Midlife crisis Papa

    • (1) 30.11.18 - 00:38

      Guten Abend,

      Mein Papa hat sich vor ca. 3 Jahren von meiner Mama getrennt und innerhalb einer Woche ist er auch ausgezogen.
      Er meinte er liebe sie seit einem Jahr nicht mehr.

      Ich selber hatte dann ca. 1 Jahr kein Kontakt zu Ihm, durch meiner Schwester Ihrer Hochzeit haben wir uns wieder angenähert, und haben uns echt gut verstanden.
      Klar war ich noch sehr traurig über die Trennung, habe es dann aber dann akzeptiert.

      Dann hatte mein Papa viele neue und deutlich jüngere Frauen. Dazu muss ich sagen, mein Papa ist jetzt 49.

      Haben keine, davon kennen gelernt, weil wir es auch nicht wollten.
      Durch den ständigen Wechsel, haben wir uns da auch keine Mühe gegeben, jemand kennen zu lernen.

      Das war noch alles okay, dann kam er aber Anfang vom Jahr zu uns und meinte er gehe für 2 Jahre geschäftlich nach Amerika rüber.
      Das war für uns dann eine weitere traurige Nachricht. Er hat uns aber versprochen gehabt er kommt nach zwei Jahren zurück.

      Nun ist er ca. 5 Monate in den USA, hat nun vor ca. 3 Wochen eine 26 jährige Frau kennen gelernt, dazu muss ich sagen, das ich auch 26 bin.

      Als er uns das erzählt hat, haben wir einfach nur gelacht und Ihn nicht für ernst genommen. Er meinte zwar immer es sei die letzte Frau in seinem Leben, er würde das spüren. Wir haben zu ihm gesagt, er soll das jetzt erstmal ne Weile laufen lassen und dann schauen wohin es führt.
      Haben auch eine lange Diskussion geführt.
      Das wir das nicht in Ordnung finden. Und das wir Sie nicht gleich kennen lernen wollen, erst wenn es wirklich was ernstes daraus wird.
      In der Diskussion hat er dann auch zu meiner Schwester und mir gesagt, das er damals für uns sein Leben aufgegeben hat. Was wir als Töchter ungern hören und es auch einen verletzt! Wir waren echt der Meinung das Gespräch hat gefruchtet.

      Leider bekam ich vorhin einen Anruf von meiner Schwester, das mein Papa Sie ernsthaft gefragt hat, ob er seine neue junge Freundin nächste Woche mit zur Geburt Ihres Babys mit bringen kann. Und ob wir sie nächste Woche kennen lernen wollen.

      Worauf meine Schwester dann gesagt hat, das Sie es nicht möchte.

      Er ist natürlich jetzt ein bisschen verletzt.

      Jetzt die Frage an euch, ist sein Verhalten normal? Ich selber komm mit seiner Art nicht mehr klar und bin dadurch sehr verletzt von ihm. Aber habe es ihm oft gesagt, aber es interessiert ihn nicht.

      Er möchte endlich glücklich sein, und möchte das wir uns für ihn freuen.

      Ich weiß leider nicht mehr weiter, Solangsam bin ich mit meinen Kräften am Ende.

      Kann den eine midlife crisis noch schlimmer werden?

      Was können wir als Kinder machen? Wie sollen wir uns verhalten?

      Ich bin nämlich kurz davor mir einen Psychologen aufzusuchen und nach Rat zu fragen.

      Vielen Dank!
      Ich freue mich sehr auf Rückmeldungen.

      • (2) 30.11.18 - 08:02

        Mit einem Therapeuten über Deine Gefühle zu sprechen ist eine sehr gute Idee. Gerade wenn es um so verletzende Sätze geht, wie sie hier anscheinend gefallen sind. Ob das noch "schlimmer" wird, kann man nicht sagen, aber ihm geht es ja offenbar damit sehr gut.

        Allerdings muss man Dir leider auch sagen, dass es weder Dich noch Deine Schwester etwas angeht, mit wem Dein Vater zusammen ist. Das ist ganz alleine seine Entscheidung und ihr Alter spielt dabei überhaupt keine Rolle! Selbst wenn sie erst 18 wäre ginge euch das nichts an. Der Mann ist erwachsen, auch wenn ihr vielleicht gerade das Gefühl habt, er benimmt sich wie ein Teenie. Das müsst ihr akzeptieren.

