Wie umgehen mit so einem Verhalten?

    • (1) 03.12.18 - 08:08

      Hallo zusammen,

      wie fändet Ihr das, wenn Euer Partner / Freund sich immer wieder tagelang total zurückzieht, wenn er Stress oder Probleme hat? Ich bin seit 1 Jahr mit einem Mann zusammen, der in diesem Jahr das schon mehrmals mit mir gemacht hat, dass er sich plötzlich einfach tagelang nicht mehr gemeldet hat, obwohl wir sonst täglich Kontakt haben. Wir sehen uns nicht täglich, aber zumindest gibt es täglich immer ein paar Whatsapp-Nachrichten zwischendurch, guten Morgen, guten Nacht, sowas schon.

      Er sagt, wenn er Stress und Ärger hat, dann will er niemanden sehen und mit niemandem reden. Ich finde dieses Verhalten verletzend, denn wenn ich weiß, der Andere hat Sorgen und Probleme, dann möchte ich für ihn da sein, aber er stößt ich stattdessen weg. Im Nachhinein wenn er sich dann wieder meldet, geht er einfach zur Tagesordnung über, als wäre nichts gewesen. Wenn ich frage, was denn war, dann kommen manchmal solche Lappalien heraus, dass ich denke, der spinnt doch wegen sowas sich tagelang nicht zu melden. Ich frage mich dann auch manchmal, ob das wirklich der Grund dann war oder nur vorgeschoben, weil er mir den wahren Grund vielleicht nicht sagen will (er hat aus erster Ehe ein Kind und immer wieder viel Streit mit der Ex, da habe ich schon öfter den Verdacht gehabt, dass er deswegen dann tagelang sauer ist, das passt mit seinen Launen nämlich zeitlich oft zusammen - aber wenn ich nachhake, ob es deshalb ist, tut er immer so, als wäre da alles OK, er will wohl nicht schlecht über die Mutter seines Kindes reden mit mir, finde ich einerseits sehr ehrenwert, andererseits kam in Gesprächen zwischen den Zeilen trotzdem immer mal wieder heraus, dass sie ihm das Leben wohl, immer wieder ordentlich schwer macht).

      Anfangs habe ich, wenn er seine Rückzugsphase hatte, dann mich immer von mir aus gemeldet und gefragt, was los ist, das mache ich nicht mehr, denn er war dann wirklich so schlecht gelaunt, reizbar und einsilbig, dass wir uns dann gestritten haben. Er sagt auch, er sei dann wirklich nicht erträglich und möchte dann keinen Kontakt, weder zu mir noch zu sonstwem, weil er nicht streiten will.

      Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Ansonsten ist er so ein lieber und auch humorvoller lustiger Mann und wir verstehen uns so gut, daher finde ich auch, dieses Verhalten passt gar nicht zu ihm bzw, ist eine Seite an ihm, die mir fast schon Angst macht, weil sie so völlig gegenteilig ist zu dem wie er sonst ist. Er ist immer rücksichtsvoll und freundlich zu allen Menschen, dass er so miese Phasen hat, in denen man ihn dann auch nicht ansprechen kann, ohne dass er an die Decke geht, ist eine Seite wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde für mich. Natürlich denke ich dabei auch drüber nach, wie das denn gehen soll, wenn man mal zusammenlebt (es war schon mal von Zusammenziehen irgendwann mal die Rede), da kann man sich doch auch nicht tagelang aus dem Weg gehen und kein Wort wechseln.

