Trennung wegen Alkohol

    • (1) 21.12.18 - 23:19

      Hallo liebe Leute,
      ich habe seit Jahren ein Problem mit meinem Partner und weiß nicht mehr ob es sich noch zu kämpfen lohnt.
      Mein Partner trinkt sehr regelmäßig Alkohol, eigentlich täglich. Er arbeitet im Schichtdienst und macht auch viele Überstunden. Ich habe einen normalen Bürojob. Jetzt ist es im Endeffekt an seinen freien Tagen immer so dass er Mittags sich mit Freunden in einer Kneipe trifft und dort auch Alkohol trinkt. Er hilft mir auch viel im Haushalt und hat da durchaus viel erledigt bis ich vom Büro nach Hause kommen, allerdings trinkt er währenddessen weiter. Wenn er am nächsten Tag nicht arbeiten gehen muss ist es dann auch noch mehr, es passiert des Öfteren dass ich von der Arbeit komme und merke dass er Probleme hat sich zu artikulieren und deutlich etwas getrunken hat. Er nutzt jede Möglichkeit etwas zu feiern und benimmt sich dann oft daneben, beginnt mit Stichelein in meine Richtung, nennt mich zb gehirnlos und es gibt jedes Mal Streit. Mittlerweile möchte ich mit ihm nichts mehr unternehmen wo er Alkohol trinken konnte, er sieht es nicht ein sich einzuschränken, sieht auch nicht dass er etwas falsch macht sondern beklagt sich im Gegenteil über meine kalte Art, wobei ich ganz einfach keine Lust auf Nähe zu ihm habe wenn er getrunken hat oder mich demütigt und das habe ich ihm schon sehr oft sehr deutlich gesagt und auch gezeigt. Es gibt mittlerweile ständig Streit deshalb und er stellt mich als Furie hin die ihm seine Freunde (weil ich keine Lust mehr habe mit ihm wegzugehen) und sein Bier verbiete. Dabei verzichte ich oft genug darauf meine Freunde zu sehen weil ich Angst habe er konnte mich wieder blamieren. Teilweise möchte ich von einer Feier (auch Familienfeier) einfach nur nach Hause gehen weil er sonst einfach nicht aufhören würde eins nach dem anderen zu trinken und ich mich für ihn schäme und Angst habe er könnte Streit anfangen.
      Ich möchte ganz einfach nicht ständig mit einem Menschen zu tun haben der begriffstutzig und verletzend ist weil er von einem Alkoholschleier betäubt ist.
      Ich würde mich über Meinungen dazu freuen oder Tipps, wie ich begreiflich machen kann, wie sehr mich sein Alkoholkonsum in meinem Leben einschränkt und mich diese Situation sehr belastet.
      Danke!

      • Das wirst Du ihm nicht mit Worten sondern nur mit Taten begreiflich machen können, indem Du Deine Koffer packst (oder seine) und Dich trennst. Leider wird er Dich anders nicht ernst nehmen. Ob er dann was ändern kann oder will, wirst Du dann sehen. Da er leider null Einsicht zeigt und eher noch DICH kritisiert statt sich selbst, spricht es eher dafür, dass er sein Verhalten nicht ändern wird. Ich würde mich daher trennen, die Situation wie Du sie beschreibst, klingt unerträglich.

        Und Du fühlst Dich an der Seite dieses notorischen Trinkers wohl und geborgen, möchtest mit ihm alt werden und findest ihn sexy?
        Wenn nein, warum bist Du dann noch bei ihm?
        DU kannst ihn weder ändern oder ihm irgendwas begreiflich machen. Das lernt er nur durch Trennung. Entweder er tut dann was - oder er säuft eben weiter.
        Mein erster Mann hat sich schon mit 44 aufgrund seiner Sauferei von dieser Erde verabschiedet, nachdem er offenbar mehrere Schlaganfälle, Leberzirrhose und noch einiges mehr sein eigen nannte. Er trank auch täglich. Sorry, aber ich bin da direkt.
        LG Moni

