Luft ist raus aus meiner Ehe

Hallo, ich bin neu hier und auch das erste Mal in so einem Forum... Also ich bin fast 50,mit meinem Mann zusammen seit 22Jahren, verheiratet 12Jahre eine Tochter im Teeniealter. Wir haben eine schönes Haus, es geht uns prima. Doch irgendwie ist die Luft aus unserer Beziehung raus, ich weiss nicht wann das angefangen hat. Wir rsden kaum noch, schon gar nicht über uns, haben wir eigentlich noch nie gemacht, reden nur über alltägliches was halt so anliegt. Ihn stört das glaube ich nicht. Wir haben keine echten Freunde nur Bekannte. Gehen zweimal in der Woche tanzen, das ist unser einziges gemeinsames Hobby. Abends sitzen wir jeder in einer Ecke des Sofas und schauen Fernsehen, oft hat er dann sein Tablet auf dem Schoss und macht dort irgendwas. Zum Schlafengehen gibts ein kurzen Kuss und dann schweigen. Ist das so normal nach zwanzig Jahren Beziehung? Erwarte ich zuviel? Ich würde mir ein bisschen mehr Nähe wünschen, etwas mehr Gespräche , viel mehr Lachen, Ich habe allerdings auch nicht viel zu erzählen, da ich nur zweimal in der Woche halbe Tage arbeite und ansonsten nur Haushalt und Tiere zu versorgen habe. Ich will mich nichtbeschweren, ich habe alles was ich mir gewünscht habe, doch so richtig glücklich bin ich nicht.

Hallo!

Wie wäre es mit mehr arbeiten? Dir ist langweilig, das Kind ist groß und will eher Ruhe als betüddelt werden, Haushalt und Tiere Lasten dich auch nicht richtig aus. Dein Mann ist aber müde und geschafft nach der Arbeit, will sich abends entspannen, während du nach einem langweiligen Tag Unterhaltung willst - und gleichzeitig nicht Mal was zu erzählen hast.

Sorry, aber mach nicht deinen Mann verantwortlich, wenn in deinem Leben so wenig passiert, dass du abends nicht müde bist. Ändere etwas. An deinem Leben. Dann bist du auch müde und weißt gemütliches Schweigen mehr zu schätzen und hast sonst auch Mal was zu erzählen.

Danke für deine Meinung. Langeweile habe ich allerdings wirklich nicht. Ich weiß mich gut zu beschäftigen. Mein Mann hat schon mit den Zähnen geknutscht als ich mir den Teilzeit Job gesucht habe... Ich weiß dass es nicht nur die "Schuld" meines Mannes ist, zu Problemen gehören immer zwei. Er ist auch abends nicht völlig kostenlos von der Arbeit, er hat einen easy job ( Originalton).
Ich werde weiter versuchen, das wir mehr reden und Unternehmen, aber er sitzt auch gerne Zuhause am Computer.

Vielen Dank für die Ratschläge. Ich werde versuchen einige davon umzusetzen.

Hallo

Jo klingt echt etwas langweilig und typisch spiessig.

Gut ihr habt ein Hobby, kann man das noch ausbauen? Oder mal ne Nacht weg?

Reden,Reden,Reden.

Von Sex lese ich auch nichts. Habt ihr den denn noch?

Wir sind zwar erst 43 Jahre alt aber genauso lang zusammen und ab und an haben wir auch solche Abende. Aber nicht oft.

LG Sandra

Hallo rike,


mein erster Gedanke war : " Gefangen im goldenen Käfig".

Du hast eigentlich alles was du dir gewünscht hast. Was nutzt das aber wenn es am zwischenmenschlichen fehlt. Ich finde es aber gar nicht so ungewöhnlich das nach langem zusammenleben so ein Zustand entsteht.

In meinen Augen ist es ein schleichender Prozess. Am Anfang bemerkt man es so gut wie nicht. Wenn man merkt das einem etwas fehlt traut man sich nicht wirklich es anzusprechen. Es vergeht weitere Zeit. Dann kommt eines Tages der Punkt an dem man immer unzufriedener ist und sich Veränderungen wünscht. Aber woher sollen diese Veränderungen kommen. Man spricht seinen Partner an. Dieser reagiert mit Unverständnis weil für ihn bis zu diesem Tag alles okay war und er sich fragt warum du nicht schon viel früher etwas gesagt hattest.