      Wie würdet Ihr mit sowas umgehen? Ich bin auch immer total unsicher, wie ich mich verhalten soll, wenn er dann wieder aus der Versenkung verschwindet. Ich bin dann meist wütend und verletzt durch das lange Schweigen, und er meldet sich, als sei nichts gewesen, und da ja im Grunde außer Schweigen auch nichts war, kein Streit oder so, und ich mich ja eigentlich dann auch immer freue, wieder von ihm zu hören, möchte ich dann nicht direkt anfangen zu streiten, aber dies immer runterschlucken kann es ja auf Dauer auch nicht sein. :-(

      Kennt jemand sowas?

      dreamy83

      • Hallo, ich wäre davon auch nicht begeistert.
        Kann du damit leben?
        Liebe Grüße

        • Ich könnte damit leben, wenn ich es wenigstens verstehen und nachvollziehen könnte. Ich kann aber nicht nachvollziehen, wie man tagelang so schlecht gelaunt sein kann, dass man nicht mal in der Lage ist, sich mit ein paar Worten bei der Partnerin zu melden. Ich meine, ich bin doch nicht IRGENDWER. Ich finde, in einer Partnerschaft sollte man sich doch vertrauen und auch reden über das, was einen bedrückt. Ich kenne sowas auch nicht von mir, weder habe ich tagelang so schlechte Laune wegen irgendwas noch würde ich diese Laune an anderen auslassen. Ich würde darüber reden wollen mit Nahestehenden. Ich käme auch nie auf die Idee, einfach zu ihm zickig und kurzab zu sein und ihm zu sagen, ich will dich jetzt mal eine Woche nicht sehen, weil irgendwer oder irgendwas anderes mich verärgert hat. Ich lasse den Ärger da, wo er verursacht wurde und nicht in meinem Umfeld, schon gar nicht dem Nahestehenden, an Menschen, die mir nichts getan haben und die im Gegenteil sogar für mich da sein wollen.

      Ich kenne mehrere Menschen die so mit Stress und Problemen umgehen. Das ist legitim. Du musst lernen das zu akzeptieren, finde ich

      • Aber wie soll man mit sowas in einer Partnerschaft klarkommen. Fändest du es nicht schlimm, wenn dein Partner dich von sich stößt und nicht mehr mit dir reden will, und das tagelang, weil er wegen etwas oder jemand anders verärgert ist? Wie soll sowas im Zusammenleben funktionieren? Der Mann geht morgens gut gelaunt aus dem Haus, kommt dann wegen Ärger im Büro supermies gelaunt heim und redet dann plötzlich tagelang nicht mehr oder nur das Nötigste mit mir, vertraut sich mir auch nicht an und wenn ich das nicht klaglos hinnehme, kriegen wir noch den dicksten Streit? Schlechte Laune kann man ja haben, ein paar Stunden oder 1-2 Tage mal auch OK, aber doch nicht eine Woche lang unansprechbar sein für die eigene Partnerin, die an dem Ärger, den man hat total unbeteiligt ist.

        • Wenn du es nicht akzeptieren kannst dann musst du gehen. Ich versteh schon, dass es schwierig ist und weiß, dass es einen berührt, wenn jemand plötzlich abtaucht aber diese menschen brauchen das. Das auf sich zu beziehen ist zwar menschlich aber auch sehr egoistisch. Ändern kannst du nichts. Vielleicht könnt ihr eine Abmachung treffen, dass er kurz sagr: sorry, ich muss da was regeln mit mir. Hat nichts mit dir zu tun. Melde mich.
          Ansonsten finde ich es wie gesagt legitim. Zumal er da ja ein Problem hat. Und dass du dann jammerst und auf dich verweist, ist eigentlich unpassend

          • Ja, diese Abmachung haben wir schon und das macht er auch, ich jammere auch nicht, ich lasse ihn komplett in Ruhe, bis er sich wieder meldet, ich jammere nur hier jetzt, weil ich trotzdem nicht aus meiner Haut kann, es berührt mich, ja, ich kann das ein paar Tage trotzdem aushalten, aber jetzt geht es schon eine Woche wieder und kein Ende in Sicht, das geht dann doch irgendwann an die Substanz.

