Plötzlichen Poly

    • (1) 12.01.19 - 12:47
      Sonnenschein im Herz

      Hallo liebe Gemeinde.

      Ich habe nun ein furchtbares Problem und sehe vielleicht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

      Wir sind 16 Jahre zusammen, davon 3 verheiratet. Seit 2 Jahren möchte mein Mann mich nicht mehr anfassen. Liebkosungen, kuscheln uns küssen ist noch drin, alles andere leben wir eher wie Geschwister. Er meint, er möchte schon noch körperlichen Kontakt haben, allerdings nicht mit mir.
      Er versichert mir auch, dass er sich da noch nicht anderweitig umgesehen hat, was mein Bedürfnis nach körperlicher Nähe nicht schmälert. Ich habe deswegen eine einseitige Paartherapie angefangen (er sagt, das ist nichts für ihn)

      Nun hat er mir vor einer Woche gestanden, dass er Poly ist und auch eine andere Frau liebt. Dies wisse es nicht und er sieht keine Zukunft bei den beiden. Möchte mit mir aber noch verheiratet bleiben, weil er mich auch lieben würde.

      Ich bin noch nie in so ein tiefes Loch gefallen und war dermaßen verletzt gewesen, denn ich hatte an unsere Ehe und unsere "Exklusivität" geglaubt. Ich weiß, dass es Leute gibt, die so ein Lebensmodell bevorzugen, zu denen zähle ich allerdings nicht. Ich fühle mich wie vor den Kopf gestoßen und kann diese Aussage, dass man mehrere Leute lieben kann nicht mit meinem Leben vereinbaren. Es passt für mich einfach nicht und klingt wie eine hohle Phrase.

      Ich weiß nun gar nicht, wie ich mich weiterhin verhalten soll. Ich könnte den ganzen Tag nur heulen, weil ich keine Zukunft für uns sehe, wie wir das zusammen bewältigen können.

      Bleiben wir nur beide zusammen, ist er unglücklich. Öffne ich meine Ehe, bin ich unglücklich. Ich sehe nur eine Trennung vor mir, die ich aber vermeiden möchte. Ich liebe ihn und möchte ihn nicht verlieren.

      Die andere Frau, die er liebt, habe ich nun im Urlaub erkannt. Eine gute Freundin von mir und seine Arbeitskollegin. Wir haben dieses Jahr einen gemeinsamen Trip geplant. Er hat nun wahrscheinlich einen super Urlaub und ich komme mir einfach nur wahnsinnig dumm vor.

      Hat hier jemand einen Rat für mich? Mein Therapeut hat erst in 1 Monat für mich wieder Zeit.
      Lieben dank

      • Er ist nicht "Poly", sondern schlicht ein Feigling. Die andere Frau kann er nicht haben, also bleibt er halt bei Dir. Wenn Du die zweite Wahl sein kannst, dann bleib bei ihm.

        Nur zur Aufklärung: Polygamie würde bedeuten, dass er mit euch beiden dasselbe teilt, also Liebe, Nähe, Sex. Das spart er sich aber für die mögliche Gelegenheit mit ihr auf.

      Geil, auf gut deutsch: zum putzen und Nest Erhaltung bist du gut genug aber zum vögeln und Spaß haben will er ne andere.
      Ja.... ne, der wäre für mich gegessen.

    • Der Mensch ist nicht für die Monogamie geschaffen, früher scharten sich ganz natürlich zig Frauen um einen Mann und dann kam die Kirche und hat uns die Monogamie gepredigt.

      Amouröse Gefühle kann man für zig Menschen gleichzeitig haben, das ist ne reine Pheromonsache, die ausschließlich der Fortpflanzung dient und was wir dann irgendwann Liebe genannt haben. Okay, Verliebtheit aber das wird gern mit Liebe gleichgesetzt, aber Liebe ist etwas gänzlich anderes, nämlich Vertrautheit, dieses Gefühl was man für seine Familie hat etc. und eben nicht die Schmetterlinge im Bauch und das Begehren.

      Was du nun aber für dich akzeptieren kannst und was nicht, entscheidest immer noch du. Ich fände es nicht schlimm, solange keiner zu kurz kommt und solange keine Lügen im Spiel sind. Es kann der Beziehung sogar sehr gut tun. Wenn du es aber nicht gut findest, musst du es auch nicht gutheißen und ihn vor die Wahl stellen.

        • (7) 12.01.19 - 13:46

          danke. danke. Wie mir diese Polyleute auf den Senkel gehen!!! Vor allem, was hilft das der TE???
          Du Schatz, ich bin poly und liebe noch andere
          Schatz, das verletzt mich.
          Ja Schatz, aber das ist dein Problem, weil poly ist normal und von der Natur so vorgesehen. :-[:-[:-[:-[:-[
          von mir aus kann jeder poly sein wie er will aber akzeptieren wenn es andere nicht sind nennt sich TOLERANZ!!!!!!!