        Umgekehrt muss Deine Schwester aber auch nicht einverstanden sein, dass er eine neue Frau, die er erst drei Wochen kennt, mit zur Geburt bringt. Auch hierbei geht es nicht darum, dass sie viel jünger ist, sondern dass sie nach drei Wochen noch gar nicht fest genug zusammen sind.

        Also lasst ihn seine Partnerschaften selbst aussuchen, aber grenzt euch auch ab, wenn es zu überfordernd wird. Eine Geburt ist ein sehr intimes Erlebnis, da darf man sich sowieso generell aussuchen, wer einen besuchen kommt. Und da kann eine wenige Wochen andauernde Beziehung schon rausfallen.

        (3) 30.11.18 - 08:59

        Hallo
        du kannst deinen Vater nicht ändern, aber du kannst dich so positionieren, dass dich sein Verhalten nicht so sehr aus der Bahn wirft. Er zeigt natürlich schon die klassischen Symptome, fast schon klischeehaft, aber ich denke, irgendwann wird sich dieser Selbstfindungstrip auch wieder beruhigen. Aber natürlich kann diese 26jährige jetzt auch seine grosse Liebe sein.
        Für mich klingt das, als wollte dein Vater seine Jugend nachholen, vielleicht findet er, er hat sich nicht genügend ausgetobt, zu jung geheiratet.. dann evtl sich noch von den Eltern sagen lassen, welchen Beruf er ergreifen soll.. jetzt hat er endlich mal Kontrolle über sein Leben und kostet das aus. Es ist schwierig für dich als Angehörige, da daneben zu stehen, deswegen denke ich auch, dass ein Gespräcj mit einem Therapeuten dich da weiter bringen kann.
        Du und deine Schwester habt natürlich das Recht, das Kennenlernen mit der neuen Freundin erstmal rauszuschieben. Grade zu einem Besuch nach Geburt würde ich persönlich das auch zu früh finden und es wäre mir unwohl. Man ist ja selbst in einer ganz neuen ungewohnten Situation als Mutter, da muss eine völlig fremde (gleichaltrige) Partnerin nicht dabei sein. Aber evtl kann man sie in ein paar Wochen auf neutralem Boden zu einem Kaffee treffen.
        LG

        (4) 30.11.18 - 09:24

        Ich finde es schlimm, wie ihr über euren Vater richtet.

        Ja, man muss keine ständig wechselnden Partnerinnen kennenlernen. Aber wenn er die aktuelle scheinbar wirklich liebt, dann gebt ihm doch mal eine Chance.

        Dein Vater war 23, als du auf die Welt gekommen bist und scheinbar hat er sein Leben darauf eingerichtet. Wo ist denn das Problem, dass er manche Dinge jetzt nachholt? Wenn ihr ihm seinen Lebensstil vorwerft, braucht ihr euch doch nicht wundern, wenn er sagt, dass er wegen euch auf Vieles verzichtet hat. Es IST doch so!

        Ich finde euch ziemlich egoistisch. So wie man sich als Kind wünscht, dass die Eltern den eigenen Lebensweg akzeptieren, so sollte es auch umgekehrt sein.

        Er ist euer Vater, er tut euch nichts an, er lebt auch nur einmal. Das einzige, was man ihm vorwerfen kann ist, dass er es nicht geschafft hat, euch Toleranz vorzuleben und zu vermitteln.

        Ich hoffe, mein Sohn ist später nicht mal so anti mir gegenüber, wenn er meine Lebensentscheidungen nicht mitträgt.

        Lg

      Ständi liest man hier, wie sich erwachsene Kinder darüber aufregen, dass sich ihre Eltern in ihr Leben einmischen und bekommen durchweg den Rat, sich das nicht gefallen zu lassen. Wieso möchtest DU nun umgekehrt Deinen Vater "erziehen", dass er so lebt, wie es sich seine Kinder vorstellen? Es geht euch einfach nichts an, so einfach ist es.....selbst wenn er alle 4 Wochen eine andere Frau abschleppt. Niemand zwingt euch, dass ihr euch mit seinen Freundinnen an einen Tisch setzt - aber wegen des Liebeslebens seines Vaters zum Psychologen zu müssen, finde ich schon.......komisch. Lass ihn SEIN Leben leben und leb Du Deines. Du bist doch kein Kleinkind mehr. LG Moni

      • Hallo,

        Genau das möchte ich ja nicht sein, ich möchte Ihn nicht „erziehen“, ich möchte einfach das mein Papa für mich da ist, und mich auch versteht, das ich es zu früh finde, Sie jetzt schon kennen zu lernen.