      Echt? Ich finde ehrlich gesagt nicht, dass das ein besonders erwachsenes Verhalten ist. Man muss natürlich auch in einer Beziehung nicht alles haarklein diskutieren und jeder hat Phasen, in denen er nicht reden mag, aber dann reicht es doch, das dem Partner so mitzuteilen. Damit stößt man ihn nicht völlig von sich weg, muss aber auch nicht alles bis ins letzte Detail zerlegen...
      Lg Kokosmilch

Hallo,
Ich persönlich könnte mit so einem Verhalten gar nicht umgehen. Mein Partner und ich sind etwas mehr als ein Jahr zusammen und das Jahr war alles andere als leicht. Für mich war es mit Abstand das schlimmste Jahr, das ich bisher erlebt habe. Hätte ich nach jedem Stress den Kontakt zu meinem Partner eingestellt, hätten wir uns vielleicht 4 mal gesehen. Ich finde, es gehört zu einer Partnerschaft dazu, sich gegenseitig den Rücken zu stärken und für einander da zu sein. Wenn mein Freund mich da ausschließen würde, hätte ich das Gefühl, es läge ihm nicht viel an der Beziehung und er ist eher der Typ "Einzelgänger", der halt ab und zu mal ein bisschen Spaß und Gesellschaft braucht.
Und gerade, nach einem Jahr stellt sich ja wirklich die Frage, wie es weiter gehen soll, zieht man zusammen? Wie sieht es aus mit Familienplanung etc. Diese Fragen würden sich für mich nicht stellen; wenn man zuvor nicht wenigstens kleine Krisen gemeinsam bewältigt hat.
Wie ist es denn im Umkehrschluss, wenn es dir mal nicht so gut geht? Ist er dann für dich da, oder erwartet er, dass du auch alles alleine meisterst?
Vielleicht sprichst du ihn nochmal in einer ruhigen Minute darauf an, dass dieses Verhalten für dich schwierig ist und er sich damit unnahbar macht. Entweder er versucht dann an sich zu arbeiten, oder du musst für dich herausfinden, ob du auf Dauer damit umgehen kannst.
Ich wünsche dir alles Gute.
Lg Kokosmilch

  • Gute Frage, wie er mit Problemen umgeht, die ich habe. Er ist da da für mich, hört zu, gibt Rat und steht auch mit Tat bereit, da ist er eigentlich sehr unterstützend und hilfsbereit. Und das möchte ich für ihn natürlich auch sein, aber er lässt mich ja so gar nicht.

    Ja, die Gefühle, dass er sich so auch emotional distanziert (obwohl er sagt, das sei nicht der Fall), das kommt dann jedesmal auf. Ich vermisse ihn dann halt auch total, und denke, das kann ja umgekehrt nicht auf Gegenseitigkeit beruhen, wenn wer in diesen Phasen null Bedürfnis hat, mit mir Kontakt zu haben.

    Ich werde das noch mal mit ihm besprechen müssen. Zumal auch jedesmal Verlassensängste hochkommen. Seiner Ex bin ich ein Dorn im Auge, das weiß ich, und ich habe immer Angst, wenn sowas ist, dass er sich vielleicht doch des lieben Friedens willen irgendwann gegen mich entscheidet, damit sie Ruhe gibt, denn sie impft auch das Kind gegen "die Neue" vom Papa. Ich weiß, dass das alles nicht leicht ist für ihn, und er will darüber aber nicht mit mir reden, hat bisher auch nie Zweifel daran gelassen, dass ich ihm trotzdem wichtiger bin und er nicht vor hat, die Beziehung zu beenden, um da Ruhe zu haben, aber die Zweifel, ob es DIESMAL vielleicht dann doch so ist, dass er sich dem beugt, um Ruhe zu haben, ist immer da, wenn dann kein Kontakt wieder ist. :-/

(11) 03.12.18 - 08:39

Hm, ich bin hin- und hergerissen. Einerseits finde ich es gut, wenn sich jemand so gut kennt, dass er weiß, dass ihm Rückzug hilft, um aus einem Loch wieder herauszukommen und ich finde das deutlich besser, als wenn jemand seine Launen an mir auslassen würde. Andererseits brauche ich in einer Partnerschaft auch viel Verlässlichkeit und plötzliches Abtauchen fände ich schwierig für mich.

Sagt er denn nie Bescheid? Er könnte ja zumindest ankündigen, dass er auf Tauchstation geht, weil er sich sortieren muss. Dann wüsstest du wenigstens, was dich in den nächsten Tagen erwartet. Könnt ihr euch vielleicht für den Anfang darauf einigen, dass er sich "abmeldet"?

