Wer hat den Kontakt zu seinen Eltern abgebrochen und warum?

    • (1) 15.01.19 - 12:26
      Erdbeerfroschle

      Einen schönen Tag in die Runde,

      mich beschäftigt aktuell sehr, ob ich den Kontakt zu meinen Eltern überhaupt noch weiter aufrecht erhalten soll.

      Kurz zu mir, ich bin 42, habe zwei Söhne.

      Meinen Eltern habe ich abgesehen von einigen pubertätsbedingten Ausrutschern wie mieser Laune, Patzigkeit o.ä. eigentlich keine Schwierigkeiten gemacht.
      Ich habe meine Schulen und Ausbildungen abgeschlossen, habe neben Schule und Ausbildung auch gejobbt und lag ihnen ab dem Zeitpunkt, an dem ich das erste Mal richtig gearbeitet habe, nicht mehr auf der Tasche.

      Jedoch wurde an mir, meiner Person, meinem Aussehen, meinem Mann (und früher den Partnern), auch meinen Kindern immer und immer wieder herumkritisiert.
      Ich wurde teilweise in jungen Jahren derb und primitiv fertiggemacht, nur weil mein damaliger Freund ihnen nicht in das sehr hoch gesteckte Erwartungsbild passte.
      Beide sind sehr konservativ, altmodisch und festgefahren.

      (Beispiel: mein Freund hat studiert, aber sein Auto war meinen Eltern nicht fein genug. Oder weil seine Eltern kein "freistehendes" Haus hatten, sondern "nur" eine Doppelhaushälfte. Und so weiter.)

      Zu meinen Eltern, mein Vater hat ein FH-Studium, verlangte aber unterschwellig immer von mir, dass ich einen "Doktor" oder Anwalt heiraten soll.
      Er mag gewiss ein fleißiger und zielstrebiger Mensch sein, jedoch hat er viele Dinge auch immer eher nach dem Motto "der Ankündigungslord" heuausposaunt aber nicht umgesetzt. Was er gerne machen würde, wohin er gerne reisen würde, bei wem er gerne arbeiten würde usw.
      Er hätte sich gerne als DER MACHER/DER MANAGER von allen um sich rum gesehen, er erklärt jedem die Welt und es gilt nur seine Meinung.
      Selbst ein früherer Freund von ihm meinte mal später zu mir "Der backt sich ein Ei auf seinen FH-Abschluss und das geerbte Haus Deiner Mutter, will mit den großen Hunden pieseln aber kriegt das Bein nicht hoch genug"!"
      Meine Mutter hat eine kaufmännische Ausbildung, aber blieb nach meiner Geburt zuhause.Sie hat keine eigene Meinung sondern redet meinem Vater stets nach dem Mund. Nach aussen aber spielt sie eine Frau, die wie eine Hochadlige wirkt.

      Das als Randinfo.

      In den letzten Jahren gab es immer wieder Kontaktabbrüche und Streitereien.
      Ich liste mal die größten Einschläge auf.

      Nach meinem Studium bewarb ich mich bei verschiedenen Firmen, bekam eine gut bezahlte Stelle mit Aufstiegschancen in einer meiner "Wunschfirmen".
      --> meine Eltern nahmen es zufrieden zur Kenntnis. Einen Tag später rief mich meine Mutter an und keifte mich am Telefon zusammen, dass "der Papa gesagt hat", dass er sehr enttäuscht sei, da er erwartet hat, dass ich bei der Firma XY anfange. Diese hätte er für mich als am besten empfunden und er wünscht, dass ich da nichtmal anrufe.
      Ich blieb bei meiner Entscheidung.

