit gesundheitlich ok, dass er nun keinen Behindertenausweis mehr hat, weil das Problem operativ behoben werden konnte. Weil er aber als Kind sehr viel Ausfallzeiten in der Schule hatte, hat ihn mein Partner und seine Exfrau damals auf eine "Freie Schule" geschickt die er heute noch besucht. Er hat mit bald 18 Jahren nicht mal einen Hauptschulabschluss, keinen Führerschein und auch sonst keine Zukunftspläne. Er wohnt bei seiner Mutter und zockt am Computer. Mein Partner vermutet eine Suchtproblematik.

      Mit der Mutter gibt es keinen Austausch über den Sohn. Diese hatte gleich nach dem Auszug ihres Mannes einen neuen Partner, der 2 Wochen später dort eingezogen ist.

      Ich habe bei meinem Liebsten das Thema der Zukunftsplanung seines Sohnes thematisiert, ihm gesagt, dass wenn der Junge zu uns ziehen möchte, er für mich herzlich willkommen ist und ihm noch außerdem geraten, eine Erziehungsberatung in Anspruch zu nehmen. Er hat dann auch drei Termine gehabt, letztendlich hat ihm der Berater aber gesagt, dass der Junge zu alt ist für eine Beratungssituation.

      Nun habe ich ihm geraten, seine ältere Schwester um Rat zu fragen, die ebenfalls erwachsene Kinder hat, und ihm sicherlich helfen könnte Ideen zu entwickeln.

      Ich möchte mich da nicht zu sehr reinhängen, deswegen versuche ich jemanden oder etwas zu als Hilfe für meinen Partner zu finden.

      Ich fürchte mein Partner ist da ein wenig hilflos etwas zu tun, weil seine Exfrau ihn schon während der Ehe missachtet hat und es so scheint, als könnten sie gar nicht produktiv das Thema Sohn bearbeiten.

      Leider ist die feie Schule die der Junge besucht eine Institution die nicht dafür sorgt, dass Abschlüsse gemacht werden. Er wird dort immer noch geduzt, und so lange das Schulgeld bezahlt wird ist für die die Welt in Ordnung.

      Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen mit Volljährigen ohne Schulabschluss?

      • Meiner persönlichen Meinung nach ist das nicht deine Baustelle, halt dich am besten raus.

        So sehr ich dich verstehen kann: es ist nicht deine Baustelle. Also würde ich mich zurückhalten.

        Als "Neue" die jetzt mit gut gemeinten Ratschlägen und Eck kommt, machst du dich auch nicht gerade beliebt.

        LG

        Hallo,
        dem kann ich mich nur anschließen :
        Sehr lobenswert dein Engagement,
        aber das muss von den leiblichen Eltern kommen.
        Als Stiefelternteil bist du immer in einer fanz blöden Lage, ausgenommen natürlich, wenn du soziale Mutter wärst, und das bist du nicht.
        Signalisiere begrenzt Hilfsbereitschaft, Freundschaft, in angemessenem Rahmen, und mehr nicht.
        So hart es klingt.

        Alles Gute

      • (5) 07.10.18 - 22:23

        Hallo,
        ich würde mich bei einem Berufsinformationszentrum erkundigen. Das könnten Vater und Sohn in Angriff nehmen. Ansonsten gibt es Abendschulen und besondere Klassen in Berufsschulen. Man muss sich einfach informieren, Wege gibt es viele, aber solange der Sohn das alles selbst nicht unbedingt will, wird es schwierig. Bedauerlich, dass es soweit gekommen ist...

        Grüße

        (6) 07.10.18 - 23:14

        Warum tangiert Dich das Ganze so? Überlass doch dem volljährigen Jungen und seinen Eltern, das zu entscheiden. Oder hast Du Sorge, dass Dein Mann ewig Unterhalt zahlen muss, weil der Junior nicht in die Puschen kommt, gehts ums Geld, was Du lieber in Euch als Familie investiert wüsstest? Weil ansonsten versteh ich echt nicht, warum Dich das so kümmert, wenn die, die damit am meisten betroffen sind, keinen gesteigerten Handlungsbedarf sehen?

        Als der große Sohn aus erster Ehe meines Mannes 18 wurde, sah es auch doof aus. Schule beendet, keine Ausbildung, jahrelang rumstudiert, zwei Studien abgebrochen, dann das Dritte angefangen. Wir mit zwei kleinen Kindern und Haus, einem Verdienst, da tat der Unterhalt für Mister Weißnichtrecht natürlich auch weh, ABER ich hab mich rausgehalten, denn es ging mich nix an. Jetzt ist er 25 und hat Studium nächstes Jahr abgeschlossen, jobbt seit 2 Jahren nebenbei damit wir nicht mehr zahlen müssen für ihn, er wollte das selbst nicht mehr. Bin nun froh, dass ich mich rausgehalten habe, das hätte unser Verhältnis sicher belastet sonst.

