Ehestreit um Wohnsituation und Wohnort

    • (1) 16.11.18 - 14:28
      Verzweifelte Ehefrau

      Hallo zusammen,

      heute schreibe ich ausnahmsweise mal anonym.
      Ich hab ein Anliegen, dass unser Leben massiv beeinflusst.
      Mittlerweile bin ich so in der Thematik drin, dass ich gar nicht mehr einschätzen kann ob ich zu viel erwarte oder ob Mann man mir zu viel abverlangt.
      Bin daher um jede Meinung dankbar.
      Zur Situation:
      Mein Mann ist Führungsposition und arbeitet mindestens 50-60 Stunden pro Woche, oft auch an den Wochenenden. Ich arbeite Teilzeit als Beamtin, weil ich das für mich möchte, müssen würde ich das nicht.
      Wir wohnen in einem Doppelhaus mit 2,5 AR Grundstück, das wir geschenkt bekommen haben und besitzen zudem noch eine hochwertige, große Eigentumswohnung in Stuttgart, die wir demnächste verkaufen werden, da wir jetzt im Haus wohnen.
      Ich bin sehr unglücklich darüber, dass wir so beengt auf den Nachbarn leben und zudem 30 Minuten von meinen Eltern entfernt sind. Ich bin die meiste Zeit meines Lebens alleine mit dem Kindern, an einem Ort an dem ich nicht sein möchte, unser Garten ist ein Minihandtuch indem man kaum was machen kann und ist zudem komplett einsehbar. Kurz gesagt fühle ich mich einfach nicht wohl. Seit ich meinen Mann kennen gelernt habe, habe ich immer da gewohnt, wo er leben wollte. Aber jetzt will ich das einfach nicht mehr. Fühle mich so, als würde ich meine Lebenszeit mit unglücklich sein verschwenden, anstatt endlich so zu Leben wie ich das möchte.
      Ich würde sehr gerne neu bauen, am liebsten bei meinen Eltern.
      Mein Mann lehnt dies komplett ab, ich soll dankbar sein, dass wir eine Immobilie geschenkt bekommen haben. Er sieht nicht, dass ich immer alleine bin und mich das frustriert und auch schon depressiv macht. Würden wir bei meinen Eltern/ Familie/ Freunden wohnen ( alle wohnen im selben Ort) würde mich seine lange Arbeitszeit nicht stören und ich wäre viel glücklicher.
      Finanziell könnte wir bar bauen oder mit einem sehr niedrigen Kredit. Seine Arbeitsstelle ist vom aktuellen Wohnort 20 Minuten entfernt, von meiner Heimat 30 Minuten.
      Wie seht ihr das Ganze? Habe ich auch ein Recht darauf, so zu leben, wie ich das möchte mit Freuden, Familie direkt um mich oder übertreibe ich einfach nur?
      Seit ihr der Meinung es ist zu viel verlangt, wenn man ein eigenes Einfamilienhaus mit Garten möchte, wenn das Geld da ist? Sollte ich mit dem kleinen Doppelhaus zufrieden sein?
      Mittlerweile ist es soweit, dass ich die Trennung in Erwägung ziehe, obwohl wir Kinder haben und ich ihn liebe, weil ich einfach unglücklich bin ein Leben zu leben, dass ich so nicht leben möchte, nämlich in Einsamkeit, da er nie Zeit hat.
      Freue mich über jede Meinung.
      Liebe Grüße
      Verzweifelte Ehefrau

      • 30 min zu deinen Eltern finde ich jetzt nicht die riesen Entfernung, dass man das nicht auch mal einfach so am Nachmittag fahren könnte.
        Sowas hat man unter Umständen ja auch, wenn man in einer größeren Stadt lebt und vom einen Ende zum anderen möchte.
        Wichtig finde ich aber zudem, wie es deinen Kindern an eurem Wohnort gefällt und wie schwer/leicht für sie ein Umzug zu verkraften wäre...