      Ich fand eine hübsche Wohnung, da meine Eltern immer wieder betonten, dass sie mich nun mit 18 "rausschmeißen", aber ich wollte so oder so eine eigene hübsche Bude haben, wo ich Freunde etc einladen kann (dies war zuhause nicht sehr erwünscht).
      --> meine Eltern luden mir mein kleines Auto mit meinem Gepäck voll und meine Mutter meinte noch, dass sie ja nun froh sei, dass ich ausziehe. Sie sagte es zwar weinerlich, aber der Satz traf mich hart.
      Sie haben mich auch nie besucht, sie kamen 2x zum Kaffeetrinken ins Café am Eck unten vorbei, aber meine Wohnung hat sie nicht interessiert.

      Als ich meinen damaligen Freund kennenlernte, boykottierten sie das aus allen Rohren. Er sei nicht fein genug, kein Studierter, er hat zwei Schwestern (da gibt es nicht viel zu erben). Sie drohten mir immer damit, dass ich Schluss machen soll.
      Dies machte ich nicht - um Ruhe zu haben, erzählte ich nichts groß von ihm wenn ich meine Eltern besuchte, so konnte kein Streit eskalieren. Irgendwann kam es aber dann trotzdem durch einen bekannten meines Vaters heraus, dass wir zusammen sind, er hat uns im Kino gesehen. Nach einem heftigen Briefwechsel mit sehr schmerzhaften und primitivsten Beleidigungen meines Vaters (ich sei eine H*re, ich bin enterbt, etc) brach der Kontakt für 8 Jahre ab.

      Nach 8 Jahren (ich war inzwischen bereits von diesem Freund getrennt, hatten aber vier schöne Jahre zusammen verbracht und bin dann beruflich viel herumgekommen, Schweden, Norwegen, Spanien...), meldete sich eine Bekannte meiner Mutter und arrangierte ein Treffen. Ich ließ mich darauf ein.
      Die ersten Besuche waren "okay", aber meine Eltern konnten sich das Gestichel gegen meinen Exfreund nicht verkneifen.
      Meine Mutter interessierte sich nicht für meine Arbeit, was ich alles erreicht habe oder wo ich war. Ich weiß noch, als ich ihr von einem Aufenthalt in Barcelona erzählte.
      Sie schaute an mir vorbei und sagte "Die Silke, die Tochter von der Angelika, die hat auf dem Weihnachtsmarkt schöne Tassen verkauft, mit Eisbären drauf. Du muss auch sowas machen! Du musst auch mal einen Eisbär designen!"

      Ich wusste nicht, was ich dazu sagen sollte.
      Sie ging null auf mich ein, fragte gar nichts genaues zu mir. Aber die Eisbären. Das zählte.

      Mein Vater meinte immer noch, dass er mir die Welt erklären musste und bekam es aber nicht fertig mir zu sagen, dass mein beruflicher Weg usw. doch gut gewählt waren.
      Als ich ihn mal in einer ruhigen Minute auf die bösen Mails und Einschreiben ansprach, tat er es ab, das sich nicht so empfindlich sein soll.

      Dann lernte ich meinen jetzigen Mann kennen. Dieser war soweit akzeptiert, aber man kann es eher als "geduldet" bezeichnen.
      Auch hier wurde wieder an Kleinigkeiten gemeckert, z.B. warum er einen Kombi fährt, warum er noch nicht verheiratet ist, ob da was nicht mit ihm stimmt, immerhin ist er schon 36.

      Es war nach zwei Jahren klar, dass wir heiraten wollen.
      Parallel schauten wir nach Grundstücken, es waren gerade welche erschlossen.
      Seine Eltern wollten ihm und auch seiner Schwester jeweils eines schenken, da sie im Ort gute Beziehungen haben. Ich freute mich auf unser Haus.
      Mein Vater kam sogar vorbei und gab uns Hilfe und Ratschläge, auf was wir beim Hausbau achten sollen und bot uns seine Hilfe an, wenn es dann losgeht.

