Giftige Beziehung

    • (1) 31.10.18 - 11:32
      rote konigin

      Hallo ihr Lieben!

      Eigentlich sollte ich wohl mit meinem Mann sprechen statt hier um Rat zu bitten aber das tuen wir schon ständig und kommen zu Zweit nicht weiter. Ich fürchte bei uns ist die Luft raus. Schlimmer noch, wir sind richtig genervt voneinander. In seiner Anwesenheit geht mein Puls schneller und er hat gefühlt immer schlechte Laune.
      Wir sind seit fünf Jahren verheiratet, wohnen in einem Reihenhaus, er hat eine 50-Stunden-Woche, ich bin für zwei Jahre in Elternzeit, unser Kind ist ein absolutes Wunschkind, der Sex ist selten aber gut. Trotzdem sind wir nicht wirklich glücklich. Unsere Beziehung war schon ohne Kind nicht perfekt aber jetzt streiten wir uns gefühlt nur noch. Das erste Jahr Elternzeit ist jetzt vorbei und irgendwie habe ich gehofft, dass wir uns danach in unseren Rollen eingefunden haben und genug Routine rein gekommen ist, sodass unsere Beziehung wieder funktioniert. Pustekuchen.

      Wir sind beide mit nur einem Elternteil aufgewachsen und sehnen uns sehr nach einem intakten Familienleben. Paartherapie lehnt er ab weil er die Schuld für unsere aktuelle Situation bei mir sieht. Manchmal sagt er mir, das ich einen an der Waffel habe und mir Hilfe suchen sollte. Wenn ich mich ändere hätte er keinen Grund mehr schlecht gelaunt zu sein uns alles wäre gut, unsere Probleme gelöst. Gefühlt bin ich eh an allem Schuld. Ich bin Schuld, dass er mir damals fremd gegangen ist weil ich mich nicht genug um ihn gekümmert habe. Ich bin Schuld wenn ihm beim Kochen das Essen anbrennt weil ich ihn abgelenkt habe.

      Da er deutlich besser verdient haben wir die Aufgaben klassisch verteilt. Er gibt mir bei der Kindererziehung kompletten Freiraum. Das ist ganz nett weil ich keine Kompromisse eingehen muss, alles kaufen und machen kann. Gleichzeitig finde ich es aber auch merkwürdig, dass er zum Beispiel nicht mit zum Vorstellungsgespräch im Kindergarten kommt oder so wenig Zeit mit unserem Kind verbringt, dass er die ersten freien Schritte erst zehn Tage nach mir gesehen hat.
      Ja, er arbeitet viel aber er ist jeden Tag um 15 Uhr Zuhause und muss sich um nichts mehr kümmern. Den Haushalt übernehme ich, denn "ich bin ja eh Zuhause und mache sonst nichts" (haha). In seinem Feierabend zockt er, macht Sport oder trifft sich mit Freunden. Wenn ich ihn bitte auf unseren Sohn aufzupassen damit ich zum Beispiel die Wäsche aus dem Keller holen kann ist das oft mit Diskussionen verbunden (hätte ich ja während dem Mittagssschlaf machen können) oder er geht lieber selber die Wäsche holen.
      Einmal pro Woche muss ich zur Physiotherapie, ich habe dort einen festen Termin um 20 Uhr, wenn unser Kind schläft. In der Zeit passt mein Mann dann auf unser Kind auf. Und auch hier musste ich schon ein paar Mal früher von der Therapie abhauen, weil unser Kind aufgewacht ist und mein Mann nicht zurecht kam.
      Er beschäftigt sich wirklich extrem selten länger als zehn Minuten am Stück mit unserem Kind. Das finde ich sehr schade für unseren kleinen Schatz.

