Unglücklich als Ehefrau, Hausfrau und Mutter

    • (1) 20.12.18 - 08:35
      Unhappy_und jetzt

      Hallo zusammen.
      Ich bin 32 J., seit 6 Jahren mit meinem Partner zusammen. Nach 4 J. Haben wir geheiratet und im August kam unsere Tochter auf die Welt. Sie war ein absolutes wunschkind, ich wollte immer mind. 2 Kinder haben... aber, momentan bin ich einfach nicht glücklich mit meinem Leben.
      Ich fühle mich nicht erfüllt als Mutter und Hausfrau und gehe in dieser Rolle einfach nicht auf, so wie man es immer von anderen Müttern zu hören bekommt. Dieses Glücksgefühl habe ich einfach nicht :-( ich bIn einfach genervt von meinem eintönigen Alltag als Ehefrau, Mutter und Hausfrau und erwische mich oft dabei, wie ich mir die Zeit als, ich sag mal eigenständige Person, wieder zurück wünsche.
      Ich merke auch, wie ich ungerecht zu meinem Mann werde, meine schlechte Laune an ihm auslasse und sogar eifersüchtig darauf bin, dass er jeden Morgen zur Arbeit fahren kann, während ich unsere Tochter versorgen. Klar, habe ich mir das so ausgesucht, aber ich habe es mir nicht so vorgestellt. Habt ihr Tipps für mich wie ich die Situation besser annehmen kann? Wird es irgendwann wieder besser? Ich freue mich schon, wenn ich nächstes Jahr im August wieder arbeiten gehen kann und die kleine zur Tagesmutter kommt. Das ist doch auch nicht normal oder? :-(

      • Doch ganz normal. Ging mir nicht anders. Ich hab richtig gefühlt, wie ich "doof im Kopf" wurde, weil überall ging es nur um Windeln und Stillen und Co..

        Es gibt Frauen die erfüllt das. Und das ist ja auch gut und schön so. Jeder soll nach seiner Fasson leben und glücklich sein von mir aus. Aber dieses Leben ist halt nicht für jeden ausreichend. Da hast Du nun wieder etwas über Dich gelernt. Du brauchst eben auch dein Berufsleben und deine Eigenständigkeit. Super!

        Die Theorie ist immer anders als die Praxis ;).

        Vielleicht kannst Du eher in deinen Beruf einsteigen? Oder dir eine andere Herausforderung suchen, wo dein Mann mal das Kind für die ein oder andere Stunde hütet.

        Steh einfach dazu. Sag deinen Mann klipp und klar woher deine Unzufriedenheit kommt. Ich habe eine Bekannte. Da geht er auch arbeiten, aber passt auf das Kind immer einen Tag in der Woche auf und sie kann dann machen, was sie möchte. Damit sie eben nicht in der Mutterrolle versauert.

        Vielleichtt ist das so in der Art für dich wenigstens für ein paar Stunden auch bei euch drin?

        Das hat alles auch gar nichts mit mangelnder Liebe zum Kind zu tun. Ich hab mich auch immer hingebungsvoll um meine gekümmert, aber Himmel war ich froh, als ich wieder an die Uni/ und dann in den Job konnte.

        Hey,

        Ich finde diese Gefühle völlig normal. Ich fand es auch ziemlich langweilig nur zu Hause und zwar so langweilig, dass ich nach 3 Monaten wieder 1-2 Unikurse gemeinsam mit meiner schlafenden Tochter besucht habe. Ich hätte geplant ein Jahr lang komplett nicht in die Uni zu gehen. Aber meine Tochter war ein entspanntes Baby und mir war eben langweilig. Als sie dann so 9 oder 10 Monate alt war, war sie mir zu aktiv zum mitnehmen. Da hat meine Schwägerin dann 2 Vormittage für jeweils 2-3 Stunden auf sie aufgepasst, während ich in der Uni war. Mit 15 Monaten wurde sie dann bei der Tagesmutter eingewöhnt und ich hab mich total gefreut. Klar war ich auch traurig, dass ich sie abgeben musste. Aber ich fand es toll, endlich wieder richtig in die Uni gehen zu können.
        Sonst hab ich auch viel mit meiner Tochter unternommen, war auch öfter mal verabredet, wir waren jeden Tag einige Stunden mit den Hund unterwegs. Und trotzdem hab ich mich dabei erwischt, auf meinen Freund zu warten und grantig zu werden, wenn er mal zu spät von der Arbeit kam. Einem fehlt die geistige Herausforderung, das Reden mit Erwachsenen usw.
        Ich hatte übrigens nie ein schlechtes Gewissen, dass ich so empfinde. Und ich kenne viele Mütter, denen es so ging. Klsr gibt es Mütter, die total in ihrer Rolle aufgehen und am liebsten für immer nur noch Hausfrau und Mutter wären. In meinem Umfeld kenne ich allerdings keine, die nicht mal gesagt hat, wie langweiöig einem irgendwann wird. Eine Freundin und ich haben letztens gesagt, dass es zwar toll ist mit einem süßen Baby, wir aber beide lieber das zweite Lebensjahr zu Hause geblieben wären. Dann wird es nämlich viel aufregender, da das Baby langsam zu einer kleinen Persönlichkeit wird und mehr passiert :)
        An deiner Stelle würde ich mir einfach überlegen, wie du deinen Alltag zufriedenstellender gestalten kannst. Ein neues oder altes Hobby anfangen oder sonst was. Ich bin übrigens auch mit Baby zum Sport gegangen und nehme meine 3 jährige heute noch mit. Das geht allerdings auch nur, weil ich in einem Sportverein bin und sie da rumturnen kann, wie sie Lust hat, während ich Sport mache.
        So das war es jetzt auch schon:P

