Unsensibler Mann

    • (1) 31.10.18 - 07:13
      Ach menno

      Guten Morgen,
      ich muss einfach mal was loswerden.

      Mein Mann und ich sind 12 Jahre verheiratet, haben ein gemeinsames Kind. Mein Mann ist eigentlich noch nie der große Romantiker gewesen, aber je älter er wird, um so hölzerner wird er#schwitz

      Er ist beruflich aufgrund einer Führungsposition sehr eingespannt und häufig beruflich unterwegs. Seitdem wir Eltern sind, liegt unser Liebesleben nahezu komplett auf Eis. Wir schlafen seit Monaten getrennt, weil ich (angeblich) schnarche, wodurch er sich gestört fühlt und er nachts fürchterlich wühlt und (zumindest auf die Körpertemperatur beschränkt) so heißblütig ist, dass ich nebendran Schweißausbrüche kriege;-) Außer einem Abschiedsküsschen morgens und einem Begrüßungsküsschen abends läuft schon lange nichts mehr zwischen uns#schmoll Irgendwas ist immer, seitdem unser Kind in die KiTa geht, ist auch gefühlt ständig jemand von uns krank.

      Ich arbeite seit einiger Zeit wieder Teilzeit, seitdem bleibt noch weniger Zeit für uns, weil das Thema Haushalt sich auch zunehmend aufs WE verlagert.

      Mein Mann neigt, je älter er wird, zu einer gewissen „Töffeligkeit“ und wenn ich mir meinen Schwiegervater ( den ich sehr mag!) anschaue weiß ich, wo die Reise hingeht.

      Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass bei der Begrüßung mit meinen Kollegen (umarmen uns) mehr Wärme rüberkommt als bei meinem eigenen Mann....
      Ist das normal oder sehe ich Gespenster? Habt Ihr einen Tipp für mich? Hätte es gern wieder anders, sonst springe ich doch bald auf die Avancen eines Kollegen an;-)

      Danke Euch#winke

      • Einen sehr naheliegenden Tipp sogar!
        Rede zuerst mit deinem Mann.
        Sieht er es genauso? Stört es ihn?

        Reden und ein paar Tage ohne Kind. Wahrscheinlich merkt er es nocht mal richtig .

        So ist das Leben. Nicht immer die Schmetterlinge suchen.. wenn ansonsten alles andere stimmig ist, fange an bei dir zu schauen. Den Kick braucht man nicht, wenn man seinen Partner liebt. Da mag man auch die Stoffeligkeit ..oder kann damit leben. Wenn der Rest stimmt. Und ehrlich ? Er war sicher immer schon rationaler. Aber am Anfang jeder Beziehung schwimmen wir in Endorphinen. Alles rosa. Ist ja auch wunderschön. Aber eben nur Hormone. Wenn dein Mann eher rational ist, hilft auch kein Gespräch. Er ist eben in der Persönlichkeit wie er ist. Man braucht keine perfekten Partner. Irgendwas fehlt immer. Dennoch fühlt man ein Verbundenheit wenn man liebt. Rede mit ihm. Das kann ja nicht schaden ..Aber meist erwarten Frauen dann dass sich etwas ändert. Man hat ja geredet. Aber wie gesagt. Wenn er nicht gerade eine depressive Stimmung hat und sonst total gefühlvoll ist, wird er bleiben, wie er ist
        Meine Einschätzung. Also überleg was du suchst. Und never Affäre in der Arbeit. Das ist der schlechteste Weg, den du gehen könntest...

        • (5) 31.10.18 - 09:37

          Wahrscheinlich habt Ihr Recht. Mir fehlt es manchmal einfach an Tiefe in unserer Beziehung. Fange ich an zu reden, nimmt er sein Tablet, sagt ab und an mal „ja“, frage ich ihn, ob z.B meine Bluse zur Hose passt, sagt er „ja“ (ohne überhaupt geschaut zu haben!), möchte unser Kind ihm etwas erzählen, reagiert er manchmal überhaupt nicht. Spreche ich ihn drauf an, reagiert er unwirsch. Seit einiger Zeit mault er mich an, wenn ich seiner Ansicht nach irgendetwas „vergessen“ habe.... meist Sachen, von denen ich nicht mal etwas weiß und er behauptet, er hätte es mir erzählt. Im Frühjahr stand er einmal kurz vor Burnout, ich denke, darauf läuft es derzeit wieder hinaus.....