Bei langen Beziehungen/ Ehe schleichen sich gern Automatismen ein und ich denke damit beginnen die Probleme. Viele schaffen es nicht bei Zeiten über Unzufriedenheiten zu reden. Dadurch wird der Haufen mit Problemen den man vor sich herschiebt immer größer bis er einen komplett überrollt.

Versucht euch zusammen zusetzen. Redet gemeinsam und schaut was ihr ändern könnte. Dabei sollte schon alles offen angesprochen werden, es sollten aber keine Vorhaltungen kommen. Versucht dabei nach Möglichkeit sachlich zu bleiben.

Ihr habt auch die Möglichkeit eine Beratungsstelle aufzusuchen. das hat den Vorteil das euer Gespräch von einer unbeteiligten Person moderiert werden kann.

Freundliche Grüße

blaue-Rose

Wie war es denn am Anfang eurer Beziehung? Genauso? Wie sahen da eure Abende aus?

Ich glaube, Dir geht's zu gut!
Im wahrsten Sinne des Wortes!
Sei doch zufrieden,mit dem was Du hast: Du hast einen loyalen Partner, ihr seid Beide gesund,ein tolles gesundes Kind, ein Haus, Tiere,einen Job.
Wenn Du Dir mehr Schwung wünscht,dann tu was! Komm raus aus Deiner Komfort Zone! Unternimm was verrücktes mit Deinem Mann, sei kreativ!
Du hast es Selbst in der Hand!

Hallo,

ich bin zwar erst 36 und 18 Jahre mit meinem Mann zusammen, aber auch wir hatten schon mal eine richtige Flaute in unserer Beziehung. Wir waren beide unzufrieden konnten es aber nicht richtig benennen und haben so über Monate geschwiegen. Irgendwann ist mir der Kragen geplatzt und ich habe ihn so richtig angeschrien. Ich weiß war nicht richtig, aber es hat dafür gesorgt, dass wir wieder ins Gespräch kamen. Wir haben lange über das gesprochen was uns fehlt und uns unzufrieden macht. Wir haben eine Liste gemacht was wir alles an Aktivitäten in den nächsten 6 Monaten machen (wir waren zu den zeitpunkt KInderlos). Zusätzlich haben wir Dateabende ausgemacht, an den Tagen sind wir zusammen essen gegangen oder einfach nur spazieren mit Picknick. Ohne PC, Fernseher und Handy begannen wir wieder zu reden (Job, getrennte Hobbies, Freunde etc) und das hat uns sehr gut getan. Seitdem haben wir wieder Schwung in unserer Beziehung und auch unser Sexualleben wurde wieder besser.
Wenn es mit den reden nicht klappt würde ich ernsthaft überlegen externe Hilfe zu holen, wenn du deinem Mann noch liebst. Wir haben uns therapheutische Hilfe erst diese Jahr geholt, als unsere Ehe unter unserer Kinderlosigkeit und der Kinderwunschbehandlung gelitten hat. Die Diagnose und das ganze drumherum hat uns wieder sprachlos gemacht, jeder versuchte es alleine zu verarbeiten und das endete im Streit udn Schweigen. Diesmal haben wir es nicht alleine geschafft und wir sind sehr froh, dass wir über unseren Schatten gesprungen sind und uns therapheutische Hilfe geholt haben (Sie hat als Moderatorin gedient und hat in Einzelgesprächen die echte Sorgen gefunden). Die Beratung hat uns sehr geholfen und wir sind wieder glücklich und zufrieden. Gehen wieder aus Dates;-) und sind auch so wieder zusammen unterwegs #verliebt.

Ich hoffe, dass ich dir mit meiner Geschichte etwas Hoffnung geben konnte. Und dass du siehst es gibt Möglichkeiten sich aus dem "Sumpf des Einerlei " zu befreien.