Und wenn es dir irgendwie möglich ist, dann nimm das Abtauchen doch nicht persönlich. Ich stelle mir gerade vor, ich wäre so, dass ich dicht mache, wenn ich unter Druck gerate, und ich müsste mich, nachdem ich mich bekrabbelt habe, um die verletzten Gefühle des anderen kümmern, den ich ja eigentlich eben nicht verletzen wollte...Das würde mir irgendwie widerstreben, auch wenn ich es nachvollziehen, dass der andere beleidigt ist. Aber vermutlich ist es bislang die einzige Strategie, die dein Partner zur Verfügung hat, sich aus einem Gefühlstief rauszuarbeiten.
Vielleicht könnt ihr gemeinsam nach anderen Lösungswegen suchen? Frag ihn doch mal, was er sich alternativ vorstellen könnte, was ihm gut tun könnte. Sind da keine Kompromisse möglich? Er könnte zum Beispiel Zwischenmeldungen a la "Piep, hier ist immer noch Land unter, aber zwischen uns ist von meiner Seite aus alles ok" geben.

Was ich, wie ich finde, gar nicht geht, ist, dass du, wenn er denn dann mal mit der Sprache rausrückt, wo der Schuh gedrückt hat, das ganze als Lappalie bewertest. Sollte er das bemerken, wundert es mich nicht, dass er keine Lust hat, sich weiter zu öffnen. Und mal im Ernst: Meistens sind es "Lappalien", die uns die Stimmung verhageln, weil eben dahinter noch ganz andere Dinge stecken, die durch die Lappalie angetriggert werden....

Zusammenziehen würde ich tatsächlich erst mit jemanden, der eine Streitkultur und Rückzugskultur entwickelt hat, die zu meiner passt.

Als ich meinen zweiten Mann kennenlernte, gab es ähnliche Probleme - Dauerzoff mit der Ex, Kinder durfte er nicht sehen, Dauerforderungen immer höherer Unterhalt u.ä.
Wenn wieder mal so ein Brief kam, 2 Tage muffiges Gesicht und brummiges Verhalten. Ich habe ihm dann lieb aber nachdrücklich klargemacht, dass ich das nicht brauchen kann. Kurz aufregen, gerne - aber tagelang mich und die Kinder anmuffeln, geht garnicht.
Er hat es geschafft, sich Luft zu machen - und es dann wieder hintanzustellen.
Ich glaube, ich hätte ihn nicht geheiratet, wenn er die Marotte beibehalten hätte. Dazu lebten wir ja auch erstmal 2 Jahre "auf Probe" zusammen, um sowas abzuchecken.
Rede mal mit ihm - ohne Vorwürfe - dass das Ganze wirklich nicht sehr fair ist Dir gegenüber. LG Moni

Ich kann deinen Partner verstehen.
Selbst bin ich auch so. Bei Stress oder Ärger bin ich froh, einfach alleine zu sein. Mir gibt es nichts, dass dann jemand tüddelt. Ich sag meinem Partner, dass ich mich melde, wenn die Schlechte-Laune-Front vorrübergezogen ist und gut ist.

Ich finde es weder verletzend noch unfair den Partner da nicht zu involvieren. Jeder geht mit solchen Situationen anders um. Und das sollte jeder Partner akzeptieren.
Natürlich bin ich in der Zeit aber auch nicht mit Freunden unterwegs oder suche andere Männer. Ich nutze die Zeit einfach für mich. Handy weg, Sport , Sauna, Bücher, Musik und viel Zeit draußen um etwas zu erden. Manchmal 1 Tag. Manchmal 5 Tage. Es gab auch mal ne Woche. Würde er täglich mehrmals fragen ob alles ok ist, wäre ich ziemlich genervt. Ich brauche diese Zeit für mich, denn im großen und Ganzen bin ich gern allein und eher Einzelgänger.

