Wie Denkweise ändern als Single?

    • (1) 30.10.18 - 16:20

      Hallo zusammen,

      ich bin schon lange stille Mitleserin und habe mich nun angemeldet, weil ich vermutlich ein paar neue Impulse von außen benötige.

      Ich bin Anfang 30 und seit einem guten Jahr wieder Single. Um mich herum sind gefühlt alle in einer Beziehung, verloben sich, heiraten, bekommen Kinder. Nicht dass ich einen akuten Kinderwunsch hätte - aber ich fühle mich oft einsam und irgendwie auch "rückständig, weil ich nicht in einer Beziehung bin.

      Ich habe einen Beruf, der mich ausfüllt, habe Familie und Freunde im Umkreis, bin in zwei Vereinen aktiv... und trotzdem ergeben sich so gut wie keine neuen Kontakte. Auch Internetdating habe ich ausprobiert, aber irgendwie ist das nicht so meins. Ich habe keine anderen Single-Freundinnen, mit denen ich unterwegs sein könnte und so frage ich mich wirklich, wo und wie ich jemanden kennenlernen soll, der dann auch noch zu mir passt und der darüber hinaus auch Single und an mir interessiert ist. Das kommt mir gerade vor wie ein absolutes Wunder...

      Da man ja so oft hört, dass es gerade dann passiert, wenn man es am wenigsten erwartet, versuche ich nun, mich mit dem Alleinsein abzufinden und nicht mehr zu warten... aber das fällt mir tatsächlich sehr schwer, weil ich eben jeden Tag in meinem Umfeld das genaue Gegenteil erlebe und ich schon merke, wie es mir zusetzt, obwohl ich gar nicht so "bedürftig" sein möchte.

      Wie schaffe ich es, diesen sehnsüchtigen Wunsch nach einem Partner abzulegen oder wenigstens abzumildern? Wie kann ich meine Denkweise "umpolen" und mit dem zufrieden sein, was ich habe? Habt ihr mir dafür Tipps? Oder möchte mir einfach jemand Mut zusprechen? 😊

      Vielen Dank schon im Voraus!

      • Hallo! Nicht ein Partner ist das, was dich glücklich macht, sondern ein ausgefülltes Leben...und das hast du ja. Was du so schreibst, klingt doch gut!
        Schlimmer wäre es, du hättest ne Partnerschaft, die dich nicht erfüllt und keine Freunde die das ausgleichen.
        Vielleicht findest du ja dafür direkt den perfekten Partner, dauert halt bloß a weng länger...

        Ich bin lange verheiratet und kann dir aus meiner Perspektive sagen, was mir an deinem Text auffällt:

        - Du vergleichst dich mit anderen und kommst dadurch ganz schlecht weg. Vergleichen ist immer schlecht. Man vergleicht sich natürlich immer mit denen, denen es vermeintlich besser geht: die mehr verdienen, erfolgreicher sind, besser aussehen etc. Man vergleicht sich nie mit denen, denen es vermeintlich schlechter geht.
        Vergleichen erzeugt oft Neid, oder das Gefühl von Versagen. Du siehst natürlich nicht hinter die Fassade der scheinbar glücklich verheirateten. Ihren Stress, ihre schlaflosen Nächte, mit kranken Kindern, ihren Ehekrach. Den leben sie ja nicht vor dir aus. Würdest du tatsächlich mitbekommen wie es ihnen wirklich geht, würdest du vermutlich anders denken.

        - Single sein: ist das eine Krankheit mit der du dich abfinden musst, ein Schicksal? oder einfach nur ein Zustand, der genauso seine Berechtigung hat wie das Leben in einer festen Paarbeziehung?

        - du willst jemanden kennenlernen der zu dir passt und sich für dich interessiert. Das wirkt ein wenig arg ich-bezogen. Es geht um dich. Der andere ist aber nicht dazu da, um zu dir zu passen und dich glücklich zu machen. Das ist quasi die Umkehrung von Liebe. Es ist Selbstbezogenheit. Wie wäre es, wenn du die Augen offen hältst und dich für andere intessierst, schaust zu wem du passt? Dann kommt das Glück von alleine.

        - Nichts ist für potentielle Partner abstoßender als ein Single, der auf der Suche ist nach jemandem der ihre Leere, ihr emotionales Loch stopft. Sorge gut für dich selber, seid dein bester Freund, nimm das Leben an, sei für eine Aufgabe da .... dann bist du locker genug um dich ggf. auch zu binden.

        • Nun, das ist aber tatsächlich eine Sichtweise die nur jemand der in einer Beziehung ist haben kann...

