finanzielles Ungleichgewicht in der Partnerschaft

    • (1) 24.10.18 - 16:06
      alles nur geklaut

      Hallo,

      ich würde gerne einmal eure Einschätzung so folgendem Sachverhalt wissen.

      Ich arbeite halbtags und mein Mann Vollzeit, er verdient entsprechend mehr als ich.
      Wir haben beide getrennte Konten, jeder bezahlt seine Ausgaben (Versicherungen, Auto etc.)
      Einkaufen teilen wir, jeder ist mal dran.
      An Fixkosten zahlt er Miete, wobei ich hiervon fast die Hälfte monatlich überweise, sonst zahle ich alles (Kindergarten, Essensgeld, GEZ etc.)

      Wenn ich ihn nach Geld frage oder sage, er solle diese Überweisung mal übernehmen, dann macht er das.
      Jedoch würde er nie auf die Idee kommen freiwillig, ohne zu fragen einmal etwas dazu zugeben...

      Diese finanzielle Schieflage hat mich ehrlich gesagt bis heute nicht gestört, ich habe es gemacht, weil ich es konnte.
      Momentan stört es mich aber so gewaltig, dass ich mit mir selbst scherze, dass ich die andere Hälfte der Miete auch noch tragen könnte, es würde dann keinen Unterschied mehr machen, ob er da wäre oder nicht.

      Bitte versteht mich nicht falsch, ich liebe meinen Mann natürlich und das unabhängig von seinem oder meinem Geld.
      Aber ich finde, dass in einem gemeinsamen Haushalt beide sich finanziell beteiligen müssen.

      Natürlich habe ich es bereits angesprochen, dann bekomme ich zu hören, dass ich ja nur was sagen müsse.
      Klingt jetzt blöd, aber das will ich nicht, ich mag dieses "Fragen" nicht, denn er weiß die Ausgaben und kennt alles was ich kaufe und auch die Preise, da muss doch der Verstand mal einschalten, oder? :-[

      • Und warum zahlst Du die Hälfte der Miete? Sah ihm doch einfach, dass er die in Zukunft allein zahlen darf, da Du ja schon x andere Kosten übernimmst.

        Oder macht ein Haushaltskonto, auf das jeder einen bestimmten Prozentsatz seines Einkommens einzahlt. Von dem werden dann die gemeinsamen Kosten bestritten.

        Wie so oft: reden hilft. Vielleicht machst Du mal über einen gewissen Zeitraum eine Liste mit Einnahmen und Ausgaben und eurem jeweiligen Anteil, und dann redet ihr mal in Ruhe darüber wie ihr euch beide vorstellt wie man das am gerechtesten aufteilen kann.

        Hallo, das du es blöd findest nachfragen zu müssen kann ich verstehen...Schlag doch einfach ein gemeinsames Konto für eure gemeinsamen Fixkosten vor(Miete, Kita, Versicherungen....da könnte er eben Anteilig mehr einzahlen als du, das könnte man ja ausrechnen ob z.b, 2/3 er 1/3 du..,) dann müsstest du nicht mehr fragen, und jeder hat weiterhin noch zusätzlich sein eigenes Konto?

        Wir haben ein gemeinsames Konto, da geht alles drauf und alles davon ab, das funktioniert seit 10 Jahren prima, bei größeren Ausgaben (so ab 250€ )sprechen wir das kurz ab; sonst wird alles direkt vom Konto gezahlt, das haben wir kurz vor ehe damals so vereinbart, da wir eine gemeinsame Familie sind, kann für nur dieses Modell in Frage..

        • (5) 25.10.18 - 01:50

          So machen wir das auch. Alles in einen Topf, alle gemeinsamen Kosten davon ab, Rest wird geteilt und als Taschengeld für eigene Ausgaben verwendet. Meist bringt sich der, der weniger arbeitet, ja dann im Haushalt mehr ein, finde es so einfach fairer.

      Tag.

      Wir haben ein gemeinschaftskonto, und 2 Gehaltskonten.

      Von den Gehaltskonten gehen etwa 2/3 auf das haushaltskonto. Davon zahlen wir sämtliche fixkosten+ Versicherungen, Einkäufe usw. Am gemeinschaftskonto hängt auch noch ein tagesgeld Konto dran wo wir Überschuss drauf packen für Urlaub, Reparaturen usw.

      Funktioniert super. Der Rest vom Gehaltskonto ist zur Verfügung. Shoppen zb. Wenn Sichs ansammelt kommt es ebenfalls aufs tagesgeld.