        Liebe Grüße

        • (4) 20.12.18 - 16:50

          Ich kann dich da sehr gut verstehen. Bei mir war es genauso.
          Ich hatte ursprünglich 1,5 Jahre Elternteil angemeldet und war irgendwann so verzweifelt dass ich meinen Chef angerufen habe um nach einem Jahr wieder zu kommen. Das ging bei uns allerdings nur weil meine Mutter ihn dann betreut hat.
          Ich habe viel mit meinen Sohn unternommen um nicht ständig allein zuhause zu sitzen. 2 nette Mütter habe ich kennen gelernt und mit den beiden dann ein paar Kurse belegt.
          Bei mir das arbeiten dann irgendwie meine Rettung und mir ging es wieder viel besser.

      Doch, das ist völlig normal.
      Ich gehe auch nicht in dem auf, was viele als Vollzeitbeschäftigung Hausfrau und Mutter sehen (Ehefrau ist in dem Sinne ja keine Beschäftigung).
      Letztlich wird diese Arbeit nicht wirklich gewürdigt und eine zufriedenstellende Arbeit ist das für mich auch nicht, zumal man auch nicht jeden Tag acht Stunden lang putzen, kochen und einkaufen wird.
      Ich bin nach dem ersten Kind nach sechs Monaten wieder TZ arbeiten gegangen und es war die beste Entscheidung für mich.
      Abwechslung, mal andere geistige Herausforderungen, andere Gesichter, eine MittagsPAUSE und das Beisteuern zum Einkommen hat auch meine mentale Situation entspannt.
      Für den Rest sprich kochen, einkaufen, waschen, putzen, Kind bespaßen blieb immer noch genügend Zeit.
      Was mir auch wichtig war: das unser Kind vorgelebt bekommt, dass auch Mütter Karriere machen können und nicht finanziell vom Ehemann abhängig sein müssen.

      (6) 20.12.18 - 08:58

      Huhu,

      Das ist vollkommen normal.

      Ging mir auch so. Dein Text hätte auch von mir kommen können ;)

      Es wurde besser als unsere Tochter zur Tagesmutter ging und ich auch mal wieder Zeit hatte durchatmen. Einfach mal wieder etwas tun zu können was ich früher ohne Kind auch getan habe.
      Ich liebe mein Kind und es war auch das absolute Wunschkind. Aber trotzdem finde ich es normal das man ab und an sein altes Leben vermisst.
      Es gibt Frauen die gehen in der Rolle als Mutter total auf. Denen fehlt da nix mehr.


      Finde ich auch echt toll das du da so offen mit umgehst.

      Liebe Grüße ;)

      • (7) 20.12.18 - 09:29
        unhappy_undjetzt

        Vielen Dank für eure Antworten. Ich bin gerade sehr erleichtert, dass ich nicht als einzige Mami diese Gefühle habe. Ich habe schon ein paar mal versucht dass Thema bei anderen Mamis in meinem Umfeld anzusprechen, aber diese verstehen mich nicht und schütteln nur mit dem Kopf. Von daher bin ich froh, dass meine Gedanken doch auf eine Art normal sind. Ich hoffe insgeheim, dass das Leben mit Kleinkind für mich schöner wird. Vielleicht bin ich auch einfach keine „Baby“Mama ;-)
        Und im Alltag unternehme ich schon sehr viel:Pekip, Babyschwimmen, treffen mit Freundinnen (mit und ohne Kind). Ich bin also nicht nur zuhause. Eher wieder arbeiten zu gehen ist leider keine Option :-(
        Die 8 Monate werde ich hoffentlich noch „schaffen“ und ich freue mich dann zumindest wieder 20 Stunden in der woche arbeiten zu können

