Trennungsgespräch führen! Wie? Angst davor

    • (1) 06.01.19 - 20:18
      Endliebt

      Hallo alle zusammen,

      Ich bin Anfang 30, mein Mann Mitte 40. Wir wohnen in einem Haus, haben einen gemeinsamen Sohn und sind seit 7 Jahren verheiratet. 15 Jahre zusammen.

      Für mich steht seit Oktober 2018 fest das ich mich gern trennen möchte von meinem Mann. Aber ich tue mich sehr schwer bei dem Gedanken wie ich das Trennungsgespräch führen soll.

      Die Sache ist, wir bzw ich habe mich einfach endliebt. Es läuft halt alles so nebenbei, ich habe das Gefühl wir wohnen in einer WG und nehmen es halt so hin. Er ist mein bester Freund aber mehr eben auch nicht. Der Alltag ist geregelt, es ist alles so schön bequem und es läuft so wie es läuft. Ich liebe ihn nicht mehr. Ob er da ist oder nicht, ist mir egal. Ich merke immer mehr wie ich lieber alleine mit unserem Sohn bin. Ich möchte keine körperliche Nähe mehr, keinen Kuss, keine Umarmungen, keinen Sex. Ich finde ihn absolut unattraktiv. Und das meine ich überhaupt nicht bösartig. Er hat sich körperlich nicht wirklich verändert, aber ich finde ihn zu keinem Zeitpunkt mehr anziehend. Ich habe das Gefühl weg laufen zu müssen wenn er Nähe möchte, ich will dann einfach nur raus aus dieser Situation.
      Oft habe ich den Gedanken: „kann er sich nicht einfach in eine andere Frau verlieben?“ Immer wenn ich mich bei dem Gedanken erwische frage ich mich ob ich nicht mehr alle Tassen im Schrank habe. Aber diese Gedanken habe ich.

      Ich weiß nicht wie ich dieses Gespräch führen soll. Denn im Endeffekt hat er mir nichts getan. Wir streiten nicht mehr und nicht weniger als sonst. Er behandelt mich nicht schlecht oder sonst was. Die Liebe für ihn als Partner ist einfach nicht mehr da. Und ich sehe da auch keine Chance mehr das diese zurück kommt. Wir haben uns vor 1,5 Jahren sehr ein 2. Kind gewünscht. Also eher ich wenn ich das so im Nachhinein reflektiere und er hat irgendwann eingewilligt. Mittlerweile denke ich das dies „nur“ ein Versuch war meinerseits das wir wieder zueinander finden, unsere Beziehung dadurch retten können. Es klappte nicht. Wer weiß aus welchem Grund, vielleicht sollte es so sein. Wir waren in der Kinderwunschklinik in Behandlung, ich spritzte mir Hormone ohne Ende, nahm Tabletten und wir versuchten wirklich alles. Ohne Erfolg. Im August 2018 entschied ich das ich das nicht mehr möchte. Wir haben ein gesundes Kind und darüber sollten wir glücklich sein. Nach dieser Einsicht meinerseits fing es an. Ich wollte keine Nähe, keinen Sex mehr etc. Ich möchte auch wirklich kein weiteres Kind. Weder mit meinem Mann noch kann ich mir das in Zukunft mit irgendwem anderes vorstellen. Mein Mann ist ein toller Mensch, ein liebevoller Vater aber als Partner nicht mehr relevant für mich. Oh Gott das hört sich so unglaublich kühl und nüchtern an. Ich weiß einfach das er unglaublich verletzt sein wird und das tut mir wahnsinnig leid. Es tut mir leid das ich diesen Lebensplan nicht verwirklichen kann und möchte. Dieses auf ewig zusammen und glücklich als Familie. Sowohl seinen Lebensplan als auch meinen.