          • Klingt so als ob dein Partner nicht nur zu dir die Beziehung verloren hat, sondern auch zu sich selbst. Eine hölzerne, funktionierende Arbeitspuppe. Das nächste Burnout nicht weit entfernt.

      Naja, du hast immerhin erkannt, dass etwas falsch läuft und wünschst dir eine Veränderung. Diese musst du nun selbst anstreben. Deinem Mann wird es ja nicht anders gehen, Körperlichkeit wird er schon auch vermissen.

      Euer Liebesleben würde aber sicherlich nicht alleine davon besser werden, dass ihr wieder im selben Zimmer schlaft. Im Gegenteil, man kann sich durchaus sehr nahe kommen, ohne im selben Raum zu schlafen.

      Wie sehen denn eure Abende aus? Verbringt ihr Zeit miteinander ohne TV oder Handy? Kocht ihr mal gemeinsam oder könnt ihr - je nach Alter des Kindes - das Kind mal bei den Großeltern der einem Babysitter lassen?

      Wenn du dir einen romantischen Abend wünschst, dann organisiere selbst einen. Kümmere dich um einen schönen Abend zu zweit, schöne Wäsche, evtl. eine Massage für deinen Mann, etc. Ich bin sicher, dass er nicht nein sagen wird.
      Eine Beziehung, insbesondere in Elternschaft, ist eben auch immer ein Stück weit Arbeit und jeder muss sich etwas Mühe geben und einbringen.

      Letzten Endes solltest du mit deinem Mann reden. Natürlich hat man seinen Alltag und viel Arbeit. Mit Kind hat man immer im Haushalt zu tun, hat immer Termine oder einer ist krank. Man muss sich darauf einstellen und es als gegeben hinnehmen, denn die Umstände werden sich in absehbarer Zeit kaum verändern.

      Hallo!

      Ich bin seit 20 Jahren verheiratet und kann Dir sagen es gibt Höhen und Tiefen ... insbesondere im Alltag.
      Wir hatten an sich keine Krisen, die die Ehe in Frage gestellt haben, aber zeitweise synchron oder asynchron haben wir mehr oder weniger Nähe gesucht, vertragen, gewünscht. Ich finde man muss so etwas nicht an einem Tiefpunkt noch weiter zerreden und Wunder erwarten.

      Was uns da immer hilft, sich zu erden und wieder einzunorden sind explizite kleine Auszeiten. Eine Städtereise um die Ecke, ein FamilienWE im naheliegenden Familienhotel, ein WellnessWe, die nächsten Sonntage einfach mal eine längere Wanderung/ Radtour/Spazieren gemeinsam planen, sich vornehmen und umsetzen (nicht auf Spontaneität setzen). Und sich ganz gewiss nicht vornehmen an dieser gemeinsamen Aktion irgendwelchen großgeistigen Probleme zu bereden/ lösen.
      Es hilft einfach mal aus dem Trott raus. - Beziehung ist eben auch Arbeit.
      Das funktioniert alles sofern es nicht um wesentliche Richtungswechsel in der Beziehung geht ....

      Und das mit dem "auf die Avancen eines Kollegen anspringen ..." kann man ziemlich gut in Griff bekommen, wenn man an die praktische Umsetzung denkt: wie sage ich meinem Mann, dass ich die Trennung will, wie organisiere ich mit dem Kind, will ich mit dem anderen einen Alltag haben und wie soll der wirklich aussehen ....#schock#nanana#schwitz#gaehn#heul

      Die beste Freundin meiner Mutter meinet mal: na ja sie hätte jetzt kein gemeinsames Interesse mehr mit ihrem Mann, aber wenn sie über Alternativen nachdenkt, sind diese eher schlechter ... im besten Fall gäbe es nur einen Namenstausch - Inhalt bliebe aber weitgehend gleich. #schein

      LG, I.

