Sind hier Juristen unter euch?

    • (1) 11.10.18 - 14:45
      Heutewohlso

      Guten Tag,

      Ich weiß, dass ich hier falsch bin. Möchte jedoch mein Anliegen anonym posten, ich hoffe auf Verständnis dafür.

      Vor ein paar Monaten kam es zu einem Unfall auf einem Parkplatz. Ein leichter Blechschaden ist an beiden Autos entstanden. Aber noch nicht mal eine Beule, nur leichte Kratzer. Den "Schaden" an unserem Auto, konnten wir sogar mit einem Lappen entfernen. Beide Autos sind schon relativ alte Modelle. Beide Fahrerinnen befanden sich in ihren Fahrzeugen. Aus Zeitmangel wurde sich leider von beiden Parteien darauf geeinigt, nicht die Polizei zu rufen, sondern es später am Tag den Versicherungen zu melden. Personalien wurden auch von beiden Seiten ausgetauscht. Als meine Frau allerdings nach ihrem Termin wieder zum Auto kam, war ein Zettel an der Windschutzscheibe in dem es hieß, dass wenn sie nicht die Schuld auf sich nehmen würde, eine Anzeige wegen Fahrerflucht erstattet werden würde.
      Darauf sind wir aber nicht weiter eingegangen. Der Schaden wurde den Versicherungen gemeldet.
      Monate später nahm die andere Partei via Social Media wieder Kontakt zu uns auf. Dieses mal wurde uns eine Frist gesetzt, dass wenn sich der Fall nicht zu Ende diesen Monats gelöst hätte (wir die gesamte Schuld auf uns nehmen), ein Anwalt eingeschaltet werden würde. Zudem sind einige Beleidigungen gefallen, und wir wurden mehrmals eindringlich darauf hingewiesen, dass in der Familie der anderen Partei ein Polizist zu finden wäre, welcher uns gegenüber dann auch unsachlich wurde.

      Wie sind Ihre/eure Meinungen dazu?

      Vielen Dank!

      • Ich würde sofort zur Polizei gehen, den Fall schildern und die Erpresserei anzeigen. Da sich das Ganze nachweisen lässt (Kontaktaufnahme per Social Media bedeutet ja, die Fahrerin hat den Namen tatsächlich erhalten), hätte ich da keine Sorge. Dazu kommt ja noch, dass der Fall bereits der Versicherung gemeldet wurde und die Möglichkeit besteht, dass es sich um eine Betrugsmasche handeln könnte.

        Also nicht mehr drauf reagieren und morgen bei der Polizei melden.

        • (3) 11.10.18 - 14:57

          Vielen Dank für Ihre Nachricht. Gegen eine Fahrerflucht spricht doch auch, dass sie hätte die Polizei rufen können,oder? . Uns hat ja schließlich auch der Zettel erreicht. Am Ende wird behauptet, dass sie den Perso nicht abfotografiert hat..Das Kennzeichen war ihr ja auch bekannt. Ich frage mich, wo sie die Sicherheit hernimmt uns anzeigen zu können.

          • >>>Ich frage mich, wo sie die Sicherheit hernimmt uns anzeigen zu können.<<<

            Du kannst jeden wegen allem anzeigen. Was dann daraus wird, ob was daraus wird, steht auf einem anderen Blatt :-).

            Liest sich aber so, als wollten sie euch nur unter Druck setzen.
            Wie dir schon geraten wurde, würde ich denen mit einer Anzeige wegen versuchter Nötigung zuvorkommen.

            Oder, wenn ihr einen guten Anwalt habt, alles schildern und einen einen Rat einholen.

          • Denk doch mal scharf nach: Wie hätten sie denn den Zettel an einem davonfahrenden (also Fahrerflucht begehenden) Auto anbringen wollen?

            • Fahrerflucht ist schon, wenn du dich von deinem Auto entfernst, aus welchem Grund auch immer.
              Der TE schrieb ja, dass seine Frau nach dem Crash einen Termin wahrgenommen hat und der Zettel am Auto hing, als sie wieder kam.

              • (7) 11.10.18 - 16:53

                Richtig. Jedoch wurden vorher die Personalien ausgetauscht. Nur was wenn sie sagt, meine Frau hätte verweigert ihr die Personalien zu zeigen o.ä.?