        Ich möchte es einfach nur verstehen, bzw, wissen ob sein Verhalten normal ist.

        Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

        • (9) 30.11.18 - 14:02

          "Ich möchte einfach das mein Papa für mich da ist, "
          Sorry, aber das ist doch echt übertrieben! Du bist 26 Jahre alt, eine erwachsene Frau, Du führst Dein eigenes Leben! Inwiefern muss er denn jetzt noch für Dich da sein??? Irgendwann haben alle Eltern mal ihre Schuldigkeit getan!
          Ob Du seine Freundin kennen lernen möchtest oder nicht, bleibt Deine Enrtscheidung. Aber es ist ganz allein SEINE Entscheidung, mit wem er zusammen ist, ob sie 18 oder 60 Jahre alt ist, ob er jede Woche ne neue hat oder an eine zweite Heirat denkt.
          Würdest Du Dir denn im umgekehrten Fall von ihm vorschreiben lassen, mit wem Du zusammen sein sollst?

    (10) 30.11.18 - 09:32

    Hallo,

    hast du nie darüber nachgedacht, dass es für deinen Vater auch sehr verletzend ist, wenn du ihn gar nicht ernst nimmst? Du hast wegen der Trennung, die von ihm ausging, sogar 1 Jahr nicht mit ihm geredet?! Wie traurig!

    Meine Eltern trennten sich auch vor einigen Jahren - da war ich ca im gleichen Alter wie du. Mir hat das sehr wehgetan, dass sie sich trennen, dass das Haus verkauft wird, in dem ich aufgewachsen bin... Beide hatten schnell neue Partner... das war alles komisch und ich weiß, dass mein Papa wirklich kein guter Ehemann war... ABER er war bzw. ist doch mein Papa! Und ein toller noch dazu! NIEMALS wäre ich auf die Idee gekommen, nicht mehr mit ihm zu reden, nur weil es zwischen ihm und meiner Mama Probleme gab.
    Was hat dich dazu bewegt, den Kontakt abzubrechen?

    Vielleicht holt er jetzt Einiges nach, pusht sein Ego mit jüngeren Frauen, checkt seinen Marktwert - aber dass ihr euch über ihn lustig macht, finde ich gemein. Ihr könntet ein normales Gespräch suchen, ihm eure Sorgen schildern - sowas vielleicht.

    Dass deine Schwester die noch unbekannte Freundin nicht bei der Geburt dabeihaben will, finde ich allerdings verständlich.

    Alles in allem solltet ihr wohl einfach mal in Ruhe miteinander sprechen.

    • Hallo,

      ich bin selbst ein sehr sensibler Mensch.
      Für mich ist die Familie alles.
      Das ich nicht mit ihm geredet hab, lag einfach daran das er den Kontakt auch nicht so richtig gesucht hat, keiner von beiden hat sich getraut dem anderen zu schreiben.
      Wir standen uns beide im Weg.

      Ich bin froh das er mein Papa ist, er ist der beste.
      Das sage ich Ihm auch sehr oft.

      Leider kommt meiner Seits mehr als von ihm.
      Das habe ich Ihm aber auch diese Woche gesagt, das ich mir wünsche das mehr von ihm kommt.

      Ich akzeptiere seine Freundin, möchte Sie aber noch nicht kennen lernen, da wir es zu früh finden. Wenn daraus was ernstes wird, dann können wir sie gerne kennen lernen.
      So haben wir es ihm auch gesagt.

      Dann lass ich jetzt alles mal so laufen wie es kommt.

      Vielen Dank für die Rückantwort :)

      • Hallo!

