Mein Mann ist Spielsüchtig, (Achtung lang)

    • (1) 14.01.19 - 04:13
      Ehefrau.

      Hallo zusammen,

      Ich bin 26. Hab 2.kinder im Alter von 2 und 6. Bin seit 2014 glücklich verheiratet. Ich weiß auch garnicht so recht wo ich anfangen soll. 2016 haben wir ein Schicksalsschlag erleben müssen. Wir haben unsre Tochter verloren, ich musste sie still zur Welt bringen. Ihre Beerdigung war der schlimmste Tag in unsrem leben. Nach einiger Zeit ist mir aufgefallen, das er nach der Arbeit nicht gleich nach Hause kommt, oder erst ganz spät am Abend. Er kam immer mit der ausrede, ja Überstunden, hab mich mit Freunden noch auf ein Bierchen getroffen. Hab mir auch als erstes dabei nichts gedacht. Irgendwann fehlte auf unsrem Konto Geld. 400 Euro. Und ich fragte natürlich nach,was er denn mit dem Geld gemacht hat. Und er sagte mir. Ja hab ich einem Freund geliehen ich bekomm es wieder. So ging es immer wieder immer wieder. Ich dachte schon er ginge mir vielleicht fremd. Ich sprach ihn sogar drauf an. Bis zu dem Tag als sein eigner Vater ihn erwischt hat, weil er unser Auto vorm casio stehen sehen hat. Mein Mann schwörte mir das er sowas nie wieder machen wird. Gestern hat er mir erzählt. Das er mit seinen Freunden kicken geht , als ich nach unten in den Keller wegen der Wäsche ging. Fand ich seine Sporttasche +Schuhe. Ich rief ihn natürlich an. Er ging dran und Dan hörte man nur komische geräusche, darauf hin legte er ganz schnell auf. Und ging auch danach nicht mehr ans Handy. Er war von 12 bis gestern abend 18 angeblich kicken?.reagierte nicht auf nachricht anrufe. Als ich ihn darauf angesprochen hab ob er wieder im Casino war ist er total ausgeflippt und hat rum geschrien. Ich war heimlich an seinem Handy vorhin. (Ja ich weiß dass sollte man nicht) aber ich wusste einfach nicht mehr weiter. Er schickte einem Freund Bilder vom Automaten,und findet es noch toll. Schrieb noch dazu, Sau gut gelungen heute bin ich nur am gewinnen. Er hat sogar so eine casino App auf seinem Handy. Ich war ja mit ihm sogar bei einer Therapie. Er wollte sogar das ich mit komme. weil ich gesagt hab dass ich mich sonst scheiden lasse. Aber er war nur einmal da, dann sagte er mir es bringt eh nichts. Hab ihn sogar angesprochen ob es wegen dem tot unsere Tochter ist. Aber er sagt nein ob ich dumm bin, was ich da rede. Ich liebe meinen Mann, er ist auch ein toller Vater. Aber ich kann nicht mehr, hab keine kraft mehr. Ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Ich kann ihn doch nicht verlassen. Er ist doch mein Mann, meine Kinder brauchen ihn doch. Ich bin am verzweifeln. Sorry für den langen text, ich hoffe ihr habt was von meiner Situation verstehen können bzw. Um was es geht. Ich sagt schon mal danke. LG

      • Tatsächlich kenne ich persönlich eine brave Hausfrau, die spielsüchtig geworden ist und jede Menge Geld aus ihren Ehrenämtern und von der Familie ihres Mannes geklaut hat, vor Gericht kam, eine 6 stellige Summe zurückzahlen muss und um ein Haar alles verloren hätte, was sie je hatte.
        Das ist ne fiese Sucht, wie Alkohol oder Heroin, die eine Familie zerstören kann.

        Aber wenn du schon mit ihm bei einer Therapie warst, wirst du doch eigentlich schon beraten und informiert worden sein? Oder was soll das für eine Therapie gewesen sein?

        Hallo, ich kann nachfühlen wie es dir geht.
        Der Vater meiner Jungs war/ist auch spielsüchtig. Ich war 10 Jahre mit ihm zusammen und am Ende war ich sogar co-abhängig.
        Irgendwann hab ich mir eingeredet, das ich schuld daran habe das er spielt. Verrückt, ich weiß.
        Spielen ist eine sucht wie Alkohol oder Drogen. Er wird immer Ausreden finden, dich belügen, und es herunter spielen. Es war immer ein Streitthema bei uns. Als ich sagte, ich verlasse ihn, beteuerte er, er tut es nie wieder. Das war aber alles nur hohles Gerede.
        Wenn ich mir mal was gekauft, hatte würde mir zum Vorwurf gemacht, ich verschwende Geld.
        Eine sucht heilt man nur mit Therapie. Aber die meisten erkennen nicht, das sie "krank" sind.
        Kurz vor unserer Trennung hat er einen Kredit aufgenommen um seinen Dispo auszugleichen. Soweit so gut. Zur gleichen Zeit bekam er den lohnsteuerjahresausgleich zurück. Das hat er beides, insgesamt 4000 Euro, innerhalb von 2 Monaten verspielt.