      Ich habe das Gefühl das wir uns in verschiedene Richtungen entwickelt haben und rein emotional auseinander gelebt. Ich frage mich seit Wochen ob es denn ein triftiger Grund ist seine Ehe zu beenden weil man den Partner nicht mehr liebt? Also ob das ausreichend ist? Oder ob ich bis an den Rest meines Lebens diese Ehe führen sollte, denn es ist ja nichts „schlimmes“ passiert. Wir streiten nicht, niemand ist fremd gegangen, wir behandeln uns nicht schlecht. Ich selbst sage mir: wenn die Liebe geht, ist es Zeit zu gehen. Sehe ich das falsch? Ist es egoistisch? Ich möchte nicht den Rest meines Lebens mit einem Mann zusammen sein den ich nicht liebe. Ja ich mag ihn, wirklich. Er ist der Vater meines Kindes und ein herzensguter Mensch.

      Ich frage mich was andere davon wohl halten werden. Nach außen hin sah und sieht doch alles so schön aus. Wird mir vorgeworfen das ich egoistisch handle? Das ich unsere Familie unsere Ehe einfach so weg werfe? Ist es okay das auch ich wieder glücklich sein will. Das ich mich vielleicht irgendwann einmal wieder auf einen dann meinen Partner freuen kann wenn ich ihn sehe, wenn ich nach Hause komme. Ist es nicht fairer meinem Mann gegenüber mich jetzt zu trennen als ihm eventuell Jahre etwas vor zu machen? Das zu beenden bevor irgend einer von beiden einen anderen Menschen in Betracht zieht, was wahrscheinlich unweigerlich so kommen würde. Wenn man dann verletzend wird, streitet, sich nicht mehr respektiert. Ich finde er hat das Recht auf eine Frau die ihn wirklich liebt, das denke ich hat er wirklich verdient. Auch wenn er sich das im ersten Moment nie mehr vorstellen kann.

      Ich denke es ist Wunschvorstellung von mir aber ich würde es so sehr begrüßen wenn wenigstens ein bisschen Verständnis für meine Situation aufgebracht werden kann. Die Realität sieht wahrscheinlich anders aus. Ich möchte ein erwachsenes miteinander auf Augenhöhe, mir Respekt und Achtung. Allein schon weil wir ein Leben lang Eltern unseres Kindes bleiben. Egal was kommt, das wird uns immer verbinden.

      Natürlich habe ich große Angst davor wie unser Sohn das ganze weg stecken würde und das ist auch ein Grund warum ich dieses Gespräch noch nicht geführt habe. Er ist 9.

      Wie würdet ihr dieses Gespräch führen? Wie würdet ihr handeln und was würdet ihr erwarten? Im Kopf bin ich bereits getrennt aber ich habe den Mut irgendwie nicht dazu. Ich weiß das ich diesen Schritt allein gehen muss und es mir niemand abnehmen kann.

      Es tut gut mal darüber zu berichten und mlr das von der Seele zu schreiben.

      • Du stellst Euch heute Abend 2 Gläschen Wein auf den Tisch und dann sagst Du ihm, dass Du mit ihm reden musst.
        Erkläre es ihm offen und ehrlich- so, wie hier in Deinem Post.

        Und, Ja- Du hast es verdient glücklich zu sein!
        Es passiert, dass man sich entliebt.
        Es bringt nichts, den Schein nach Außen zu wahren. Das ist falsch und unehrlich!
        Dein Mann hat die Wahrheit verdient.
        Und Dich ehrt es, dass Du ehrlich bist und es ihm sagst.

        Ich wünsche Dir alles Gute und drücke Dir die Daumen für das Gespräch!

        LG
        Katnissa

        Hast du nur halb so viel Zeit darauf verwendet, wieder zu deinem Mann zurückzufinden wie darauf, darüber nachzudenken, wie gerne du getrennt wärst?

        Ihr habt eine Kinderwunschbehandlung hinter euch, das ist weder psychisch noch physisch einfach. Nicht, dass du dich im Eifer des Gefechts nicht nur von deinem Kinderwunsch, sondern gleich auch von deinem Partner trennst und damit dem Kind sein gewohntes Umfeld nimmst und seinen Vater im tagtäglichen Leben.