LG Morgain

Ich glaube, an diesen Punkt kommen recht viele Ehen und fast überall ist das ein schleichender Prozess. Und eines Tages wacht man auf und befindet sich in Erich Kästners "Sachlichen Romanze" (Falls du es nicht kennst, google das, ist ein tolles Gedicht). Und es gibt sicher viele Paare, bei denen einer von beiden, nämlich der, der zuerst "aufgewacht" ist, das Handtuch schmeißt.
Ich finde das schade. Die Leidenschaft und Nähe fehlen, ja, aber man ist so lange gemeinsam durchs Leben gegangen und an sich ein gutes Team, dass ich finde, dass man nicht kampflos aufgeben sollte.
Weiß dein Partner, wie es dir in der Beziehung geht? Du sagst, du glaubst, dass ihn das nicht stört. Glauben ist ja aber bekanntlich nicht Wissen. Du solltest also vielleicht mal mit ihm reden, am besten jedoch erst, nachdem du dir ein paar Gedanken gemacht hast, wie du die Kuh vom Eis kriegen könntest.

Was uns in Flauten hilft, in die wir auch immer mal wieder geraten:
1. Sich selbst auf den Weg machen und sich mal wieder ein Stück neu erfinden. Wann hast du das letzte Mal etwas, das erste Mal gemacht? Trau dich mal wieder was, tue was Verrücktes, etwas, von dem du denkst, dass du das zwar gerne machen würdest, aber gar nicht der Typ dafür bist.
2. Körperliches Wohlbefinden herstellen: Fühlst du dich attraktiv? Guckst du gerne in den Spiegel? Falls nicht: Sport machen, Friseurbesuch anberaumen, shoppen gehen, gerne auch Dessous kaufen. Nach dem kompletten Make over mit erhobenen Hauptes durch die Gegend laufen, Marktwert checken und sich als Frau fühlen.
3. Intimität herstellen: Du meinst, deinen Partner in- und auswendig zu kennen? Ich glaube, dass die meisten, die so denken, einem Irrglauben aufsitzen. Meiner Erfahrung nach trägt jeder Mensch ein verborgenes Universum an ungelebten Wünschen und Sehnsüchten mit sich herum, die eine wahre Schatzkiste sind, wenn man sich auf den Weg macht diese zu entdecken. Ihr könntet euch gegenseitig die von mir schon des öfteren beworbenen "36 Fragen zum Verlieben" stellen oder noch besser: Ihr macht ein Spiel draus und versucht die Frage erst mal für den anderen zu beantworten und lasst euch dann von der "richtigen" Antwort überraschen oder ihr ladet euch die App "Undercover" auf eure Handys. Da werdet ihr jeden Tag nach sexuellen Vorlieben auch jenseits von Missionarsstellung gefragt und ihr könnt anklicken, ob ihr diese Dinge ausprobieren wollt oder lieber nicht. Das Gute daran ist, dass die App euch nur Übereinstimmungen anzeigt und randommäßig die Vorschläge macht, so dass der andere erst einmal nicht weiß, ob man auf Analsex steht oder eben nicht, weil man nicht weiß, ob der andere bereits danach gefragt wurde. Mit den Übereinstimmungen könnt ihr dann machen, was ihr wollt und nach dem Überwinden der anfänglichen Hemmschwelle braucht ihr die App vielleicht bald gar nicht mehr....

Das waren nur ein paar Ideen, ich denke, es gibt noch viel mehr, was man tun kann. Man könnte z.B. auch einen Abend etablieren, wo Glotze und Tablets ausbleiben und sich an einen Tisch setzen und gucken, was passiert. Ich habe z.B. mit meinem Mann einen Zwei-Mann-Debattier-Club. Wir bereiten uns jeweils eine Woche lang auf ein Thema vor (das kann was politisch Kontroverses sein oder irgendein Bildungsthema, von dem wir keine Ahnung haben. Neulich haben wir uns z.B. in Bachs Leben und Werk eingelesen, obwohl wir uns beide nicht für Bach interessiert haben...) und unterhalten uns dann darüber, einfach nur, um gedanklich beweglich zu bleiben. Und ganz nebenbei sind wir so oft unterschiedlicher Meinung, dass wir durch diese Gespräche aus der "Brüderchen-Schwesterchen-Komfort-Zone" rauskommen, denn ich finde für ein Leben ist "Gleich und Gleich gesellt sich gerne" toll, aber für erotische Spannung schadet ein gelegentliches "Unterschiede ziehen sich an" auch nicht.

Also, nicht den Mut verlieren. Raus aus der Komfortzone und nicht von Rückschlägen oder einem langsamen Tempo abschrecken lassen.