      Und dann bin ich auch noch schrecklich müde: Wir haben keinen Raum für ein Kinderzimmer, unser Kind schläft also bei uns im Schlafzimmer. Wenn er nachts unruhig ist (gerade oft wegen den Zähnen) wird mein Mann in letzter Zeit öfter laut und mäckert, dass ich unser Kind ruhig stellen soll. Dass er dabei laut wird ist natürlich kontraproduktiv und macht unser Kind erst richtig unruhig. So habe ich vor allem in letzter Zeit viele nächtliche Stunden im Treppenhaus verbracht und dort unser Kind im Arm geschaukelt obwohl unser Kind sich viel, viel besser beruhigt wenn wir im Bett kuscheln. Und das obwohl mein Mann die letzte Woche Urlaub hat und jeden Tag ausgeschlafen hat, während ich immer zwischen 5 und 6 Uhr das Schlafzimmer verlassen habe damit er seine Ruhe hat. "Du kannst ja schlafen wenn das Baby schläft". Soso. Sonntagabend war ich komplett platt. Ich bin ausversehen mit eingeschlafen als ich unser Baby ins Bett gebracht habe. Mein Mann hat mich geweckt, wir wollten eigentlich einen netten Abend mit Film und Kuscheln verbringen. Auf dem Sofa war er dann schon genervt weil ich nicht recht in die Puschen kam. Kurz darauf ist unser Kind unruhig geworden, ich bin beim beruhigen wieder eingeschlafen. Mein Mann hat mich mit den Worten "Fick Dich!" geweckt (und unser Kind gleich mit). Nachdem ich unser Kind wieder beruhigt habe wollte ich mit ihm reden. Solche Respektlosigkeiten seinerseits sind nichts Ungewöhnliches aber so stehen lassen kann ich das nicht. Er war in der Zwischenzeit im Bad, ich habe auf der Treppe gewartet und bin dort tatsächlich schonwieder eingeschlafen. Kaum zu glauben, aber das macht wohl gut deutlich wie platt ich bin. Als er fertig war hat er mich zum Wecken mit seinem Fuß angestupst und gefragt was das soll. Ich kann nicht beschreiben wie ich mich gefühlt habe aber als er an mir vorbei ins Schlafzimmer verschwand bin ich einfach in Tränen ausgebrochen.
      Ich bin froh, dass mein Mann jetzt wieder arbeiten geht und wir morgend länger im Bett bleiben können. Und dass wir tagsüber wieder mehr Ruhe haben.

      Manchmal fühlt mein Mann sich wie ein zweites Kleinkind für mich an. Diese ständige Diskuttiererei und dass ich mich auch um ihn kümmern muss, ihm immer zeigen muss wie wahnsinnig wichtig er mir ist, das schlaucht mich gewaltig. Ich frage mich, ob es nicht alleine einfacher wäre.

      Er hat sich damals in mich veriebt weil ich so lebensfroh war. Das bin ich jetzt aber nicht mehr. Ich habe das Gefühl als würde er mir meine letzte Kraft rauben. Ich habe Erwartungen an ihn, die er nicht erfüllen kann oder will. Und ich fühle mich oft so wahnsinnig ungerecht und respektlos von ihm behandelt.
      Wenn wir uns streiten wird er immer cholerisch, lässt mich nicht ausreden, droht mir, schlägt auch schon mal gegen Türen. Ich bin ein sehr harmoniebedürftiger Mensch, gebe oft klein bei. Auch aus Angst um mich und unser Kind.

      Manchmal googel ich und frage irgendwelche Online-Frauenmagazine ob ich mich Trennen soll. Oder wie man die Liebe neu entflammt. Irgendwann bin ich mal auf den Begriff "toxic Relationship" gestoßen: Anstatt dass die Beziehung dazu führt, dass man kräftiger wird, zweifelt man immer mehr an sich selbst was paradoxerweise dazu führt, dass man sich noch schlechter trennen kann.

      Was bei uns abgeht kann ich niemandem erzählen. Niemand hätte Verständnis für ihn. Der einzige Mensch mit dem ich mich darüber austauschen könnte wäre seine Mutter, die liebt ihn, egal was er tut. Aber ich möchte ihm das nicht antuen, das wäre sehr gemein.
      Ich weiß auch nicht ob ich nicht die Verrückte bin. Vielleicht sehe ich immer nur das schlechte und vergesse zu schnell, dass er mir zu liebe kaum Fleisch isst, das Schlafzimmer nude gestrichen hat und den Urlaub wieder in den Bergen statt am Meer verbringt. Die verwöhnte Prinzessin, die nie genug bekommen kann. Manchmal sagt er das und fragt was er denn noch alles tuen soll. er geht doch so viel arbeiten und gibt mir so viel Freiraum. Ich weiß darauf auch keine Antwort.