          Ich verstehe die TE total. Denn oft HAT man diese emotionale Leere, wenn man lange Single ist. Man hat sie nicht, weil man ein schlechter Mensch ist, man hat sie, weil man etwas vermisst... man kann seine Gefühle echt schlecht abstellen, nur weil jemand sagt, finde dich damit ab und sei glücklich.

          Es ist so ein bisschen wie jemand mit einem Kinderwunsch. Dem kann man doch auch nicht raten: Kauf dir eine Katze und sei glücklich. Oder...?

          • Ich verstehe die TE auch, aber ich verstehe auch die potentiellen Partner, die sich von der ich-bezogenen, bedürftigen Einstellung abgestoßen fühlen. Das würde ich auch so empfinden: abstoßend.

            Den anderen zu verstehen hilft nicht weiter - es muss sich im Denken was ändern. Und genau danach hat sie gefragt.

      (7) 30.10.18 - 19:38

      Ich würde Dir empfehlen, einfach hier im Partnerschafts-Forum regelmäßig mitzulesen. Wenn man hier jeden Tag liest, mit was für Vollidioten andere Frauen so zusammen sind, muss man eigentlich 3 Kreuze machen, dass man Single ist. Echt, die meisten, die hier schreiben, wären ohne ihren Partner besser dran. Du blickst nur vor die Fassade bei den Paaren in deiner Umgebung, wie es hinter verschlossenen Türen zugeht, kannst Du hier lesen - das dürfte helfen, deine Denkweise umzupolen. ;-)

      Tatsächlich ist es ja oft so, dass wenn man verbissen sucht, gerade dann nichts findet - egal ob es um den Schlüsselbund geht oder um einen Partner.

      Was ich nicht verstehe ist die "Leere", die man fühlt, nur weil man Single ist. Du bist gerade mal ein Jahr ohne Partner - ist das denn so lang und so schlimm? Ich finde ein Jahr als Single nun wirklich nicht so besonders dramatisch.

      Tatsächlich glaube ich aber, dass eine Frau "auf der Suche" auf Männer sehr abschreckend wirkt, vor allem im gebärfreudigen Alter.

      In meinem Bekanntenkreis habe ich auch jemanden, der verzweifelt auf der Suche ist und man merkt es deutlich - auch wenn derjenige das selbst nicht wahr haben will.

      Entspann dich, wenn möglich, und frage dich tatsächlich, wie dein Leben ohne Partner aussehen würde und ob das wirklich sooo schlimm ist.

      • Ich kann mir tatsächlich ein Leben ohne Kinder vorstellen, aber ein Leben ohne Partner... Nein. Ich könnte mich (zur Not 😉) damit anfreunden, jetzt mehrere Jahre Single zu sein, aber wenn ich mir vorstelle, ich bin irgendwann 80 und blicke auf mein Leben zurück und hatte die letzten 50 Jahre keinen Partner mehr... Das ist für mich im
        Moment tatsächlich eine furchtbare Vorstellung...

    Hey!
    Ich war mal in einer sehr ähnlichen Situation. Ich wollte all die Männer und Kinder der anderen gar nicht haben, aber ich wollte gerne den Partner, mit dem ich mir alles vorstellen konnte. Ich weiß also, wie zwiegespalten du dich wahrscheinlich gerade fühlst.
    Ich finde es nur falsch, den Wunsch mildern zu wollen. Das kannst du auch gar nicht. Nimm ihn an. Geh mit dem Wunsch selbstbewusst um, aber genieße auch die Zeit ohne die "Verpflichtung" Freund/Kind. Die hat nämlich auch ihre Vorteile und ihren Zauber, den du "hinterher" nicht zurück bekommst. wer weiß wie neidisch die frisch gebackenen übermüdeten Mütter auf deine Situation blicken.:-p
    Und dann vertraue aufs Leben. Gerade wenn du so aktiv bist, wirst du immer neue Kontakte knüpfen. Ladt doch selbst mal Leute ein und alle können auch Freunde mitbringen u.ä. Meinen Mann habe ich schließlich über den Sportverein kennen gelernt. Er war zufällig an einem Termin, zu dem ich mich spontan angemeldet habe, der Aushilfstrainer. An so was hätte ich im Leben nict gedacht. Solange du offen und aktiv bleibst, wirst du schon einen passenden Partner finden.#liebdrueck

    • Vielen Dank für eure Antworten!

      Ihr habt mir auf jeden Fall ein paar neue Denkanstöße gegeben. Rational gesehen weiß man das ja im Grunde genommen auch meistens selbst, aber... manchmal tut es gut, das auch von außen zu hören. Und ja, ich weiß natürlich, dass es Schlimmeres gibt und dass ich für mein Leben mit all seinen Annehmlichkeiten dankbar sein kann, aber wie so oft wünscht man sich vermutlich das am meisten, was man eben gerade nicht hat... 😉

      Danke für deinen Erfahrungsbericht! Das tut gut zu hören. 😊

Zunächst: Ich kann dich total verstehen, war vor 10 Jahren genau in deiner Situation. Ende 20, der einzige Single, nur Pärchen. Schrecklich...