Hallo,

ich bin zwar nicht in der Situation der Threaderstellerin, aber ich finde deinen Beitrag klasse.

Insbesondere den Debattierclub zu zweit werde ich für mich persönlich aufgreifen.

Danke dafür...

LG

Nici#winke

Oh, danke!! Ja, der macht uns tatsächlich viel Spaß und blöder sind wir dadurch auch nicht geworden. :-D

weitere 4 Kommentare laden

Hallo

ihr geht zweimal in der Woche tanzen.Das ist doch schon mal gut.
Wie sieht es mit anderen gemeinsamen Planungen ( Urlaub, Sport u.s.w. ) aus?

Warum habt ihr keine Freunde? Ich denke der Partner ist generell als einziger sozialer Kontakt überfordert.
Bei uns finden z.B. regelmäßige Unternehmungen allein durch den Verein statt, wie z.B. jetzt am Wochenende gemeinsames Kochen.
Aber auch durch unsere sportlichen Kleingruppen ( bei meinem Mann Radgruppe, bei mir Tanzen ) entstehen Gespräche, Kontakte und weitere Unternehmungen.
Das heißt nicht, dass man alles gemeinsam machen muss.
Wir vereisen auch nicht grundsätzlich zusammen oder sind mit allen Kontakten gleich eng befreundet.
Irgendwo muss der Gesprächsstoff ja herkommen.Wir planen meist immer irgendetwas und diskutieren grundsätzlich ( Politik) viel.

Ich finde Nähe entsteht durch gemeinsame Unternehmungen, egal welcher Art.
Das kann auch gemeinsam Musik hören ( ohne Laptop etc. ) auf dem Sofa sein.

L.G.

Hallo!

Na ja wir sind 20 Jahre verheiratet, haben 2 Teenies.
Alleine durch die Teenies gibt es hier sehr viel Redenswertes!
(Klamotten Marke / Nicht; Mofa/Motorrad / Fahrrad / Auto; Ausbildung / Studium, Wunsch / Fähigkeit / Geld; Politik, Umwelt, Finanzen, Projekte, Berufliches, Schulisches, Risikoeinstellung, Gesundheit / Spaß, was will ich im Leben noch erreichen, was kann ich jetzt umsetzen, ......)

Ihr scheint wirklich alle Themen dieser Welt geklärt und abgehakt zu haben?
Wir haben vor 20 Jahren angebaut, jetzt war es dann doch höchste Zeit nochmal zu renovieren, umgestalten, sich Gedanken über die Nutzung der Räume jetzt , bei Auszug der Kinder, etc. zu machen. Bei der nächsten Renovierung sind wir vermutlich über 70 #schock

Da geht einem schon durch den Kopf: will ich so viele Räume unterhalten auch wenn die Kinder weg sind und wir in Rente. Lohnt sich jetzt noch eine Investition in was anderes? Sehe ich mich mit diesem Partner auch in 20 Jahren auf derselben Couch sitzen??? Will ich doch noch einen Springbrunnen im Garten, ....?

Vor allem die Frage: wie will ich mal mein Leben gestalten, wenn die Kinder mich wirklich nicht mehr brauchen? finde ich spannend! Dafür muss man aber "jetzt" die Voraussetzungen schaffen: sportliche /künstlerische/ gesellschaftliche Aktivitäten. Und um die auszusuchen MUSS ich doch mit dem Partner sprechen!

Fang mal an und frage Deinen Mann wie er sich das Leben in 5 / 10 / 15 / 20 Jahren vorstellt.

LG, I.

Ich bin mir nicht sicher ob reden allein da heraus hilft. Wie schon einige sehr gut beschrieben haben, ist es vor allem die Routine und der feste Glauben daran, den anderen gut zu kennen, was so ja nicht stimmt.

Mach etwas anders. Egal ob der Partner mitmacht oder nicht. Ändere Deine Routine im Alltag.
Anderer Weg zur Arbeit, Samstagsbrötchen vom anderen Bäcker holen, schauen was die VHS so anbietet, Abends noch ein Spaziergang statt Sofa, Kaffee statt Tee, Tee statt Kaffee usw.
Das was es schon gibt anders tun, neue Denkweisen zulassen etc.

Meist gibt es dann automatisch Bedarf zu reden.