        Also mein Papa hat sich, glaub ich, auch einfach ein bisschen geschämt, weil er wusste, dass er daran größtenteils Schuld war, dass die Ehe kaputt ist. Ich glaube, für ihn war es einfach schwierig einzuschätzen, wie wir reagieren. Auch auf seine neue Freundin, die nämlich eine Bekannte von meiner Mutter war / ist und über die er sich immer lustig gemacht hat. Plötzlich musste er uns sagen, dass das seine neue Freundin ist und er konnte damit nicht lange warten, weil er direkt bei ihr einzog. Wir waren, denke ich, auch ein bisschen gemein bzw. eher fassungslos, dass er mit IHR zusammen ist, ABER wir Kinder haben ganz normal den Kontakt zu ihm gehalten, sind ganz normal mit ihm umgegangen, haben ihn nicht verurteilt, auch, wenn wir blöd fanden, was er getan hat. Wir haben einfach differenziert: Vater sein - Ehe mit Mama.
        Nach einer Weile war alles wie vorher, also zwischen uns. Weil er gemerkt hat, dass wir weiterhin normal mit ihm umgehen.

        Ich denke, es ist auch normal ,dass man sich verändert nach einer so langen Ehe, die dann beendet wird. Meine Mutter hat sich auch verändert. Aber sie ist glücklich und ich liebe es, sie so zu sehen. Und auch mein Papa hat sich verändert. Aber ich komm mit diesen Veränderungen klar, ich gönne sie ihnen. Sie haben 30 Jahre lang ein komplett anderes Leben geführt.

        Ich verändere mich ja auch. Nur zählt man das dann einfach unter "erwachsen werden" und keiner rümpft die Nase ;) Erst Recht nicht meine Eltern.

        Hm...das mit dem "es ist zu früh, sie kennenzulernen"... Wie "schnell" habt ihr eure Freunde den Eltern vorgestellt? Wie hättet ihr es gefunden, gesagt zu bekommen "Puh, nee, lass das mal lieber in einem Jahr machen, das ist doch eh nix Ernstes". Ich wäre sehr enttäuscht gewesen.

        Vielleicht könnt ihr dem Ganzen eine Chance geben? Ihr seid doch erwachsen, es ist ja nicht so, als würde euer Vater seinen Kleinkindern "eine neue Mutter vorsetzen". Und wenn es nach ein paar Monaten vorbei ist: dann ist es so. Da sie in den USA leben, könnt ihr ja eh keine allzu große Bindung aufbauen. Für euren Vater ist es aber sicher schön, wenn ihr versucht, ihn zu unterstützen und seine Verliebtheit akzeptiert und nicht abwertet. Ja, vielleicht muss man da über seinen Schatten springen, aber wenn er doch der beste Papa der Welt ist - vielleicht geht das :)

    Hallo,

    Natürlich haben wir darüber nachgedacht das wir Ihm damit auch weh tun könnten.
    Wir akzeptieren ja seine Entscheidung, möchten Sie bloß nicht gleich kennen lernen.

    Er hat schon oft gesagt es ist die richtige uns dann war nach wenigen Wochen Schluss.
    Deswegen haben wir das auch nie so ernst genommen.

    Wir haben nun auch zu ihm gesagt das wenn er uns beweist das es echt was ernstes ist, ist es kein Problem für uns, dann sind wird auch bereit sie kennen zu lernen.

    Wir haben schon oft versucht mit ihm zu reden um ihm auch zu Signalisieren das wir ihn brauchen und das er wichtig für uns ist.
    Er und meine Mama haben uns ein wirklich sehr tolles Leben ermöglicht.
    Er ist ein toller Papa!

    Wir vermissen bloß unseren alten Papa, der immer offen zu uns war.
    Er hat sich einfach total verändert.
    Beispiel: früher war er total pingelig und hat alles sehr ernst genommen.
    Und jetzt interessieren ihn manche Sachen gar nicht.

    Beispiel 2: als ich meinen Job gewechselt hab, habe ich ihn gefragt ob er mein Arbeitszeugnis durchlesen kann, er hat mir Iwann nach 4 Wochen geantwortet und meinte er hat es total vergessen.
    Das ist eigentlich gar nicht seine Art.

    Ich mein es ist jetzt nicht schlimm, aber wundern tun wir uns da.

    Ich Versuch nun einfach mal alles auf mich zukommen zu lassen und dann sieht man weiter.

    Und werde dann in ein paar Wochen nochmal das Gespräch suchen.

    Vielen Dank für die Rückmeldung!

Wie würdest Du reagieren wenn Dein Vater sich in DEINE Beziehung einmischt, bzw. sich dauerhaft abfällig darüber äussern würde?

Ich bin mir sicher Du wärst ebenfalls gekränkt/verletzt, und schon alleine dass er trotz Eurer dauernden Kritik weiterhin den Kontakt zu Euch sucht sollte Euch doch schon zeigen, dass ihr ihm wichtig seid.

