Streit in der Familie

    • (1) 01.11.18 - 00:36
      5643ab

      Folgende Situation, ich versuche mich kurz zu fassen:

      Meine Schwester ist seit 25 Jahren mit ihrem Mann zusammen. Sie haben einen 20 jährigen Sohn, der inzwischen studiert.
      Finanziell geht es ihnen sehr gut. Beide verdienen gut, besitzen mehrere Immobilien.
      Nun läuft die Trennung (lange Geschichte).

      Ich hasse meinen Schwager seit der ersten Sekunde. Und das ist keine Übertreibung.
      Und ich spreche wirklich von Hass.
      Er ist ein Choleriker, kann sehr fies und gemein sein, und hat wirklich einfach einen schlechten Charakter.

      Ich habe mich die meiste Zeit wirklich zusammen gerissen. Gute Miene zum bösen Spiel gemacht, nur um den Familienfrieden nicht zu zerstören.

      Als meine Schwester mir im Sommer erzählte, dass sie sich trennen, fielen mir gefühlt 1000 Steine vom Herzen. Wobei ich schon gleich auch eine unschöne Trennung vermutet habe.

      Das letzte Mal war ich sie richtig im Sommer besuchen.
      Die Trennung war mir bekannt, offiziell war es noch nicht.
      Die Stimmung war eigentlich ok.
      Bis er mir plötzlich aus dem Nichts einen ganz miesen Spruch bezüglich meiner Figur drückte, und ich komplett ausrastete.
      Dazu muss man sagen, dass ich ein paar Kilos zu viel habe, aber auch erst ein halbes Jahr zuvor ein Kind bekommen habe.

      Ende vom Lied war, dass ich am nächsten Tag wutentbrannt mit meiner Tochter abgereist bin.

      Meine Schwester hat das alles live miterlebt, empfand es aber nicht als soooo schlimm (sie wird ja auch seit 25 Jahren so behandelt).

      Wider Erwarten trägt auch mein Schwager mir die Szene nach. Dabei hätte ich geschworen, dass er schon am nächsten Tag nicht mehr wusste, dass wir Streit haben.
      Er hat aber erklärt, dass ich nicht mehr zu Besuch kommen darf, so lange er da noch wohnt.


      Richtig kompliziert wird es aber erst jetzt:
      Mein Vater ist gesundheitlich nicht mehr so gut beisammen, weshalb sein Auto nur rum steht.

      Mein Schwager wollte dann das Auto haben.

      Hintergrund-Info: sie sind zu dritt und haben 3 Autos. Das eine ist aber sein Schönwetter Auto, weshalb er meint noch ein schlecht Wetter Auto zu benötigen.

      Nun erst noch was zu meiner Person: ich bin alleinerziehend, wurde nach 2 Jahren Beziehung ungeplant schwanger, er wollte das Kind nicht und hat sie bis heute nicht anerkannt, zahlt keinen Unterhalt.

      Da es bei mur finanziell echt mau aussieht und sich daran ja auch in absehbarer Zukunft nichts ändern wird, hatte ich auch meinen Vater gefragt, ob wir sein Auto bekommen könnten, da es größer als meins ist.

      Schließlich "einigte" man sich darauf, dass ich das Auto bekomme und dafür mein Auto der Familie meiner Schwester überlasse.

      Durch die Trennung sieht das für mich jetzt aber ganz anders aus.
      Ich hätte natürlich kein Problem damit, meiner Schwester mein Auto zu überlassen. Es soll ja aber mein Schwager fahren.
      Und das geht nur über meine Leiche.

      Wie schon anfangs geschrieben: finanziell geht es ihnen sehr, sehr gut. Das wurde mein Schwager auch nie müde zu betonen. Wie oft er mir erzählt hat, dass er gar nicht weiss wohin mit dem Geld und aber auch vor anderen mich um meine finanzielle Situation bedauert hat (schlecht bezahlte Branche, aber es ging mir immer gut, ich hatte nur nie viel zu viel wie er).
      Und jetzt soll ich ihm mein Auto schenken?
      Niemals!


      Das Ende vom Lied ist, dass ich aktuell auch fast Streit mit meiner Schwester habe.
      Für sie ist es nur noch ein Problem, dass sie nicht haben will.

      Vorgestern hieß es noch "mach wie du willst", gerade habe ich erfahren, dass es das aber nicht heißt.