        • (3) 16.11.18 - 15:08
          Verzweifelte Ehefrau

          Vielen Dank für deine Antwort.
          Die Kinder sind klein, meine älteste ist 4 Jahre alt.
          30 Minuten sind es eben ohne Stau, bei Stau braucht man auch schnell mal eine Stunde.
          Unsere Kinder würden auch lieber bei Oma, Opa, Urgroßeltern, Tanten, Onkel und Cousinen und Cousins wohnen.
          Nur mein Mann eben nicht.
          Meine Große ist auch oft mehrer Tage am Stück dort.
          Ich finde es einfach schade den ganzen Tag alleine zuhause zu sitzen, mein Mann kommt seltenst vor 20.00 Uhr. Zudem können wir eben draußen im Garten kaum was machen Platz für Schaukel und Co gibt es dort nicht.
          Ich habe irgendwie das Gefühl, dass mein Mann möglichst viel verdienen möchte und wir dadurch immer alleine sind. Er kann auch zu wichtigen Terminen der Kinder nicht erscheinen. Die Kombination aus viel Arbeit und dennoch nicht viel davon haben, da wir eher bescheiden und beengt wohnen, finde ich einfach frustrierend.

          • Warum sitzt du den ganzen Tag alleine zu hause? Nimm dein Leben in die Hand, geh in einen Verein, in eine Gruppe, mach Sport, ein Hobby, ... tue was. Dann wirst du auch nicht unzufrieden zu hause sitzen. Oder such dir eine Teilzeitarbeit in deinem Beruf.

        Wollte ich auch grad schreiben. Wir wohnen in der Großstadt und ich bin schon froh, dass meine Mutter "nur" eine Stunde entfernt wohnt. Da finde ich 30 min echt vertretbar. Was weniger vertretbar für mich wäre, ist ein Haus, das mir nicht gefällt. Das finde ich persönlich nicht so gut. Ich lege wirklich Wert auf ein schönes Wohnumfeld und wenn ihr schon den Luxus habt, Euch was passendes suchen zu können, versteh ich nicht, warum ihr dann in einer kleinen Doppelhaushälfte wohnen solltet nur weil es umsonst war. Bauen ist für viele Paare eine enorme Belastung. Vielleicht findet sich ein Kompromiss in einem fertigen Haus. Lg

    Hallo!

    So wie es sich liest, denke ich, dass hier nicht die Frage ist, wer zu viel von wem verlangt, sondern die Problematik eher darin besteht, dass ihr Euch verrannt habt.

    Es ist ja in einer Partnerschaft nicht ungewöhnlich, dass man unterschiedlicher Meinung ist. Jedoch sollte einem, wenn man sich liebt (und das schreibst Du ja von Euch), daran gelegen sein, dass es nicht nur einem selbst, sondern auch dem anderen gut geht. Sprich: Man sucht so lange nach einem Kompromiss oder einer Lösung, mit der beide Seiten gut leben können.
    Wenn Du also unglücklich in der Doppelhaushälfte bist, dann sollte Dein Mann das akzeptieren und ihr solltet gemeinsam nach einer Lösung suchen. Es klingt ja nicht so, als sei Geld ein Problem, so dass sich durch Verkauf der Eigentumswohnung und der Doppelhaushälfte sicherlich eine andere Immobilie anschaffen ließe, die beiden gefällt. Ob der Kompromiss dabei ist, dass es am gleichen Ort ist (30 min zu Deinen Eltern finde ich nun wirklich machbar) oder Deinem Wunsch nach mehr Garten nachkommt, lässt sich dann doch aushandeln.

    Also: Etwas weniger "Forderungen" von Deiner Seite, etwas weniger Sturheit von der Seite Deines Mannes, vernünftige Gespräche über Eurer beiden Wünsche und Erwartungen an die Wohnsituation - das müsste doch machbar sein, oder?

    Eine andere "Baustelle" scheint mir Deine Einsamkeit zu sein. Auch da könntest Du doch vielleicht noch mal ansetzen und Kontakte vor Ort knüpfen und Dich nicht ausschließlich auf Deine Eltern stützen - so klingt es jedenfalls aus Deinem Text heraus. Das verbessert dann sicherlich auch die Verbundenheit mit dem Wohnort.

    Alles Gute!