Heutzutage dürfte ein größerer Altersunterschied unabhängig in welcher Konstellation eigentlich keine Rolle mehr spielen.

Jeder sollte das Leben führen dürfen das gewünscht ist, und die Erfahrungen machen die gewollt sind. Wenn man dabei auf die Nase fällt hat man zumindest was dabei gelernt, und wenn man glücklich ist, sollte man doch wenigstens ansatzweise erwarten dürfen, dass gerade die Familie einem dieses Glück auch ein wenig gönnt....oder?

(15) 30.11.18 - 11:34

Meine Güte, ihr seid doch keine Kinder mehr. Euer Vater hat doch seine Pflicht getan und euch liebevoll groß gezogen. Irgendwann muss es den Eltern doch auch mal wieder gestattet sein, ihr eigenes Leben zu führen und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.

Bedingungslose Liebe, so wie ihr sie offenbar von ihm erwartet, ist doch keine Einbahnstraße. Es ist euer Vater und ich finde, es ist eure verdammte Pflicht euch mit euren Wertungen und kindlichen Ansprüchen zurückzuhalten. Stell dir mal vor, dein Papa würde ständig bewerten, wie du dein Leben führst und seine Liebe daran knüpfen und negatives Verhalten durch Kontaktabbruch etc. sanktionieren. Wie würde sich das anfühlen?

Du willst ernsthaft bei einem Psychologen nachfragen, ob mit deinem Vater alles ok ist? Frag mal lieber nach, wie es dir gelingen kann, eure Vater-Kind-Beziehung erwachsen werden zu lassen. Ganz im Ernst: Sei doch froh, dass du einen Vater hast, der so lebendig ist, der noch so viele Träume hat und noch so viel Feuer im Gemüt, dass er seine Träume nicht nur träumt, sondern auch lebt und mit 49 noch an die große Liebe glaubt.

Dass dein Vater sagt, er habe damals sein Leben aufgegeben, muss euch doch nicht verletzen. Wenn du mal Kinder hast, wirst du merken, dass man das immer ein Stück weit tut. Man gibt viel auf und bekommt dafür viel wieder. Und es ist total okay, wenn man, wenn die Brut flügge ist, seine alten Träume wieder aus der Schublade holt.

(16) 30.11.18 - 12:48

Auf der einen Seite ist da Dein Wunsch nach Familie. Beständig, verlässlich und so wie "früher", sollte es sein.
Auf der anderen Seite ist da das Freiheitsbedürfnis Deines Vaters, der sich ein neues, ein anderes Leben gestaltet.

Dein Vater erlebt hier vermutlich gar keine Midlife crisis, ich glaube das ist eher eine Lebens und Potentialfindungs phase.
Du bewertest es als Krise, für ihn gehen gerade die Türen auf und er sieht neue Möglichkeiten. Während Du gerne am Alten festhalten willst (was ja auch legitim ist).

Du siehst nun das neue Leben und vergleichst es mit dem alten Verhalten Deines Vaters und weißt nicht so recht, welche Rolle Dir jetzt zukommt.

Tatsächlich könnte ein Gespräch mit einem Therapeuten hier viel Klarheit für Dich bringen. Dabei kannst Du dann herausfinden, wo und wie Du Dich abgrenzen willst, wo es "Wachstumsbedarf" gibt, bspw. toleranter und wertfreier zu werden und welche Position Du insgesamt im Familiengefüge einnehmen willst.

Obwohl Du die "kleine" Tochter bist, kämpfst Du ja auch ein Stück weit um den allgemeinen Zusammenhalt und da ist es immer gut zu wissen, wer wo genau steht und welche Bedürfnisse da aufeinander prasseln.

Dein Vater mag anders als andere Väter leben, dennoch würde ich das als "normal" bezeichnen. So ganz aus der Norm schlägt er ja nicht oder?

Wer weiß, vielleicht erwischt es Dich umgekehrt ja auch mal, daß Du einen viel älteren oder viel jüngeren Partner liebst. Dann würde es Dir vermutlich wie Schuppen von den Augen fallen...

(17) 30.11.18 - 14:55

Meine Güte! Dein Vater ist auch nur ein Mensch. Meinst du er konnte sich gut mit dem Gedanken anfreunden dass du (sein kleines Mädchen) Sex hat?