Er fand das am Anfang sehr seltsam. Mittlerweile kennt er das.
Was jedoch nicht vorkam bisher: waren wir zu einem festen Termin verabredet. Taufe, Hochzeit, Geburtstag, Umzug etc, habe ich dies wahrgenommen. Sitzen gelassen habe ich ihn nie und auch nie kurz vor knapp abgesagt.

  • Ouh... wir wohnen 200km auseinander. Sehen uns also sowieso nur an den Wochenenden.
    Wenn ich frei habe und mal ne Woche oder 2 bei ihm bin und es gibt etwas das mich so aus der Bahn wirft, dann versuche ich mich dort abzulenken. Kopfhörer drauf, Buch.

    Er lässt mich aber auch.

(15) 03.12.18 - 10:27

Du kennst ihn und sein Umfeld gut genug, um ausschließen zu können, dass er in dieser Zeit Abstürze hat (Alk oder Drogen)?
Was macht er beruflich? Kann er sich da so ein Verhalten leisten?

  • Alkohol- und Drogenexzesse kann ich ausschließen. Er kann sich sowas eben auch von seinem Job gar nicht erlauben, er arbeitet im Verkauf und muss den ganzen Tag mit Menschen arbeiten serviceorientiert. Es kann daher natürlich sein, dass ihm auch das gerade an Tagen, wo er schlecht drauf ist, schon alle Kraft abverlangt, da trotzdem den ganzen Tag freundlich und nett zu sein, dass er nach Feierabend einfach nur noch "nichts sehen, nichts hören, nichts sagen" spielen will.

    • (17) 03.12.18 - 13:36

      Ok, wenn du glaubst, dir sicher sein zu können.
      Dann ist er abends so erschöpft, dass es nicht mal mehr dazu reicht, eine Nachricht zu schreiben? "Hallo Schatz, schlaf gut. Bin total kaputt und will nur noch meine Ruhe heute Abend."
      So viel könnte man doch erwarten jeden zweiten Tag, wenn ihm irgend etwas an dir liegt.
      Ich gehöre nicht zu den Menschen, die ständig Nachrichten verschicken und erwarten, aber dieses *totstellen* finde ich absolut rücksichtslos und ich würde mir Gedanken machen, was das für eine Partnerschaft werden soll, wenn er für sich so ein Verhalten beansprucht.
      Schon wie du sein Verhalten beschrieben hast, nach eurem Streit an diesem Freitagabend, würde mich sehr abschrecken.

(18) 03.12.18 - 11:12

Ich käme damit nicht klar - muss ich aber auch nicht!

Viele Möglichkeiten hast du nicht. Entweder du akzeptierst es, oder eben nicht. Geredet darüber hast du mit ihm ja schon, und er wird es nicht ändern. Ihn kannst du nicht ändern. Maximal dich.

„Er sagt, wenn er Stress und Ärger hat, dann will er niemanden sehen und mit niemandem reden. Ich finde dieses Verhalten verletzend, denn wenn ich weiß, der Andere hat Sorgen und Probleme, dann möchte ich für ihn da sein, aber er stößt ich stattdessen weg.“

Ich lese hier, obwohl dein Partner zu der Zeit Probleme hat, nur Ich. ICH finde es verletzend. ICH möchte dann für ihn da sein. Aber wenn er doch gar nicht möchte, dass jemand für ihn da ist? Wenn er es alleine mit sich ausmacht? Wir alle sind das Produkt unserer Erfahrungen, Erziehung und vieles mehr, du weißt nicht, warum er so ist oder geworden ist. Es verletzt dich, das darfst du natürlich für sich beanspruchen, anders als das „ich möchte für ihn da sein“. Rede mit ihm darüber, sag ihm, dass es dich sehr verletzt, wenn du dann tagelang nichts von ihm hörst. Und immer daran denken: nicht jeder ist gleich! Auch wenn man etwas nicht versteht bzw nachvollziehen kann, sollte man trotzdem die Grenzen des Gegenüber akzeptieren... vllt kann man sie ja etwas verschieben! ;-)

  • Danke Dir. Ja, ich habe das ja genau deshalb hier reingesetzt, weil ICH es eben nicht verstehe, aber gern verstehen möchte, es hilft mir sehr hier zu lesen, dass es anderen auch so geht und sie den Rückzug dann brauchen. Bei MIR wäre so ein Verhalten halt wirklich negativ, da könnte das Gegenüber sich dann denken, dass ich sauer auf IHN bin, nicht auf irgendwas.