Verstehe ich das richtig, dass du deine Denkweise umpolen möchtest, damit du zufriedener wirst und damit deinen Traummann quasi so schneller durchs Schicksal anziehen wirst?

Tut mir leid, aber ich bin jetzt ganz ehrlich: Die Chancen, dass du du deinem Traummann Abends beim Einkaufen über den Weg läufst sind mehr als gering. Das Gerede von wegen "er kommt dann wenn du es am wenigsten erwartest", "sei du selbst, dann wird er schon kommen", etc... Bullshit. Das kommt nur von glücklich vergebenen Freundinnen die nicht wissen wie Sie dich trösten sollen.
Wenn du einen Partner willst, musst du aktiv werden.

Es gibt eigentlich nur 3 Wege jemanden kennenzulernen, denn

- Über Freizeizaktivitäten in irgendeinem Verein
- ausgehen (schwierig, wenn alle Freundinnen in Beziehungen sind)
- Internet. Ich weiß, das magst du nicht, aber es hilft ja nichts. Dort hast du eine Riesenplattform in der es viele Männer gibt denen es ähnlich geht wie dir. Und ich rede nicht von Tinder, sondern seriösen Foren. Tja und dann machst du solange Dates bis es passt. Nicht romantisch, aber effizient.

Hat bei mir und 2 anderen Freundinnen funktioniert. Wir alle sind glücklich verheiratet und ohne Internet wären wir unseren Männern nie zufällig über den Weg gelaufen. (Obwohl man in derselben Stadt gelebt hat)

Also: trau dich und date dich durch. Es werden viele Nieten dabei sein- abhaken und weiter gehts.

Ich wünsch dir von Herzen viel und baldigen Erfolg!

(14) 31.10.18 - 14:01

Den Wunsch wegzumachen oder zu verdrängen, macht ihn nur umso stärker.
Was helfen könnte, wäre den Wunsch noch mehr zu präzisieren. Denn oft handelt es sich mehr um eine "diffuse" Vorstellung.
Du könntest bspw. aufschreiben, wie der Partner sein sollte, Eigenschaften, Aussehen, wo kommt er her, wo will er hin, welche Stärken und Schwächen zeichnen ihn aus usw. Wunschliste dann irgendwo im Schrank verstauen.

Der nächste Schritt wäre, Dir vorzustellen wie sich das anfühlt wenn der Partner dann in Deinem Leben ist.
Was macht Ihr konkret (Sofa, Surfboard, Sightseeing ;-)). Welche Bilder poppen da auf, wie fühlt sich das an, wo und wie lebt Ihr, tagträumen usw.

Der Trick ist.... ein bisschen so zu tun, als ob das alles schon da ist und jetzt schon dankbar dafür zu sein. Du darfst Dich quasi jetzt schon freuen, daß das eintritt.

Im Moment konzentrierst Du Dich vermutlich mehr auf das was Du nicht hast (Mangel) als auf das, was da sein könnte.

Es geht nicht darum mehr zu tun oder "besser" zu handeln. Ausstrahlung (kommt von innen) erzeugt Anziehung. Und diese Ausstrahlung kannst Du wie o.g. beeinflussen.

Das macht keinen anderen Menschen aus Dir, sondern eher ein "mehr" und von Dir und verschafft Dir mehr Klarheit.

Wenn der Wunsch wieder in Gedanken auftaucht, liebevoll annehmen, er ist ein Teil von Dir und will Dir helfen.

(15) 31.10.18 - 17:18
CerseiLennister

Das vorab
https://www.urbia.de/forum/16-partnerschaft/5148235-zum-alleinsein-verdammt#p-35667980
schrieb ich jüngst.

Meine heutige Abendplanung: Fastfood auf dem Sofa reinknallen und Horrorfilme gucken. Sollen doch die bedürftigen Singles zu ihren Halloweenpartys rennen und hoffen, auf einen zu treffen, der ihnen ausnahmsweise mal nicht ihr Leben versaut.

Ich mach es mir derweil schön! Solltest du auch!

Ich halte es für ein Gerücht, dass es immer dann passiert, wenn man am wenigsten damit rechnet.
Das ist einfach eine Verklärung der Umstände.

Die Allerwenigsten denken doch "Yeah, ich wusste dass ich diese Woche den Traummann finde" 😉

Das hilft dir jetzt zwar nicht - aber ich wollte es mal loswerden 😀

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