Wie oft schreiben in einer Beziehung?

    • (1) 10.12.18 - 16:13

      Liebe Community

      Seit etwa einem halben Jahr bin ich mit meinem Partner zusammen und wir wohnen noch bei den Eltern. Durchschnittlich sehen wir uns etwa zwei bis drei mal in der Woche, im Moment seltener, da wir es gerade ziemlich streng haben. Wenn wir uns treffen haben wir es jeweils sehr schön zusammen und ich fühle mich auch geliebt von ihm. Das Problem ist, wenn wir uns nicht treffen haben wir sehr wenig Kontakt. Es ist mir vor allem jetzt aufgefallen, wo wir uns etwas seltener sehen. Dabei bin beinahe immer ich diejenige, die ihn anschreibt, ihn fragt, wie sein Tag war, ihm einen schönen Tag wünscht oder auch einfach mal telefonieren möchte. Er startet beinahe nie von sich aus eine Kommunikation und liest manchmal auch Texte, antwortet aber nicht darauf. Ich erwarte nicht, dass er mir täglich hundert mal schreibt oder wir täglich telefonieren aber ab und zu mal ein "Heyy, wie war Dein Tag so?" wäre meiner Meinung nach schon angebracht. Gerade wenn wir uns länger nicht sehen oder er nicht auf Nachrichten antwortet, frage ich mich manchmal dann schon etwas, welchen Stellenwert ich in seinem Leben habe.


      Wir haben schon ein paar Mal darüber gesprochen und ich versuchte ihm wirklich auf eine konstruktive Art mitzuteilen, dass ich es schön fände, wenn wir etwas mehr schreiben oder telefonieren würden und es mich manchmal auch traurig macht. Seine Antworten waren jeweils, dass er es versuchen würde, jedoch nichts versprechen könne und dass er halt einfach nicht so gerne schreibt oder es manchmal schlichtweg vergisst. Geändert hat sich bis jetzt nichts. Gerade dieser Umstand macht mich vor allem traurig, dass er weiss, dass es mich belastet, sich aber trotzdem nicht mehr Mühe gibt. Was meint ihr? Reagiere ich über oder wie würdet ihr das finden?

      Vielleicht müsste ich noch erwähnen, dass wir beide relativ jung sind und in einer Generation aufgewachsen sind, in der man oft und viel miteinander schreibt Er ist vom Typ her vielleicht jetzt nicht der Kommunikativste, aber sicher auch nicht introvertiert oder so.

      Vielen Dank für Eure Antworten und liebe Grüsse

      • Meine Erfahrung:
        Männer schreiben eher weniger als Frauen und natürlich lässt es im Laufe einer Beziehung immer weiter nach.

        Mein Partner und ich sind seit 10 Jahren zusammen und es gibt Tage da schreiben wir gar nicht. Außer organisatorisches.
        Aber gut... wir wohnen auch zusammen :D

        Mach dir keinen Kopf!
        Die WhatsApp-Rate steht nicht stellvertretend für die gegenseitige Zuneigug!

        • Okey vielen Dank für Deine Antwort. Hmmmh mag schon sein...

          Aber eben: Wir sind erst ein halbes Jahr zusammen, wohnen nicht zusammen und haben oftmals ein paar Tage keinen Kontakt.

          Weist Du, solange wir uns regelmässig treffen, finde ich es auch nicht so schlimm aber wenn wir uns mal länger als eine Woche nicht treffen können oder es mir einfach mal schlecht geht, beginne ich es schon etwas zu empfinden.

      Du hast dir ein wenig kommunikatives Exemplar geangelt, da wird auch auf Nachfragen nicht mehr kommen. Entweder du lernst damit umzugehen oder ihr überdenkt eure Beziehung, denn daran sollte es eigentlich nicht scheitern.

    • Das äh ich anders. Die Männer, die wirklich an mir ernsthaftes Interesse hatten, haben sich auch viel gemeldet. Die, für die ich eher „naja, ist im Moment ganz nett“ war, deutlich weniger.
      Ihr klingt noch recht jung. Trotzdem finde ich Verbindlichkeit sehr wichtig. Zwei Sekunden hat man, um der Partnerin einen guten Morgen zu wünschen oder gute Nacht etc. Wenn er das nicht tut, ist er nicht unkommunikativ, sondern hat keinen Bock. Es ist ihm einfach nicht wichtig genug. Du bist ihm nicht wichtig genug.