      Unterhaltet Euch mal über Werte. Welche davon sind dem jeweils anderen wichtig. Was bedeutet das für jeden, wie drückt sich das konkret im Alltag aus.
      Sollte so ein Gespräch im Ansatz scheitern, dann musst Du entweder weiter eskalieren bis er zuhört oder noch besser, Hilfe von Außen dazu nehmen.

      (10) 31.10.18 - 20:38

      Frauen wollen immer reden aber Männer auch?
      Mein Mann schnarcht (dezent) auch und ich sage dir, die Nächte können Horror sein, da schlafe ich liebend gerne getrennt sonst würde ich ihn irgendwann im Schlaf erwürgen.

      Deinen Mann wirst du nicht ändern können aber du kannst anfangen Euren Alltag zu ändern.

      Nimm Deinne Mann in den Arm wenn du dich verabschiedest....nimmt eine Putzfrau, das ihr am Wochenende mehr Zeit habt,....plane ein Partner– Wochenende.
      Es ist nicht nur der Mann, der kaum Zärtlichkeiten austauscht, man passt sich doch selber an und ist keinen deut besser. Aber man schimpft dann auf dem Mann, anstatt selber mal einzugestehen „von mir kommt auch nicht wirklich mehr rüber“.

      Solche Beziehungen sind recht normal, nur bei Urbia haben die Ehepartner jeden Tag mehrmals super geilen Sex und das mit 70 Jahren noch#rofl

      Durststrecken sind normal, da muss man dran arbeiten.
      Aber wenn du schon denkst fremdzugehen....naja, dazu schweige ich mal.

      lisa

      (11) 31.10.18 - 21:43

      Manchmal helfen auch schon kleine Änderung. Geht zum Beispiel mal zusammen in die Wanne oder unter die Dusche. Überrasche ihn einfach mal mit einem nächtlichen Besuch und einer erotischen Massage. Oder hörst du ein schönes Lied, nimm seine Hand und tanze. Erwartungen führen meistens nur zu Enttäuschungen und stundenlange Gespräche empfinden Männer oft nur als zermürbend und ziehen sich zurück. Also werd selber aktiv und such körperliche Nähe. Wenn Dir die Nähe dennoch zu deinem Mann zu wenig ist, hol sie dir auf platonischen Wege von Freunden, geh zur Entspannungsmassage oder schau, ob es einem Kuschelkurs oder andere Kurse mit Körperkontakt in deiner Nähe gibt. Und wegen des Schnarchens würde ich aus rein gesundheitlichen Gründen mal in einer Apotheke fragen.

      Hallo,

      zunächst einmal möchte ich den anderen Schreibern hier Recht geben. Beziehung ist Arbeit. Und zwar von beiden Seiten.

      Ich bin in diesem Jahr mit meinem Mann 19 Jahre zusammen, 18 davon verheiratet.

      Und sorry, ich sehe es so, dass ihr deinem Mann scheißegal seid. Hauptsache, ihr funktioniert. Und das bereits nach 12 Jahren.
      Weißt du, in meinem Bekannten- und Kollegenkreis gibt es auch Paare, in denen der Mann in einer Führungsposition arbeitet. Trotzdem sind diese Männer gerade aus diesem Grund an ihrer Familie bzw. Partnerin interessiert. Es wird in der Freizeit viel unternommen (z. B. mit uns :-) ), bzw. ist auch einmal ein kleiner Kurztrip ohne Kind drin.

      In meinen Augen steuert ihr geradewegs auf das Ende eurer Beziehung zu, wenn sich nichts ändert. Ich an deiner Stelle würde mit meinem Mann ein sehr ernsthaftes Gespräch führen, in dem ich ihm meine Gedanken und Gefühle mitteile, Lösungsvorschläge unterbreite (Haushaltshilfe war schon mal ein guter Vorschlag, so habt ihr gemeinsame Zeit am WE).
      Sollte sich dauerhaft nichts ändern, geh davon aus, dass deinem Mann nur noch wenig an eurer Beziehung liegt. Ich persönlich würde so nicht leben wollen. Mit der Konsequenz daraus muss dein Mann dann leben. Ganz einfach.
      Er hat in diesem Fall dann eben nicht an der Beziehung gearbeitet.

      Alles Gute

      Nici

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