Er ist dein Vater und offensichtlich möchte er es auch bleiben. Warum soll er denn nicht auch glücklich sein dürfen? Magst du ihn nur wenn er „gut funktioniert“ und das tut was du als Vater von ihm verlangst?

Und du willst damit zum Psychologen??? Meine Güte!!! Werd erwachsen! Weißt du dass man zwischen 6-8 Monaten auf einen Platz warten muss selbst wenn man wirklich, also ich meine wirklich nicht mehr klar kommt mit seinem Leben? Wenn man zum Beispiel Depressionen hat oder Borderliner ist oder Suizid-Gedanken hat? Weil jeder mit seinem scheiss pille palle Problemen gleich zum Psychologen rennen muss. Es gibt Leute denen geht es wirklich schlecht und denen nehmt ihr die Plätze weg!

Ich will damit nicht sagen, dass dich das nicht belastet aber du kannst darüber mit deiner Mutter reden oder Freundinnen.

Aber die die vergewaltigt wurde oder der der auf Kinder steht oder die die kurz davor ist sich oder ihren Kindern was anzutun, diese Menschen können nicht über ihre Probleme mit Freunden oder Familie reden. Und der Psychologe hört sich auch nicht deine Probleme an und sagt dir dann was zu machen musst. Du sollst an den Problemen wachsen und deine Gedanken betrachten und dann darüber nachdenken. Sowas dauert Monate!

Sorry aber ich kann nicht verstehen wie eine 26 jährige nicht tolerieren kann, dass ihr Vater auch ein Mensch mit Gefühlen und Bedürfnissen ist. Dein Vater verlangt von dir ja auch nicht für immer sein kleines Mädchen zu bleiben, dass mit Puppen spielt und auf Papas Schoß Hoppe-Reiter spielt...

  • Sie ist doch noch sein kleines Mädchen...und Papas haben doch keinen wilden Sex (mehr)...dann sogar noch mit mehreren Frauen. Wie soll sie damit klarkommen, sie ist doch erst 26.....#hicks
    Den Satz hab ich mir in meinem Posting verkniffen.....aber er wollte einfach raus #cool
    Kein Wunder, dass ältere Paare ewig in Hass- Ehen verbleiben, wenn sich erwachsene Kinder so lebensfremd anstellen. So einen Fall kenne ich leider auch ....Ehegrusel bis zum Tod, weil die Tochter androhte, sie bringt sich um, wenn sie "keine Eltern mehr hat". Das musste sie nicht tun, Vater tot, Mutter im Pflegeheim, Elternhaus verkauft.
    LG

(19) 30.11.18 - 17:26

Ich versuche wirklich, sachlich zu bleiben und dir eine andere Sichtweise aufzeigen, als den ganzen Egozentrismus, der aus jede deiner Zeilen einem förmlich entgegen springt. Aber es fällt mir genau deshalb ziemlich schwer.

Ich bin selber eine Frau Ende 40, die sich vor knapp 8 Jahren von ihrem Ehemann getrennt hat. Alleine deswegen schien schon der Anspruch an mich zu sein, mich fortan im Büßergewand zu kleiden und mindestens dreimal täglich mea maxima culpa zu schreien. Das habe ich nicht eingesehen.
Unsere Tochter war zu diesem Zeitpunkt mit der Schule fertig, sie ist auch in etwa dem gleichen Alter, wie du. Nie, zu keinem Zeitpunkt, weder während, noch nach der Trennung, ist sie hingegangen und hat sowas Fieses gebracht wie du, einen Jahr den Kontakt abzubrechen. Wahrscheinlich, weil sie nämlich trotz ihres damals noch jüngeren Alters gewusst hat, dass Menschen sich nicht einfach so mal eben trennen, und dass die ganze Situation auch für mich nicht leicht gewesen ist.
Diese Reife und dieses Verstehenwollen bei dir fehlt mir komplett. Und du gehst jetzt auf die 30 zu, junge Dame!