      Mein Mann verdient auch mehr. So bleibt es fair 🙃

      Vllt eine Möglichkeit für euch.

      • (7) 24.10.18 - 18:17

        Genauso bei uns auch. Klappt gut. Wenn es mal größere Ausgaben gab, weil der Hund krank war oder so und es eng wird auf dem Haushaltskonto springt mein Mann gerne ein, da er auch mehr verdient.

    (8) 24.10.18 - 17:52

    Ich würde mir bei so einem getrennten Modell das, was du mehr an Steuern durch die schlechtere Steuerklasse zahlst, auszahlen lassen. Das wäre für mich überhaupt nicht verhandelbar, sonst würde ich sie wechseln.

    Wenn ihr Kinder habt und du deshalb halbtags arbeitest, sollte dein Mann dir einen Ausgleich für die fehlenden Rentenpunkte bezahlen, am besten in Form einer Lebensversicherung für dich.

    Für die Kinderbetreuung würde ich in so einem Fall auch noch etwas verlangen.

    Mein Mann ist auch nicht so wahnsinnig freigiebig, aber wenn ich sage, was ich will und es gerecht ist, kriege ich es auch meistens.

    Bei euch klingt es unfair, das würde ich nicht mir machen lassen. Und ja, ich habe mir tatsächlich den Steuernachteil auszahlen lassen, auch als wir noch nicht verheiratet waren. Habe ich gar nicht eingesehen!

    • (9) 24.10.18 - 18:00

      Vielleicht hab ich Tomaten auf den Augen, aber wo hat sie denn was von ihrer Steuerklasse geschrieben? Dass sie Teilzeit arbeitet, heißt doch nicht automatisch, dass sie die 5 hat?!

      Und welchen Steuernachteil vor der Heirat meinst Du?

      • (10) 24.10.18 - 18:07

        wetten, dass sie die 5 hat?

        Ich bin von Steuerklasse 2 auf 1, als wir zusammengezogen sind.

        • (11) 24.10.18 - 19:32

          >>wetten, dass sie die 5 hat? <<

          Das glaube ich jetzt nicht, clever genug scheint sie zu sein ...

          >>Ich bin von Steuerklasse 2 auf 1, als wir zusammengezogen sind. <<

          Das ergibt sich aus dem Gesetz, aber ich seh den Zusammenhang jetzt nicht ..

          • (12) 24.10.18 - 19:45

            da können wir nur spekulieren ;-). Ist aber bei den meisten Ehepaaren so, bei denen einer deutlich weniger verdient als der andere, sogar bei uns.

            Steuerklasse 2 bekommt man nur, wenn man als einziger Erwachsener im Haushalt lebt. Alleinerziehend also. Wenn ein zweiter Erwachsener dazuzieht, verliert man sie.

        (13) 24.10.18 - 20:15
        Alles nur geklaut

        Nein, ich habe keine Steuerklasse 5 😜
        Wir sind beide in der 4/4.

        Für die 5 ist das Ungleichgewicht am Ende nicht hoch genug und da würde ich auch nicht einwechseln.

(14) 24.10.18 - 17:57

Unabhängig davon, wie man seine Finanzen organisiert, finde ich es etwas schwierig, vom Partner zu erwarten, dass er erahnen/erspüren muss, dass eine getroffene Regelung für Unzufriedenheit sorgt.

Dieses "Ahnen, was ein Partner wünscht/braucht" sorgt nur für vermeidbaren Frust. Ich bin daher ein Freund von klaren Ansagen.

Überlege dir eine Lösung, die für dich gerecht für eure Situation scheint und schlag ihm die vor. Und dann sprecht darüber.

LG

Ich glaub, da hat der Verstand sogar sehr eingesetzt. Billiger könnte er es ja gar nicht haben, wenn du das so mitmachst. Hat es denn einen Grund, warum du nur halbtags arbeitest?

