Er mauert

    • (1) 24.10.18 - 20:41
      mauerfall

      Liebe Schwarmintelligenz, ich versuche detailarm und dennoch verständlich zu bleiben. Verzeiht wenn das nicht gelingt.

      Es geht um meinen Freund, mit dem ich seit 3 Jahren zusammen lebe, und der mir der liebste und wichtigste Mensch der Welt ist.
      Wir haben vieles zusammen durchgestanden: Künstliche Befruchtung, Fehlgeburt etc. Wir sind ein Team.

      ABER er leidet darunter, dass ich mehr verdiene, dass unsere Wohnung mir gehört, dass ich nach SEINER Definition mehr bin. Mir ist materielles bumsegal. Ich weiss aber dass es ein Luxus ist so denken zu können...

      Langer Rede, kurzer Sinn: sobald Probleme auftauchen, die mehr durch ihn entstehen, da macht er zu. Mit einem einstmals intelligenten Menschen ist nicht mehr zu reden. Er will seine Ruhe, er will nicht reden, ich soll „das Maul halten“.

      Das sind Dinge, die schlicht beide angehen, die besprochen werden müssen. Er trifft vereinbarungen, hält sie nicht ein und will nicht darüber sprechen, warum das so ist.

      Frage an Euch: wie geht man mit sowas um? ich kenne klassische Konfliktlösungsstrategien, sie helfen nur nicht.

      Ich freue mich über Anregungen

      • Vielleicht gehört für ihn zum Mannsein dazu, dass man der Haupternährer und Hauptversorger der Familie ist. Diese traditionelle Rolle hast du nun eingenommen.
        Welche anderen Bereiche machen für ihn / für dich / Mannsein aus, und in welchen kannst du zu ihm aufschauen?

        • (3) 24.10.18 - 21:12

          Ja, diese Rolle habe ich eingenommen und das war schon so, als wir uns kennengelernt haben.
          Daran wird sich nichts ändern. Ich hatte mehr Glück als er. und nu? Da kann und werde ich nichts dran ändern. Ich schaue zu ihm auf, weil er das was er tut fantastisch macht und weil er seine Sache gut macht. Weil er er ist. Für ihn zählt nur wirtschaftlicher Erfolg, und er schafft es nicht, dass ich da eben mehr Erfolg habe als er, Ich drück es ihm nicht rein, ich erzähle schon kaum noch was. Und dann ärgere ich mich, weil ich keine Lust habe, wie auf Eierschalen um ihn rumzutanzen, weil ihn eine menschgemachte Größe zu sehr beeinflusst.

          Ich will dass er gleichberechtigt mit mir spricht. Das tut er aber nicht, weil er in der ihm wichtigen Größe unterlegen ist.

          Ich will ihn und keinen reichen Ingenieur, aber ich will nicht das, was die Situation aus ihm macht.

          • Ich schaue zu ihm auf, weil er das was er tut fantastisch macht und weil er seine Sache gut macht. Weil er er ist.

            Und was macht für ihn und für dich außerdem noch Mannsein aus? Worin kannst du noch zu ihm aufschauen? Zähle es doch alles mal auf.

            • (5) 24.10.18 - 21:18

              Warum soll ich das aufzählen? versteh mich nicht falsch, ich sehe nur den Sinn nicht. Sollte man nicht davon ausgehen, dass der Partner winen gut findet? seit wann reicht das nicht mehr?

              Er ist beileibe schlau genug um einer Diskussion standzuhalten. Meine Frage ist, wieman ein solches Gespräch nach solch harten Worten führt.

              • Wenn ihr genug Dinge findet, die außer dem Hauptverdiener der Familie zu sein, Mannsein ausmacht, dann findet sich womöglich eine Balance. Die übrigen Pluspunkte könnten dann das Minus ausgleichen, so dass der Selbstwert des Mannes wieder kompensiert werden kann.

                Wenn es aber nichts gibt, wo er dir das Wasser reichen kann - dann wäre die Beziehung vermutlich eine Beziehung zwischen einer führenden, starken, überlegenen Frau und einem "Waschlappen". So was würde ich auch nicht haben wollen, weder in der Rolle als Frau noch in der Rolle als Mann.

            Was hast du mit dem "Mannsein" und "aufschauen"??
            Warum muss eine Frau einem Mann mit solchen Komplexen auch noch den Hintern pudern?

            • Ohne Wertschätzung ist es nicht möglich eine Beziehung zu stabilisieren. Diese Verachtung aus deinen Worten ist sehr abstoßend. Darum werde ich nicht weiter auf dich eingehen.

              • Das trifft mich jetzt aber tief #schmoll

                (10) 24.10.18 - 22:51

                Die TE schreibt, dass für ihn nur wirtschaftlicher Erfolg zählt, den hat er nun mal nicht. Er meint, sie stehe über ihm, während er umgekehrt offenbar damit kein Problem hätte.