Auch habe ich nach der Trennung, wie bereits angedeutet, mitnichten das Büßerkleidchen angezogen, sondern mich ins Leben gestürzt. Ich habe mich beruflich weiterentwickelt, ich bin viel gereist, ich habe Erfahrungen gemacht, die ich als ebenfalls junge Mutter nicht habe machen können. Und diesen Lebensstil pflege ich bis zum heutigen Tag, denn ich will dir mal eins verraten: Auch du wirst eines Tages feststellen, dass das Leben endlich ist und die Zeit, die uns bleibt, begrenzt. Wie man diese wirklich kostbare Lebenszeit nutzen will, hat nichts mit Midlife-Crisis, wie es so oft salopp abgewertet wird, zu tun, sondern damit, sich das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Und wenn dein Vater sich dafür jüngere Liebhaberinnen nimmt. Was geht dich das an?! Was nimmt er DIR denn weg dadurch?

Du schreibst einerseits, er sei immer ein guter Vater gewesen und andererseits fehlt dir die Wertschätzung, das Einfühlungsvermögen und das Verständnis für IHN. Stattdessen suhlst du dich in einem von dir herbei fabulierten Elendssumpf und erklärst dich mal ganz schnell für psychisch krank, damit dein Papi sich wieder um dich kümmert.
Aufwachen. DU bist erwachsen; das hat dein Vater gut erkannt und spiegelt dir das dadurch zurück, dass er nicht mehr wegen jedem Pupserli, den sein kleines Prinzipessa tönt, mit Rat und Tat herbei springt. Für euer beider Beziehung wäre es einfach erleichternd, wenn du deinem Leben mehr als bisher in die eigene Hand nimmst und vor allem, deinen Papa nicht zum Verursacher deines selbsterzeugten Unglücks erklärst. Das ist absolut mies und unfair von dir.

Den Fehler, den dein Vater begangen hat, ist dieser:
"In der Diskussion hat er dann auch zu meiner Schwester und mir gesagt, das er damals für uns sein Leben aufgegeben hat".
Dadurch hat er euch in den Mittelpunkt der Welt gerückt. Die Geister, die er da herbei rief, die suchen ihn jetzt heim.

(21) 30.11.18 - 17:27

Ganz ehrlich, es ist nicht eure Baustelle wen euer Vater dated oder nicht. Ja, man kann eine Meinung dazu haben, aber es ist sein Leben.

Ok, wenn dich bestimmte Sprüche verletzen dann ist das unschön und das würde ich auch ansprechen. Auch dass deine Schwester die nagelneue Freundin des Vaters nicht bei der Geburt des Kindes nicht dabei haben möchte finde ich nachvollziehbar.

Aber was ich sonst machen würde? Nichts. Ich wuerde Papa sagen, dass es mich verletzt wenn er XY sagt und dass es vielleicht ein bisschen früh ist, die neue Freundin kennenzulernen. Aber der Rest geht euch nichts an. Ich frage mich wirklich, warum manche meinen, sie dürften sich derart in das Leben der Eltern einmischen.

(22) 30.11.18 - 17:48

Was können wir als Kinder machen? Wie sollen wir uns verhalten?
Ich bin nämlich kurz davor mir einen Psychologen aufzusuchen und nach Rat zu fragen.

Es wäre eine gute Idee, eine Psychotherapeutin aufzusuchen und die familiären Spannungen und Erblasten mal zu bearbeiten, aber auch den Ablösungsprozess und das Erwachsenwerden mal anzusprechen.

Du bist verletzt, der Vater ist verletzt. Die Trauer der Trennung scheinst du auch noch gar nicht überwunden zu haben. Verletzungen kann man zu einem gewissen Teil aufarbieten.

Eltern geben normalerweise "alles" für ihre Kinder, wenn diese klein sind, es fühlt sich wie ein großes Opfer an. Sie geben genau das, was sie von ihren Eltern früher bekommen haben, und normalerweise geben es dann die Kinder wieder für ihre Enkelkinder. Insofern war euer Vater ein ganz normaler, aufopfernder Vater.

An euch Kindern wäre es, den Vater nun seine Wege ziehen zu lassen, ohne ihn dafür in Frage zu stellen, ohne ihn als Midlife Crisis abzuwerten oder gar auszulachen. Ihr könnt ihn natürlich bitten, die Frau seines Lebens erst dann mitzubringen, wenn die beiden eine feste, langfristige Bindung eingegangen sind, wie auch immer das aussehen mag. (Aber denk dran, hättest du diese Vorgabe von DEINEN Eltern gerne hören wollen?)