      Mein Schwager nimmt nun quadi meinem Neffen das Auto weg, damit er eins hat.
      Und nun bin ich ja irgendwie die Hexe, die meinem Neffen das Auto quasi weg genommen hat, weil ich meins nicht heraus rücke.

      Ich wäre auch sofort bereit, meinem Neffen mein Auto zu überlassen, jedoch bin ich mir sicher, dass es dann trotzdem mein Schwager fährt und nicht mein Neffe.
      Und selbst wenn, nagt es auch trotzdem an mir, dass ich Alleinerziehende, der es finanziell nicht gut geht, die Probleme meines Dagobert Duck Schwagers lösen soll.
      Der lacht sich ja ins Fäustchen, wenn ich das mache.


      Es klingt wie totaler Kinderkram. Aber ich kann gar nicht deutlich genug schreiben, wie sehr ich meinen Schwager verachte.
      Es gibt keinen Menschen der das toppt. Nicht mal Exfreunde, die mich betrogen haben.

      Hinzu kommt, dass ich mich von meiner Schwester nicht ernst genommen fühle.
      Ich habe aktuell so wenig Geld, dass ich sogar Wohngeld erhalte.
      Aber das prallt irgendwie an ihr ab.
      Vorhin sagte sie zu mir, dass sie ja vielleicht auch bald finanzielle Probleme hätte.
      Was einfach lachhaft ist, wenn man mehrere Immobilien besitzt und brutto mehr verdient als ich (wenn ich wieder arbeite).

      Ich könnte ewig weiter schreiben.
      Ich bin so zerrissen zwischen wieder Frieden und Ruhe wollen, und sich nicht für blöd verkaufen lassen.

      Mein Vater wird übrigens keine Hilfe sein.
      Der häkt sich aus allem raus und ist total passiv.

      Vermutlich das Hauptproblem in unserer Familie: es gibt keine Streitkultur.


      Nun die Frage an euch: spinne ich?

      • (2) 01.11.18 - 01:20

        Hey,
        Also an deiner Stelle würde ich einen Preis festlegen und wenn er das Auto haben will, dann soll er es dir abkaufen! Wenn er so viel Geld hat, dann kann er dir auf jedenfall was dafür geben. Denn auf das Auto von deinem Vater hat er kein Recht.
        Halte durch und gib nicht klein bei!
        Ich drück die Daumen!

        • (3) 01.11.18 - 01:42

          Danke. Und das sehe ich grundsätzlich auch so.
          Nur kann er sich ja dann jedes x beliebige Auto kaufen. Er braucht nicht meins.

          Ich mag ja mein Auto, deshalb soll er es einfach nicht haben.

          • Ich bin selber alleinerziehend und kann dich verstehen. Ich würde da gar nicht lange fackeln: Fahr das Auto deines Vaters und verkaufe dein Auto zum besten Preis. Die Familie deiner Schwester würde ich dabei weder emotional noch finanziell in irgendeiner Weise beteiligen.

            • (5) 01.11.18 - 10:31

              So war aber nicht der Deal, dass sie das Auto ihres Vaters bekommt und ihres behalten kann.
              Ist es so schwer, einen Text komplett zu lesen?

              • Was für ein Deal? War das ein notariell beglaubigter Vertrag? Also bitte.
                Die eine Familie hat genug Geld, die andere nicht. Alleine dann darauf zu bestehen ist doch schon armselig. Man könnte der Alleinerziehende Schwester ja aucheninfsch mal das gönnen. Aber nein.
                Ich finde die Zumutung und den wirtschaftlichen Verlust der TE um ein Vielfaches geößer als der Verzicht hat für die wohlhabende Familie der Schwester je bedeuten könnte. Sowas albernes.

      Wenn du dich nicht an die Abmachung halten möchtest, solltest du dein Auto behalten und die Sache gut sein lassen.

      • (8) 01.11.18 - 01:50

        Die Abmachung galt ja vor der Trennung.
        Jetzt sind es ganz andere Voraussetzungen.
        (auch damals hab ich mit den Zähnen geknirscht, aber die Klappe gehalten, da man ja keinen Streit wollte).

        Es wäre auch für mich etwas anderes, wenn er meiner Schwester das Auto wegnehmen würde.
        Dann könnte sie natürlich meins haben oder auch das meines Vaters.
        Aber ihr Auto ist scheinbar in Stein gemeisselt ihr Auto, meins aber nicht.