        Verstehe mich nicht falsch, natürlich darf man sich trennen, wenn man dauerhaft merkt, dass man unglücklich in der Beziehung ist, aber ich finde nicht, dass man das leichtfertig tun sollte.
        Ich glaube, in fast jeder Ehe gibt es Flauten. Es gab zumindest in meiner Beziehung Zeiten, wo ich meinen Partner am liebsten auf den Mond schießen wollte und solche, in denen wir tatsächlich wie Brüderchen und Schwesterchen nebeneinander hergelebt und den Alltag gestemmt haben. Ich glaube, diese Zeiten durchzustehen und nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen, ist viel mehr damit gemeint, wenn man sich das Eheversprechen gibt, in guten wie in schlechten Zeiten zueinander zu stehen.

        Hast du mal einen Hormonstatus machen lassen? Hast du den gescheiterten Kinderwunsch wirklich betrauert und verarbeitet? Habt ihr mal eine Paartherapie gemacht?

        Du sagst, bis auf die Abwesenheit von Liebe sei alles in Ordnung und ein Mann ein toller Partner und Vater. Das ist genug, als dass man dafür kämpfen sollte, es zu erhalten.

        Ich würde also kein Trennunsgespräch führen, wohl aber ein ehrliches, indem du beschreibst, wie du dich fühlst und dann schaut ihr zunächst einmal, ob ihr die Kuh nicht doch gemeinsam vom Eis bekommt.

        Viel Erfolg!

        • (4) 06.01.19 - 20:52

          Danke für deine wirklich ehrlichen Worte.

          2015 haben wir schon ein mal solche eine Phase gehabt wenn man das so nennen kann. Wir haben beide viel geredet. Ich ihm meine Sichtweise geschildert und wir haben gemeinsam beschlossen das wir es versuchen. Dann der Gedanke an das 2. Kind und die Hoffnung das dadurch alles besser wird. Wurde es leider nicht. Sex hatten wir unter anderem nur weil man das eben haben muss um ein Kind zu zeugen. Klingt nüchtern ich weiß.

          Ich kann durchaus verstehen wie du das meinst und das es durchaus eine sinnvolle Alternative wäre. Paartherapie etc. aber ich möchte das gar nicht. Es klingt egoistisch und das ist es vielleicht auch aber ich sehe einfach keine gemeinsame Zukunft mehr.

      Heute scheint eine Ehe ja nur was wert zu sein, wenn man in den Partner verliebt ist.


      Dummerweise ist eine Dauerverliebtheit nicht möglich - und LIEBE fühlt sich eben oft an wie eine tiefe Freundschaft. Und ja, da sind auch mal Zeiten ohne viel Begehren mit dabei. Zeiten, in denen man sich mehr auf sich selber konzentriert und weniger Verbindung mit dem Partner spürt.

      Du bist seit 15 JAHREN mit diesem Mann zusammen, seit ein paar Wochen oder Monaten ist dir zu wenig Romantik in der Beziehung ... und du denkst ernsthaft drüber nach, lang gewachsenes Vertrauen, tiefe Zuneigung und dein engstes Familienband einfach zu entsorgen, weil dir die Schmetterlinge im Bauch fehlen.

      Gott, wie ich diese Rosamunde-Pilcher-Weltanschauung hasse ... Vermutlich rede ich gegen die Wand, aber bevor du deine Ehe hinschmisst, lies vielleicht mal, was der Philiosoph Richard David Precht über die Liebe zu sagen hat: „Liebe. Ein unordentliches Gefühl“.

      • (7) 06.01.19 - 21:01

        Danke für deine ehrlichen Worte. Mir jedoch zu unterstellen das ich nicht weiß was wirkliche Liebe bedeutet und ich meine Ehe hin schmeißen will weil ich keine Schmetterlinge im Bauch habe finde ich nicht fair.

