Eingewöhnung und Trennungsschmerz

    • (1) 07.12.18 - 16:51
      trosti

      Hallo ihr Lieben,

      ich suche ein wenig Trost, nach 4 Jahren unglücklicher Beziehung (von insgesamt 14) habe ich mich von meinem Mann getrennt, wir haben auch Kinder. Das macht es schwer.

      Ich habe viele Jahre gelitten und irgendwann komplett zu gemacht um mich nicht mehr angreifbar zu machen, das hat mich sehr dickhäutig gemacht. Jetzt wo wir ausgezogen sind, ist meine Haut aber alles andere als dick, ich könnte jede Minute heulen. Der Traum einer heilen Familie ist geplatzt. Ich habe wirklich lange überlegt, verschiedenes versucht aber irgendwie stand ich am Ende immer alleine da. Das ist keine Beziehung für mich. Aber nun ganz alleine sein, fühlt sich auch nicht gut an.

      Mein Mann verhält sich zudem auch noch sehr naja, wie soll ich sagen.. Gestern war er kurz hier und ist ziemlich direkt ausgerastet, weil er mit der Situation nicht klar kommt.Er hat leider auch die Angewohnheit mir die Schuld in die Schuhe zu schieben für seine Ausraster, weil ich nicht nett genug zu ihm wäre... Dabei finde ich, dass ich mich bis zum Schluss und sogar jetzt noch sehr freundlich und fair verhalte. Aber ich halte auch Abstand. Nach seinem Ausraster habe ich ein super schlechtes Gewissen bekommen und hab den restlichen Abend geheult... Er hat ein Drama veranstaltet vor den Kindern. Mein Sohn sagte heute früh. Wir können ja immer abwechselnd an den Wochenenden zum Papa gehen, dann seid ihr beiden nicht so allein.. Ich habe gesagt, dass er sich um mich keine Sorgen machen muss und ich einen Tag alleine ganz gut überstehen kann ;) Sein Vater drückt auf die Tränendrüse.

      Er hat jahrelang gekämpft aber sein Kampf hieß eben häufig auch einfach aussitzen. Er hat immer versucht mir einzureden, dass man sich nur lieb haben müsste und in den Arm nehmen. Bei mir ging das irgendwann nicht mehr, körperlichkeiten wollte ich überhaupt nicht mehr. Ob es nun Stress dazu führte oder Abneigung weiß ich inzwischen gar nicht mehr.

      Ich habe das Gefühl, das immer nur ich Kompromisse eingegangen bin und er sein Ding durchgezogen hat. Er hat mich und die Kinder so eingenommen, weil er sonst niemanden hat. Wir waren alles für ihn und nun ist er auf sich zurück geworfen. Das tut mir unheimlich leid.

      Natürlich würde ich mir ein Wunder wünschen. Im Moment fühle ich mich einfach nur leer und matt und erschöpft. Ich kann mir gar nichts vorstellen, weder mit einem anderen Mann noch mit einer Frau. Klingt für mich alles super anstrengend und eigenltich geht es darum im Moment auch gar nicht. Aber für immer alleine bleiben fände ich auch nicht schön und ich bin schon 45.

      Wir sind ziemlich alleine, keine Familie in der Nähe nur ein paar gute Freunde.

      Jetzt ist es doch irgendwie nur ein Jammerpost geworden. Aber über Aufmunterungen freue ich mich natürlich sehr.

      LG

      • (2) 07.12.18 - 17:10

        Sei froh, dass Du endlich den Schritt gewagt hast, Dich zu trennen.
        Dein Mann ist für sich Selbst verantwortlich, lass Dir da kein schlechtes Gewissen einreden!
        Er hatte die letzten 14 Jahre genügend Zeit, auf Dich zuzugehen- jetzt, da das Kind in den Brunnen gefallen ist, ist das Geheule groß! Daran bist aber nicht Du Schuld!

        Ihr solltet so etwas auch nicht vor den Kindern klären. Sie können die Verantwortung für Eure Probleme nicht übernehmen- haltet sie da raus.
        Wenn er nochmal so ausrastet, dann bittest Du ihn höflich, aber bestimmt, aus Deiner Wohnung. Er darf dann wiederkommen, wenn er sich beruhigt hat.

        Mit Mitte 40 stehst Du doch in der Blüte des Lebens! Lass etwas Zeit vergehen und komme zur Ruhe- dann wird sich bestimmt irgendwann etwas Neues ergeben- aber jetzt genieße erstmal die Zeit für Dich und Deine Kinder!
        Alles Gute #klee

        (3) 07.12.18 - 19:34

        Richtig, sei stolz auf dich, dass du diesen Schritt gewagt hast.
        Ich kann nachvollziehen, dass du dich jetzt alleine fühlst. Es ist alles noch frisch und ungewohnt. Auch wenn du es jetzt noch nicht glauben magst, es wird besser, viel besser.
        Der Traum einer Familie ist deshalb noch lange nicht geplatzt. Vielleicht keine klassische Familie, aber eine Patchwork.
        Wer weiß was die Zukunft für dich noch geplant hat.
        Jedenfalls hast du erkannt, dass du dich trennen musst und du bist absolut nicht für deinen Mann zuständig. Er muss sein Leben selbst auf die Reihe bekommen. Fühl dich nicht schuldig und lass dir in dieser Hinsicht auch nichts, aber absolut nichts von ihm einreden.
        Ich weiß nicht wie alt deine Kinder sind, aber ich denke, wenn es dir wieder etwas besser geht, dann ist es Zeit raus zu gehen. Du hast Freunde in deiner Nähe, das ist gut. Du bist also nicht ganz alleine mit deinen Kindern.
        Sieh zu, dass du unter Menschen kommst.
        Ablenkung kann richtig gut tun.

        Ich wünsche dir alles Liebe und viel Kraft.
        Halt die Ohren steif.

        (4) 08.12.18 - 11:33

        Habt ihr eine professionelle Paarberatung in Anspruch genommen?

      • (5) 10.12.18 - 10:30

        Du hast absolut das Richtige gemacht. Herzlichen Glückwunsch zur Trennung. Wenn es nicht passt, dann passt es eben nicht. Schade nur, dass du nicht schon vor vier Jahren gegangen bist. Besser keine Beziehung als eine unglückliche. Dass dein Mann nicht damit klar gekommen ist, dass du keine Nähe mehr zu ihm wolltest, kann ich nicht verstehen. Wenn er keine Freunde hat und die Familie zum Mittelpunkt seines Lebens gemacht hat, dann ist das natürlich hart für Ihn aber nicht dein Problem. Da hat er dann wohl auch sein eigenes Ding gemacht. Ironie off.....Soviele Widersprüche in deinem Text..

        Mach dein Ding. Emotional hast du dich doch längst befreit. Dass dein Mann so ausgerastet ist, hat nur dein schlechtes Gewissen berührt. Manchmal ist es auch so, dass man eben nicht zusammen passt und der eine es dem anderen nicht recht machen kann.

        Haltet die Kinder aus eurer gescheiterten Beziehung raus. Distanziere dich von deinem Ex und halte nur noch wegen der nötigsten Dinge Kontakt.

        An dem Scheitern einer Beziehung tragen immer mindestens zwei Personen schuld.

        Die, die dir hier einreden wollen, dass nur dein EX der Buhmann ist, machen sich ihr Leben wirklich extrem einfach.

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