        Und ich finde wenn ich ihnen mein Auto schenke, habe ich schon das Recht zu sagen, dass ich es ihr oder meinem Neffen schenke.
        Es wird aber immer so kommen, dass er es fährt, da meine Schwester ihr Auto nicht her gibt und meins besser ist als das meines Neffens.

        Am besten wäre wohl man verkauft das leidige Auto meines Vaters und er bekommt sein Geld auf sein Konto.
        Ist ja auch seins.

    (9) 01.11.18 - 01:55

    Ich bin so getroffen über das, was meine Schwester vorhin alles sagte.

    Vorgestern sagte sie zu mir, ich soll machen wie ich denke, es meinem Schwageraber selber sagen.

    Kein Problem. Gesagt, getan.
    Das war jetzt ja aber auch wieder falsch.

    Und dann argumentiert sie, dass meine Entscheidungen ja aber auch andere betreffen.
    Das gilt umgekehrt ja aber auch.

    Ich weiss gar nicht warum mein Auto zur Streitmasse in deren Trennung wurde.

    Schließlich hieß es, ich müsse eine Entscheidung treffen.
    Aber das ist ja Quatsch. An ihrer Reaktion sehe ich ja, dass ich einlenken soll. Sonst nichts.

    (10) 01.11.18 - 05:25

    Entschuldige, aber ja: Du spinnst.
    Du projizierst in diese Autofrage anscheinend sämtliche erlittene Kränkungen und vermeintliche Ungerechtigkeiten hinein, während der Rest der Familie es als genau das sieht was es ist: Ein überschüssiges Auto, das zwei Familienmitglieder gerne hätten.
    Und der durchaus vernünftige Kompromissvorschlag sieht eben so aus, das Dein Neffe Dein Auto bekommt und Du das grössere Deines Vaters. Was Dein Neffe dann mit seinem Vater über die Nutzung aushandelt, kann Dir doch auf der sachlichen Ebene total egal sein.
    Du packst jetzt aber Deine emotionale Ebene oben drauf und verlangst von dem Rest der Familie, diese angemessen zu berücksichtigen. Und ich verstehe sowohl Deine Schwester als auch Dein Vater, das sie gerade überhaupt keine Lust und Nerven haben, sich damit zu befassen. Deine Schwester steckt mitten in einer Trennung und Dein Vater verliert seine Mobilität. Das ist ein wenig heftiger, als 'Mein Schwager hat einen fiesen Spruch über meine Figur gemacht'.

    Grüsse
    BiDi

    • (11) 01.11.18 - 06:45

      Damit dass ich alles da rein projeziere, hast du sicherlich recht.
      Denn natürlich geht es nicht um diesen einen Spruch.Der hat aber das Fass zum Überlaufen gebracht. Bzw. die angekündigte Trennung hat den Deckel nicht mehr auf dem Fass gehalten.
      Ich weiss nicht wohin mit mir vor Wut und Verachtung und Hass auf diesen Mann.

      Das kann man von aussen wohl nicht verstehen.

      Was aber nicht stimmt, ist dass es ein Auto gibt dass ein Familienmitglied ist.
      Nicht aus meiner Sicht.
      Natürlich ist er weiter der Vater meines Neffen usw. Aber es ist auch der Mensch den ich hasse.
      Weil er sich viel geleistet hat in all den Jahren. Meiner Schwester gegenüber, meinem Neffen, meinem Vater, meiner Mutter, mir gegenüber.
      Wie soll ich da die Emotionen weg lassen?

      Was wieder richtig ist: meine Schwester hat keinen Nerv auf das Thema.
      Verstehe ich auch total.
      Wirklich und in der ganzen epischen Breite.
      Trotzdem kann ich nichts tun, was auch ihm das Leben erleichtert.
      Würde sie und / oder mein Neffe das Auto nehmen: Null Problemo.
      Aber nicht mein Schwager.

      Und mein Vater steckt in keiner Krise.
      Das erläutere ich jetzt aber nicht auch noch.

(13) 01.11.18 - 06:27

Geht es denn lediglich um die Nutzung des Autos oder soll es verschenkt werden? Und warum wurde dies vor der Trennung ausgemacht, soll aber erst jetzt gelten?