      • Moin

        Er ist dir fremdgegangen und du warst daran schuld?
        Er ist absolut respektlos dir gegenüber. Er ist aggressiv dir gegenüber und nimmt auf euer Kind keine Rücksicht.

        Nimm die Beine in die Hand und lauf. Ich gehe stark davon aus das es nicht besser werden wird, es wird eher schlimmer.

        So kannst du und auch dein Kind sich nicht frei entfalten.
        Im Prinzip bist du doch eh schon allein erziehend.

        Hey, das tut mir leid für dich, das hört sich alles nicht gut an.

        So rein aus dem Bauchgefühl heraus und unter dem Aspekt, nur eine Seite zu hören: allein schon der Umstand, dass du dir soviele Gedanken darüber machst, ob DU diejenige mit dem "Dachschaden" bist, lässt ziemlich tief blicken, dazu seine Aussagen, dass du dich nur ändern müsstest, dann müsste er sich nicht aufregen gepaart mit dem Vorwurf, du wärest immer an allem schuld lässt mich an ein ganz bestimmtes Persönlichkeitsbild denken.

        Sollte dies zutreffend sein, kannst du eigentlich nur gehen und auch das wird nicht einfach werden. Ich spreche da aus eigener Erfahrung mit einem früheren Partner und bei meinen Eltern sieht es ähnlich traurig aus, nur, dass meine Mutter nie den Absprung geschafft hat.

        (4) 31.10.18 - 12:24

        Was meinst du wieviel Freiraum du ohne ihn hättest? Ein bequemes Bett zum schlafen, niemanden der dich gängelt, niemanden der dich beschimpft oder respektlos benimmt.
        Ja, es wäre vielleicht finanziell nicht so entspannt, aber mir wäre es das wert.

      • Hallo rote Magd,


        ja, warum Magd und nicht Königin oder Prinzessin. Weil deine Funktion bei euch mehr die einer Magd ist. Du bist allein für euer Kind zuständig, kümmerst dich um Haushalt und Essen. Schlafen darfst du auch. Aber nur wenn der "liebe" Herr dann nicht auf euer Kind aufpassen muss. Er darf morgens ausschlafen. Wird der Kleine bei zeisten wach gehst du mit ihm aus euer Schlafzimmer damit der Herr ungestört schlafen kann.

        Er beleidigt und demütigt dich und zeigt Gewalt die im Moment scheinbar noch nicht direkt gegen dich gerichtet ist. Das ist keine gesunde Beziehung/Ehe.

        Du bist ganz sicher nicht an der Misere Schuld. Es kann nicht sein das alles an dir hängen bleibt. Er geht arbeiten was auch okay ist, aber dich deshalb gar nicht zu unterstützen geht auch nicht.

        Du solltest auch versuchen mit dritte über eure Situation zu reden. Ihn werden ganz gewiss die wenigsten verstehen. Du solltest auf ihn auch nicht zu viel Rücksicht nehmen.

        Ob du dich von ihm trennen möchtest oder nicht solltest du für dich selbst entscheiden. Hier im Net kann man dir zu allem raten, aber umsetzen und vor allem Leben musst du damit.


        Freundliche Grüße

        blaue-Rose

      (7) 31.10.18 - 13:00

      Ich bin immer wieder platt und beeindruckt, dass Frauen mit den schlimmsten Arschlöchern verheiratet sein können und den Fehler noch bei sich suchen.

      An deiner Stelle wäre ich wohl schon maö komplett ausgeflippt und hätte ihn zum Teufel gejagt. So einen arroganten und selbstverliebten P***** und unterirdischen "Vater" könnte ich an meiner Seite nicht ertragen.

