Nach über 2 Jahren getrennt zurück in die Ehe?

    • (1) 12.01.19 - 09:31
      Istmirlieberso

      Guten Morgen,
      Bereits im November 2016 habe ich mich von meinem Mann getrennt. Vorausgegangen waren viele Streitigkeiten um die Kinder, finanzielle Probleme nach Hausbau (ich arbeitete bis zur Trennung nur auf Minijob-Basis), bis hin zu einer Affäre seinerseits. Nach der Trennung hab ich es alleine durchgezogen, mir einen Job gesucht, dank dessen ich das Haus halten konnte, damit die Kinder nicht auch noch ihr Zuhause verlieren. Mein Mann und ich haben sehr langsam begonnen, ein freundschaftliches Verhältnis aufzubauen. Anfangs ausschließlich der Kinder zuliebe. Wir wollten keine traumatisierten Trennungskinder, die völlig hin und her gerissen werden etc. Daher gab es bei uns nie ein böses Wort über den anderen und wir haben uns weiterhin in allen Belangen unterstützt, Schulkonzerte gemeinsam besucht, einmal im Jahr ein "Familienwochenende" gemacht etc. In den letzten Monaten hatte ich einen neuen Partner. Meine Tochter konnte ihn überhaupt nicht ausstehen. Auch da hat ihr Vater nie Öl ins Feuer gegossen, sondern hat versucht zu vermitteln. Diese Beziehung, die ich vor einigen Wochen beendet habe, hat mir gezeigt, dass ich absolut nicht bereit für einen anderen Mann oder Partner bin. Ein neuer Mann an meiner Seite, der sich in die Erziehung unserer Kinder einmischt? Ein neuer Mann, der in meinem Haus ist und dort rum sitzt? Das alles hat sich so schrecklich und falsch angefühlt. Einmal waren wir nur zu zweit eine Woche im Urlaub. Auch das war nicht schön. Mir fehlte alles, aber am meisten fehlte mir die gemeinsame Geschichte, die ich mit meinen drei Anderen (Mann und zwei Kindern) habe.
      Mein Mann und ich wollen beide einen Neuanfang. Zusätzlich zu dem, was jeder von uns während der Trennung schon aufgearbeitet hat, wollen wir eine Paartherapie, um nicht wieder in alte Muster zu verfallen. Meine Sorge ist nun, ob das klappen kann. Nochmal darf das nicht schief gehen, schon wegen der Kinder. Ich stehe jetzt auf der Schwelle sozusagen. Wage ich mich hinein in den neuen Raum mit den altbekannten Personen oder bleibe ich da, wo ich bin, zusammen mit den Kindern? Ich würde dann ohne Partner bleiben wollen, bis meine Kinder groß sind. Bitte sagt mir eure Meinung oder gebt eine Einschätzung. Was soll ich tun??
      Ich danke euch!

      • Paartherapie machen, getrennt wohnen bleiben, bis sich herausgestellt hat, dass die Probleme, die zum Scheitern der Ehe geführt haben, bearbeitet sind. Oder feststellen, es wird nicht mehr klappen und dann abschließen können.

        Voraussetzung ist, dass auf beiden Seiten ausreichend Liebe und ein starker Wille zur Selbstreflektion vorhanden ist.

        • (3) 12.01.19 - 10:19
          Istmirlieberso

          Vielen Dank für deinen Input!

          • Eine wichtige Frage solltest du dir vorab stellen. Simpel wie genial: „ liebe ich ihn“ wenn die Antwort ohne zu zögern ja bedeutet dann hat eure Beziehung eine gute Basis um wieder zu wachsen. Das ihr zur paar Therapie geht ist gut. Ich habe mich vor 3 Jahren von meinem Partner getrennt. Wir haben auch ein Kind zusammen. Auch wir haben ein sehr gutes Verhältnis mit gemeinsamer Zeit, gemeinsamen Aktivitäten und unserem Garten den wir beide lieben und dort viel Zeit zusammen verbringen. Wir gehen die Erziehung ohne wenn und aber gemeinsam an. Auch er hat mich betrogen. Dies ist aber der Probleme die wir hatten geschuldet und wenn man sich dann neu verliebt ist das halt so. Irgendwann sagte er zu mir das er es gern nochmal versuchen würde und ich habe mir genau diese Frage gestellt. Liebst du ihn und meine Antwort war ja aber nur noch als Freund, Mensch und Vater meines Kindes. Somit war es für mich klar das ich diese Beziehung nicht führen kann ohne irgendwann wieder unglücklich zu sein. Natürlich ist das alte Bekannte und bewehrte schön. Da muss man nicht aus seiner Komfortzone raus. Also wenn du ihn liebst dann gib euch die Chance wieder zu wachsen und es diesmal besser zu machen, wenn nicht lass ihn gehen den. Auch er hat liebe und Glück im Leben verdient, so wie du auch !