        Der Grund unserer Trennung war am Ende nicht das spielen. Ich brauchte nur noch einen winzigen Schubs. Als er mir eine Affäre unterstellte, die es nie gab, war das Maß voll. Ich hab ihm dann seine Koffer gepackt und vor die Tür gestellt.

        Meine Eltern sind aus allen Wolken gefallen. Seine wussten davon.
        Aber für mich gab es kein zurück mehr.

        Hole dir Hilfe. Du allein wirst ihn davon nicht abbringen, sondern irgendwann daran kaputt gehen.

        LG Heaven

      (5) 14.01.19 - 07:06

      Die Therapie ist der richtige Ansatz. Nur muss er das auch wollen. Ich rate Dir, Dich erst einmal selbst beraten zu lassen. Denn er wird nicht aufhören zu spielen, so lange er nicht ernsthafte Konsequenzen zu befürchten hat. Nur alleine die Drohung, dass Du Dich scheiden lässt, reicht ihm ja anscheinend nicht.

      • Stimmt witch, wie hieß es noch früher....Wer nicht hören will muss fühlen.

        Es ist genau wie bei Kindern. Drohungen ohne Konsequenzen bringen gar nichts.

    (7) 14.01.19 - 07:23

    Mein Noch-Mann ist auch spielsüchtig. Wenn er nach der Arbeit nicht nach Hause kam und stundenlang nicht zu erreichen war, wusste ich sofort Bescheid.
    Therapie lehnt er vehemennt ab. Er hat ja nichts, alles i.O.
    Er schuldet seiner Mutter einiges an Geld, das Verhältnis ist zerrüttet. Meiner Mutter, die schwer demenzkrank war, hat er immer Barauszahlungsformulare zur Unterschrift vorgelegt.
    Das alles waren durchaus auch Trennungsgründe.
    Bin froh, dass ich den los bin.

    Trenne SOFORT Dein Geld von seinem!!! Kein gemeinsames Konto mehr. Das ist das Wichtigste, sonst kommt es zur Katastrophe. Wenn ihr in Miete wohnt, überwache Du, dass sie auch bezahlt wird, sonst sitzt ihr eines Tags mitsamt den Kindern in einer Notunterkunft.
    Vergiss mal ganz schnell das Argument, ach die Kinder ach ich liebe ihn doch.....wenn Du ihn liebst, dann lass ihn auflaufen und das schnell. Spieler ruinieren sich und die Familie, aus den Schulden kommt ihr nie wieder raus. Hör auf, Entschuldigungen und Ursachen zu suchen, das ist nicht Deine Aufgabe sondern die von Therapeuten. Du musst nun sehen, wie Du Dich und die Kinder absicherst.
    Ich habe über 15 Jahre mit Spielsucht in meiner Familie direkten Kontakt gehabt - solange er nicht einsieht, dass er süchtig ist und Hilfe braucht, reisst er euch ins finanzielle Aus.Geh zu einer Beratungsstelle und lass Dir raten, wie Du für Dich und die Kinder das Schlimmste abwenden kannst - und nein, ich unke nicht, ich habs erlebt. LG Moni

    (9) 14.01.19 - 08:13

    Hey,

    so hart das auch ist, aber setze dem schnell einen Riegel vor.
    Nach Deiner Beschreibung ist Dein Mann im Moment noch optimistisch, was das Spielen angeht, ja gewinnt sogar gelegentlich. Vor Freunden verheimlicht er es noch nicht, prahlt sogar noch. Seine Abwesenheit wird regelmäßiger werden, die verschwundenen und verlorenen Summen größer... Ich denke, das weist Du auch.

    Er lügt Dich und die Familie an, er wird aggressiv. Er kann seine Impulse nicht kontrollieren, die Spielsucht ist sein schwerwiegendes "Symptom" zur Regulation irgendeiner inneren Anspannung, vielleicht - wie Du vermutest - Trauer nach eurem schweren Schicksalsschlag.

    Hey Liebes,
    Trenne bitte sofort dein Geld von Seinem. Und ganz ehrlich: zieh aus, schmeiß ihn raus...was dir lieber ist. Sonst reißt er euch ins finanzielle Aus.
    Ein Süchtiger muss oft erst alles verlieren, um seine Such zu begreifen und Hilfe anzunehmen. Nach erfolgreicher Therapie kann mann ja über ein Liebescomeback reden.
    Alles Gute.

    (11) 14.01.19 - 10:50

    Hallo meine Liebe,

    Ich kann dir als Ex- Frau eines mittlerweile 10 jährigen Spielsüchtigen Ex Mann nur denn Rat geben zu laufen. Soweit du kannst.

