Warum tun Menschen sowas?

    • (1) 10.11.18 - 22:41
      grosseluege

      Ich bin gerade sehr traurig und auch fassungslos. Der Beitrag gehört eigentlich nicht in Partnerschaft aber ich würde gern anonym bleiben,
      Also ich habe aus Zufall herausgefunden, dass eine Freundin mich jahrelang belogen hat. Wie das herausgekommen ist würde den Rahmen dieses Threads sprengen und ist auch nicht Thema. Also. Sie hat mir und auch anderen weisgemacht, dass sie eine unheilbare Krebsdiagnose hat. Man muss dazu sagen, dass die Diagnosestellung selbst jetzt schon 9 Jahre her ist. Sie sprach von sich immer als unheilbar und schwer krank und dass sie eine sehr shclechte Prognose hat. Sie hat immer gesagt sie hat eine fünfprozentige Überlebenswahrschheinlichkeit... Mit Chemo etwa smehr. Sie hat aber nie eine Chemo gemacht...! Damals begründete sie das damit sie wollte das selbst entscheiden dürfen.....Heute sieht das alles anders aus wenn man es so betrachtet.... Auch war sie "nur" wenige Tage im KH trotz angeblich großer Krebs OP...... Besuchen sollte ich sie damals nicht sie sagte sie wollte das alleine durchstehen. Ich habe das natürlich respektiert und habe sie nicht drängen wollen. Auch das passt jetzt natürlich alles anders ins Bild...
      Sie hat dann in den Jahren danach, auch immer sehr viel Rücksicht für sich eingefordert und Unterstützung und um Hilfe gebeten. Die ich ihr u.a. gern gegeben habe weil ich ihr was Gutes tun wollte. Dass sie mich 9 Jahre angelogen hat, ist für mich ein wahnsinniger Schlag ins Gesicht und ich kann einfach nicht verstehen warum sie das gemacht hat bzw wie Menschen dazu überhaupt in der Lage sind. Mich macht das fassungslos.
      Ich habe selbst Familienangehörige an Krebs verloren und deswegen macht mich das noch mehr betroffen..... Dass die "Freundschaft" unter diesen Umständen für mich beendet ist ist ja klar (sie hat es zugegeben als ich sie damit konfrontierte
      Ich bin nur abwechselnd traurig, dann fühle ich mich extrem wütend und auch echt ausgenutzt und vor allem verstehe ich es nicht. Mit ihr gerdet habe ich seither nicht mehr. Ich kann es nicht....!

      Vielleicht könnt ihr mir das erklären was in einem solchen Menschen vorgeht.
      ich kann es gar nicht nachvollziehen. Ja klar sie hat Hilfe bekommen usw aber die hätte sie auch so bekommen, dafür hätte sie das nicht erfinden müssen. Sie hätte ja einfach sagen können wenn oder was sie belastet. Einfach ehrlich sein. Versteht ihr???
      Ich frage mich auch wie man das über jahrelang machen kann ohne sich zu schämen??? Ein schlechtes Gewissen zu haben??? sondern das auch wirlich gezielt einzusetzen und das hat sie ja nicht nur bei mir getan. Sondern auch bei anderen!
      Es hat mich damals zB schon gewundert dass ihre Schwiegermutter kurz nach ihrer angeblichen Krebsdiagnose den Kontakt zu ihr abgebrochen hat... Mit den Worten du zerstörst unsere Familie.
      Damals habe ich mich mit meiner "Freundin" noch fürchterlich darüber aufgeregt wie man so kaltschnäuzig sein kann.... das ergibt jetzt aber ein ganz anderes Bild.
      Ach man. ich weiß nicht was ich mir erhoffe aber vielleicht kann mir das einer erklären.
      :-(

      • (2) 10.11.18 - 22:49

        Das kann dir nur eine Person erklären und zwar die, die sich diese Geschichte ausgedacht hat.
        Deine Enttäuschung ist nachvollziehbar, aber wer weiß was dahinter steckt.