      (5) 12.01.19 - 10:22

      Wir kamen wieder zusammen. Mein Mann hatte auch eine Affäre. War ein Fehler seinerseits, aber daran dass es bei uns nicht so lief, waren wir beide beteiligt.
      Bei dem Wort Affäre war es für mich vorbei. Ich wollte nicht mehr hören, für mich war Schluss. Im Nachhinein hat uns, denke ich, diese Pause gerettet.
      Wir haben still und heimlich geschaut was Sache ist und uns auch schön Zeit gelassen. Das war sehr intensiv, teilweise schön, teilweise hart (Aufarbeitung usw.). Das Ergebnis war für uns aber klar.
      Das mal als kleiner Teil unserer Geschichte. Was funktionieren kann, ist natürlich wie jede Trennung individuell. Alles Gute euch :-)

      • (6) 12.01.19 - 10:43

        Danke! Das freut mich sehr, dass die Geschichte für euch ein gutes Ende hatte. Bei uns verlief die Trennung ebenso. Ab der Affäre war bei mir der Ofen aus und ich habe vollkommen dicht gemacht. Erst nach Monaten begann ich zu begreifen, dass diese Affäre nur ein Teil des Problems war und eigentlich die Folge dessen, was wir beide vorher falsch gemacht hatten. Für euch beide weiterhin alles Gute

      • (7) 12.01.19 - 16:39

        Kann ich voll so unterschreiben. Nur das ich die war, die in jmd anderen verliebt war. Letztendlich was dies aber Irrglaube und eigentlich nur Flucht aus der abwärtsspirale.

        Ich habe noch ein ganzes Jahr meine Wohnung behalten, trotz Therapie und fast ausschließlichem wohnen im gemeinsamen haus.

        Ich habe immer gesagt: alles kann, nichts muss.

        Letztendlich habe ich die Wohnung besichtigen gekündigt, ihn gefragt ob wir die Eheringe wieder tragen wollen, ein weiteres Kind bekommen usw.

        Dennoch ist damit der Prozess nicht abgeschlossen. Jetzt, wo es mit 3 Kindern wieder stressiger ist und ein Hausbau dazu kommt, müssen wir aufpassen nicht in alte Muster zu fallen. Einiges können wir heute besser und früher kommunizieren, aber ich kann mir auch vorstellen dass wir zwischendurch noch Mal uns Hilfe holen werden.

        Ich wünsche euch alles gute und viel Glück

    Auch eine böse Geschichte kann gut enden.
    Du hast scheinbar noch starke Gefühle für ihn. An deiner Stelle und so wie du ihn aktuell beschreibst, würde ich es versuchen.
    Wenn Liebe da ist, dann gibt es auch einen Weg.
    Versuchst du es nicht wirst du es später vielleicht bereuen. Du wirst nie wissen es geklappt hätte oder nicht.
    Mittlerweile hast du einen Job mit dem du dich, die Kinder und das Haus finanzieren kannst.
    Du bist somit finanziell unabhängig,wenn es nicht klappen sollte.
    Wenn dein Herz sagt, dass du es versuchen solltest, dann mach es.

    Ich wünsche euch alles Gute.

    • (9) 12.01.19 - 11:31

      Ich habe tatsächlich starke Gefühle für ihn. Er ist mein Freund, der Mann mit dem ich (in welcher Form auch immer) die letzten 15 Jahre meines Lebens verbracht habe. Er ist der Vater meiner Kinder, er ist da, wenn wir ihn brauchen. Ob das Liebe ist, weiß ich nicht. Es ist nicht dieses Verliebtheitsgefühl, es ist ein ruhiges Gefühl. Durchaus auch verbunden mit einer großen Portion Unsicherheit. Wir konnten uns nämlich schon ordentlich nerven. Vielleicht ist es ja das, was man unter Liebe verstehen kann.

      • Dieses ruhige Gefühl ist vermutlich die Vertrautheit unter euch. Ihr habt euch in den zwei Jahren Trennung stark zum Positiven verändert. Es gibt kaum Eltern, die das zustande bringen.
        Das ist eine gute Basis dafür wie es sein kann.

        (11) 12.01.19 - 17:03

        Hallo.

        Wir haben auch nach langer Ehe und Kindern eine ziemlich schwere Trennung hinter uns. Inkl Hausverkauf, gescheiterter Therapie, es waren wirklich schwere Zeiten.

        Ähnlich wie bei euch wollten wir es den Kindern aber so wenig traumatisch wie möglich machen und haben trotzdem immer wieder etwas als Familie zusammen gemacht.