                • Der Unfall wurde doch gemeldet.. also jetzt mal ehrlich, wollt ihr euch jetzt weiter erpressen lassen oder wollt ihr das geklärt und Ruhe haben? Was wäre wenn bringt euch nicht weiter. Dann zahlt den Schaden und lasst die Gegner damit durchkommen wenn Du solchen Schiss hast. ICH würde mich wehren und darauf vertrauen, dass die Polizei mir glaubt, wenn ich die Beweise alle vorlege und eine ehrliche und vollständige Aussage mache.

              Dann hätte ja der Unfallgegner inzwischen die Polizei gerufen, also so kann es ja auch nicht gewesen sein. Das passt hinten und vorne nicht. Man fährt ja nicht jemanden an, der das dann bemerkt, tauscht die Kontaktdaten aus und lässt dann das Auto stehen um abzuhauen zum Termin. Hä? ;-)

              Dachte jetzt die will auf Fahrerflucht raus, indem sie behauptet, die Frau des TE wäre einfach weggefahren.

              • (10) 11.10.18 - 17:01

                Ja, sie droht uns mit einer Anzeige wegen Fahrerflucht. Und ich frage mich, ob Sie das irgendwie so drehen kann, dass es danach aussieht.

                • (11) 11.10.18 - 17:02

                  Wann wurde der Unfall denn von euch bei der Versicherung gemeldet? Habt ihr dabei die Kontaktdaten der Gegnerin nun angegeben oder nicht?

                  • (12) 11.10.18 - 17:08

                    Der wurde am gleichen Tag gemeldet. Wir können auch ein Telefonat und einen Whatsappverlauf mit der Dame am gleichen Tag beweisen.

                    • (13) 11.10.18 - 17:13

                      Dann versteh ichs gar nicht um ehrlich zu sein. Hast Du denn nochmal auf die Drohungen zurück geschrieben, dass es sich gar nicht um Fahrerflucht handeln kann, da ja der Unfall direkt mit den Personalien gemeldet wurde? Also damit meine ich jetzt nicht, dass Du das tun solltest, nur interessiert mich, was darauf geantwortet wurde. Schreib denen bitte nichts mehr und informiere Dich morgen bei der Polizei, das kann ich nur nochmal unterstreichen. Als Deine Frau zum Fahrzeug zurückgekommen ist, war ja nur noch der Zettel da (habt ihr den auch noch?) und die Fahrerin war weg. Dann hätte sie ja ebenfalls Fahrerflucht begangen, wenn sie eine Teilschuld hat. Das ist doch alles total bekloppt.

    (14) 11.10.18 - 15:18

    Ich würde auch alles was Ihr an Belegen habt, nehmen und der anzeige zuvorkommen, indem ich die Person selbst Anzeige wegen Nötigung / Erpressung. Gegen den Herrn Polizisten, so er denn einer ist, würde ich auch direkt eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen, da er sein Amt ausnutzt, um die private Fehde einer Verwandten mit zu befeuern. Und dann wollen wir mal sehen, was da noch kommt. ;-)

    Lasst Euch nicht ins Boxhorn jagen, wäre es Fahrerflucht gewesen, woher hätte sie dann Eure Kontaktdaten, die kann sie ja nur haben, weil deine Frau eben KEINE Fahrerflucht begangen hat. Eine Lehre sollte trotzdem jeder draus ziehen: IMMER Polizei rufen bei sowas!

    • >>>IMMER Polizei rufen bei sowas! <<<

      In vielen Gegenden kommt die Polizei bei Bagatellschäden gar nicht mehr, leider.

      • (16) 11.10.18 - 16:18

        Normal müssen die kommen, denn sonst wäre es z.B. wenn man den Unfallgegner nicht ausfindig machen kann, wirklich Fahrerflucht. (Wenn man z.B. ein parkendes Auto berührt, selbst wenn man nix sieht. Ist mir mal passiert.)

        (17) 11.10.18 - 17:04

        Bei uns wird zumindest immer nochmal gefragt, ob ein Personenschaden entstanden ist, oder nicht. Und wenn Du wegen eines reinen Blechschadens eine ganze Fahrspur blockierst, kann Dir noch ein Bußgeld wegen Behinderung blühen.