      LG

      Hallo,

      ich kenne das. Besonders gestolpert bin ich über diese Stelle hier:

      "Ich habe Erwartungen an ihn, die er nicht erfüllen kann oder will. Und ich fühle mich oft so wahnsinnig ungerecht und respektlos von ihm behandelt."

      Andersrum wird ein Schuh draus: ER hat Erwartungen an DICH, die Du nicht erfüllen kannst; die niemand erfüllen kann, denn bei manchen Menschen geht es genau darum: die Schwierigkeiten, eine Beziehung zu führen und zu gestalten, abzuwälzen, beim anderen zu suchen und auf Teufel komm raus nicht bei sich selbst zu schauen.
      Informier Dich mal zum Thema 'Bindungsstörung'.

      Das ist jetzt nur ins Blaue geschossen. Aber nach meiner Erfahrung greift ein bloßes 'Trenn Dich' zu kurz, zumindest, wenn Du Dich nicht wirklich trennen willst.

      In dem Fall würde ich zusehen, dass Ihr gemeinsam Hilfe in Anspruch nehmt. Dass aber auch ER mal in sich geht, evtl therapeutisch, wo diese Muster herkommen, denn das klingt in der Tat nicht gesund, für Euch beide nicht.

      Alles Gute Dir. Euch.

      Das hört sich so ziemlich nach meinem ex Mann an.

      Auch ihn störte unsere Tochter immer. Er war (freiwillig) kaum zu Hause, aber wenn er dann mal da war wollte er nur das ich seine "frau" bin.
      Das ich auch Mutter war stand nicht zur Debatte. Wenn er schlief und sie weinte musste ich auch den Raum verlassen. Sodass ich irgendwann im Wohnzimmer mit ihr blieb.

      Nach ner Zeit hab ich ne Matratze ins Kinderzimmer gelegt und dort mit der Maus gelebt.

      Aber irgendwann war ich zu fertig. Die kleine war ein Schrei Kind und wollte keine 2 Sek ohne mich sein. Zudem noch nen Mann der der Meinung war das ich alles und vorallem jederzeit für ihn zu tun habe.


      Dauernd sagte er er trennt sich weil ich mir bei Zeit für ihn nehme und immer nur von ihm Sachen verlange.

      Das einzigste was ich mal wollte war das er die kleine nimmt damit ich mal duschen kann.

      Naja so musste sie immer im autositz mit ins Bad.

      Irgednwann reichte es mir. Als er wieder sagte (zum xten mal) das er sich trennt und ich seine Sachen packen soll habe ich es getan.

      Seine Sachen standen vor der Tür und der ehering wurde mit Tesa an die Tür geklebt mit der bitte den Schlüssel in den Briefkasten zu schmeissen. Er war völlig perplex da er dachte ich würde es wieder nicht tun.

      Er hat zwar danach (teilweise noch heute nach 11jahren😂) versucht mich wieder zurück zu bekommen, aber ohne ihn ging und geht es mir besser.

      Ich konnte endlich mal atmen. Musste mir kein Kopf machen ob der Herr wieder irgendwelche Wünsche hat.

      Ich konnte mich ganz auf mich und die kleine konzentrieren.

      Das war das beste was ich je getan hab.

      Du kannst noch lange versuchen an deiner Ehe festzuhalten, aber so gehst du zu 100% kaputt. Und das ist weder für dich noch dein Kind gut.

      Dein Kind braucht eine Mama die die Kraft und Stärke hat für ein Kind zu sorgen.

      • (10) 31.10.18 - 17:21

        Und dein Ex hatte keinen Wohnungsschlüssel, um reinzukommen? Oder hast du das Schloß getauscht?

        • Ne, er war so überrascht das er den Schlüssel tatsächlich in den Briefkasten getan hat.

          Denn einfach Schloss austauschen darf man ja laut Gesetz nicht wenn es die eheliche Wohnung ist und er da auch gemeldet ist.

    (12) 31.10.18 - 13:25

    Solche Lebenssituationen sind für mich selten nachvollziehbar.
    Solche Beziehungsstrukturen verfestigen sich nicht von heute auf morgen.
    Das ist ein schleichender Prozess und du hättest viel früher einschreiten müssen.