      • Das ist kompletter Unfug. Es gibt solche und solche Männer, die meisten sind ganz einfach keine Schreiberlinge, was nicht gleich immer Desinteresse bedeutet.

        Und vielen Männern sind selbst die zwei Sekunden viel zu viel, weil sie es vergessen oder nicht als wichtig erachten. Es ist genetisch veranlagt, dass Männer nunmal kurz, knapp und möglichst wenig kommunizieren müssen.

        • Ich glaube, wenn ich meinem Mann nicht immer geschrieben und dabei auf Rückantwort gedrängt hätte, dann würde ich in 13 Jahren vielleicht ein Dutzend Nachrichten gesammelt haben. Tendenz zu weniger.

          Naja, habe ich so extrem in keiner meiner Beziehungen erlebt. Gerade in den ersten Monaten war immer extrem viel Kontakt (von beiden Seiten)
          Aber es mag da sicherlich auch andere Kandidaten geben

      Ich bin Mann und sehe das auch so. Sofern der Freund nicht Frondienst im Straflager leisten muss, hat er jeden Tag bestimmt eine Viertelstunde, um sich der Kommunikation mit seiner Freundin zu widmen. Jede Wette, dass ein Vielfaches für Zocken, Glotze, Netflix u.ä. drauf geht, für die die Zeit problemlos reicht.

    Ich seh das auch anders. mein Mann ist z.b einer der ungern schreibt und meistens bin auch ich diejenige die schreibt, das war schon von Anfang an so. ich habe ihn direkt gefragt ob es ihn stört wenn ich schreibe oder ihm zuviel ist er meinte nein er freut sich immer darüber wäre aber selbst nicht der Typ dafür und so wars dann. ich hab ihm teilweise mehrmals am Tag Ellen lange Texte geschrieben von meinem Tag was ich gemacht hab oder vor hab und von ihm kann ein okay oder ja/nein als Antwort auf meine Frage.
    Wir haben 8 Monate getrennt gewohnt und ich musste mich erst an dieses kurzsiblige gewöhnen aber er ist einfach so ein Typ und das hatte nix mit seinem interesse an mir zu tun. auch heute noch schreibe ich viel viel mehr und er antwortet kurz und knapp. so ist und wird es wohl immer sein aber ich kann damit leben.

(13) 10.12.18 - 19:21

Huhu..

Mein Mann schreibt auch nicht dauernd. Msnchnsl kommt einen halben bis ganzen Tag nichts, dafür dann auf jeden Fall bevor ich oder er ins Bett gehen.
Er ist beruflich manchmal länger weg.
Klar ist es schade, aber ich schreibe ihn dann einfach an und merke wenn er Stress hat, oder er sagt, dass er später schreibt.

Finde ich ehrlich gesagt nicht schlimm. So lange du keine Szene machst!
Alles gute

Mein erster Freund / erste große Liebe war auch ein totaler Schreibmuffel. Als wir zusammenkamen, musste er direkt 2 Wochen später zur Bundeswehr in eine 600 km entfernte Stadt, sodass wir uns nur am Wochenende sahen, manchmal auch nur alle 2 Wochen, wenn er Wochenenddienst hatte. Damals gab es keine Handys, also haben wir uns Briefe geschrieben - bzw. ICH schrieb Briefe. Von ihm bekam ich in dem einen Jahr sage und schreibe EINEN Brief, und den habe ich mir regelrecht erbetteln müssen. Nur Krönung hat der liebe Herr dann sogar auch noch meinen Geburtstag vergessen.

Trotz alledem hat dieser Mann mich angebetet und den Boden geküsst, auf dem ich wandelte, ich war seine ganz große Liebe. Könnte man Liebe in solcher Aufmerksamkeit und Briefen messen, hätte man ihm wohl bescheinigt, dass er mich nicht sehr lieben kann, aber er tat es, und das wurde mir in den Jahren danach auch noch sehr oft bewiesen... auch wenn er immer schreibfaul war und blieb. ;-)

Was ich damit sagen will: Miss seine Liebe nicht daran, wie er sich verhält, wenn Du nicht bei ihm bist, sondern wie er sich verhält, wenn Ihr zusammen seid. Und ansonsten rate ich dir: Lenke dich in der Zwischenzeit ab, er tut es anscheinend auch. Wenn Du nicht mehr ständig drauf lauerst, dass er sich meldet. wird es dir auch nicht mehr so schlimm vorkommen, dass er es nicht oder selten tut. Ich würde mich aber einfach auch mal nicht melden, bis was von ihm kommt, mal gucken, wie lang das dauert, bis er von sich aus das Bedürfnis hat.

