Neue Partnerschaft - zusammenziehen?!

    • (1) 05.11.18 - 08:27
      howfar

      Hallo,

      kurz zur Ausgangslage, ich bin seit fast 5 Jahren alleinerziehend mit zwei Kindern (10 und 7) und seit 1,5 Jahren in einer neuen Partnerschaft. Es läuft alles sehr gut, wir haben es langsam angehen lassen, weil ich einige Zeit gebraucht habe, mich auf etwas neues einzulassen, und meine Kinder akzeptieren meinen neuen Partner gut. Es spielt sich langsam ein sehr schönes Familienleben ein, ich fühle mich entlastet und wir bekommen neue Impulse von aßen, frischen Wind in unser Leben, was ich sehr schätze.

      Wir 3 wohnen aktuell in einer schönen 3-Zimmer-Wohnung. Dort haben wir auch schon vor der Trennung gewohnt, ich bin mit den Kindern dort geblieben. Die Wohnung ist für uns drei wirklich gut, wir haben drei große Zimmer, zwei Balkone, einen Innenhof, in dem Kinder spielen können, und eine tolle Hausgemeinschaft. Die Wohnung liegt in einem tollen Viertel, wo wir viele Leute kennen, 5 Minuten von der Schule meiner Kinder. Außerdem ist sie unglaublich günstig, sodass ich sie mit meinem Teilzeitgehalt gut allein finanzieren kann. Das einzige Problem, was für uns zu dritt irgendwann anstehen wird, ist, dass die Kinder ein Zimmer teilen, was nicht mehr lange - vielleicht noch ein paar Jährchen - gutgehen wird. Spätestens dann besteht also Handlungsbedarf.

      Wir hatten bisher keinen Druck, an der Wohnsituation etwas zu ändern, weil mein neuer Partner in der direkten Nachbarschaft und auch sehr günstig wohnt. Nun entwickelt es sich aber so, dass er immer mehr Zeit bei uns verbringt. Und zu viert ist meine Wohnung einfach zu klein, was ich aus leidvoller Erfahrung aus meiner alten Beziehung weiß. Es steht nun also die Überlegung an, sich vielleicht zusammen was zu suchen, und ich weiß nicht, wie ich das finde.

      Wir haben gestern das erste Mal zusammen in die Richtung überlegt, ich bin sicher, jeder für sich schon öfter. Er ist da sehr offen und kann es sich gut vorstellen. Ich hätte selbst große Lust auf was Neues. Unsere Wohnung ist nach 12 Jahren wirklich abgewohnt, ein Zimmer fehlt, und ich könnte Abwechslung vertragen. Auch der Gedanke an ein richtiges, glückliches Familienleben ist wirklich schön.

      Aber ich habe große Angst vor dem Schritt. Bisher war die Fallhöhe für mich nicht groß - bei einer Trennung ändert sich für uns gar nichts. Wir bleiben, wo wir sind und kehren in unsere alte Routine zurück. Ich gehe kein finanzielles Risiko ein. Würden wir zusammen ziehen, wäre ein erneuter Umzug im Fall einer Trennung sehr schwer. So eine günstige und schöne Wohnung (in Schulnähe!) finde ich heutzutage nur schwer, wenn überhaupt. Ich würde würde also ein sehr gut geregeltes Leben und meine Unabhängigkeit aufgeben. Bei dem Gedanken gruselt es mich.

      Ich liebe meinen Partner sehr und vertraue ihm. Aber ich glaube einfach nicht mehr daran, dass die Dinge für immer halten. Vielleicht treten gerade durch das gemeinsame Wohnen Probleme auf, die wir jetzt noch nicht absehen können. Da wären wir nicht die ersten, die durch Streit über Zahnpasta-Tuben ins Schlingern geraten, und ich weiß, dass ich da schwierig bin. Ich habe einfach dass Gefühl, ich würde damit alles aufs Spiel setzen.

      Wiederum können wir in der Wohnung ja ohnehin nicht für immer bleiben, wenn wir für die Kinder eigene Zimmer möchten. Ein Sprung ins kalten Wasser steht also sowieso irgendwann in der nicht allzu fernen Zukunft an. Warum also nicht jetzt, und es wagen...?

      Ich bin hin und her gerissen - was würdet ihr tun?

      Ich glaube, ein Leben funktioniert nicht ohne dass man Risiken eingeht.
      Ihr seid schon 1,5 Jahre zusammen, es pendelt sich ein Familienleben ein. Warum nicht noch etwas warten? Bisher ging es doch auch, warum sollte es nicht vorerst so funktionieren? "Platz ist in der kleinsten Hütte" hat meine Oma immer gesagt ;-)

      Hast du deinem Partner deine Bedenken mitgeteilt?
      Wäre er bereit, erst mal zu euch zu ziehen und sich an der Miete und dem Rest zu beteiligen und zu sehen, wie es gemeinsam so läuft?