        Ich finde tiefe innige liebe sollte auch das Gefühl beinhalten das man sich auf seinen Partner freut, gern auch Sachen als Paar unternimmt, Nähe zulassen kann und auch gibt. Diese Dinge sind nicht mehr vorhanden und ich habe das Gefühl ein Spiel zu spielen in dem es darum geht nicht auszufliegen. Ich kann nicht einfach mit dem Finger schnipsen und sagen „so, das ist jetzt nun mal eine Phase und in ein paar Wochen oder Monaten will ich das alles wieder“

        Das hat auch nichts mit Rosamunde Pilcher Romanen zutun. Ist es fair meinem Mann gegenüber dieses Spiel einfach weiter zu spielen? Mit ihm zu reden und zu sagen „lass uns dran arbeiten das wird schon wieder“ obwohl ich für mich weiß das es eben nicht wieder wird. Mein Gott was haben wir gearbeitet nach 2015 als schon einmal eine Trennung im Raum stand. Geändert hat sich von den Gefühlen her nichts.

        Ist es denn wirklich so verwerflich wenn auch ich glücklich sein möchte? Das auch ich vielleicht irgendwann die Chance habe einen neuen Partner kennen zu lernen? Wahrscheinlich ist es wirklich für viele egoistisch. Für viele ist es vollkommen okay das solche when über Jahre wenn nicht sogar Jahrzehnte weiter geführt werden. Wenn das der eigene persönliche Anspruch an das Leben ist dann ist das vollkommen okay. Aber man sollte auch die Gefühle der anderen akzeptieren, auch wenn man sie nicht verstehen kann oder will.

        • (8) 06.01.19 - 22:19

          Hallo!
          Ich bin selbst verheiratet und ein Scheidungskind (recht spät aber es war trotzdem sehr schlimm für mich!).
          Ich selbst habe mir nach diese negativer Erfahrung meiner Eltern geschworen, dass ich immer ehrlich mit meinem Partner bin und ihm ehrlich sage, wenn etwas nicht mehr stimmt. Warum? Um ihm und mir die Chance zu geben etwas zu ändern.
          Ich weiß nicht ob du den Morivationstrainer von Simon Schemp kennst. Er hat ein Buch geschrieben (ich weiß nicht ob ich das hier nennen darf?). Jedenfalls ist dort genau die Situation beschrieben die du schilderst. Einer Frau fehlen die Schmetterlinge, die Beziehung ist Alltag, man lebt nebeneinander her. Sein Tipp: Ändere deine Gedanken. Sage dir immer wieder was du dir wünschst. Z.B. Ich möchte mich wieder neu in meinen Mann verlieben und dann handle danach. Macht euch schick, kocht, geht aus.
          Ich glaube das Problem ist nicht die Tatsache, dass euer Leben so ist wie es ist, sondern die Tatsache, dass DU etwas ändern müsstest und dazu bist du vielleicht zu unmotiviert?!
          Du hat einen 9 Jahre alten Sohn, kurz vor der Pupertät. Ich halte nichts davon für seine Kinder zusammen zu bleiben, aber ich halte etwas davon für seine Kinder mal etwas zu wagen und zu ändern, seine Komfortzone zu verlassen und es wenigstens zu versuchen.
          Du hast dich gedanklich schon so auf Trennung eingeschossen. Wieso änderst du nicht mal den Blickwinkel und versuchst dich gedanklich auf „Ich will mich ändern und meine Liebe zu meinem Mann neu entdecken“ einzulassen??
          Ich kenne Dich nicht und möchte Dir nichts unterstellen, aber so wie ich das Lese scheinst du vielleicht auch eine Midlifecrisis zu haben? Wirf das nicht so weg ohne nicht wirklich alles(!) versucht zu haben.

          Liebe Grüße

      (9) 07.01.19 - 11:09

      Deshalb endet Rosamunde Pilcher auch immer wenn sie sich haben und nicht mit der Beziehung und dem Alltag

(10) 06.01.19 - 20:54

Dein Beitrag ist sehr respekt - und verständnisvoll, ohne jegliche Vorwürfe oder aufgewärmten verletzten Gefühle. Ich denke, wenn du genau dies mit deinem Mann zur Sprache bringst, ist das eine gute Ebene - auf der du ihm auch Raum gibst, sich ohne Schuldzuweisungen zu äußern. So wie ich deinen Text lese, ist dir gewaltfreie Kommunikation nicht unbekannt?!? Wenn doch, lies dich einfach mal rein ;-) Aber so, wie du die Situation hier schilderst, würde ich das auch im Gespräch anbringen. Dass es nicht leicht ist, einen geeigneten Zeitpunkt zu finden, glaube ich gerne! Aber ich stelle es mir genauso zermürbend vor, ständig im Hinterkopf diese Gedanken zu haben. Ich wäre da dann doch eher für Klärung und Ehrlichkeit...