  • Vielen herzlichen Dank, für die lieben aufmunternden Worte. Ich verstehe, was Du meinst und es stimmt schon. Es läuft ja sonst auch einigermassen gut zwischen uns und ich schätze unsere Beziehung sehr. Wenn wir uns all paar Tage sehen, finde ich es auch nicht so schlimm, wenn wir in der Zwischenzeit nicht ständig schreiben aber wenn ich mich mal nicht so gut fühle oder wir uns aufgrund der Arbeit länger nicht sehen oder es allgemein nicht so gut läuft beginne ich es trotzdem plötzlich zu empfinden.

(16) 10.12.18 - 19:35

Ich kann dich verstehen.

Bei der Schreiberei kann man geteilter Meinung sein. Nicht jeder mag das Gefummel von womöglich ellenlangen Texten auf dem kleinen Display.
Aber telefonieren müsste m. E. drin sein, wenn man sich tagelang nicht sieht. Abends wenn man alles erledigt und Ruhe hat, sich auszutauschen z. B.

Wer wirklich will und Interesse am Austausch hat, der kriegt das auch hin. Selbst wenig kommunikative Plauderer....
Sonst könnte man ja denken, dass ihr euch bei Treffen auch mehr schweigend gegenüber sitzt.

Dazu kommt; schau dir mal an, wieviele hier das Handyverhalten ihres Partners beklagen, wenn er mit anderen Frauen schreibt. Kolleginnen, Internetbekanntschaften, Geliebte....usw.

Mein Ex ist nicht der kommunikativste Typ. Selbst in Gesellschaft mutiert er nicht zur Plaudertasche. Das würde jeder, der ihn kennt, auch bestätigen.Aber mit seiner Affäre hat er geschrieben und telefoniert - das geht auf keine Kuhhaut. Er sagte selbst mal, dass sie sich in 2 Jahren hunderte Nachrichten geschrieben haben (und getroffen haben sie sich auch noch jede Woche).

Wenn's wichtig und/oder spannend genug ist, dann wird auch kommuniziert.

  • Vielen Dank für Deine Antwort. Ich stimme Dir zu, schlussendlich kommt es ja nicht drauf an, wie (Telefon oder Whatsapp), sondern dass man kommuniziert. Wenn wir uns treffen haben wir eigentlich schon genug zu reden, es kommt mir selten vor, als ob wir nicht wüssten, was reden.
    Am Anfang kamen auch viele so längere romantische Nachrichten, die dann einfach immer weniger wurden. Vielleicht gibt er sich auch einfach weniger Mühe, weil er die Beziehung für sicherer und ein Stück weit auch selbstverständlicher ansieht? Aber das, mit der Wichtigkeit stimmt schon...

    • (18) 11.12.18 - 08:22

      Er kann also doch wenn er will. Schade,dass er nach nur 6 Monaten so wenig Interesse an dir zeigt. In den paar Tagen wo ihr euch nicht seht,kannst du krank werden oder es kann auch mal was Schönes passieren und er fragt nie nach? Dann würde ich auch nicht mehr fragen wie es ihm geht,wäre mir irgendwann zu doof. Irgendwie hast du ernstere Absichten was eure Verbindung angeht-kommt es mir so vor. Ich wünsche dir,dass du bald Klarheit hast.

      • (19) 11.12.18 - 18:07

        Hmmh ja manchmal (wenn er weiss, dass ich etwas wichtiges habe) fragt er schon aber sehr selten. Meistens bin ich diejenige, die dann ohne dass er mich fragt eben von etwas erzählt.

    Wie ich in einem anderen Post zum Teil schon angedeutet hatte, aus meiner Sicht geht es darum, dass man sich Zeit nimmt und Prioritäten setzt und andererseits auch, dass man die Bedürfnisse der Partnerin oder des Partners ernst nimmt.