      Und dann kam etwas Unerwartetes, was nicht geplant war: unser älterer Sohn kündigte sich mitten in der Hausbauphase an. Wir hatten zwar keinen Nachwuchs geplant, noch nicht. Aber ich war immerhin auch schon 34 und dachte mir nach dem ersten Überraschungsmoment "Na, warum auch nicht?".
      Auch mein Mann freute sich total, wir überlegten, wo wir mit dem Hausbau etwas Gas geben könnten und sagten es dann unseren Eltern.
      Seine Eltern waren happy und freudig überrascht.
      Meine Mutter zog einen schmalen Mund und meinte "Da gratulier ich Dir!" und mein Vater auch nur "Gratuliere!".
      Als wir heimgingen, meinte mein Mann noch lachend "Oh, die waren überrascht!"
      Am nächsten Morgen öffnete ich routinemässig meine e-Mails und fand eine vierseitige Schimpftirade meiner Eltern vor.
      Sie seien geschockt! Wir seien nicht verheiratet! Sie wären von mir aus Tochter sowas von maßlos enttäuscht, dass ich nun ein uneheliches Kind bekäme. Eine alleinerziehende Mutter, sie würden sich schämen. Denn sie spüren, dass mein Mann mich nicht heiraten wird, er war so ruhig und hätte mit meinem Vater kein "Gespräch" gesucht, um um meine Hand anzuhalten.
      Man müsste sich schämen, das darf man keinem sagen, usw.

      Ich ließ es erst mal sacken, dann fasste ich mir ein Herz und rief meine Eltern an.
      Meine Mutter schiss (entschuldigt, aber so war es) mich nach Strich und Faden zusammen, als wäre ich 14 und nicht 34. Das ich das doch gar nicht auf die Kette bekäme, ein Kind. Und der Papa will gar nicht mit mir reden (aber ich hörte ihn aus dem Hintergrund keifen).
      Ich erklärte, dass wir die standesamtliche Hochzeit im September stattfinden lassen wollen.
      Nein! Das akzeptieren sie nicht. Dann ist das Baby bereits da.
      Noch diese Woche soll geheiratet werden, Schluss. Ich soll mir bei Kaufhof ein Kostüm kaufen, eines das kaschiert, dann sieht man nicht, "dass da was unterwegs ist".
      Ein weißes Kleid brauche ich nicht, das sei geschmacklos.
      Und eine große Feier muss auch nicht sein, wir sollen eng im Familienkreis heiraten, das reicht.

      Hier wehrten wir uns und sagten, dass wir das nicht so kurzfristig wollen.
      Das war unsere Hochzeit. Das wollte ich mir nicht wegnehmen und verplanen lassen.
      Sie beendeten das Gespräch mit ein paar Frechheiten und einem "Lass Dich bloß nicht mehr hier blicken!" und ließen mich ratlos zurück.

      Wir sendeten trotzdem Einladungen für die standesamtliche Hochzeit im September und die kirchliche im darauffolgenden Mai (zusammen mit der Taufe).
      Die Einladungen kamen zurück.

      Unser Sohn kam auf die Welt, es kam keine Regung.Wir zogen die Hochzeit und die Taufe durch, unser Haus wurde fertig (ohne die Hilfe meiner Eltern, dafür haben uns die Schwägerin und ihr Mann hier und da mitgeholfen).

      Nach weiteren vier Jahren kam unser zweiter Sohn auf die Welt.
      Ich rang mit mir, aber ich dachte: schreib deinen Eltern auch eine Karte, dass er da ist. Dann kann mir keiner später was vorwerfen.

      Wir schrieben die Karte, es folgt eine trockene e-Mail mit Glückwunsch und einer unverbindlichen Einladung.

      Dumm wie ich war, nahm ich sie an.

      Die ersten Treffen verliefen neutral, aber man merkte die Distanz.
      Meine Eltern erzählten fast nur von sich.