      • (5) 05.11.18 - 08:52

        Das ist für uns beide glaube ich überhaupt keine Option. In meiner Wohnung gibt es bei so einem Arrangement überhaupt keinen Rückzugsraum, und man hockt total aufeinander. Stauraum wird für uns drei knapp, keine Ahnung, wo er überhaupt seine Klamotten unterbringen sollte. In so einer Situation sehe ich eher Probleme auftauchen, und zwar dadurch, dass man sich nicht zurückziehen kann und sich so schnell auf den Keks geht. Und dann hat er alles aufgegeben. Das geht nicht.

          • (7) 05.11.18 - 09:22

            Warum schießt Du denn gleich so?! Ich schreibe doch gerade, dass ich eben nicht alles aufgeben will. Meine Kinder gebe ich sicher nicht nur deswegen auf, weil ich einen neuen Partner habe. Auf eine Beziehung habe auch ich als alleinerziehende Mutter das Recht. Und wie Du lesen kannst, versuche ich, genau abzuwägen, was das Richtige ist, ohne Hals über Kopf ins Unglück zu rennen.

            • Sorry, wenn mein Beitrag aggressiv rüber gekommen ist. Das war nicht meine Absicht. Dein Recht auf eine Beziehung habe ich aber wirklich nicht in Frage gestellt :-)

              Ich hatte nur den Eindruck, dass du eben nicht abwägst zwischen allen Möglichkeiten, sondern von vorneherein eine Option ausschließt.

              • (9) 05.11.18 - 13:40

                Keine Ahnung, wo Du das gelesen hast - steht in meinen posts ganz anders.

                Das einzige, was ich wirklich ausschließe, ist zu viert in einer 3-Zimmer-Wohnung zu wohnen, die uns schon zu dritt zu knapp wird.

          Sie muss doch so oder so ihre Wohnung aufgeben oder sollen sich die kinder bis 18 ein Zimmer teilen

      Ok, dann beziehe ich mich auf meinen 1. Satz ;-)

Deine zwei Kinder und du werdet diejenigen sein, die am meisten leiden werden, sollte das Zusammenleben in einer größeren Wohnung nicht klappen. Das sind drei Personen, die nur 1 Gehalt zur Verfügung haben.

Dein Freund hingegen ist nur 1 Person und kann sich sicherlich gut alleine tragen finanziell gesehen. Er hat mit Abstand das geringste Risiko, wenn euer Zusammenleben doch nicht klappen sollte.

Es ist konsequent und vernünftig, ein Zusammenleben zunächst einmal so auszuprobieren, dass niemand zu Schaden kommt, sollte es nicht funktionieren. Das bedeutet: er sollte 1-2 Jahre in eure Wohnung ziehen, auch wenn dort der Platz knapp ist. Klappt alles gut, könnt ihr anschließend relativ gefahrlos in eine größere Wohnung ziehen.

  • (13) 05.11.18 - 09:26

    ich denke eben, dass unter derart beengten Verhältnissen das Zusammenleben viel schwieriger ist als in einer großen Wohnung, die jedem genug Rückzugsraum bietet. Zusammenwohnen in unserer Wohnung wird nicht funktionieren, das möchte ich nicht. Ich habe hier mit meinem Ex gewohnt, ich habe es probiert - es war zu eng, ich weiß das schon.

    Mein Partner ist bereit, dass Risiko einzugehen - sicherlich, wie Du sagst, weil er sein Risiko ungleich kleiner ist als unseres.

    • Wenn das Zusammenleben in deiner Wohnung nicht in Frage kommt, auch nicht für 1-2 Jahre, bleibt dir nur, dich nach einer größeren Wohnung umzuschauen, in der du auch im Falle einer Trennung leben könntest. Sie muss also bezahlbar sein und in der Nähe der Schulen. Und du solltest die alleinige Mieterin sein.

      Ich würde ab sofort anfangen zu suchen. Sollte sich aber nichts finden lassen, würde ich bleiben, wo ich bin.

(15) 05.11.18 - 09:13

Uh... schwer.... sehr schwer...

Ich würde sagen: gucken ob man was findet und zwar ganz in Ruhe. Ihr habt ja keinen Druck.
Man kann sich also die Traumwohnung suchen und wenn man diese findet, dann überlegt man vielleicht gar nicht.

Ich kenne übrigens einige (mich eingeschlossen), die lieber auf ein Schlafzimmer verzichten, als eine Wohnung aufzugeben, die alles hat, bloß ein Zimmer zu wenig. Aber das kommt ja sicher auf die Gegend an und das Tollste ist es sicher nicht.

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