    Es dauert Jahre bis die sich eingestehen das sie Spielsüchtig sind und dann nochmal Jahre bis er davon los kommt. Die Erfolgsrate bei einem Spielsüchtigen liegt bei 5 %. Die Rückfallquote höher als bei jeder anderen Sucht.
    Ich hab vier Jahre gebraucht um zu begreifen das ein programmierter Haufen Schrott meine Ehe und mein Leben zerstört hat.
    2Wohnungen hab ich verloren.
    Zuletzt hatte ich 2Taschen Kleidung und 2Kleinkinder an der Hand ...mehr war mir vor fünf Jahren nicht mehr geblieben.

    Heute geht's uns drei gut.
    Ich hatte aber auch viel Hilfe von Familie.

    Und er ?
    Hängt immer noch dran, trotz zähligen Therapien. Ganz zu schweigen was die Dinger aus einem machen.

    Er wird das nicht sein lassen. Trennung dich lieber jetzt als zu spät.

    Parker
    Viel Kraft

    (12) 14.01.19 - 15:31

    Mach Schluss, zieh aus und such dir nen Job, sonst reißt er deine Kinder und dich mit in den Abgrund.

    (13) 14.01.19 - 19:34

    1. Schritt Beratungsstelle für Angehörige! von Suchterkrankten.

    Ihn kannst du nicht ändern.
    Aber du kannst für dich und für eure Kinder stark werden.

    Du kannst dich beraten lassen, damit du NICHT in die Co-Abhängigkeit rutschst.

    Dort kannst du dich beraten lassen, was du selbst tun kannst. Für dich, für eure Kinder, indirekt auch für ihn. Indirekt, weil Co-Abhängigkeit die Sucht unterstützen kann.

    Sucht ist nicht ohne.
    Als Laie erst mal schwer.

    Lass dich beraten, wie du finanziell dich und die Kinder schützen kannst.
    Wie du die doppelte Verantwortung tragen kannst. Für den Part mit, den er für die Kinder momentan nicht übernehmen kann.


    Wenn du stark bist, wacht er vielleicht auf.
    Vielleicht auch nicht. Aber dann bist du wenigstens stark.

    (14) 14.01.19 - 20:52

    Legt zusammen eine Summe X fest, die er für sein "Hobby" nutzen darf und feste Tage, an denen er spielen darf! Anfangs vielleicht 2 x im Monat, dann 1 x pro Monat.

    Man bekommt niemanden ganz davon weg, wenn er es nicht selbst will.

    Was aufhören muss, ist diese Lügerei und Heimlichtuerei. Es ist nicht schlimm, 200 € zu verzocken, lügen ist das Schlimmere.

    Sprecht offen und ehrlich darüber!

    Leider kann ich dir hier nur als Betroffene antworten.. ich habe im September erfahren das mein Mann spielsüchtig ist! Durch einen SEK Einsatz .. er hat aus Geldnot die Spielhalle überfallen und ist dann nach Hause gekommen als wäre nix!! Ich habe nie etwas geahnt! Das Geld - ja! Aber da hatte er immer gute Ausreden Bzw. Hat mich von vorn bis hinten belogen (autoreparatur viel viel höher als in Wahrheit, wurde angeblich bestohlen sogar mit Anzeige gegen unbekannt, Diebstähle von denen ich natürlich nix wusste etc) durch die ganze Sache ist unser Leben (wir haben 2 Kinder die durch den sek Einsatz mitten in der Nacht stark traumatisiert sind) zerstört und ich kann dir aus eigener Erfahrung nur sagen: geh solange du das noch nicht erleben musstest! Spielsüchtige sind nur solange einsichtig wie sie verlieren! Der nächste Kick kommt und dann geht es von vorn los!! Bei uns wurde gerichtlich eine Therapie vorgegeben, mein Eindruck: er redet sich alles schön, Bzw. Sich schuldlos! Eigentlich bin ich alles schuld weil ich ihn finanziell eingeschränkt hätte (hätte er noch mehr Geld gehabt hätte er auch das verspielt! Ich weiß von ca 10000€ im Laufe von 6 Jahren die er definitiv von uns und durch Diebstähle verzockt hat! Vermutlich ist es viel viel mehr!) und durch eine eigene Therapie und viele Gespräche mit Caritas und Jugendamt weiß ich, Das das scheinbar ein normales Verhalten süchtiger zu sein scheint! Niemanden wünsche ich unseren Alptraum - also Versuch zu retten was zu retten ist! Ihm Hilfe anbieten- ja! Aber nicht bis zur selbstaufgabe!!! Vorallem schütze die Kinder!! Wie sehr meine Kinder, besonders mein großer leiden kann man (und auch der Vater und Verursacher ) sich kaum vorstellen und sowas sollte kein Kind je erleben!!!!

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