                Er freut sich nicht für ihren Erfolg.
                Er macht den Wert eines Menschen an Geld fest.
                Er sagt zu ihr, sie solle ihr Maul halten.

                Du meinst: Ohne Wertschätzung ist es nicht möglich eine Beziehung zu stabilisieren.Das sehe ich auch so, nur hat er hat keine Wertschätzung für sie. Während sie nun unter seinem fehlenden Selbstwertgefühl und einer menschenverachtenden Einstellung zu leiden hat, er ihr nichts gönnt, ihr aber gerne die Rolle der scheinbar "Unterlegenen" zuweisen würde, soll sie nun auch noch nach Gründen suchen, um zu ihm aufzuschauen.

                Das lässt sich schwer stabilisieren, wenn einer einfach nur mit dem anderen glücklich sein will, während der andere meint, der eine solle sein Maul halten.

          (11) 24.10.18 - 22:28

          Wenn er in seiner Männlichkeit so wenig gefestigt ist, dass er sich an alten Rollenbildern festhalten muss, damit er nicht umfällt, wird sie ihm auch nicht helfen, wenn sie nach einer sonstigen wie auch immer gearteten Männlichkeit sucht.

          Er ist ihr Partner und nicht ein kleines Kind, das man ermuntern muss, wenn es eine fünf in Mathe gab.

          Wenn der mit der Eigentumswohnung und der Kohle mehr ist als der andere - so sieht er das nach der Beschreibung der TE - ist es offenbar in Ordnung, wenn die Frau "weniger" ist. Das wirft ein interessantes Licht auf sein Bild von Mann und Frau.

      (12) 24.10.18 - 22:38

      "Für ihn zählt nur wirtschaftlicher Erfolg"

      Ganz schwierig, bei der Sichtweise einen Ansatz zu finden. Ich kann mir auch gut vorstellen, wie schwierig es für dich ist, weil eine normale Unterhaltung schnell zum Minenfeld wird. Du hast das Eiertanz genannt, das trifft es genau.

      Das hilft dir nun auch nicht weiter, aber mich würde es auch wütend machen, wenn ich privat nicht mehr reden könnte, wie mir der Schnabel gewachsen ist und sich der Partner nicht für meine Erfolge freut.

      Mir ist noch nicht ganz klar, ob jetzt speziell du nicht "mehr" Erfolg haben darfst, weil du bloß eine Frau und damit minderwertiger sein musst oder ob er dir den Erfolg neidet, weil er keinen hat.

      Beides fände ich verwerflich und gemein, vor allem finde ich aber schon die Anknüpfung von Geld an den Wert eines Partners menschenverachtend.

      In der "wichtigen Größe" ist er unterlegen, er fände es schön, wenn er überlegen und du unterlegen wärst?

      Ich muss ganz ehrlich sagen, dass so wenig Souveränität und überhaupt dieser Blick auf "haste was, biste was" auf mich abstoßend wirkt.

      Du bist nicht seine Mama, sondern seine Partnerin. Entweder er schafft es, den Blick auf dich und sich als Menschen zu richten oder er muss eben ein Mäuserl suchen, bei dem er sich dann groß fühlen kann, auch wenn er es nicht ist.

      • (13) 24.10.18 - 22:39

        Ergänzung:
        Bei "Maul halten" ist jede Grenze überschritten, da fehlt es ja schon an jedem Grundrespekt, den man auch Fremden gegenüber haben sollte.

(14) 24.10.18 - 21:02

Hm...seine Reaktion erinnert an ein bockiges Kleinkind.
"Halt's Maul " würde er nur 1x zu mir sagen...egal, wie wütend man ist- man sollte immer wissen, wen man vor sich hat und den Partner wertschätzen.
Erschreckend, seine Einstellung, dass jemand "mehr wert" ist, wenn er mehr Geld besitzt- warum denkt er so? Woher kommt diese Einstellung?

Ich glaube, ich würde ihm in dieser Situation sagen, dass wir vernünftig zusammen reden und die Sache klären, wenn er "ausgebockt" hat und wieder "normal" ist.

Vielleicht hilft ihm ja eine Runde um den Block laufen an der frischen Luft.

Alles Gute und gute Nerven!

  • (15) 24.10.18 - 21:14

    ... hätte er nur genug Antrieb um um den Block zu laufen...

    • (16) 24.10.18 - 21:22

      Keinen Antrieb...Du meine Güte!
      Was macht er denn dann, wenn er mauert?
      Verschanzt er sich in einem Zimmer?

      Also, ich würde definitiv zu ihm sagen, dass wir das klären, wenn er sich beruhigt hat und man wieder normal auf gleichwertiger Ebene zusammen kommunizieren kann!

      Oder rede doch einfach mal in einer ruhigen Minute mit ihm.