    Es klingt so als ob jeder sein Leben lebt und insb er mit Dir nicht mehr viel anfangen kann.

    Du bist im Mutter-Sumpf gelandet und ich kann mir gut vorstellen dass auch das am Selbstwert nagt.

    Kannst du dir vorstellen zumindest halbtags arbeiten zu gehen, dass Kind für die paar Stunden in die Kita zu geben?
    Ich denke dass das Dir uns deinem Ego wahnsinnig gut tun würde!

    Mag ja sein dass er ein paar Kleinigkeiten Dir zuliebe macht, aber er tut eindeutig nichts FÜR DICH.

    Du stehst 24 Stunden unter Strom und ihm zur Verfügung, ohne Zeit für Dich zu haben. Umgekehrt tut er was er will, hauptsache er muss nicht viel Zeit mit Dir verbringen, und so gut wie gar keine mit Eurem Kind, und respektiert Dich keinen Meter.

    <<<cholerisch, lässt mich nicht ausreden, droht mir, schlägt auch schon mal gegen Türen>>>

    Liebes.....was willst Du noch bei so einem Menschen? Harmoniesüchtig schön und gut....aber da hast Du doch was besseres verdient.....und vor allem: Da bist Du Dir selbst und Deinem Kind was besseres SCHULDIG als so einen Kerl !

    Du schreibst selbst dass Du froh bist dass er wieder arbeitet, weil Du nun wenigstens ein kleines bisschen zur Ruhe kommst....aber das kann es doch nicht gewesen sein, oder?

    <<<Die "verwöhnte Prinzessin", die nie genug bekommen kann>>>

    Wenn die Prinzessin klug ist, verlässt sie das Schloss dass sie jeden Tag einengt, und den Möchtegernprinzen mit der Maske, und lebt in Zukunft mit ihrem Kind alleine und glücklich im nächsten Dorf.

    Hallo,

    das tut mir echt Leid dass du so einen Mann hast
    Mit deiner Vermutung einen „toxischen Partner“ zu haben, liegst du denke ich richtig.

    Ich hab Eltern, die so drauf sind. Es stimmt vieles überein.
    Mir hat die Beratungsstelle von der Caritas geholfen, die würde ich dir ans Herz legen. Vorallem damit du mal jemand empathisches hast, der dir zuhört! Dein Mann hat offensichtlich keine Empathie...
    „Energievampir“ fällt mir zu dem Thema auch ein. Wie der Name sagt, rauben sie dir jede Energie die du hast, vorallem die positive Stimmung, die du eigentlich in dir hast.

    Wenn du weiter reden möchtest, kannst du gern eine pn schreiben.

    Aber bitte geh zu einer Beratungsstelle. Mit dir ist alles wunderbar und in Ordnung, außer dass du in eine Abhängigkeit geraten bist, das lässt sich aber alles in den Griff bekommen!

    Ich freu mich auf deine Nachricht

    Da würde mich interessieren, was er denn arbeitet? Kann er sich da auch so aufführen wie zuhause? So ein respektloser Egoist kann doch nur in irgend einem Kellerabteil arbeiten.

    Das ist wieder so ein Exemplar das denkt mit Geld kann man alles abgelten. So wie früher die Ablasszahlungen.

    Jedenfalls solltest du dich mal bei deiner Mutter oder der besten Freundin ausheulen und dir Rat holen. Aber ich denke da sagt jede/jeder das selbe: Stell ihm seine Sachen vor die Tür und hab ein besseres Leben.
    Ich könnte nicht leben in einer Beziehung ohne Liebe, Anerkennung, Spaß, Lachen usw.

    Paartherapie lehnt er ab weil er die Schuld für unsere aktuelle Situation bei mir sieht. Manchmal sagt er mir, das ich einen an der Waffel habe und mir Hilfe suchen sollte.

    An der Stelle kannst du ihn leicht kriegen. Wenn die ganze Schuld bei dir liegt, dann bist du gerne bereit dich zu ändern, damit ihr wieder zueinander findet und zwar mit Hilfe einer Paartherapeutin, die dir dann auf die Sprünge hilft. Da geht ihr zu zweit hin, er hat ja nichts zu befürchten.