        (4) 22.12.18 - 00:40

        Es gibt nicht nur Männer, die keinen Alkohol anrühren oder ihn nur in Maßen genießen. Es gibt auch viele Männer, wie deinen Mann.
        Ohne andere Antworten gelesen zu haben, kann ich dir nur meine Sicht der Dinge dazu schreiben. Ich war mit genau so einem Mann zusammen.... mittlerweile sind wir sogar verheiratet. Es hat nur eine Sache geholfen: Ihm ganz klar sagen, dass wenn so etwas noch mal vorkommen sollte (wie Beileidigungen, Sticheleien usw), es definitiv vorbei ist. Und wenn er seinen Alkoholkonsum nicht drastisch reduziert, es ebenso vorbei ist, so dass man sich nicht auf einer Familienfeier schämen muss und es einem selbst unangenehm wird, weil der Partner so viel getrunken hat. Sollte er sich bezüglich des Alkoholkonsums erstmal nicht zu 100% daran halten (was bestimmt passieren wird), sprich sein Limit nicht erkennen, sofort konsequent handeln, ihm zeigen, dass du es ernst meinst und weg bist. Bei mir hat das Wunder bewirkt! Eine Änderung um 180 Grad. Nach dieser „Ansage“ hat er es noch einmal übertrieben, ich bin gegangen, und plötzlich konnte er anders. Seit Jahren kann er jetzt seinen Alkoholkonsum normal regeln. Ich wünsche dir viel Glück und dass es bei dir vielleicht auch so positiv endet.

        • Danke für eure Meinungen.
          Freut mich dass es Menschen gibt bei denen so ein Ultimatum geholfen hat und sich alles zum Guten gewendet hat.
          Wenn ich verlange dass er den Alkohol reduziert ist jedoch er der der wütend und beleidigt reagiert weil ich ihm vorschreiben will was er zu tun und zu lassen hat. Ich glaube er will es ganz einfach nicht verstehen dass so etwas den Partner auch sehr stark betrifft.

          • Was du beschreibst ist ja schon extrem einschränkend für dein Leben. Wann ist er denn eigentlich noch nüchtern? Wenn er arbeitet? Aber dann siehst du ihn ja sowieso nicht. Du gehst nicht mehr weg, du lädst kaum noch wen ein, du wirst beleidigt, du meidest seine Nähe, er zeigt keinerlei Einsicht und wertet dich auch noch ab.

            Ich würde mich da völlig am Post von Frühchenoma orientieren, ich bin zwar kein Arzt, aber das hört sich stark nach Alkoholsucht an und da hilft wirklich nur die Trennung. Du kannst ihm nicht helfen, aber dir. Sollte er sich nach der Trennung ändern und, falls erforderlich, einen Entzug machen und clean bleiben, kannst du eine spätere Rückkehr vielleicht in erwägung ziehen. Ansonsten, überlege dir, ob du den Preis der ganzen geschilderten Einschränkungen bezahlen möchtest, damit es für dich ab und an ein, zwei nette Stunden mit deinem nichtalkoholisierten Partner gibt.

            Ich kenne das nur so von meinen Eltern und meine Mutter ist immer noch da - ich würde so nie leben wollen, dann lieber allein bleiben, entscheiden kannst aber nur du.

          • Und was ist daran schlimm, dass er dann wütend und beleidigt reagiert? Du bist schon fast abhängig von seiner Reaktion und somit von ihm :(
            Lass dich nicht davon beirren, was ER tut, wie ER reagiert, sondern triff für DICH eine Entscheidung, die durch sein Verhalten nicht abhängig gemacht wird. Hast du wirklich Angst ihn zu verlieren? Was genau verlierst du? Überleg dir diese dinge und fang an dich selbst zu schätzen anstatt zu opfern. Was denkst du, wie er reagieren würde, wenn du ohne limit trinken würdest?