      Mein Vater hatte einen Unfall, er lag eine Woche im KH, zum Glück nichts Schlimmeres. Aber ich rief meine Mutter täglich bis zu 2x an, bot sogar an Urlaub in der Firma zu nehmen und zu ihr zu fahren. Nein, das sei alles nicht nötig.

      Ich gab mir immer Mühe, den Kontakt aufrecht zu erhalten, sie riefen von sich aus nie an.
      Ich habe einmal einen "Test" gemacht, es ging bald ein halbes Jahr ins Land, bis sie mal anriefen.
      Zum Geburtstag bekam ich einen Umschlag, darin eine DVD von Disney - gebraucht, mit Schrammen - und ein kurzes "Alles Gute" auf einem Karoblockblatt.
      Kein Anruf, kein gar nichts an meinem Geburtstag.
      (Ich hingegen suche immer passende Geschenke aus, verpacke sie schön und bestelle über Fleurop Blumen).
      Mir geht es nicht um das Materielle, eher um die Art wie hier gehandelt wird.

      An Weihnachten wollten wir dieses Jahr mal richtig schön feiern, alles ist nun fertig, der Garten angelegt. Wir wollten mit den Schwiegers, dem Schwager nebst Familie und auch meinen Eltern schön an Weihnachten feiern, kochen, usw.
      Ich plante einen Brunch.
      Um Nikolaus rief ich meine Eltern an und lud sie ein.
      Meine Mutter gelangweilt: Wozu?
      Ich: Es ist Weihnachten, wir wollen einen Brunch machen!
      Meine Mutter: "Ach da habe ich keinen Bock. Nee.Wir bleiben zuhause, ich habe heuer auch keine große Weihnachtsdeko, das habe ich über das ganze Weihnachtszeug da.. Dazu die Kinder, das Gequengel und Geplärre (meine Schwägerin hat nochmal ein Baby bekommen), ne lass mal, das ist mir zuviel. Feiert Ihr mal, macht Euch einen schönen Tag.
      Wir essen hier schön und gehen am 2. Weihnachtsfeiertag mit Freunden in ein klassisches Konzert!"

      Hm, okay, aber natürlich können und dürfen sie das so machen, wie sie wollen.

      Am Hl. Abend und 1.- Feiertag rief ich an, um ein schönes Weihnachten zu wünschen - keiner geht dran. Am 2. Feiertag bekomme ich nach dem 4. Versuch meinen Vater dran - der erst mal zynisch meint "Ach, denkt Ihr auch mal an uns?!"
      Ich meinte, dass wir es etliche Male versucht haben, da kam nur ein "Puh, habe ich wohl überhört oder wir waren nicht da!"

      Nun um Silvester das gleiche. An Silvester mehrmals angerufen, am 1.1. mehrmals angerufen. Bekamen keinen dran.
      Meine Schwägerin hat das mitbekommen, wie ich es dauernd telefonisch versucht habe und meinte irgendwann: "Hör mal, die können ja auch mal anrufen! Die wissen ja, wie man telefoniert. Wenn sie weg sind, dann werden die schon heute Abend sicher zurückrufen!"

      Dafür bekam ich am 4.1. einen Brief, dass das geplante Treffen ein paar Tage später nun ihrerseits abgesagt ist, da sie mit Freunden nun was ausgemacht haben und in die Berge fahren. Der Brief war an meinen Mann adressiert und nur er war in der Anrede drin.
      Unten standen noch Grüße an unsere Söhne, kein Wort an oder über mich, kein Gruß.
      Ich bin jetzt echt sprachlos.
      Was soll das?

      Ich bin nun wirklich an einem Grenzpunkt angelangt und will gar nicht mehr mit den beiden sprechen oder Kontakt haben. Ich habe alles versucht, war um ein harmonisches Verhältnis stets bemüht.
      Und nun werde ich derart ausgeschlossen?
      Ich habe noch nie in irgendeiner Familie ein derart boshaftes und abwertendes Verhalten erkannt.