    Verstehst du?

    Alle verkrachten Ehepartner sehen die Schuld beim anderen. Das liegt in der Natur der Sache. Spannend wird es, wenn man tatsächlich die Paartherapie wagt. Da gehört Mut dazu. Aber wenn man ohnehin nichts zu verlieren hat, warum nicht? Billiger als eine Trennung ist es allemal.

    Frag ihn, ob er Mumm hat und fordere ihn heraus, die Paartherapie anzugehen - natürlich weil nur du dich ändern musst und auch wirst. Aber er muss ja schließlich sagen, was ihn stört.

    Eine Kinderbetreuung werdet ihr allerdings brauchen. Das Kind könnt ihr da nicht mitnehmen.

    Wenn er ablehnt, bleibt dir nur die Trennung. Aber ich würde so schnell nicht aufgeben. Die Lebensfreude kannst du wieder finden. Es ist nicht zu spät.

    • (17) 31.10.18 - 17:24

      Übrigens kannst du die Paartherapie auch gut alleine beginnen - für dich. Ein paar Termine für dich allein würden dir gut tun. Da bekommst du schon einige Hilfe, mit der du was anfangen kannst. Aber ihr müßt bereit sein es etwas kosten zu lassen. Umsonst gibts keine richtig kompetente Hilfe. Es kostet Zeit und Geld. Wenn er zahlt, dann fang an. Such dir eine Adresse, wo du dich öffnen kannst.

(18) 31.10.18 - 17:52

Fühlst Du Dich stark genug allein zu leben?

Das mit dem Hilfe suchen finde ich gar nicht mal so verkehrt. Da tust Du was für Dich und hast die Chance aus dem Spiel mit ihm auszusteigen. Ein guter Therapeut wird Dein Selbstvertrauen stärken und Dich Deinen Selbstwert erkennen lassen.

Wer die Schuld bei anderen sucht, ist meistens selbst voll beladen damit. Um die Last nicht zu spüren und sich nicht selbst damit auseinander zu setzen, kehrt man das einfach um und bezichtigt die anderen damit. Das blöde ist, daß das Unterbewusstsein einem einen Strich durch die Rechnung macht, und man sich damit erst recht schlecht fühlt - ein Teufelskreis.

Der der das erkennt, kann eine Änderung herbeiführen. Nicht beim anderen, jedoch bei sich selbst. Der andere passt sich dann entweder an und entwickelt sich ebenfalls weiter oder man geht den Lebensweg alleine weiter.

(19) 31.10.18 - 18:19

Hi,
jeder sucht die Schuld beim Anderen....na super.
Warum fängst du nicht an, nach Lösungen zu suchen?
Du bist genauso unzufrieden in der Beziehung wie Dein Mann und hier überall Schuldzuweisungen zu stellen ist der falsche Weg, sondern Lösungen müssen her....und wenn man klein anfängt.

Ihr habt keinne Raum für Euer Baby damit es Nachts schalfen kann? Kein Kinderzimmer, wo Du zum Beispiel mit drinnnen schläfst? Dann musst du dein Kind nicht auf dem Flur beruhigen,

Ist es wirklich so, das er sich gsr nicht mit dem Kind beschäftigt, wenn er um 15.00 uhr da ist oder nimmst Du ihn hier auch alles ab?

Respektlosigkeit deines Mannes, wie er dich behandelt geht gar nicht.
Ich hätte ihn da schon längst eine Riegel vorgeschoben. Vielleicht hast du zu lange alles ertragen, das er Dich gar nicht mehr Ernst nimmt.
Es gibt die einen die Unterdrücken und die die Unterdrücken lassen.

ZEIG Zähne, stell dich nicht auf die Mama Stufe sondern als gleichberechtigte Partnerin!

viel erfolg
lisa
Sonst melde dich doch mal bei einer Mutter & Kind Kur an, um auch vom Mann Abstand zu gewinnen.