    Ich kann Dir nur sagen, wenn Du die Zeit jetzt mit Deiner Tochter nicht genießt wirst Du es später bereuen. Vielleicht noch nebenbei Sport machen, dass Dir nicht langweilig wird neben Hausarbeit und Windeln wechseln.. Langeweile ist denke ich der größte Feind. Mir ging es auch so. Ich ärgere mich jetzt richtig, dass ich die Zeit mit meinem ersten Kind nicht genossen habe, weil ich andauernd genervt und gelangweilt war. #augen :-[ Das #schrei und Haus, kochen, putzen.... Man wird echt verrückt und fühlt sich als hätte man keine sinnvolle Aufgabe. Bei meinem zweiten Kind habe ich das anders gemacht. #schein Wenn mir was eingefallen ist, was zu erledigen war wo ich aber in diesem Moment keine Zeit hatte, habe ich es auf einen Zettel geschrieben und später erledigt wenn ich Langeweile hatte. Ich hätte nicht gedacht, dass es mir schwer fällt dann nach einem Jahr wieder arbeiten zu gehen. So war es dann aber... #hicks

    • "Ich kann Dir nur sagen, wenn Du die Zeit jetzt mit Deiner Tochter nicht genießt wirst Du es später bereuen."

      Ich hab zwei Kinder und die Babyzeit nicht wirklich GENOSSEN und bisher hat sich bei mir noch keine Reue deshalb eingestellt.. und das letzte wurde vor 14 Jahren geboren. Also bitte keine Pauschalisierungen - ich zum Beispiel komme besser mit meiner Tochter im Pubertistenalter klar, wir machen viel zusammen, sie ist schon recht eigenständig und es gibt wenig Probleme. Ich würde aber meinerseits nicht deshalb anderen die Empfehlung geben, doch die Pubertistenzeit zu GENIESSEN, weil sie ja nicht wiederkommt und man es später bereuen könnte #klatsch

      (15) 20.12.18 - 15:51

      Ja?

      Sohnemann wird bald 5 und ich bin immer noch froh, dass er kein Baby mehr ist.
      Ich vermisse die Zeit zwischen 2 und 3 manchmal, aber nicht das erste Jahr.

      • Ja, so geht's mir auch. Vermissen wäre zwar übertrieben, aber als letztens zur Jugendweihe Fotos von meiner Tochter und allen Beteiligten durchliefen und ich mir die am Abend vorher allein angesehen hatte, liefen schon ein paar Tränchen der Rührung. Alles nochmal machen möchte ich aber auch nicht mehr - bin froh, dass sie immer selbstständiger wird ;-).

(17) 20.12.18 - 12:21

Ehrlich? Meine sind schon so groß und reden von Abitur und Training und Berufswünschen. Und ich hab bisher null bereut. Die Babyzeit war wahnsinnig anstrengend, ich war chronisch müde vom stillen und mein Gehirn war Matsch unterfordert. Ja, sie waren süß. Ich hab sicher 3000 Bilder gemacht. Aber genossen.... als glücklichste Zeit meines Lebens oder so ....neeeee. ich bin unheimlich froh und dankbar über meine Kinder, aber es gab definitiv viel tollere Zeiten als die Babyzeit und ich war froh, als ich das hinter mir hatte. Der geilste Moment war, wo ich meiner winzigen Tochter mehr im Scherz gesagt hab, sie soll den ausgeprölten Socken wieder anziehen und sie es tatsächlich alleine geschafft hat, obwohl ich null damit gerechnet habe. Da wusste ich, das Schlimmste haben wir hinter uns. Jetzt geht es bergauf. Das war einfach toll.

Oder dieser Moment ,wo sie mit Farben besudelt aus der Kita kam und das erste Bild gemalt hatte, dass man richtig erkennen konnte. Jaaa.

Ich habe jeden Schritt Selbstständigkeit geliebt. Ich habe nie gedacht, oh nein, nun kann sie das, nun braucht sie mich nicht mehr. Ich weiß gar nicht....warum man sowas denken sollte. Ich hab mich immer gefreut, wenn ich gesehen habe, dass wir diese Zeit der totalen Abhängigkeit von mir endlich wieder ein Stück mehr hinter uns lassen können und ein eigener Mensch daraus wird, der weiß was er will und was zu tun ist. Das ist es, warum ich gerne Kinder habe. Diese Entwicklung zu einem eigenen selbstständigen Menschen zu sehen. Das ist eine tolle Erfahrung. Aber diese so abhängige Babyzeit .... wo sie nur liegen und mit den Änderungen rudern und eigentlich nichts alleine können außer stinkende Windeln machen....nee....also.....nee....

Doch total normal ❤️

Ich bin schon nach wenigen Wochen wieder eingestiegen, da mir zu Hause die Decke auf den Kopf gefallen ist!