(17) 24.10.18 - 21:19

Ich denke, um ein gesundes Selbstwertgefühl zu bekommen, muss man selbst aktiv werden und daran arbeiten. Das kann einem niemand reinquatschen. Deshalb glaube ich nicht, dass es da irgendwelche Tricks gibt.

Er muss durchbrechen, dass er immer dann, wenn er sich minderwertig und unterlegen fühlt, Dir von "unten" verbal gegen das Knie zu treten. Er fühlt sich von dir verletzt durch das was du bist und hast. Und mit dieser Art kannst er dir etwas zurück geben, damit du dich auch schlecht fühlst.

Du kannst ihm nur sagen, dass es keine Zukunft gibt, wenn er wegen seiner Komplexe versucht unter der Gürtellinie gegen dich zu handeln. Das wird mit den Jahren sicher nicht besser.

LG

(18) 24.10.18 - 21:39

Wenn dir Materielles bumsegal ist, dann überschreib ihm einen Teil der Wohnung und macht einen gemeinsamen Topf, bei dem jeder den Überblick und Mitspracherecht hat.

  • Die beiden sind nicht verheiratet. Warum sollte sie das tun? Ich würde es nicht tun.

    Es ist für Männer schwierig, mit einer starken, erfolgreichen, gutverdienenden Frau eine Partnerschaft zu haben, wenn es nichts gibt, womit sie sich auf Augenhöhe mit der Frau sehen können.

    Die Frau ist ja nicht zufällig beruflich so erfolgreich. Das Geld wurde ihr nicht hinterhergeworfen. Entweder ist der Mann ein Geringverdiener - vielleicht mit einem einfachen Schulabschluß, oder die Frau hat eben Intelligenz und Fleiß und andere Stärken so geschickt eingesetzt, dass sie diesen überdurchschnittlichen beruflichen Erfolg schaffte.

    • (20) 24.10.18 - 22:59

      Entschuldige, dass ich auch hier nachhaken muss: Warum ist es für Männer schwierig, mit einer starken, erfolgreichen, gutverdienenden Frau eine Partnerschaft zu haben?
      Zumindest muss er das dann irgendwie anderweitig kompensieren?

      Wer in seiner Männlichkeit so wenig gefestigt ist, dass er seiner Frau den Erfolg nicht gönnen kann, ist eine arme Wurscht und auch nicht in der Lage, Frauen auf Augenhöhe zu begegnen, denn wenn er mehr verdient, ist er ja "mehr wert".

      Probleme werden entsprechend mit "Maul halten" gelöst.

      Mein Partner hat sich stets für meine Erfolge gefreut, wenn ich welche hatte, mich aber auch in schwereren Zeiten unterstützt. Das ist selbstverständlich, egal, ob nun Mann oder Frau betroffen ist.

      (21) 25.10.18 - 09:54

      "Es ist für Männer schwierig, mit einer starken, erfolgreichen, gutverdienenden Frau eine Partnerschaft zu haben, wenn es nichts gibt, womit sie sich auf Augenhöhe mit der Frau sehen können."

      Ach, und für die Frauen ist das in einer umgekehrten Konstellation leicht?? Die kommen da schon seit Jahrhunderten mit klar, i.d.R. ohne verbal ausfällig zu werden.
      Sicher, sie entsprechen damit dem gesellschaftlichen Bild und Männer stehen, weil die Konstellation "erfolgreiche Frau/Geringverdiener" seltener und neuer ist, unter anderem Druck. Aber ich würde von meinem Partner so viel Reflexion erwarten, dass er diesen Druck nicht an mir auslässt.
      Wenn er so eine Wurst ist, dass er eine solche Konstellation nicht aushält, muss er sich halt ein Heimchen am Herd suchen.

      Alternativ könnte er mal an seinem Ego arbeiten und sich darüber Gedanken machen, wie er seine Männlichkeit jenseits von Materiellem definieren kann. Damit ist ihm vermutlich auf Dauer mehr geholfen.

      • Wenn du so abwertend auch mit deinem Partner redest, ist die Beziehung sicher sehr belastend.

        • So langsam machst du dich lächerlich mit deinen Einlassungen, vor allem, wenn man weiß, wie du im Forum "F&B" häufig völlig empathielos wie die Axt im Wald agierst.

          (24) 25.10.18 - 12:21

          Du, mach dir mal keine Sorgen um meine Beziehung.
          Mein Mann ist ja keine Wurst und hadert nicht mit seiner Männlichkeit. Und wenn er das täte, würde er es nicht zu meinem Problem machen. Man kann von seinem Partner doch schon mal erwarten, dass er Ursachenforschung betreibt, warum er “Halt's Maul“ sagen muss, oder? Da muss er sich schon in den Griff kriegen und ich finde es nicht abwertend, wenn ich das genau artikuliere.


          Vielleicht hilft ja aber auch Vitamin D gegen die Würstchenhaftigkeit des Mannes.

(25) 25.10.18 - 15:50

Ja, wenn sie komplett bescheuert ist, tut sie das.

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