Ich habe vor einigen Jahren gelernt, dass wir in unserer Kultur dazu neigen, eine Verantwortung zu übernehmen, die uns nicht zusteht. Das wäre der Punkt, an dem ich ansetzen würde. Mir meine Verantwortung bewusst machen und an der Grenze dieser aufhören, Einfluss nehmen zu wollen. Das bringt überraschenden Seelenfrieden, wenn man erkennt, dass es okay ist, die Dinge passieren zu lassen, die andere für sich entscheiden. Weil ich damit zuerst etwas Schwierigkeiten hatte, zu erkennen, wann ich mich einmischen darf und wann nicht, habe ich mir den Leitspruch "Informieren, nicht manipulieren" zu Hilfe genommen.

Was dein Vater mit seinem Besitz macht, ist seine Sache, seine Verantwortung. Ich würde ihn darüber informieren, dass es mich traurig machen würde, wenn er den Ex-Schwager bedenkt anstatt mich oder meine Familienmitglieder. Darüber hinaus würde ich aber nicht versuchen, ihn zu manipulieren, sondern ihn machen lassen. Er kann dann sein Auto mir geben, dem Schwager geben, dem Neffen geben oder mir zum Tausch gegen mein Auto anbieten. Falls ich mein Auto wegtausche (=meine Verantwortung), kann er damit wiederum tun, was er möchte.

Das wäre meine Lösung, um mit gewahrtem Seelenfrieden aus der Nummer raus zu kommen. Nicht ich entscheide, ob der Schwager mein Auto fährt. Ich entscheide lediglich, ob ich einen Handel mit meinem Vater eingehe oder nicht. Ich mische mich nicht in die Entscheidungen der anderen Familienmitglieder ein.

  • (14) 01.11.18 - 06:37

    Wir haben noch nicht getauscht, da meine Tochter im Maxicosi vorne mitgefahren ist, man beim Auto meines Vaters aber nicht den Airbag ausschalten kann.
    Jetzthat sie einen anderen Sitz und es ginge.

    Mein Vater trifft keine Entscheidung.
    Er war schon immer passiv.
    Er mag meinen Schwager auch nicht. Wird auch langsam etwas dement und darauf angesprochen ist er eher immer erstaunt, dass dieser seun Auto fährt.
    Aber er würde auch um den lieben Frieden willennie was zu meiner Schwester deswegen sagen.

    Ich manipuliere ihn aber nicht.
    Ich übertreibe auch da nicht, wenn ich sage mein Schwager redet nie nett über meinen Vater und hat noch nie was nettes über ihn gesagt.
    Vor 2 Jahren bei der Reha (8 Wochen) hat er ihn 1x 10 Minuten besucht.
    Zuletzt bei einem Krankenhaus Aufenthalt gar nicht.
    Warum das meine Schwester so lange schon macht?
    Ich weiss es nicht.
    Und ich übertreibe auch nicht wenn ich sage, dass sich das wohl alle fragen.
    Selbst bei der Trennung ist seine Mutter auf ihn sauer - nicht auf meiner Schwester.

    Seelenfrieden finde ich bei dem Thema wohl nicht.
    Egal wie es ausgeht :(

    • Ein Stück weit verstehe ich deine Wut und dass es an dir frisst.

      Vielleicht müsstest du Alternativen suchen, für dich, nicht Bedingungen an die Umwelt stellen, sondern Fakten schaffen.

      Beispiel: Dein Auto soll nicht an den Schwager gehen. Wenn der einzige Weg ist das zu verhindern, dann nimm das Auto deines Vaters nicht an, auch nicht wenn es praktisch wäre. Behalte deins, oder verkaufe es und kauf ein anderes. (Was vermutlich zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich ist, finanziell)

      Wenn du besonders rachsüchtig bist: Nimm das Auto des Vaters und mach deins sehr unattraktiv und überlasse es dem Schwager (beispielsweise die Kleine erbricht sich im Auto und du putzt es nur halb weg, NICHTS was die Fahrsicherheit gefährden würde)

      Besprich mit deinem Vater die finanzielle Lage, aber lass den Schwager raus, also so, dass du sehr froh und dankbar fürs grössere Auto wärst, du dir das ganze Umschreiben und die höheren Kosten aber nur leisten kannst, wenn du dein jetziges Auto verkaufst.

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