        Hallo

        für mich klingt das nach Münchhausen Syndrom oder ähnlichem. Eine Art Krankheit oder Störung.
        http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/vorgetaeuscht.html
        Tut mir leid, dass du das miterleben musstest, aber vielleicht hilft dir der Gedanke, dass kein „gesunder“ Mensch so etwas tun würde.. deine Freundin ist krank, psychisch krank.
        Liebe Grüsse

        • (4) 11.11.18 - 09:24

          danke dir.
          das sie ein psychisches Problem hat vermute ich schon länger. Das es so tiefsitzend ist nicht. Wir sprachen auch oft darüber. Bzw sie schüttete mir ihr Herz aus. Sie sagte aber immer selbst sie wäre so labil wegen dem krebs.
          Da ich, wie gesagt auch Angehörige durch Krebs verloren habe und auch weiß wie sehr das an die Psyche geht wollte ich sie nie zu was drängen sondern ihre Zuhörerin sein, oder ihr eben praktisch Hilfe und Unterstützung geben was ich auch tat.

      (5) 10.11.18 - 22:58

      Ui heftig.
      Fühl Dich erstmal gedrückt, ich verstehe in etwa, wie sich sowas anfühlt. #liebdrueck
      Ich hatte in meinem ersten Job einen völlig beschissenen Chef. Echt, der Typ war ein Mega-Arschloch.
      Ich freundete mich mit der Sekretärin in der Firma an, wir wurden gute Freundinnen und haben sogar mehrtägige Ausflüge gemeinsam gemacht etc. Ich schüttete ihr mein Herz über unseren Chef aus und fühlte mich von ihr verstanden.
      Was ich nicht wußte:
      Sie wohnte mit ihm zusammen. Bäng. Er hatte noch Ehefrau und Kind und Säugling in einer anderen Stadt, so daß sie am WE oft allein war (und dann Zeit für mich hatte). Bevor ich sie besuchte, räumte sie immer seine Schuhe, Kleidung, Zahnbürste weg #schock.
      Als ich das nach knapp 2 Jahren rausfand, habe ich nur noch gezittert. Sie war am Boden zerstört, als ich ihr die Freundschaft kündigte und sagte, sie hätte mich so lieb gewonnen und irgendwann den Moment verpaßt, es mir zu beichten. Dann war es zu spät und sie wollte mich nicht als Freundin verlieren und hat deshalb diese Lüge aufgebaut.
      Ich glaube ihr das sogar, auch wenn es an meiner Wut natürlich nichts geändert hat.
      Vielleicht war es bei Deiner Freundin ähnlich? Vielleicht führst Du ja in einiger Zeit nochmal ein Gespräch mit ihr.
      Alles Gute! #klee

      (6) 10.11.18 - 23:23

      Man kann jetzt natürlich nur mutmaßen, weil man die genauen Umstände nicht kennt, aber wenn das damals nach dem Spruch der Schwiegermutter anfing, könnte es vielleicht sein, dass Deine Freundin damals Angst hatte, ihren Mann zu verlieren, und deshalb die Erkrankung erfand, damit alle Mitleid mit ihr haben (auch seine Familie) und er bei ihr bleibt.

      Ist ja praktisch, man hat mit so einer Fake-Erkrankung ja plötzlich die volle Aufmerksamkeit und Zuwendung des ganzen Umfelds, alle kümmern sich, nehmen Rücksicht, helfen und erwarten im Gegenzug gar nichts zurück. Man wird auch nicht eingespannt bei unangenehmen Dingen, niemand bittet einen, mal auszuhelfen oder zur Hand zu gehen....

      Also, wer sowas macht, hat defintiv ein großes Aufmerksamkeitsbedürfnis. So eine Lüge kann aus einer verzweifelten Lage entstehen und sich auch verselbständigen, dass man irgendwann den Absprung verpasst, es aufzuklären. Andererseits, 9 Jahre ist schon ein starkes Stück, da hätte sie ja irgendwann auch mal ihre Genesung faken können, wenn sie es nicht mehr gewollt hätte.

      Ich finde das auch sehr geschmacklos anderen Betroffenen gegenüber, die wirklich Krebs haben. Man stelle sich auch vor, sie würde jetzt wirklich irgendwann Krebs oder was anderes kriegen, nach der Lügenshow wird sie dann wohl keinerlei Unterstützung mehr von irgendwem bekommen, wenn sie sie WIRKLICH braucht.

      Ich denke auch, sie ist psychisch krank, wahrscheinlich kann sie dir deine Fragen gar nicht beantworten, weil sie darauf gar keine plausiblen Antworten hat außer "Ich wollte halt Mitleid und Aufmerksamkeit erzwingen und dazu war mir jedes Mittel recht". Sicher keine Antwort, die sie zugeben würde, aber am Ende wäre das wohl die Wahrheit.

      • Der Spruch der Schwiegermutter kam NACH der "Krebsdiagnose".