Es gibt Frauen die definieren sich über mehr als die Mutterschaft 😘

  • (20) 20.12.18 - 09:31

    Danke. Ich bin sehr erleichtert, dass meine Gedanken bei euch richtig ankommen und ihr mich verstehen könnt. In meinem Umfeld zuhause fühle ich mich echt alleine damit und kann mich niemandem richtig öffnen. Das ist manchmal echt hart mit niemandem ehrlich über seine Gefühle sprechen zu können. Mein Mann versteht es leider auch nicht so recht

    • Das sind die Themen, über die man nicht sprechen kann ohne gesellschaftliche Verachtung zu ernten!
      Tatsächlich geht es wohl aber den allermeisten Müttern so.
      Sie bekommen nur den Mund nicht auf, da sie sich fälschlicherweise schämen und als schlechte Mutter fühlen würden.

      • "Das sind die Themen, über die man nicht sprechen kann ohne gesellschaftliche Verachtung zu ernten!"

        Ist das wirklich so oder auch/eher regionsabhängig? Ich kenne das, ehrlich gesagt, gar nichts so ausgeprägt und ich hab, wie weiter unten geschrieben, auch kein Problem damit zu sagen, dass ich Babys nicht genieße. Also auch nicht, es im im realen Leben zu sagen. Hat mich aber auch noch keiner komisch angesehen deswegen ;-).

        LG milchreisbubilein

        (23) 21.12.18 - 16:37

        Hallo,

        woher willst Du wissen dass es den allermeisten Müttern so geht? Ich kenne wenige denen es so geht. Nein, es gibt eben Menschen die, ist jetzt nicht böse gemeint, viel Input und Anerkennung von außen brauchen, und welche, die eher in sich ruhen, wissen was sie wert sind oder das nicht von beruflichem Erfolg oder angehäuftem Wissen oder was auch immer abhängig machen und die einfach auch fähig sind sich selber geistig zu beschäftigen.

        Genauso wie es Kinder gibt die sich selber gut beschäftigen gibt es auch Erwachsene denen es leichter fällt. Ich habe die Erfahrung gemacht dass Mütter mit Hobbies viel besser mit dem daheim sein "zurecht kommen" als Mütter die vor allem für ihre Arbeit lebten. Ich reite, bastle, ich hab die Babyzeit und Kleinkindjahre genossen, hatte endlich Zeit und auch den Kopf frei mich mal neben dem Kind um mich um mein Hobby zu kümmern und vermisse jetzt wo ich wieder arbeite diese Freiheit mich endlich mal Dingen zu widmen die mir auch wichtig sind und die so zu kurz kommen.

(24) 21.12.18 - 19:46

Aber sich über seinen Job zu definieren ist jetzt besser?

Find ich total normal. Ich liebe meine beiden Kinder, aber ich konnte mit diesem Babykram auch nicht viel anfangen. Mein Leben sollte mehr sein als Rückbildungskurs, müde den Kinderwagen schieben, mit anderen Müttern über Kackekonsistenz reden und darauf warten, dass mein Freund wieder nach Hause kommt, um das Essen auf dem Tisch zu haben.
Ich hab mich in Elternzeit 1 selbstständig gemacht, endlich meinen Führerschein gemacht (das hat zwar 1 Jahr gedauert, weil ich nicht immer nen Babysitter hatte, aber es ging) und viel unternommen, das ging auch mit Kind in der Trage (Museum, wandern, Ausstellungen usw.). War aber auch 2 Jahre zuhause. Als dann endlich der Kitaplatz frei war, waren wir alle happy. Meine Tochter liebte es, dorthin zu gehen, und ich genoss meine Zeit mit viel Arbeit. Und danach hatte ich wieder Energie für mein Kind.
Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich echt alles für meine Kinder mache (bin nach Kind 2 allein erziehend). Aber ich geb die auch gern mal zum Papa, arbeite bis zum Umfallen, treffe Freunde, geh aus, mach was für mich. Nur dann kann ich auch eine gute Mutter sein, weil ich den Ausgleich habe.
Kann dich sehr gut verstehen, zumal Babys auch noch viel anstrengender sind als meine mittlerweile Grundschulkinder. 24/7 an einem dran, stillen, füttern, schlechter Schlaf ... Puh, ich bin immer wieder froh, die Babys meiner Freundinnen abzugeben, so gern ich die alle auch habe.
Wird wieder, Kopf hoch. Such dir deine Auszeiten. Holt euch jemanden, der mal abends 2 Stunden aufpasst, geht essen, ins Kino, auf ein Konzert. Oder geh abends mal mit Freundinnen weg. Das ist echt wichtig. Du bist nicht nur Mama. Da muss man kein schlechtes Gewissen haben, finde ich.
Liebe Grüße
palo

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