          Nö. Ist ne Tatsache. Guck doch mal in die Geschichte der Menschheit, guck auf unsere Vorfahren bis die Kirche eingriff, weil irgendwer die Idee hatte, dass wir uns vom Tier noch weiter unterscheiden müssen und monogam leben sollen.

          Und erzähl mir bitte nicht, dass du andere Menschen als deinen Partner nicht sexuell zumindest interessant findest, damit lügst du dir gewaltig selbst in die Tasche oder bist eine ganz faszinierende neue Evolutionsstufe, deiner Zeit Jahrtausende voraus. Oder asexuell.

          Deswegen reden auch unsere Eltern und Großeltern noch ganz anders von der Liebe und haben ihre Beziehungen gekittet, obwohl sie schon lange nicht mehr verliebt sind oder sich zu neudeutsch lieben. Heute springt doch jeder auf den Zug auf, dass man den Partner nicht mehr oder einen anderen Menschen neuerdings liebt und sich dann trennt oder fremdgeht. Das ist eben die moderne Konsequenz, man ist ja monogam. Haha.

          • Es gibt Personen, die haben das Bedürfnis, sich monogam zu binden und eine monogame Beziehung zu führen, die ebenso scheitern kann, wie eine nichtmonogame Beziehung.

            Ich bin auch der Ansicht, dass das akzeptiert gehört und nicht ins Lächerliche gezogen #klee

            (10) 12.01.19 - 14:09

            Wie erklärst du dir monogame nicht christliche Kulturen oder spielen die in deinem Weltbild keine Rolle??

            Laut Tacitus, "Germania", lebten die alten Germanen in Einehe. Strikt monogam.
            Mehr zeitgenössische Quellen zu dem Thema gibt es nicht.

            Also ich bin frei und nicht kirchlich erzogen worden, ich hätte auch lesbisch werden können etc., meine Eltern haben mich in dieser Hinsicht null eingeschränkt oder gelenkt. Trotzdem wollte und werde ich nie wollen, dass mein Partner auch mit anderen Frauen sich einlässt, damit kann, konnte und werde ich nie leben können und auch das ist zu akzeptieren. Was du machst ist zu sagen, dass Menschen, die wie ich oder wie die TE empfinden, wider die Natur sind. Das macht Dich keinen Deut besser als die kirchlichen Moralapostel, die dasselbe über Schwule und Lesben sagen. Nur weil man dasselbe aus einer anderen Richtung plärrt, macht es das Gesagte nicht besser.

            Kennst du die Dokumentationsreihe „Das Tier Mensch“ von Desmond Morris?

            Die ist zwar schon etwas älter, aber immer noch beeindruckend.

            Bei den Paarbeziehungen wird zB erläutert, wie sich Monogamie in der Frühzeit entwickelt hat und zwar völlig wertfrei von irgendwelchen Religionen.

            Man geht davon aus, dass die ständige Paarungsbereitschaft der Frauen (die ja nachweislich jeden Monat besteht) dazu geführt hat, dass durch den wiederholten Akt mit eben nur einer festgelegten Frau sich die Männer und auch die Frauen eben auch emotional binden konnten, was dann wiederum zu einer langfristigen Bindung geführt hat, die in Nachkommen und im dauerhaften Zusammenleben/ Versorgen geendet hat.

            Denn anders als bei Tieren, die nur ein oder zweimal jährlicher zur Paarung bereit sind und ansonsten keine körperliche Nähe des anderen Geschlechts suchen, hat sich daraus dann das Gefühl entwickeln können, was der Mensch als Liebe bezeichnet.

            Sicher sind Pheromone und sex. Anziehungskraft zu Beginn ausschlaggebend, aber einem Menschen zu unterstellen, er hätte sich in dieser Hinsicht nicht weiterentwickelt im Vergleich zu den Tieren, ist zu einfach gedacht.

            Auch das Fremdgehen ist hierbei kein Widerspruch, denn es kommt ja auf die Situation im einzelnen an, wie lange das Zusammenleben/Versorgen/Liebesbedürfnis anhalten muss, um die Kernfamilie sozusagen „durchzubringen“.
            Ist das individuelle Ziel erreicht, suchen sich manche halt einen neuen Partner...

      (14) 12.01.19 - 15:21

      Ein bisschen Nachhilfe in Biologie schadet dir ganz offensichtlich nicht. Besonders bei Primaten hat sich bedingt durch die lange Dauer bis der Nachwuchs sich selbst versorgen kann und um das Risiko von Kindstötungen durch rivalisierende Männchen zu präventivieren das monogame Modell evolutionär bewährt.
      Wenn du weiter soziologische Vergleiche bemühen möchtest dann überprüf lieber mal deine Quellen. Es gibt evolutionsbiologisch keine Anhaltspunkte für einen polgygamen Vorteil, das Gegenteil ist der Fall, auch wenn polyamouröse Glaubenskrieger unbelegt Theorien lauthals im Internet verbreiten und so tun als sind es Fakten. Aber nicht wer am lautesten schreit schafft Fakten sondern Wissenschaft!

      (15) 12.01.19 - 18:12

      Was ein Blödsinn!

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