Mir geht's ähnlich wie dir.
Kann dich gut verstehen, man fühlt sich wie ein Bittsteller. Mein Mann sieht das natürlich nicht so, sondern so wie deiner... Brauchst ja nur was zu sagen. Sehr oft hab ich das schon erwähnt, wie ich mich dabei fühle. Geändert hat sich nichts. Ich muss aber auch dazu sagen, dass er nie nein sagt, wenn ich es ihm sage🙄

Dazu fällt mir dann immer dieser Spruch ein:
Ein Mann muss tun was ein Mann tun muss... Und seine Frau wird es ihm sagen😉
Er ist ja sonst ein Lieber, also nehm ich es mit Humor und hau ihm regelmäßig diesen Spruch auf den Kopf😂

naja, sagen hier nicht fast alle Urbianerinnen, man soll an sich selber denken, da fast jede zweite Ehe geschieden wird?
Schau, das dieses Ungleichgewicht gelöst wird, ansonten soll er die andere Gehaltshälfte vom Halbtagsjob übernehmen, für Kinderbetreuung, Haushaltsführung, etc. und dazu den Rentenausgleich, der dir durch den Halbtagsjob verloren geht.

lg
lisa

(21) 24.10.18 - 23:02

>> dann bekomme ich zu hören, dass ich ja nur was sagen müsse.>>

Da würde Ich den Spieß sofort umdrehen und meinem Mann sagen, dass er ab sofort mich fragen darf, wenn er Geld für sich ausgeben möchte.

Also wir haben jeder ein eigenes und ein gemeinsames Konto und ich kümmere mich um alle Konten. Wenn ich Rechnungen nicht bezahle würde das nie passieren. Ich muss sogar nach seinen Rechnungen fragen da er die sonst vergisst.
Sag ihn das durch die Hälfte nicht mehr übernimmst oder richtet ein Konto ein wo jeder einen Betrag einzahlt und davon gehen Miete, GEZ, Fixkosten runter.
Wir wissen beide was bezahlt werden muss aber mein Mann hat da einfach kein Händchen für und so mache ich das.
Vielleicht ist es bei ihm wie bei meinem Mann. Du kümmerst dich ja also warum soll er das auch machen. Wenn du was brauchst bekommst du es.

Wie wärs mit einem gemeinsamen Konto....Ihr habt es ja immerhin zu einem gemeinsamen kind geschafft.

Alle Einnahmen gehen da ein und alle Ausgaben gehen ab....kein komischen rum getrenne beim einkaufen....er zahlt das und ich zahl das und dieses und jenes.

Wir haben auch jeder ein Konto, auf das das Gehalt geht und eben jeder seine Ausgaben damit trägt (Versicherungen, Klamotten etc.).

Außerdem haben wir noch ein gemeinsames Girokonto, von dem alle gemeinschaftlichen Kosten abgehen, wie Hort, Einkäufe, Benzin, Miete, Klamotten/Geschenke für die Kinder etc.

Jeder bucht auf dieses Konto jeden Monat einen bestimmten Betrag drauf, so dass es passt. In unserem Fall, da wir etwa gleich viel verdienen, jeder den identischen Teil. In Eurem Fall könnte man es ja anteilig machen.

Früher haben wir auch komplett getrennte Konten gehabt und die Einkäufe einmal im Monat per Kassenzetteldurchsicht aufgeteilt - war sehr mühsam und irgendwie habe ich da oft den Kürzeren gezogen, weil ich eben nicht jeden Kassenzettel "eingereicht" habe. Außerdem war ich ja auch öfters mal mit den Kindern alleine unterwegs, was ich auch immer von meinem Geld bezahlt habe.

Dein Mann mauert ja offensichtlich nicht grundsätzlich. Ich würde an deiner Stelle mal ein Gespräch mit klaren Zahlen suchen, d.h. jeder von euch bereitet sich so vor, so dass regelmässige Einnahmen (Gehaltszahlungen, ggf. Ausschüttungen aus Renten etc.) und regelmässige Ausgaben für den gemeinsamen Haushalt ersichtlich sind. Danach könnt ihr auf Fakten basierend eine fairere Aufteilung der Lasten aushandeln, z.B. proportional zum Einkommen. Wenn richtige Zahlen auf dem Tisch liegen, lässt sich vermutlich eher eine faire Lösung finden. Ausserdem könnt ihr vereinbaren, die Situation z.B. in einem halben Jahr erneut anzuschauen.

Im Übrigen könnte es vielleicht auch sinnvoll sein zu überlegen, ob die bisherige Aufteilung der Arbeit, dass du 50% arbeitest und womöglich die ganze Hausarbeit machst, so sinnvoll ist. Ein höheres Pensum, wo er dafür dann auch etwas macht oder wo ihr gemeinsam z.B. jemanden engagiert, um einmal pro Woche sauber zu machen, wäre vielleicht auch überlegenswert, das kommt halt auf eure Lebenssituation an.

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