    Es mag ja sein, dass es für diesen spezifischen Mann ok ist, tagelang nichts von seiner Freundin zu hören und am Abend einfach alleine vor der Glotze zu sitzen oder zu zocken. Seine Freundin hat aber ein Kommunikationsbedürfnis. In einer ausgeglichenen Partnerschaft würde man das m.E. so lösen, dass sich das Paar darauf einigt, täglich wenigstens beispielsweise eine Viertelstunde zu kommunizieren, der Mann diese Zeit frei von anderen Tätigkeiten hält und aktiv nutzt und die Frau dafür z.B. auf weit ausschweifende wenig relevante Texte verzichtet.

    • Ja das stimmt. Ich finde es geht mir einerseits wirklich darum, dass ich wissen möchte, wie es ihm geht, was er so macht und was es Neues gibt. Andererseits finde ich auch, es hat mit der Wertschätzung gegenüber dem Partner zu tun, dass man sich auch erkundigt wie es einem geht und so.

      Bezüglich deiner "Einigung": Weisst Du, es ist schon nicht so, dass er mich abblockt oder nicht telefonieren möchte, wenn ich ihm anrufe. Er meldet sich einfach beinahe nie von sich aus, auch wenn ich mich über längere Zeit nicht melde nicht. Ich habe eigentlich versucht, ihn von selber etwas dazu zu bringen, dass wir so zu sagen fixe Zeiten zum kommunizieren haben aber das hat nicht viel gebracht

Als ich frisch mit meinem Freund zusammen war haben wir sehr viel geschrieben wenn wir nicht gerade zusammen waren. Das erste Jahr haben wir kaum eine Nacht getrennt von einander geschlafen. Geschrieben haben wir dennoch. Mal hat er sich gemeldet mal ich.
Nun wohnen wir seit ich glaube 3 1/2 Jahren zusammen und wir schreiben dennoch.
Morgens zum morgengruß und ab und zu mal übern Tag verteilt so wie zeit da ist. Ich kenn es garnicht anders.

Mich würde es stören garnichts zu hören. Und ich reden nicht von zig Nachrichten.

Ich kann Dir nur meine Erfahrung mitteilen. Wenn ein Mann ernsthaftes Interesse hatte, hat er sich gemeldet. Und wenn es nur ein Kussemoji ist, wenn man keine Zeit hat. Mein Mann und ich schreiben uns extrem häufig. Wir sind beide beruflich sehr stark eingespannt und sehen uns nur am Wochenende. Uns sind diese kleinen „ich denke an Dich“ Messages sehr wichtig. Muss jetzt nichts heissen, aber mein Eindruck ist: er steht einfach nicht auf Dich. Männer, die eine Frau wirklich wollen, versetzen Berge.

  • Vielen Dank für Deine Antwort, auch wenn es nicht das ist, was ich hören wollte :-( Kusse-Emojis schicken wir uns schon ab und zu hin und her

    • Lass ihn doch einfach Mal ein paar Tage in Ruhe und schau wann er sich meldet. Und wenn nichts kommt und bei dir was passiert und er sich dann irgendwann meldet, sagst du ihm, Du erwartest eigentlich von deinem Freund, dass er sich nicht erst kurz vor dem nächsten live treffen fragt, wie es dir geht. Es könnte ja auch sein, dass wirklich etwas passiert ist, wo du dich nicht selbst melden kannst. Und wenn Du feststellst, dass es dir wirklich dauerhaft zu wenig Aufmerksamkeit ist, selbst wenn er es nicht böse meint, dann zieh besser deine Grenzen. Denn du bist zu jung um dein ganzes Leben mit jemandem zu planen von dem du dich nicht richtig geliebt, beachtet und gewürzschätzt fühlst. Du bist zu jung um das Leben einer frustrierten Alten zu leben, weil ihr Mann ihr nach 30 Jahren Ehe nichts mehr zu sagen hat.

      Vielleicht ist das auch eine Lektion im Leben die er auf die harte Tour lernen musd,....dass der andere nicht selbstverständlich da ist. Das jeder Tag, in der man geliebt wird, ein Geschenk ist, dass man wertschätzen sollte, wenn auch nur durch einen Gedanken oder ein paar liebe Worte. Es muss ja nicht viel sein. Aber fragen, wie dein Tag war, ob es dir gut geht, ja das sollte einen Partner interessieren.

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