      Mein Mann ist auch sprachlos darüber und mir wird seit eh und je von allen Seiten geraten, dass diese Eltern-Kind-Beziehung keinen Sinn mehr macht.
      Meine Schwägerin meinte gestern, alleine wie abfällig und arrogant ich abgebügelt worden bin, als ich meine Eltern zum Weihnachtsfest einladen wollte. Dieses kein Bock, plärrende Kinder, usw. Und sie hocken da wie Könige, aber können keinen Hörer in die Hand nehmen?
      Die wollen ihr Ding durchziehen, ihr Leben leben, keine Verantwortung mehr tragen.

      Das ist ja auch okay und ich verlange ja gar nichts von ihnen. Aber muss man da so unfair und kalt sein? Warum erwarten sie von uns, dass wir uns dauernd melden?

      Dieses boshafte und kalte Verhalten macht mich total krank.
      Bei einem Kindergartenfest vor vier Jahren waren meine Eltern mal dabei und ich hörte, wie meine Mutter zu einer Bekannten sagte "Ich bin ja froh, dass "die da" 200km entfernt von uns weg wohnen, sonst würden die dauernd vor der Tür stehen und (äfft mich quäkend nach): "Maaaamaaaa, kannst Du mal die Kinder nehmen???!" verlangen.
      Ein anderes Mal erzählte mein Vater meinem Mann von einem Exfreund von mir, der mich betrogen und beschissen hätte "Aber die dumme Nuss da läuft dem auch noch nach!" (ich war damals 16 und habe mich meinem Vater anvertraut). Das hat mich schwer enttäuscht, mein Mann fand das auch nicht okay, dass er es so belustigt ausposaunt hat.

      Ich war sprachlos, ich habe seit meiner Ausbildung nie was von meinen Eltern verlangt und sowas würde ich nicht tun.

      Ich kann im Moment echt nicht mehr.
      Frage mich aber trotzdem, ob eine Funkstille meinerseits nicht zu hart wäre.
      Ich, einfach unverbesserlich.

      Was hat bei Euch dazu geführt, dass Ihr den Kontakt nicht mehr halten konntet oder wolltet?

      Danke fürs Lesen und entschuldigt den langen Text.

      • (2) 15.01.19 - 12:46

        Wow, langer Text...das du soviel mitmachen musstest tut mir sehr leid!

        Ob du den Kontakt abbrechen sollst, oder nicht, das kann dir hier keiner raten. Jeder hat seine eigene Schmerzgrenze die erreicht werden muss.
        Ich an deiner Stelle, hätte den Kontakt schon längst abgebrochen. So was muss man sich nicht antun, Familie hin oder her....aber wie gesagt, manche Leute sind sehr leidensfähig.
        Ich war es nicht. Ich habe den Kontakt zu meiner Mutter (ein ähnliches Herzchen wie deine, evtl. noch schlimmer) mit 18 abgebrochen. Da war ich noch im Gymnasium. Sie hat nie wieder nach mir gefragt- da weiß man schon was man davon zu halten hat. Mein Vater ist zum Glück schon gestorben als ich 11 war , der war auch nicht besser.
        Für mich war es schrecklich in jungen Jahren ohne Familie. Aber du hast du den Rückhalt durch Mann und Kinder. Lass dich nicht kaputt machen!

        Wow, wirklich wow, ich bewundere dich für deine Emgelsgeduld.

        Ich verstehe ja, dass man den Kontakt zu seinen Eltern irgendwie aufrecht erhalten will, aber diese Personen kannst du wirklich noch guten Gewissens deine Eltern nennen? Du leidest doch offensichtlich, sie tun dir nicht gut und Interesse scheinen sie auch nicht an dir oder deiner Familie zu haben, sie machen dich nur mit alten Geschichten fertig. Das ist nicht normal und für mich wäre spätestens nach dem ersten Murks nach dem ersten Kontaktabbruch Feierabend gewesen.