        >>>dass Deine Freundin damals Angst hatte, ihren Mann zu verlieren, und deshalb die Erkrankung erfand,<<<

        Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass man während einer Ehe so eine Krankheit faken kann, schon gar nicht jahrelang, da müsste der entsprechende Ehepartner schon taubstumm und blind sein.

        • (8) 10.11.18 - 23:52

          Es gibt Ehen, da bringen Frauen mehrfach Babies zur Welt und töten diese anschließend, und der Partner will nie was von einer Schwangerschaft mitbekommen haben. Dagegen stelle ich mir das Faken einer Krebserkrankung einfacher vor.

          • Wenn du meinst....

            Hattest du mal einen krebskranken Partner?

            Hier in diesem Fall hieß es ja auch von Anfang an "unheilbar", womit sie sich jede Menge Rücksicht und Hilfsleistungen von Freunden "ergaunert" hat.

            • (10) 11.11.18 - 08:32

              Nein, ich hatte noch keinen krebskranken Partner, der Mann von ihr sicher auch nicht, daher weiß man dann ja auch nicht, wenn der Partner einem sagt, ich hab Krebs, der ist unheilbar, ich mach keine Chemo, wie das wäre, wenn es WAHR ist. Der Mann scheint ihr ja auch geglaubt zu haben oder er hat ihre Lüge gedeckt. Oft macht man als Partner aber die Augen zu vor unangenehmen Wahrheiten, lässt sich bei offensichtlichen Widersprüchen lieber bequatschen statt einsehen zu müssen, dass einen der Partner die ganze Zeit verarscht. Das Phänomen kann man ja auch sehr oft bei Betrogenen feststellen, wo das ganze Umfeld schon weiß, der Partner geht fremd, nur sie selbst stellen sich taub und blind.

              Ich kenne übigens selbst einen Fall, wo der Ehemann der ganzen Familie 2-3 Jahre eine Krebserkrankung vorgetäuscht hat, um Geld für eine angebliche teure Alternativbehandlung zu ergaunern, die die Kasse nicht zahlen würde. Der ging soweit sich sogar eine Glatze und die Augenbrauen zu rasieren, damit es glaubwürdig wirkt. Die Ehefrau will auch nichts geahnt haben (er nahm vor allem ihre Eltern und Großeltern aus).

              • (11) 11.11.18 - 09:21

                danke schon einmal für eure Antworten.
                Ich gehe davon aus dass auch ihr Mann nicht die ganze Warheit weiß. Aber vielleicht hat er mehr gezweifelt als ich??? Ich hatte dafür keinen Grund bis ich die Wahrheit erfuhr.
                es ist ja eine Tatsache, dass sie damals operiert worden ist.
                Allerdings und das weiß u.a. ich jetzt, nicht wegen Krebs.
                Gegen ihren Mann hat sie oft genug gewettert, dass er sie nicht uterstützen würde usw.
                Eine Woche nach ihrer OP damals fuhr er zB zu seinen Eltern. Ich war immer sehr solidarisch und dachte mir damals was für ein A..... Ich habe mich ausser bei Geburtstagen Zb auch nicht mit ihm getroffen und unser Verhältnis war durch die Schilderungen meiner "Freundin" wie sehr er sie im Stich lässt auch sehr unterkühlt.
                ich meine sie wurde operiert damals. nichts weiter.
                zu angeblichen Nachkontrolluntersuchungen wollte sie immer alleine hin. ach ich weiß auch nicht.
                das war schon alles sehr geschickt :-(

                (12) 11.11.18 - 12:05

                Der ging soweit sich sogar eine Glatze und die Augenbrauen zu rasieren, damit es glaubwürdig wirkt.

                Unglaublich! Ich würde sofort auf den ersten Blick sehen, ob jemandes Haarwurzeln die Haare abgestoßen haben oder die Haare rasiert wurden. Wie geht so ein Fake? Dann muss er eine Mütze drüber gezogen haben.

