Guter Freund mit Beziehungsproblemen

    • (1) 02.11.18 - 16:52
      Lieber so

      Hallo zusammen,

      Ein enger Freund (langjähriger Kollege) von mir jammert sich seit "ewig und drei Tagen" über seine ebenfalls langjährige Partnerin bei mir aus. Das macht er nur bei mir, bei niemandem sonst.

      Als er damit irgendwann anfing, habe ich versucht, ihm Ratschläge zu geben, weil ich dachte, er ist vielleicht unglücklich oder verzweifelt und braucht eben Rat. Meine Ratschläge (z.B. mit IHR das klärende Gespräch suchen, sagen, was ihn stört und das eben nicht mehr mitzumachen zukünftig) setzt er aber nie um, er macht weiter und sagt, man kann nicht mit ihr reden, sie zicke dann nur rum und es gibt nur noch mehr Streit. Er ist 45 und sagt, er ist "eigentlich" nur noch wegen der Kinder mit ihr zusammen.

      Nun geht das Gejammer schon seit Jahren und seit ca. 1 Jahr ganz extrem, und ich muss sagen, es geht mir langsam auf den Geist, weil er eben nichts von dem, was ich ihm rate, mal umsetzt, er jammert mir die Ohren voll und das wars. Einerseits weiß ich, dass wenn er nicht bei mir sich ausheulen kann, er niemanden hat, wo er es lassen kann (seine Familie möchte er nicht belasten und seine Kumpels sind fast alle Single und haben kein Verständnis für solche Probleme, die sagen ihm, er soll sich trennen, was er aber nicht will). Er hat also nur mich um den Frust abzuladen. Gleichzeitig ist es aber so, dass mich das anfangs belastet hat, da er mir Leid tat, es mich aber inzwischen sehr nervt, weil es sich ja auch alles wiederholt, es sind ja immer dieselben Aufreger.

      Ich bin der Meinung, er passt mit dieser Frau einfach nicht zusammen, das sagt er auch selbst. Und dass aus meiner Sicht eine Trennung das beste wäre. Davon will er aber nichts wissen. Ich weiß daher langsam auch nicht mehr, was ich ihm da noch raten oder sagen soll. Habe schon ab und zu dann genervt und bissig reagiert, wenn er wieder anfing zu jammern, dann ist er auch noch beleidigt.

      Wie würdet Ihr mit so jemandem umgehen? Im Übrigen hat er jetzt auch noch mir gestanden, dass er was mit einer anderen Kollegin laufen hat (rein sexuell). Gleichzeitig macht seine Frau Pläne für ein drittes Kind, das er nicht will, aber sagt es nicht IHR, sagt es MIR. Ich find das Ganze langsam echt eine Farce. Ich mag ihn echt sehr aber das wird mir langsam alles zu viel, weil ich ihn da auch null verstehen kann... Was würdet Ihr machen, wenn ein guter Freund von Euch so drauf ist seit Monaten?

      • (2) 02.11.18 - 17:09

        Hallo

        Ab dem Punkt, wo er dir die Affäre gestand, wäre doch die Gelegenheit gewesen, ihm Einhalt zu gebieten. Es ist aber noch nicht zu spät. Das nächste Mal, wenn er mit dem Thema #bla kommt, kannst du ihm sagen, dass du das nicht als Lösung seiner Probleme siehst und er dich mit solchen Infos auch in eine Sandwichposition drückt (und du dich darin unwohl fühlst). Und sag ihm einfach als ehrliche Freundin, dass du seine "Lösung" (die Kollegin zu vögeln) nicht gut findest und ab sofort für das Thema nicht mehr empfänglich bist.

        Hört er dir eigentlich auch mal bei deinen Sorgen zu oder geht es immer nur um ihn?

        LG
        mindgames

        Solche Kollegen hatte ich auch immer wieder mal.
        Ein nettes Beispiel: Kollege, Mitte 50, verliebt sich in eine 25jährige und zieht sofort zuhause aus (Frau und fast erwachsener Sohn). Er serviert sein vorheriges Leben von jetzt auf nachher ab. Dann steht er vor mir und ist vollkommen entrüstet, weil seine Frau nicht um ihn "gekämpft" hat und ihn einfach so gehen ließ. Ich hab ihn dann buchstäblich ausgelacht und gefragt, ob es sein männliches Ego gestreichelt hätte, wenn die 2 Frauen sich um ihn geschlagen hätten? Oder ob seine Frau hätte in Reizwäsche vor ihm mit dem Hintern wackeln sollen?
        Sie hat ihren sicher sehr verletzten Stolz bewahrt - und er war vollkommen konsterniert, wie man sowas Tolles wie ihn einfach ziehenlässt.

        Mein Rat: Sag Deinem Kollegen, ab sofort nimmst Du 200 Euro die Stunde - Psychologenhonorar - ansonsten soll er Dich mit dem Scheiß verschonen. Man macht sich dann auch noch Gedanken um die Typen - und das ist es ganz sicher nicht wert.....ohne Bezahlung. :-p Wenn er beleidigt ist, tja dann ist es eben so. Solche beratungsresistenten Jammerlappen über Monate hin braucht kein Mensch an der Backe.
        LG Moni

        Wie würdet Ihr mit so jemandem umgehen? ..... Was würdet Ihr machen, wenn ein guter Freund von Euch so drauf ist seit Monaten?

        Das ist allgemein ein recht häufig vorkommendes Phänomen. Menschen jammern, klagen, fragen bezüglich ihrer Probleme oder allgemein weil die Welt so schlecht ist - aber sie nehmen keinen Rat, keinen Lösungsvorschlag an. Sie jammern und fragen nämlich gar nicht, weil sie eine Lösung suchen, sondern weil es eine Art Spiel /(zum Zeitvertreib) ist. "Schaut, wie schlecht es mir doch geht! Schaut, da kann man doch rein gar nichts machen! Nicht wahr?!" Im Grunde lehnen sie alle Ratschläge ab, damit am Ende klar ist: es ist wie es ist, es gibt keine Lösung, und darum muss ich mich auch nicht ändern.

        Es gibt zwei konstruktive Möglichkeiten damit umzugehen:

        1. Man fragt den Betroffenen: Und, was wirst du jetzt machen? - Dann ist nämlich der Betroffene am Zug, an einer Problemlösung zu arbeiten. oder

        2. Man sagt dem Betroffenen: Tja, da kann man wohl nichts machen.

        Damit ist das Dauergespräch dann beendet. Nämlich sobald du aus deiner festen Rolle des Ratgebers und Trösters aussteigst, und ihm nicht mehr deine Zuwendung schenkst. Ganz einfach. Probier es aus.

      • Hallo, ewig nervig und kraftraubende Energiefresser aussortieren. Du bist nicht sein emotionaler Mülleimer.

        Versuch Dich abzukapseln. Werde wortkarg, zeitarm und hör auf ihm Ratschläge zu geben die eh nutzlos sind, da Du Dir sinnlos Mühe gibst.

        Solche Menschen wird es immer geben.

        Einen Satz kannst Du ihm ehe es langsam ausläuft sagen: Trenne Dich oder lerne still zu leiden.

        Deine Zeit ist wertvoll und er vergeudet sie.

        Hallo!

        Na er findet DICH als Beichtperson sehr willkommen.
        Beichte hat ja die Funktion Menschen von ihren Alltagssorgen zu erleichtern, aber nach einer Beichte hat nie jemand seinen Lebenswandel geändert ….

        So lange Du das so machst und nicht einfach mal sagst, dass Du nicht weiter seine Beichtmutter sein willst, wird er genau so weiter machen.


        LG, I.

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