    Ich akzeptiere und respektiere diese Grenze, wie gesagt, ich lasse ihn komplett in Ruhe, und selbst wenn er sich nie wieder meldet, würde ich nichts machen, nichts sagen. Ich muss nur lernen, auch innerlich so zu sein, wie ich es nach außen bin. Daher wollte ich hier gern andere Meinungen hören, denn wie du schon sagst, nicht jeder ist gleich und man kann sonst ja immer nur von sich selbst auf andere schlließen, da hilft es sehr, wenn auch mal jemand komplett Außenstehendes seine Meinung dazu sagt.

(21) 03.12.18 - 11:23

Hallo,

also tagelang nicht melden finde ich wirklich sehr komisch. Wie gut kennst du ihn? Kennst du seine Freunde und Familie? Hast du mal vorsichtig angeklopft ob er schon immer so war?

Wie lange sind er und seine Ex schon getrennt? Klar reibt so etwas auf. Aber wenn ihr schon ein Jahr zusammen seid sollte er ja auch mit dir drüber reden können.

Ich denke auch wenn ihr zusammen zieht wird das dann schwierig wenn er so ein extremes Verhalten an den Tag legt. Bist du öfter auch über Nacht bei ihm? Kam es da auch schon mal vor dass die Stimmung so umgeschlagen ist? Was war da der Auslöser?

  • Ja, die Freunde sagen auch, das sei typisch er, die wundern sich sogar, dass er ansonsten zu mir so einen intensiven Kontakt hat, ich bin wohl die einzige Person, zu der er täglichen Kontakt sonst hält, die meisten guten Freunde oder auch Familienangehörigen hören nur alle 1-2 Wochen mal was von ihm. Als ich ihn kennenlernte hat er auch teils sich tagelang nicht gemeldet zwischen den Treffen, obwohl wir schon zusammen waren, erst durch mich, weil ich darauf wert lege, hat es sich dann anders entwickelt, dass wir täglich Kontakt hatten, er sich abmeldet, wenn er mal nicht kann usw.!

    Er ist seit 2 Jahren getrennt von ihr, sie hat sich getrennt wegen einem anderen, das war aber schon wieder vorbei, als ich ihn kennenlernte, ich glaube, sie hatte zu der Zeit die Hoffnung, dass sie wieder zusammenkommen, und dann kam ich.

    Wenn wir zusammen sind am Wochenende, hat er auch schon mal im Streit sich so verhalten, ich bin dann auch einmal deshalb vorzeitig wieder zu mir nach Hause (wollte eigetlich von FR-SO bleiben, aber direkt am Freitag hatten wir Streit, er schnappte ein und redete dann nur noch so wenig bis gar nicht mehr mit mir, dass ich Samstag dann nach dem Frühstück direkt heim bin. Er ist dann stinksauer, man versucht das zu klären und redet mit ihm drüber, dann sagt er zwar, dass alles wieder in Ordnung ist, aber verhält sich trotzdem weiter "zickig". Danach hat er sich dann auch erst 3 Tage später wieder gemeldet und gab da dann zu, dass für ihn doch noch nicht alles in Ordnung war, er aber nicht drüber reden wollte zu der Zeit, wir haben das dann geklärt und dann war wieder alles gut.

    Zu der Zeit fand ich das zwar ungewöhnlich, aber ich fand es irgendwie auch toll, dass er auch wenn er sauer ist, immer ruhig bleibt, nicht herumbrüllt, nicht ausrastet, nicht beleidigend wird, sondern besonnen und ruhig bleibt, selbst wenn er richtig sauer ist. Mein letzter Freund war ein totaler Choleriker, der mich im Streit immer angebrüllt und wüst beschimpft hat, ich fand es irgendwie toll, dass er nicht so ist, so ein Rückzug nach einem Streit gibt einem ja selbst dann auch Gelegenheit, das eigene Handeln zu überdenken dann. Nur wenn der Rückzug kommt, obwohl ich ihn gar nicht verursacht habe, das finde ich hart.