            Ich persönlich würde dieses Ultimatum WIRKLICH schon durchziehen, auch wenn mein herz irgendwo an ihm hängt. Denn ich wäre es mir selbst wert. Vielleicht liebt er dich ja doch....dann wird er deinen schritt verstehen und er muss sich dann entscheiden, was ihm mehr bedeutet. Der Alkohol oder du! Und mal unter uns frauen....willst du es akzeptieren, dass einem mann der alk wichtiger ist als der verlust der Partnerschaft??? Falls er nichts ändert (was ich kaum glaube), wenn du dich trennst, dann weißt du, woran du bist :)

            "Ich glaube er will es ganz einfach nicht verstehen dass so etwas den Partner auch sehr stark betrifft."

            Eher kannst Du vermuten, dass er das sehr genau weiss, Du sagst es ihm ja schließlich nicht zum ersten Mal. Er wehrt sich nur vehement dagegen - das ist die Sucht. Er ist schwerer Alkoholiker und eigentlich ist ihm das irgendwie auch klar, er will es nur nicht wahrhaben.

      Was hält Dich denn bei ihm?

      • Seine Art und seine Persönlichkeit wenn er nüchtern ist.. aber alles andere ist mittlerweile fast untragbar für mich, weil es sich schon so zugespitzt hat dass ich schon Panik bekomme wenn er sein erster Getränk zu sich nimmt, weil ich ja weiß wie es endet und das trifft auch leider fast immer zu.

        • Mal ehrlich: wie viel Zeit hattest du in den letzten Monaten mit ihm völlig nüchtern? Das ist doch keine Partnerschaft mehr, wenn er kaum noch nüchtern ist.

          Bitte hol dir Hilfe, auch für dich selbst.

    "Ich würde mich über Meinungen dazu freuen oder Tipps, wie ich begreiflich machen kann, wie sehr mich sein Alkoholkonsum in meinem Leben einschränkt und mich diese Situation sehr belastet."

    Wende dich an eine Beratungsstelle für Angehörige von Alkoholkranken.

    Dort kannst du lernen, wie du selbst mit der SItuation umgehen kannst. Nicht ihn ändern! Sondern du für dich. Deine Verantwortung für dich selbst.

    Dass sich das auch auf ihn auswirkt, ist klar. Aber auch hier gibt es Hilfe, Unterstützung und Tipps.

    Wenn du dich selbst um sein Verhalten kreist, Gedanken, dein Verhalten usw. entsteht irgendwann eine Co-Abhängigkeit. Dann wenn du nicht mehr in der Lage bist, Entscheidungen für dich selbst zu treffen, weil deine Gedanken bei ihm/seinem Verhalten/sein voraussichtliches tun sind. Das schränkt dich ein - aber deine Gefühle und Gedanken sind bei ihm.

    Da rauszukommen, braucht es keine Laientipps, sondern Beratung für ANGEHÖRIGE.

    Für dich wäre wichtig dir einzugestehen, dass du mit einem Suchtkranken zusammen bist. Alleine wirst du ihn nicht dazu bewegen können, von seiner Droge loszulassen.
    Wende dich an eine Stelle für Angehörige von Suchtkranken.
    LG

    Dein Partner ist suchtkrank.
    Es ist möglich, dass du bereits co-abhängig bist. Wenn nicht, dann wirst du es (unbehandelt) vermutlich werden.

    Such dir Hilfe. Alleine kannst du das nicht schaffen. Musst du auch nicht.
    https://www.alk-info.com/angehoerige
    https://al-anon.de

    Ich hatte mal einen Partner, der auch zu viel getrunken und mich im besoffenen Kopp gerne beleidigt hat. Die Beziehung hat nicht lange gehalten, weil ich das zu belastend fand.
    Sei du dir wichtig. Dein Partner ist ein erwachsener Mann, dem garantiert klar ist, dass er zu viel trinkt. Dem kannst du nicht helfen. Du kannst nur dir selber helfen.

    Kann dich absolut verstehen. Das Trinkverhalten ist eine Sucht hat mit Normalität nichts mehr zu tun bei deinem Partner. Er beleidigt dich und du hast Angst wohin zugehen weil er sich blamieren könnte. Sorry aber da wäre bei der Offen aus. Das Problem hat er seit Jahren und er wird es auch nicht ändern. Wenn du glücklich bist und auf eine ewige Bierfahne stehst dann bleib bei ihm ansonsten gibt's nur weg von ihm.

    gabi

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