Trotz allem: Hast du dich mal gefragt, ob sich die Liebe nicht einfach gewandelt hat? Nach so langer Beziehung mit Kind.... ihr seid nicht mehr frisch verliebt, mit rosaroter Brille und springt euch an, wenn ihr euch nur seht. Aber ihr scheint ein gutes Team zu sein, euch auf Augenhöhe zu begegnen, den Alltag zu meistern, ihr kennt euch wahrscheinlich in und auswendig. Ist das letztendlich nicht viel mehr wert als ein flüchtiges Verliebtheitsgefühl des Anfangs, was nach 15 Jahren Alltag wahrscheinlich an gleicher Stelle stehen würde?! Ich weiß es nicht - es ist eine Überlegung von mir. Und irgendwie habe ich bei deinen Schilderungen das Gefühl, dass noch nicht alles verloren ist, die Basis noch stimmt. Aber Leidenschaft, Lust, Begehren, Freude und wahres Interesse entstaubt werden müssen/ können - das ist Arbeit, aber vielleicht ein Versuch wert?!?

Alles Gute dir!

Ihr braucht keine Trennung, ihr braucht eine ordentliche Eheberatung.

Ansonsten sag ihm einfach, was du hier geschrieben hast, aber an deiner Stelle würde ich mich wirklich nicht trennen... Nach 15 (!) Jahren hat man einfach keine Schmetterlinge mehr im Bauch, da brauchst du dir nichts vormachen und das wäre mit einem neuen Partner nicht besser. Oder willst du jetzt den Rest deines Lebens Single bleiben? Wenn ja, dann nur zu.

  • (12) 07.01.19 - 07:41

    Ganz ehrlich, wegen solcher Ratschläge und Meinungen habe ich damals an meiner ersten Ehe unnötig lange festgehalten... Ich hatte relativ schnell gemerkt dass ich einen Fehler gemacht hatte und er sich zum Ende der Studienzeit und mit Eintritt ins Berufsleben in eine Richtung entwickelte, in der nur noch er und sein toller Job wichtig waren und die nichts mehr mit dem zu tun hatte, wie er vorher war und wie wir vorher Ehe- und Familienleben besprochen und erträumt hatten.
    Meine Eltern, Schwiegereltern, mein 1. Mann, Freunde und Verwandte redeten damals auf mich ein mit genau diesen Argumenten ... wir waren schon so lange zusammen (seit ich 15 war), man hat dann keine Schmetterlinge mehr im Bauch, ich hätte zu viel Disney gesehen, irgendwann ist es mehr eine tiefe Freundschaft und nicht mehr die ständige begehrende Liebe, wenn ich mich trenne und jemand neuen finde wird es mit dem bald genau so sein....

    Irgendwann hab ich es doch getan, mich getrennt, nachdem ich psychisch und physisch völlig am Ende war. Entgegen den Rat so ziemlich aller in meinem Umfeld habe ich den Mann verlassen.

    Heute bin ich schon viele Jahre sehr sehr glücklich mit meinem 2. Mann. Und obwohl wir jetzt schon so lange zusammen sind, liebe ich ihn wirklich wie verrückt, ich habe auch nach über 20 Jahren noch Schmetterlinge im Bauch, wir begehren uns noch immer, haben und hatten trotz 3 Kindern immer Sex, mindestens mehrmals in der Woche, meistens täglich. Er ist mein Traummann, ich habe in den ganzen Jahren nie nen anderen auch nur angesehen. Wir haben noch nie gestritten, außer ein oder zwei kleinere Meinungsverschiedenheiten in den ganzen Jahren. Ich liebe den Mann glaub ich noch mehr als früher und schon da war ich völlig verrückt nach ihm. Und offensichtlich geht es ihm ebenso, denn er zeigt mir täglich in 100 kleinen Dingen dass ich noch immer seine Traumfrau bin.