(23) 03.12.18 - 11:31

Partnerschaft ist den anderen in seinem ganz Sein, seiner Einzigartigkeit so zu akzeptieren wie er ist.

Das Lustige ist, mit ihm hast Du ein Bedürfnis, welches ohne ihn nicht da wäre.

Ihr habt unterschiedliche Anforderungen und Wünsche an Eure Beziehung. Ich würde mich fragen, ob diese alle erfüllt werden müssen.

In seiner Rückzugsphase suchst Du Nähe und willst helfen. Er will genau das Gegenteil und Du machst ihm seine Welt in diesen Momenten zu "eng".

Für Dich heißt das, daß Du einen Weg finden musst in der Zeit wo er sich zurückzieht, Dich besser um Dich zu kümmern. Denn Du merkst hier ja schon wie abhängig Du von seiner Nähe bist.
Das ist per se nichts Schlechtes.

Wenn Du das Gefühl hast, Du musst es "runterschlucken", dann würde ich genau in dieses Gefühl hineintauchen und versuchen herauszufinden, was sich dahinter verbirgt.
Das kann ein Weg sein, daß Du zukünftig besser Loslassen kannst und Eure Beziehung gestaltet sich dadurch freier.

Oder aber keine Beziehung, dann kommen solche Probleme erst gar nicht auf.
Alternativ, passende Kandidaten zukünftig gleich auf Nähe/ Distanz Bedürfnis abklopfen.
Mit der Liebe muss es dann aber halt auch noch irgendwie passen....

Alles nicht so einfach.


Im Grunde ist es Dein Problem, welches er nicht lösen kann und lösen muss.
Du findest einen Weg für Dich damit umzugehen, damit kann er sein und bleiben wer er ist oder Du findest keinen Weg, dann gehst Du alleine weiter.... (bis zur nächsten "Übung").

Ich glaube jede Beziehung hält Herausforderungen für uns parat, damit wir daran wachsen dürfen.

  • (24) 03.12.18 - 11:39

    Danke dir, ja, da ist viel Wahres dran, ich finde, das hast Du sehr schön geschrieben. Ich habe halt wirklich leider totale Verlustangst, wenn er sich so lang nicht meldet. Ich lass ihn in Ruhe, aber innerlich zerreißt es mich mit jedem Tag, der vergeht, und ich kriege unheimliche Angst, dass es das jetzt war und ich nie wieder etwas von ihm höre (wir wohnen 150 km auseinander, d.h. wenn er sich nie wieder melden würde, gäbe es keine peinlichen Berührungspunkte, wo man sich noch über den Weg laufen müsste).

    Aber du hast Recht, dieses Verlustdenken ist mein Problem, er hat mir bisher nie Grund gegeben, sowas zu denken, er hat sich immer gemeldet wieder, und doch kommt diese Angst jedes Mal wieder hoch bei mir.

Das ist nicht böse gemeint, aber entweder Du kannst mit seinem Verhalten leben oder nicht.

Nicht alle Menschen können/wollen darüber reden wenn sie Probleme haben, und das muss dann auch für den/die Partner/in ok sein.

Worüber ich mir allerding eher Gedanken machen würde ist, wie ist der Typ denn drauf, wenn er sich mehrmals pro Jahr für einige Tage komplett zurückziehen muss, weil "er so schlechte Laune hat" ???

Was ist denn das für eine lebensunfähige Lusche?

Jeder ist mal stinkig oder nicht ganz so gesprächig, und jeder will auch mal seine Ruhe haben, aber in dem von Dir geschilderten Ausmaß....ne sry....da hätte ich auch keine Lust drauf, so jemanden "an meiner Seite" zu haben.

Kann Dich also durchaus verstehen.

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