      • Ein junger Mensch ohne Schulabschluss wird immer nur für Hilfsarbeiten und schlechte Arbeiten herangezogen werden - so einfach ist es.
        Aber - das alles ist nicht Deine Baustelle sondern die der Eltern. Wenn da Suchtprobleme und was weiß ich dahinter stecken können, kannst Du sowieso nichts machen als die Neue.
        Ich würde auch dringend davon abraten, in einem überhilfsbereiten Moment den Jungen bei euch einziehen zu lassen. Du hast keine Ahnung, was auf euch zukommen könnte - nicht im geringsten. Deine Kinder sind komplett anders und mit diesem Sohn könnte euch eine Lawine überrollen, die auch die Beziehung gefährden könnte, wenn Dein Partner sich "raushält" - wie es leider viele Männer tun und man es hier laufend liest.
        Da müssen sich schon die Eltern kümmern - wenn sie es wollen. Die Schule tut nichts, die Eltern tun nichts - er lässt alles schleifen und Du meinst, dass Du ihn retten kannst? Eher nicht, er wird Dich garnicht akzeptieren.
        LG Moni

        (8) 08.10.18 - 18:26

        Meine Halbgeschwister waren ähnlich drauf wie der Sohn deines Partners. Okay, einen Schulabschluss haben beide knapp hinbekommen. Danach... abgebrochen, abgebrochen, abgebrochen. Eine Ausbildung nach der nächsten, insgesamt fast ein Dutzend. Immer wieder Gammelperioden dazwischen. Suchtprobleme. Kriminalität. Eine Mutter, die alles entschuldigt hat. Ein Vater, der nur dafür gut war, Unterhalt zu zahlen. Weit über das 27. Lebensjahr hinaus. Weit über seine Verpflichtungen hinaus.

        Ich verstehe dich sehr gut. Diese ganzen "Das geht dich nichts an"-Antworten hier.. mich ging es auch nichts an. Trotzdem war ich belastet. Weil mein Vater traurig war, sobald das Gespräch auf seine älteren Kinder kam oder wenn er an sie dachte. Weil meine Mutter wütend war. Weil es immer wieder zum Streit kam. Weil das Geld an allen Ecken und Enden fehlte, das die beiden aus meinem Vater herauspressten. Unsere Familie war belastet, weil die beiden sich jahrzehntelang wie unreife Teenies aufführten und immer neue Bomben hochgehen ließen.

        Mit Mitte 30 haben sie sich übrigens gefangen und Ausbildungen abgeschlossen. Das war kein Happy end, aber zumindest waren die ganz großen Dramen vorbei.

        Ich kann dir nicht sagen, was du tun kannst. Wahrscheinlich gar nichts. Aber lass dir nicht erzählen, es ginge dich nichts an. Sobald es deine Familie betrifft, geht es dich was an. Du kannst nur nichts ändern. Stütz deinen Mann. Er wird es brauchen.

        (9) 09.10.18 - 13:29

        Hallo,

        vielen Dank für Eure Antworten. Sie spiegeln mir genau mein Dilemma wider. Einerseits ist es nicht meine Sache und ich bin diejenige die da am wenigsten Einflussmöglichkeiten hat, andererseits bin ich mit betroffen, denn sobald der Sohn und mit ihm mein Partner in die Krise gerät, hänge ich auch mit drin.

        Wir sind beide vollzeit berufstätig, er verdient 1/3 mehr als ich, wir teilen uns alle Kosten und trotzdem bleibt bei mir am Monatsende immer noch was zum sparen, während bei ihm alles ausgegeben ist. Er zahlt etwas mehr Unterhalt als er müsste, erkauft sich damit den Frieden mit seiner Ex, zahlt den Handyvertrag des Sohnes noch extra und hier und da Wünsche und Bedürfnisse.

        Letztes Jahr hat er ihm einen SuperPC für 3000 Flocken finanziert, und nun sieht es nach Onlinespielsucht aus.

        Ich werde weiter so verfahren, mich rauszuhalten und nur wenn er Rat sucht welchen geben. Er ahnt ja selbst, wo das Problem liegt.

        Müsste er bei Volljährigkeit den Unterhalt an den Sohn direkt zahlen?

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