    • (7) 16.11.18 - 15:23
      Verzweifelte Ehefrau

      Herzlichen Dank für deine Antwort.
      Das wir uns darin verrannt haben trifft es sehr gut.
      Ich wäre ja auch mit einem Haus und Garten in unserem aktuellen Wohnort als Kompromiss zufrieden, aber mein Mann will am liebsten alles so belassen wir es ist.
      Er meint meine Unzufriedenheit liegt an mir und nicht am Haus.
      Finanziell geht es uns glücklicherweise sehr gut, dennoch will er am liebsten so viel Geld wie möglich auf der Seite haben, für was auch immer.
      Ich treffe mich regelmäßig mit anderen Eltern und deren Kindern. Aber es ist eben was anderes als in meinem Heimatort, da habe ich sehr viel Familie und Freunde.
      Ich versuche noch einmal mit meinem Mann zu reden und ihm versuchen zu vermitteln, dass auch er irgendeinen Kompromiss eingehen muss, damit wir dauerhaft glücklich zusammen leben können.

(8) 16.11.18 - 15:16

Hallo,
warum verkauft ihr nicht die DHH und investiert in was Neues irgendwo, z.B. in der Nähe der Arbeit?
Warum muss man als erwachsener Mensch so an seinen Eltern kleben, dass man dicht auf dicht wohnen muss? 30 min sind doch keine Entfernung für einen Kaffee 1 x die Woche. Warum habt ihr keine Freunde in eurer Umgebung, mit denen du dich mal treffen kannst? Was ist mit Sportverein etc.?
Bei den Eltern/Schwiegereltern würde ich nie, nie, nie bauen, so gerne man sich auch mag.
Ich denke, du solltest dich etwas abnabeln, erwachsen werden und DANN vernünftig mit deinem Mann reden. Grüße

  • (9) 16.11.18 - 15:29
    Verzweifelte Ehefrau

    Vielen Dank für deine Antwort.
    Vielleicht hänge ich wirklich zu sehr an meinen Eltern, Großeltern, Geschwistern, Freunde und Co.
    Wir müssen die DHH gar nicht verkaufen, könnten alleine mit dem Geld der Wohnung neu bauen oder ein Haus kaufen, aber mein Mann meint eben, dass sei unnötig rausgeschmissenes Geld, da wir ja die DHH haben.
    Ist echt schwer.

    Den Geizhals würde ich gehörig eine Ansage machen die er nicht so schnell vergisst.

    Eine dhh mit Handtuch großen Grundstück wo jeder rein glotzen kann, wäre für mich ein graus und wenn mein geiziger das nicht nachvollziehen kann und es ihm einen feuchten interessiert dann würde ich woanders alleine glücklich werden aber nicht meine Lebenszeit vergeuden und mir mein Leben diktieren lassen obwohl meine Wünsche/Vorstellungen GANZ andere sind

(19) 18.11.18 - 14:51

So aggressiv und ichbezogen wie du dich hier ausdrückst, hat man als Partner von vornherein verloren, wenn man auf Ansage nicht spurt.

Das Problem alleine auf den Mann zu schieben, ist aber auch eine Strategie, die die TE hier verfolgt. Allerdings erzählt sie nicht die ganze Geschichte.

Der "Geizhals" hat nämlich vor wenigen Monaten noch mit der TE in einer ETW am Arbeitsort gelebt.

Weggezogen ist man, weil es der TE nicht gepasst hat, dass in einer ETG andere Bewohner in Entscheidungen das Gemeinschaftseigentum betreffend einbezogen werden müssen. Genannt hat sie jedenfalls nur Kinkerlitzchen wie die Zustimmung von Nachbarn zum Aufstellen eines Trampolins.

Der Vorteil sollte in mehr Platz, dem alleine genutzten Garten und der Nähe zu beiden Großelternpaaren liegen.Dafür darf der "Geizhals" nun täglich nach Stuttgart pendeln und das, obwohl er sowieso schon so viel außer Haus ist.

Damals hatten andere User gewarnt, dass Nachbarn auch anderswo stören können. Genau das ist jetzt der Fall und ein neues Haus muss her.

Erstaunlich, dass sie an anderer Stelle meint: "Jeder der irgendein Haus hat, hat großes Glück".