(20) 31.10.18 - 19:28

Liebe TE,
Das kenne ich.
Hier in diesem forum hab ich viel Hilfe erhalten: www.re-empowerment.de
Das was du erlebst ist partnerschaftsgewalt. Da kannst du noch so versuchen, Lösungen zu finden, das klappt bei so einem Partner nicht
Alles Gute

(21) 01.11.18 - 19:21

Hallo, zwei Fragen habe ich da noch :

1) dein Mann hat eine 50 Stunden Woche ist aber jeden Tag um 15 Uhr zuhause. Wie geht das? Ich will auch das mein Mann so früh daheim ist... Er hat nämlich auch eine 50 Stunden Woche...

2) ihr habt ein Reihenhaus aber das Kind schläft noch bei euch weil es kein Zimmer hat? Wie groß ist das "Reihenhaus"? 50 Quadratmeter?

Sorry, das macht mich stutzig...

(22) 02.11.18 - 09:20

Wow! Ich bin beeindruckt von eurer Unterstützung. Mit so viel Hilfe hätte ich nie gerechnet und ich bin froh mich hier ausgekotzt zu haben. Ihr seid empathisch, mitfühlend, schlau, lustig und lösungsorientiert. Danke an jede(n) Einzelne(n) von euch!! Ihr kamt alle genau richtig zu mir und habt mir wahnsinnig geholfen! Ich fühle mich verstanden und habe den nötigen Tritt bekommen, mich wieder zusammenzunehmen und weiterzugehen. Fühlt euch alle mal von mir gedrückt. Wirklich vielen Dank!

Ich gebe unserer Ehe bis zum Frühling eine Chance. Wenn sich bis dahin nicht deutlich der Wind gedreht hat war es das. Bis dahin werde ich zu einem Therapeuten gehen, der erstmal mich unterstützen kann und später uns als Paar. Ich hoffe sehr, dass wir das hinkriegen.
Außerdem werde ich wieder etwas arbeiten, das wird mir gut tun und mein Mann hat Wachzeit mit unserem Kind - das wird den beiden bestimmt auch gut tun.
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Einige von euch hatten nicht nur Anregungen sondern auch Fragen:

Fühlst du dich stark genug alleine zu leben?
Ja. Aber natürlich bin ich da nicht wahnsinnig scharf drauf. Ich denke auch, dass beide Elternteile für ein Kind wichtig sind. So wie unsere Beziehung aktuell läuft macht es aber für mich keinen Sinn länger an diesem Wunsch festzuhalten. Trennung ist für mich also eine Option.

Warum fängst du nicht an nach Lösungen zu suchen?
Ich denke das tue ich. Wir haben sehr, sehr oft Gespräche geführt und verschiedene Sachen ausprobiert von denen wir uns Besserung erhofft haben. Wie sieht es denn deiner Meinung nach aus, nach Lösungen zu suchen? Die Suche geht ja nicht immer mit einem Finden einher.

Beschäftigt dein Mann sich wirklich nicht mit dem Kind?
Wirklich nicht sehr intensiv. In der Regel nur ein paar Minuten, ich soll aber dabei bleiben. Diese Zeit reicht nicht um zwei Buchseiten zu lesen.

Führt mein Mann sich überall so auf?
Nein, diese schlechten Manieren haben sich in dem Umfang nur in unserer Beziehung eingeschlichen. Wenn er sich mit jemandem massiv verkracht, gerät er aber auch in diesen Streitgesprächen außer sich, wodurch auch Freundschaften auseinander gingen. Aber das kommt selten vor.

Was arbeitet mein Mann?
Ich möchte hier keine genauen Angaben machen und denke das ist hier auch irrelevant. Um eure Neugier und Zweifel etwas zu beschwichtigen: Er ist im handwerklichen Bereich tätig und arbeitet 6 Tage, Dienstbeginn um 05:15 Uhr.

Warum hat das Kind kein eigenes Zimmer?
Das Haus hat große aber wenig Zimmer. Wir wohnen hier zur Miete. Ob wir uns noch wie geplant ein gemeinsames Haus mit Kinderzimmer kaufen werden wird sich zeigen. Zurzeit ist mir nicht nach Hausbesichtigungen zumute.

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