Co-Abhängigkeit - Beziehungsmuster verändern

    • (1) 09.01.19 - 16:17
      CoAbhaengige

      Hallo,

      mir ist mittlerweile klar geworden, dass ich über viele Jahre (oder Jahrzehnte) Co-Abhängige war / bin...
      Ich habe mich nach Weihnachten von meinem nun Ex-Partner getrennt. Er war süchtig, hatte neben dem Alkohol noch anderes konsumiert... Der Alkoholkonsum war aber meines Erachtens ein echtes Problem, da er sich (fast) besinnungslos getrunken hatte und auch kaum verstand, was für Probleme ich damit hatte...
      Mein Vater war Alkoholiker, der Vater meiner Tochter war es auch (von dem trennte ich mich kurz nach der Geburt) und danach hatte ich lange keinen Partner mehr... Nun bin ich wieder in diese Co-Abhängigkeit gerutscht (als Beispiel ist hier zu sagen, ich vermied Urlaub mit ihm, oder treffen mit Freunden, bei denen eine Feier anstand, wo es auch Alkohol gab... )
      Habt ihr gute Tipps, wie ich aus diesem Beziehungsmuster raus komme?
      Schöne Grüße
      Co-Abhängige

      • (2) 09.01.19 - 16:24

        Einer Freundin von mir hat eine Verhaltenstherapie geholfen!

        (3) 09.01.19 - 16:34

        Ich glaube auch, dass eine Therapie das Beste für dich sein wird. Gerade weil du damit groß geworden bist. Ich kann mir vorstellen, dass es da einiges aufzuarbeiten gibt, bevor du dein 'Beuteschema' und dein Verhalten ändern kannst.

        Therapie und genau hinschauen und dann zeitnah handeln..

        Hast du nicht gemerkt, dass er säuft? Ich denke, dass kann anfangs jedem passieren und erst wenn man enger miteinander ist, fällt auf, was und wieviel jemand konsumiert.

        Dann den Schlussstrich zu ziehen, dass musst du lernen und auch umsetzen. Hast du keine Freunde, die dir dann gehörig ins Heck treten? Und denk an deine Tochter!! Wie oft willst du ihr einen Vollhonk vorsetzen? Möchtest du, dass sie auf die gleichen Typen reinfällt? Du siehst ja, was Prägung mit dir gemacht hat! Immer daran denken!!!

      • (5) 09.01.19 - 19:14

        Ich verstehe dein Dilemma, mir geht es ähnlich, männliche Alkoholiker in der Familie haben mich als Kind geprägt, 2 langjährige Beziehungen mit Alkoholikern und aktuell auch gerade wieder in einen Mann verguckt, der gern mal tiefer ins Glas guckt (und so dumm gewesen, seinen Ausreden à la "ich trinke sonst eigentlich gar nicht so viel" anfangs zu glauben). Dieser Typ Mann hat irgendwas an sich, was uns scheinbar magisch anzieht, ich denke, es ist zumindest in meinem Fall diese Mischung aus Verletzlichkeit und Coolness. Da hilft wohl wirklich nur das eigene Beuteschema BEWUSST zu durchbrechen und sich nicht mehr von dem anziehen zu lassen, was einem nicht gut tut. Ob das ohne Therapie gelingen kann, weiß ich nicht. Leider sind ausgerechnet diese Männer immer auch die gewesen, die den Boden küssen, auf dem ich wandele, was ihnen natürlich das Herz nur so zufliegen lässt. #verliebt#zitter

        Echt jetzt? Mein Vater war/ist Alkoholiker und ich war mit 16 schon 100% sicher, mir einen Mann zu suchen, der a) nicht trinkt und b) nicht spinnt (also so seltsame Anwandlungen hat, so einbilderisch ist, etc.). Sowas käme mir nicht ins Haus, eben genau weil ich diese Scheiße als Kind erlebt habe (und sogar heut noch drunter leide).

        Ich finde bei allen diesen "Kindheitsmustern" kann nur das Vertrauen auf den eigenen Verstand überhand nehmen: Ich bin kein Kind mehr. Ich hab es in der Hand! Ich treffe JETZT meine eigene Entscheidung. Die Erfahrung aus der Kindheit macht mich stärker als andere sind, weil ICH weiß, was mich erwartet, andere vielleicht nicht so. Ich mache mir diesen Erfahrungsvorteil zunutze statt drüber zu lamentieren.

        Beobachte genau: Wie viel trinkt der Mann? Ist es normal, beim Abendessen ein Bier zu trinken? Ist er bereit, das bleiben zu lassen?

        Mein Mann und ich trinken natürlich auch hin und wieder Alkohol und hin und wieder - seltenst - hat auch mal einer einen sitzen. Das ist nicht das Ding. Aber dass Alkoholkonsum das Normale ist, dass ein Mann nach 5 Bier immer noch ausschaut wie davor, nein!