                • (13) 11.11.18 - 14:54

                  Ja wenn man was vermutet und drauf achtet, würde man es sicher merken, aber wenn man demjenigen glaubt, dann achtet man vielleicht nicht auf solche Details, oder wenn man es tut, denkt man vielleicht, naja, ich DACHTE zwar, die Haare wachsen dann anders nach, aber bei ihm ist es vielleicht doch so, starker Haarwuchs, keine Ahnung, ich denke, man will es vielleicht als Partner oft auch gar nicht sehen, selbst wenn es offensichtlich ist, gerade weil die Wahrheit ja auch weh tut und so unfassbar ist. Ist ja wie gesagt auch oft bei Betrogenen so, die Zeichen sind da und eigentlich eindeutig, trotzdem glaubt man lieber die ganzen Ausreden und Erklärungen, bis es nicht mehr zu übersehen ist (OK, ich bin auch nicht so, ich bin ein Trüffelschwein, was Unehrlichkeiten betrifft, total misstrauisch bin ich, deshalb wäre ich auch nicht leicht durch sowas hinters Licht zu führen, aber es gibt ja auch viele Leute, die eben wirklich lieber die Augen vor unangenehmen Wahrheiten verschließen, und die kann man dann eben auch sehr leicht täuschen).

    Eine sehr gute Freundin von mir habe ich irgendwann auch durch puren Zufall erwischt. Sie hat jahrelang und bis ins Detail eine Beziehung vorgespielt.

    Im Nachhinein, und nachdem ich mit Google, Facebook usw. noch weitere Ungereimtheiten gefunden hatte, hätte ich es viel früher merken sollen. Der angebliche Freund war Startup-Unternehmer und musste sich immer entschuldigen lassen, war zu wichtigen mit Geldgebern sonstwo oder hat bestenfalls mal eine Postkarte mit unterschrieben. Dazu seltsame Unfälle, Krankheiten usw.

    Ich habe versucht, die Freundschaft aufrecht zu erhalten, weil sie nicht zu meinem persönlichen Nachteil gelogen hat, sondern mutmasslich, um ihr aus ihrer Sicht eintöniges Leben etwas aufzupeppen oder um nicht als Dauersingle dazustehen. Es ging einfach nicht, bei jeder Story kam bei mir immer wieder der Verdacht auf, dass auch da wieder etwas faul ist, möglicherweise häufig zu recht. Ich will mir nicht Sorgen machen, wenn sie angeblich zum Kieferchirurgen geht, um irgendeine komplizierte Geschichte abzuklären, wenn sie sich in Wirklichkeit beim Zahnarzt etwas Zahnstein entfernen lässt. Auch wenn sie nicht direkt zu meinem Nachteil lügt, dadurch, dass sie mir Zeit klaut und ich mir Sorgen mache, ist es eben doch zu meinem Nachteil. Ich habe deshalb mittlerweile die Freundschaft abgebrochen.

(16) 11.11.18 - 08:20

Weißt du von wem du die Antwort bekommst?
Von deiner Freundin :-)

Oder sagt sie dazu nichts?

  • (17) 11.11.18 - 09:24

    als ich sie konfrontierte und sie es dann zugab habe ich unter Tränen gefragt warum???? sie hat die Achseln gezuckt.
    Dann bin ich gegangen

    • <<<Dann bin ich gegangen >>>

      Wäre ich an Deiner Stelle auch.

      Zudem würde ich darüber nicht mehr nachdenken und versuchen das Thema abzuhaken.

      Jede Minute die Du damit verbringst Erklärungen und Gründe für ihr Verhalten zu finden, ist eine Minuten zu viel.

      Niemand braucht Menschen im engsten Umfeld die Lügen, oder nur dann Zeit haben wenn es ihnen nicht gut geht, oder sie Hilfe benötigen, die sich ansonsten aber nicht melden.

(19) 11.11.18 - 09:01

Auch in meiner Jugendzeit mit ca 16 gab es ein Mädel in meiner Schulklasse, die vorgelogen hat, die habe Krebs. Die wollte schlicht Aufmerksamkeit und bedauern. Unterschätze den Wunsch danach bei manchen gespinnerten Leuten nicht! DAS kann es allein gewesen sein!! Es gibt ja auch sogar Eltern, die ihre Kinder verletzen (den Arm brechen) oder sie absichtlich krank machen, nur um Aufmerksamkeit zu bekommen!!!

Gestörte Menschen kann man nicht erklären.

Man muss seinen Freundinnen nicht jedes Detail im Leben erklären und erzählen. Es kann auch durchaus Dinge geben, die man für sich behält.

Aber wenn sie so eine große Lüge in ihr Leben eingebaut hat, kann ich nicht glauben, dass sie nicht auch in kleinen Dingen gewohnheitsmäßig geschummelt hat. Das hätte man doch merken müssen. Hast du nichts gemerkt?

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