(23) 30.11.18 - 23:32

Ich schreib dir mal aus der Perspektive eines "Papas", der sich vor einem Jahr (mit 49) getrennt hat: das ist auch in der Rolle nicht leicht, mit der neuen Situation zurechtzukommen.

Klar ist es eine Befreiung, aus einer Beziehung rauszukommen, in der man unglücklich war und auch gelitten hat.

Aber dann - und das lese ich zwischen den Zeilen auch bei deinem Papa - möchte man, dass der Kontakt zu den Kindern weiterläuft und gut bleibt, denn von ihnen möchte man sich ja nicht trennen.

Es ist ein Drahtseilakt zwischen dem alten Leben, zu dem auch du als Kind gehörst, und dem neuen, das sich für ihn aufgetan hat.

Denn plötzlich besteht die Chance, all das Alte, was einen eingeengt hat, hinter sich zu lassen, mit eingefahrenen Gewohnheiten zu brechen und Seiten an sich zu entdecken, die lange verschüttet waren oder sich nie richtig entwickeln konnten. Dazu gehört auch, sich als sexuelles Wesen neu zu entdecken!

Von daher ist es nur logisch, dass du den "alten Papa" nicht mehr wiederkennst und dir der neue ein wenig fremd ist. Aber ist es nicht gut, dass er nun z.B. nicht mehr so pingelig ist?

Das würde ich auch nicht lapidar als Midlife Crisis bezeichnen. Es ist die Chance eines Neubeginns, die aus einer großen Lebenskrise erwächst.

Darum würde ich sagen: Ja, sein Verhalten ist sehr normal!

> ich möchte einfach das mein Papa für mich da ist, und mich auch versteht, das ich es zu früh finde, Sie jetzt schon kennen zu lernen.

Das sind zwei Punkte, auf die du meiner Meinung nach ein Recht hast, und die ich für mich bewusst versuche, anders zu machen.

Ich setze alles daran, meinen Kindern (zwischen 19 und 14) zu zeigen, dass ich für sie da bin, wenn sie mich brauchen. Das gilt auch, wenn mich ihr Verhalten manchmal kränkt oder ich merke, dass sie mir gegenüber gewisse Vorbehalte haben. Auch und gerade dann! Denn ich vertraue darauf, dass sie mit der Zeit merken, dass ich bei aller Veränderung meine guten Seiten immer noch habe und sie sich auf mich verlassen können.

Und auch, was das Vorstellen einer neuen Partnerin betrifft, bin ich sehr zurückhaltend. Denn ich möchte meine Kinder nicht mit meinem Sexleben konfrontieren, und sie auch nicht dadurch überfordern, dass ich ihnen vorschnell jemanden vor die Nase setze.

Also sprich das vielleicht nochmal in Ruhe bei ihm an - nicht als versteckter Vorwurf, sondern als Wunsch deinerseits.

> Was können wir als Kinder machen? Wie sollen wir uns verhalten?

Einen Schritt hast du ja schon gemacht: du versuchst, Verständnis für ihn zu entwickeln, indem du hier um Rat fragst.

Vielleicht hilft es dir, es nicht als seine große Krise zu sehen, die irgendwann vorbei sein wird, sondern als seine Chance auf ein glücklicheres Leben.

Die Hoffnung, dass er nochmal ganz der "alte Papa" wird, solltest du aber begraben.
Vielleicht übertreibt er in deinen Augen etwas und muss erst wieder seine Mitte finden, aber er hat alles Recht dazu, sich auszuleben und neu zu entdecken. Dafür solltest du ihn nicht verurteilen, sondern dich für ihn freuen!

(24) 01.12.18 - 13:27

Hallo,

ich finde deine Einstellung ganz, ganz furchtbar und kann nur hoffen, dass die Geschichte nicht stimmt.
Falls doch: ja, such einen Psychiater auf. Aber für DICH und nicht für deinen armen Vater.

(25) 01.12.18 - 23:42

Ich hätte meinem Papa meinem Papa all das gegönnt. Neue Freundin, neues Land wenn er das möchte. Wenn sein Wünsch wäre dass ich jede Woche eine neue Freundin kennenlernen soll, hätte ich es gemacht.
Und wäre Glücklich dabei. Glücklich, weil er glücklich ist.
Glücklich, weil ich mein Papa sehen kann.
Leider kann ich das nicht. Mein Papa ist vor kurzem an ALS verstorbenen.
Denk darüber nach.
LG

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