Die TE verschweigt hier wohlweislich alles, was die Haltung ihres Mannes verständlicher machen könnte und sucht erkennbar nach Nebenkriegsschauplätzen, um sich den eigenen Problemen nicht stellen zu müssen.

Ja gut, nur müsste sie dann wohl selbst auch wesentlich mehr arbeiten, um sich ein Leben nach ihren Vorstellungen zu finanzieren und hätte dann gar nicht mehr soo viel Zeit für Eltern/Geschwister usw...

Hallo liebe verzweifelte,

es klingt tatsächlich etwas verrannt bei Dir.
Dein Mann scheint kein Problem zu haben. Aber Du. Ich kann Dich einerseits verstehen, 30min sind mit kleinen Kindern dann manchmal doch lang.

Warum hat bisher Dein Mann immer die Wohnorte bestimmt?
Mein Mann erklärt mir immer, er arbeite so viel, weil er möchte dass wir uns alles leisten können. Vielleicht meint Dein Mann das auch?

Aber ist es wirklich die Umgebung und das alles, was Dich unglücklich macht?
Oder fehlt Dir eine gewisse Anerkennung und Bestätigung, die man auch aus dem Job zieht? Arbeitest Du grade?

Liebe Grüsse

  • (23) 16.11.18 - 16:19
    Verzweifelte Ehefrau

    Hallo,
    Danke auch für deine Antwort.
    Ja, mein Mann ist zufrieden. Er kommt unter der Woche aber auch nur zum schlafen heim.

    Mein Problem ist, dass er viel arbeiten will und wir somit auch sehr gut abgesichert sind, aber wir haben nix davon, weil der Großteil des Geldes auf Konten gehortet wird. Ich würde uns eben gerne ein schönes, idyllisches Zuhause gönnen und keinen Vogelkäfig.

    Es liegt auch nicht nur an der Umgebung, sondern auch am Haus selbst. Es ist für mich kein Ort der Entspannung.

    Ich arbeitet selbst, bin gut ausgebildet und habe studiert, daran liegt es nicht.

    • Du denkst zu kurzfrsitig...jetzt habt ihr genug Geld um in Saus und Braus zu leben und das Du nicht arbeiten müsstest. SUPER!
      Ja er hortet womöglich das Geld....für was????
      Ausbildung der Kinder, Rentenalter – um dann genauso weiterleben zu können mit zwei Autos, Haus, Urlaube, etc. Und für den Fall „was ist wenn“.

      Ich würde meinen Mann dezent den Vogel zeigen, wenn er aufeinmal kommt, er will zur Mama ziehen , weil er sich langweilt und dafür noch ein Vermögen wegen nix ausgeben.

      Wenn deine Kids in der Grundschule sind, nimmt übrigens die Zeit für die Gartenspielzeit übrigens ab. Ab der weiterführenden Schule hängen mene höchstens mal auf der Terasse ab und wenn man dann noch arbeitet, hat man kaum noch Zeit für die Gartenarbeit.

      Wenn du keinen Platz im Garen hast aber viel Zeit für alangeweilse, warum untern8mmst du nicht mehr mit den Kids....es gibt 100 verschiedene Spielplätze, Zoos, ert ert. wo man die Nachmittage verbringen kann . Du hast doch azeiz, warum dann den ganzen Tag im kl. Garten hocken?

      lg
      lisa

      • (25) 16.11.18 - 18:38
        Verzweifelte Ehefrau

        Danke für den Beitrag.
        Ich finde nicht, dass ich zu kurzfristig denke, wenn wir die Wohnung verkaufen können wir in meiner Wunschumgebung oder im aktuellen Wohnort bar neu bauen oder mit einem Minikredit
        Meine DHH kann man vermieten wie bisher für knapp 2000€ kalt. Das wäre also unsere zusätzliche Rente.
        ich wüsste nicht, warum wir damit nicht genug abgesichert sein sollten.
        Den Punkt den ich gut finde ist, dass du angesprochen hast, dass die Gartenspielzeit abnimmt.
        Aber auch wir als Erwachsene schätzen es unsere Ruhe zu haben und abgeschottet zu sein von den Nachbarn. Lebst du auch so eng und einsehbar auf den Nachbarrn?

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