        Bei uns war es so, dass ich nach über einem Jahr Trennung ganz intensiv um eine erneute Chance gekämpft habe. Da mein Mann sich mit Veränderungen sehr schwer tut, war er lange dagegen, aber nun scheint es endlich auch bei ihm emotional zu funktionieren.

        Ja, natürlich haben auch wir Bedenken bezüglich der Kinder. Aber unabhängig von unserer Paarebene waren und sind wir uns einig, dass wir auch im Falle des Scheiterns eng gemeinsam weiter agieren würden, mit wöchentlichen Familienterminen. Das müssten neue Partner, die es fest erstmal länger nicht geben würde, einfach akzeptieren. Allerdings gab es durchaus eine lose Bettbekanntschaft bei meinem Mann. Das war aber während unserer Trennung.

        In Zeiten, in denen es mir emotional schlecht ging, habe ich das auch einfach kommuniziert, wenn die Kinder mich mal weinend sahen. Sie weinen ja bei Trauer auch. Das hat alles etwas erträglicher für alle gemacht.

        Aktuell hält sich mein Mann einfach oft hier auf und nächtigt auch hier. Eine Rückkehr in unseren Haushalt steht erst in einigen Monaten an. Klar kommuniziert haben wir es nicht, aber die Kinder genießen die häufigere Familienzeit.

        Als Paar hat sich einiges geändert. Vor allem ich habe große Veränderungen vorgenommen, einfach, weil ich die Kapazität dazu habe. Meinem Mann fällt es schwerer. Aber durch meine Veränderung kann ich seine Schwächen derzeit viel besser abfangen. Er ist noch in dem Stadium, in dem ihm deutlich bewusst wird, wieviele Änderung ich bereits vorgenommen und geschafft habe. Sich selbst zu ändern wünscht er sich, aber er schafft es noch nicht oder nur wenig. Allerdings ist eine positive Veränderung, dass er viel Kommunikationsbereiter ist und mir auch von allein eben wiederholt rückmeldet, wie positiv meine Veränderung ist.

        Es ist also keineswegs aussichtslos.

        Und auch wie du es schreibst, es ist keinesfalls einfach eine neue Verliebtheit. Trotz unserer Probleme, die ja lange nicht in Gänze vom Tisch sind, ist es gerade bei mir ein Gefühl des heil seins, wenn wir zusammen sind. Allein habe ich mich zuletzt so kaputt gefühlt.

        Ich wünsche euch viel Glück.

(12) 12.01.19 - 11:48

Eine große Chance sehe ich darin, dass ihr die Trennungszeit mit Respekt und Vernunft geregelt habt. Das kriegen viele Menschen ja schon in einer Beziehung nicht hin.

Ein großes weiteres Plus ist, dass du jetzt auf eigenen Füßen stehst und damit die Augenhöhe eine Andere ist.

Das mit der Paarberatung würde ich getrennt wohnend versuchen und auch die Entscheidung, OB ihr es tatsächlich wagt erst in diesem Rahmen treffen. Ich würde nicht nur das Aufarbeiten sondern auch die Erwartung an die Zukunft thematisieren. Du schreibst ja, der Umgang mit den Kindern war ein Streitthema. Und auch die Frage, wer sich wo einbringen soll wäre mir wichtig. Und auch durchaus eine sachliche Klärung: was, wenn es nicht klappt.

LG

  • (13) 12.01.19 - 12:18

    Auch dir danke ich für deinen Beitrag und deine freundlichen Worte. So wie du es beschreibst, hatten wir uns das auch überlegt. Für die Kinder ändert sich erstmal auch nichts, da wir nie diese starre Besuchsregelung hatten, wir haben uns da immer nach der Zeit des jeweils anderen gerichtet.
    Die Augenhöhe ist mir sehr wichtig geworden. So werden wir beispielsweise nie wieder ein gemeinsames Konto haben.
    LG

    • (14) 12.01.19 - 15:58

      Klingt echt gut. Das mit den getrennten Konten befürworte ich auch. Ich glaube auch daran, umso eigenständiger zwei Menschen sind, desto mehr bemühen sie sich auch umeinander. Einfach, weil man nicht wegen einer wie auch immer gearteten Abhängigkeit zusammen ist, sondern weil man es wirklich will.

      Viel Glück!!

      LG

Paartherapie ist super.
Als Anfang oder als Abschluss.

Beachten würde ich folgendes

1. nichts überstürzen
2. Gewohnheit nicht mit Gefühlen vermischen!
immer wieder reflektieren, ob es die Sehnsucht nach den schönen Zeiten ist, das was ihr mal HATTET oder ob es echte Gefühle sind, die im hier und jetzt entstehen und die auch dann halten würden, wenn ihr euch neu kennen lernen würdet.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Das ist von Vorteil, kann aber auch dazu verführen, in alte Muster zu rutschen.
Die Hoffnungen, die Gefühle von damals usw.