    (18) 11.10.18 - 16:16

    Vielen Dank für die Antwort. Am liebsten würden wir den "Stress" natürlich umgehen. Auch weil meine Frau hochschwanger ist. Und eine Dienstaufsichtsbeschwerde meistens eher schwierig ist. Aber es kann ja nicht sein, dass sie (die noch sehr jung ist) mit dem Beruf Ihres Vaters so drohen kann, und dieser dann noch beleidigend wird.

    • (19) 11.10.18 - 16:43

      Der Herr Polizist ist entweder gar keiner oder er macht sich selbst strafbar wegen der Beleidigung und Bedrohung.

      Was genau möchte die Dame denn?

      • (21) 11.10.18 - 16:47

        Sie möchte, dass meine Frau die ganze Schuld auf sich nimmt, und sie sich somit nicht weiter vor der Versicherung rechtfertigen muss. Auslöser der letzten Kontaktaufnahme war wohl, dass sich ein Sachverständiger mit ihr in Verbindung setzen wollte.

        • Das geht rein rechtlich schon überhaupt nicht. Ich würde das ganze ignorieren und die Versicherungen das klären lassen.

          es ist ja auf einem Parkplatz passiert, wie den? jemand muss ja dem anderen drauf gefahren sein oder sind beide gleichzeitig ineinander gefahren?
          Ich würde alles was ich habe nehmen und zur Polizei gehen, dort sagen das ich mir unsicher bin wie ich mich verhalten soll und nach Rat fragen. Ich glaube nicht das dass viel Stress bedeutet auch wenn man schwanger ist. es ist viel stressiger sich Gedanken zu machen was passieren könnte.

    Ich verstehe dein Rumgetackere ehrlich gesagt überhauptnicht. Gerade wenn deine Frau hochschwanger ist, könnte man die Lage doch schnell und einfach klären, und nicht via Socia Media (ich vermute mal Fratzebuch) #kratz
    Warum machst du dich so angreifbar? Ihr hab den WhatsApp Verkauf und, noch viel wichtiger, den Unfall am selben Tag der Versicherung gemeldet. Das habt ihr vermutlich schriftlich oder könnt es auf Nachfrage schriftlich bestätigt bekommen. Und damit seid ihr safe.

    Ich würde diese Personen auf allen Kanälen blocken und nur noch schriftlich per Brief mit denen kommunizieren. Und zwar nur noch ein einziges Mal:

    Liebe Xyz,
    wir haben den Unfall am xx.xx.xxxx noch am selben Tag unserer Versicherung gemeldet. (Siehe Anlage 1 - Bestätigung der Versicherung). Da es sich bei beiden Autos nur um Bagatellschäden handelte, wurde die Polizei im beiderseitigen Einvernehmen nicht an den Unfallort geholt.
    Da unsere Versicherung von dem Schaden umgehend ins Bild gesetzt wurde, sind wir unserer Pflicht zur Unfallanzeige nachgekommen. Eine Unfallflucht durch meine Frau bestand nachweislich (Austausch der Personalien und siehe Anlage zwei, Ausdruck WhatsApp Schriftverkehr) zu keiner Zeit. .
    Wir verbitten uns jede weitere Kontaktaufnahme durch Sie und werden uns bei weiteren Angriffen durch Ihre Seite rechtlichen Beistand holen. Dort werden wir zur gegebener Zeit auch den Schriftverkehr mit Herrn Polizist xyz hinterlegen, um ggf. seinen Dienstherren von dem unbotmäßigen Gebrauch seiner „Position“ in Verbindung mit unverhältnismäßigem Druck durch ihn gegen unsere Unfallpartei in Kenntnis zu setzen.
    Wir sind weiterhin an einer unproblematischen Einigung interessiert und vertrauen auf die Schadensregulierung durch unsere Versicherung.
    Weiter werden wir auf Ihre Kontaktaufnahmen nicht mehr reagieren und bei weiteren „Erpressungsversuchen“ ihrerseits entsprechende Schritte einleiten. Der nächste Brief kommt dann von unserem Anwalt.

    Mit freundlichen Grüßen



    So würde ich das schreiben.

    Wer hat denn jetzt eigentlich wen angerummst??

    • (25) 11.10.18 - 19:58

      Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Mittlerweile haben wir uns Rat geholt, und wissen wie wir uns zu verhalten haben.

      Wer zu wieviel Prozent Schuld trägt, muss nun die Versicherung entscheiden.
      Wünsche noch einen schönen Abend!

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