        Mach dir von mir aus eine Checkliste und prüfe jede neue Eroberung danach.

      • Hallo,


        einen ganz wichtigen Schritt aus der Co-Abhängigkeit hast du schon geschafft. Du hast dich von deinem Partner getrennt und somit diese Co-Abhängigkeit beendet. Du solltest jetzt aber auch bei der Trennung bleiben. Es kann gut möglich sein das er wieder ankommt und dir das "Blau vom Himmel " verspricht. Gehe nicht darauf ein.

        Wichtig ist auch das du erkannt hast das du in einer Co-Abhängigkeit warst. Ich denke es wird gute Beratungsstellen geben dir dir helfen nicht wieder in diese Abhängigkeit zu rutschen. Eine Möglichkeit kann auch eine Selbsthilfegruppe sein.

        Überdenke was alles in den vergangenen Beziehung nicht so gelaufen ist wie du es dir vorgestellt hast. Pass in der nächsten Beziehung auf das genau diese Punkte nicht wieder vorkommen. Zu Beginn einer neuen Beziehung sollte der Verstand eingeschaltet bleiben weil oft am Anfang über vieles hin weggesehen wird. Man ist frisch verliebt und hat die sogenannte " rosarote Brille auf". " Fehlverhalten" des Partners wird gesehen, aber man findet dafür eine Entschuldigung und denkt das der Partner es von ganz allein wieder ablegt. Leider schleichen sich dadurch unerwünschte Verhaltensmuster in Beziehungen ein die man später nur sehr schwer oder gar nicht abgestellt bekommt.

        Trotz deiner negativen Erfahrungen solltest aber nicht grundsätzlich allein bleiben. Wenn der Partner passt kann eine Beziehung sehr viel geben.


        Fg blaue-Rose

        <<<Habt ihr gute Tipps, wie ich aus diesem Beziehungsmuster raus komme?>>>

        Umfeld- und Beuteschema ändern, sowie das eigene Leben soweit alleine (!!) auf die Reihe bekommen, dass Du Dich nicht an irgendjemand "klammern" musst, um für Dich (!!) glücklich zu sein.

        Eine Partnerschaft ist in meinen Augen etwas, in dem sich zwei Menschen auf Augenhöhe begegnen, die in sich selbst gefestigt sind, und nicht, wo der eine den anderen als Krücke benutzt, und jeden Tag ein Stück weiter mit runter zieht.

        Für eine potentielle Beziehung ist der nächste Punkt vielleicht nicht unbedingt förderlich, aber für das eigene Seelenheil schon: KEINE KOMPROMISSE !!!

        Klar...ganz ohne geht es in einer Partnerschaft natürlich nicht, aber setze die Prioritäten mehr auf Dich selbst, besonders bei den Dingen die Dir (!) wichtig sind.....und lass Dir in diesen Belangen auch durch nichts und niemanden rein reden.

        Und ganz wichtig: Habe keine Angst davor alleine zu sein .... das hat nicht unweigerlich zur Folge dass Du einsam bist....das sind zwei Paar Stiefel !!

        Wenn Du mit Dir und Deinem Leben zufrieden bist, kommt alles andere (positive) ganz von selbst.

        Alles Gute.
        TJ

        (9) 10.01.19 - 11:01

        Ich tute mal ins gleiche Horn:
        Gut ist, dass du erkannt hast, dass du da einem Muster folgst!! Da bist du einen Riesenschritt weiter.

        Nun gilt es herauszufinden, was dich an diesem Typ Mann so anzieht. Ein paar Antwortmöglichkeiten schlage ich dir vor (ich bin auch einem sehr "alkoholfreundlichen" (hüstel, Euphemismus) Haushalt aufgewachsen und hatte ein Händchen für Männer mit Liebe zum Alkohol und halte mich auch selbst für absolut suchtgefährdet (was ich im Griff habe, weil ich ja weiß, dass ich suchtgefährdet bin und überhaupt keine Lust habe in die Fußstapfen meiner Eltern zu treten):
        a) Du willst diese Männer bekehren und sie in ein bessere Leben ohne Alk zurückführen, weil es dir bei deinen Eltern nicht gelungen ist
        b) Du denkst, dass du nichts besseres verdient hast. Nette Männer ohne Alkoholproblem erscheinen dir zu perfekt für dich.
        c) Du bist sehr perfektionistisch und der Mann mit Alkoholkonsum ist dein Stück Wahnsinn der das Leben für dich erträglich macht, weil er Fünfe mal gerade sein lassen kann, was du nicht kannst.

        Wenn du genau weißt, wie dein Muster funktioniert und was dich an diesen Männern so anzieht, wird es leichter für dich, es zu durchbrechen. Therapie halte ich auch für sinnvoll, auch um dein vielleicht angekratztes Ego etwas zu stützen.

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