    Es gibt so eine Liebe die nicht alt wird, die die Schmetterlinge auch nach 20 Jahren noch fliegen lässt, die mehr wird, statt weniger, die nicht nur eine Freundschaft, sondern eine Liebesbeziehung ist und bleibt ...

    Gruß, Luise

    • << Es gibt so eine Liebe die nicht alt wird >>

      Ja, aber es ist ein seltener Glücksfall.

      (14) 07.01.19 - 12:57

      Mir ging es genauso. Jung zusammen gekommen, 10 Jahre ein Paar. Wir waren ein echt gutes Team, mein Ex ist ein wirklich guter Kerl mit eigentlich allem, was man sich wünschen kann. Aber die Luft war einfach raus.

      Die letzten 2 Jahre habe ich versucht, mich gegen die Erkenntnis zu wehren. Irgendwann hab ich dann auch physische und psychische Probleme bekommen. Ich konnte ihn wortwörtlich nicht mehr riechen, hatte dauernd mit Scheidenpilz zu kämpfen (wohl ein Signal, dass mein Körper keinen Sex mehr wollte), war froh, wenn ich allein war. Ich hab ihn nie vermisst, sondern die Zeit allein genossen. Ganz ehrlich, dass ist doch kein Zustand! Wenn ich eines bereue, dann dass ich mich nicht früher getrennt habe.

      Letzten Endes habe ich mich (für ihn völlig überraschend) getrennt. Glücklicherweise war das vor Heirat & Familiengründung. Das Faß zum Überlaufen gebracht hat wie so oft ein anderer Mann, mit dem ich seither zusammen bin. Es ist toll. Ich hoffe, es bleibt wie bei Luise dauerhaft so schön #herzlich

      Mein Umfeld (insbesondere meine traditionellen Eltern) war wenig begeistert mit meiner Entscheidung. Sie haben sich aber auch nach und nach mit der neuen Situation angefreundet.

      Menschen wollen unterschiedliches. Meine Situation habe ich mit 2 Freundinnen besprochen: Der einen war Liebe, Leidenschaft & guter Sex wichtig. Die andere meinte, für eine stabile, lebenslange Partnerschaft sind andere Eigenschaften wichtiger.

      Mein Rat an dich:
      - Reflektiere nochmal. Sich im Wissen zu trennen "wirklich alles versucht zu haben", lindert wenigstens etwas dein schlechtes Gewissen.
      - Hol dir professionelle Beratung dazu. Ich hatte damals Mailkontakt mit einem ehrenamtlichen Lebensberater, das half mir, die Gedanken zu sortieren und meinen damaligen Freund auf die Trennung vorzubereiten. Besser wäre aber gewesen, in richtig professionelle Beratung zu investieren!!

      Es lohnt sich um deine Familie zu kämpfen. Aber verharre nicht in einer für dich unglücklichen Situation - das macht auf Dauer krank!

(15) 06.01.19 - 20:59

Wenn ich deinen Text hier so lese, habe ich eher das Gefühl, dass du in einer Krise steckst. Hoffentlich erhalte ich dafür hier jetzt nicht wieder verbale Prügel, aber das ist einfach mein Empfinden, bei deinem Text.

Du schreibst, er ist dein bester Freund mehr aber auch nicht. Mehr aber auch nicht????? Viele würden davon träumen, ihr Partner wäre ihr bester Freund. Das ist schon ein riesen Stück vom Beziehungskuchen! Nur brennt euer bzw dein Feuer nicht mehr, warum auch immer. Ich glaube, ich würde nicht alles hinschmeißen, ich würde wissen wollen, warum mein Feuer für diesen Mann nicht mehr brennt, wenn sonst alles passt. Vor 40 Jahren hat man Sachen noch repariert, heute schmeißt man alles sofort weg.... Traurig, aber wirklich wahr. Ob es bei dir so ist, mag ich nicht beurteilen und kann ich vor allem auch nicht.

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