Würdet ihr auch ohne Kinder wieder zusammen kommen?
Würdet ihr euch auch bereit fühlen, wenn ihr euch jetzt kennen lernen würdet?

Dass sich der neue Partner "falsch" anfühlte, kann an der Situation liegen, am Partner auch, Sehnsüchten, noch nicht abgeschlossen haben, noch nicht bereit dafür sein.
Ein in der Luft hängen und selbst irgendwo dazwischen.

Daher finde ich Paartherapie gut!

Aber wie gesagt, NICHTS ÜBERSTÜRZEN!

Würdest du ihn neu kennen lernen, würdet ihr ja auch nicht sofort zusammen ziehen?

Sprecht auch über Punkte wie organisatorisches. Alltagsdinger, die bei unterschiedlichen und vor allem nicht ausgesprochenen Erwartungen Spannungen bringen können.

Wer übernimmt finanziell was.
Nur weil er der Vater ist, muss er nicht sofort die Rolle wieder einnehmen. Umgekehrt: nur weil du es ohne ihn wuppen kannst, muss er nicht ausgeschlossen werden.

Aber dazu braucht ihr Zeit und Gespräche.

  • (16) 16.01.19 - 16:27

    Hi.

    Ich denke auch das so eine wirkliche Chance besteht, da ihr auch eine Zeit lang getrennt ward. Viele bleiben zusammen und kommen nie aus der gemeinsamen Gewohnheit heraus, deshalb werden diese Menschen auch nie an den Punkt kommen wo sie klar sagen können ich vermisse das gemeinsame Leben.

    Das könnt ihr schon und wenn man deswegen wieder zusammen kommt denke ich viel besser kann man es nicht machen.

    Und Kinder haben immer das Bedürfnis das beide Eltern zusammen sind, nach Möglichkeit glücklich.

(17) 12.01.19 - 12:44

Wichtig ist das, was du schon schreibst: es darf nicht nochmal schief gehen wegen der Kinder!
Du bist in den letzten zwei Jahren schön gewachsen, du stehst wieder auf eigenen Beinen, das kann schon „sexy“ sein ;-)
Wie auch immer ihr euch entscheidet: macht es langsam und wohl überlegt und vor allem: gib deine Selbstständigkeit nicht wieder auf!

  • (18) 12.01.19 - 14:31

    Meine Selbständigkeit würde ich nie wieder aufgeben. Ich bin stolz darauf, was ich mir aufgebaut habe und es mir und allen anderen bewiesen habe, dass ich das durchziehen kann und nicht in einer unglücklichen Beziehung ausharren muss. Die Trennung damals war für uns beide wichtig. Wir werden sehen, wie es sich entwickelt.

(19) 12.01.19 - 17:19

Mein Partner und ich sind vor über 10 Jahren zusammen gekommen und trennten uns nach knapp 4 1/2 Jahren.
Unsere Tochter war damals 2.
Mittlerweile sind wir wieder seit gut 2 1/2 Jahren zusammen, glücklich, verlobt und Kind #2 ist unterwegs.

Es muss meiner Meinung nach ausreichend Zeit zwischen Ende und Neuanfang sein, damit beide Partner eine reelle Chance hatten an sich zu arbeiten!

(20) 12.01.19 - 18:03

Ich bedanke mich bei euch allen für die Antworten! Ich hätte nicht mit soviel mutmachenden Nachrichten und Erfahrungen gerechnet. Das alles gibt mir Zuversicht, dass wir mit unseren Gedanken nicht komplett daneben liegen. Allen, die wirklich in ganz vergleichbar Situationen sind oder waren, wünsche ich von Herzen alles Gute. Es gehört Mut dazu, Verletzungen los zu lassen und an sich zu arbeiten.

(21) 13.01.19 - 14:55

Wir kamen auch wieder zusammen. Unsere Geschichte klingt ähnlich wie deine, nur ohne irgendeine Affäre. Auf uns haben unsere Eltern sehr stark eingewirkt und leider nicht positiv für unsere Ehe. Wir trennten uns, ließen uns nach fast 3 Jahren scheiden. Der Kinder zuliebe verlief alles freundschaftlich. Wir haben viel gemeinsam unternommen. Direkt nach der Scheidung kamen mir erste Zweifel, 2 Monate später äußerte er diese auch. Kurz darauf wagten wir einen Neuanfang (Anfang 2016). Seit 2018 wohnen wir wieder zusammen und diesmal mit einem gesunden Abstand zu unserem Eltern 😏😁
Vieles machen wir anders, sprechen Dinge besser ab, schlucken Probleme nicht runter, reden....

Egal was kommt, wir sind uns inzwischen sicher... sowas passiert uns nicht nochmal.

Hör auf deinen Bauch und dein Herz. Ich wünsche euch alles Gute....

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