        Aber zu deiner Frage aus der Überschrift:
        Mein Mann (damals Freund) hat, als unser Sohn etwa ein Dreivierteljahr alt war, den Kontakt zu seiner Mutter abgebrochen. Sie ist auch der Typ, der nie zufrieden ist und hinten herum stichelt und ich war ihr ohnehin immer ein Dorn im Auge (nicht spindeldürr, studiert, aus dem Osten, Gamerin wie ihr Sohn - so haben wir uns auch kennengelernt).
        Ihr Sohn wollte ihr dann auch nicht mehr hinterherrennen und hat halt daraufhin den Kontakt zu ihr abgebrochen.
        Im Nachhinein ärgert sie sich und hätte wohl gern Kontakt, aber er ist da stur. Sie soll sich melden.

        Huhu oh das hört sich ja garnicht gut an. Das tut mir echt leid für dich. Ich habe zwar nicht so altmodische Eltern aber habe mit meiner Mutter und Geschwistern auch keinen Kontakt. Kurz zu mir ich bin 26 Mutter eines 6 Monate alten Sohnes und verheiratet. Meine Mutter war 3 mal verheiratet. Aus der ersten Ehe sind ich und mein Bruder entstanden. In der 2 mein anderer Bruder und aus der letzen meine Schwester. Wir waren immer unzertrennlich. Gerade meine Schwester und ich. Meine Mutter ist bei jeder Scheidung mehr abgerutscht. Ich habe irgendwann alles geschmissen Haushalt Kinder versorgen und das mit 12 . Während sie auf der Couch war hab ich alles geregelt. Als sie ihren 3 mann kennengelernt hat. Ging es bergauf für uns. Er ist Kurde aber total lieb hat uns Kinder akzeptiert. Ich habe dann eine Ausbildung angefangen mit 18. das hat ihr nicht gepasst. Weil ich ja jetzt nichts mehr im Haushalt gemacht habe. Aber ich hatte Schichten manchmal bis 20 Uhr bis ich zuhause war war es 21uhr dann soll ich noch ihren Haushalt schmeißen? Man muss dazu sagen meine Mutter lebt seit Jahren von Hartz 4 also ist den ganzen Tag zuhause. Da mein stiefpapa mich in Schutz genommen hatte weil er auch den ganzen Tag gearbeitet hat, waren wir total unten durch es gab immer Streit. Sie hat mir irgendwann kleine Briefe unter meiner Zimmertür durch geschoben das ich ausziehen soll. 🙄 das habe ich auch dann gemacht das hat ihr aber auch nicht gefallen denn mein Lohn fiel ja dann weg. Mein Stiefvater hat sie Monate später nach Jahren voll Streit auch verlassen. Er und ich haben noch Kontakt. Deswegen hat sie mit mir keinen Kontakt weil sie das nicht will. Sie war auch bei meiner Hochzeit eingeladen aber meinte wenn er kommt dann kommt sie nicht. Es ist meine Hochzeit und mein Stiefvater ist mein Trauzeuge gewesen. Mein Mann kennt sie schon seit wir kleine Kinder waren. Sie und meine Schwiegermutter waren beste Freundinnen. Aber als wir zusammen gekommen sind meinte sie ich würde meinen Mann nur heiraten wollen damit ich ihre Freundin für mich allein habe. Das ist doch lächerlich. Sie verbietet mir meine Geschwister zu sehen. Die sind so bearbeitet von ihr das selbst die sehr gemein zu mir sind. Sie tratscht auch immer hinter meinem Rücken. Ich bekomme immer mit wie sie Sachen erzählt die garnicht stimmen. Jetzt ist mein Sohn auf der Welt und sie prallt bei anderen das sie Oma ist aber wenn sie uns sieht läuft sie an mir vorbei als wenn sie mich nicht kennen würde. Ich könnte jetzt noch stundenlang schreiben aber dann wäre es ja noch länger🤣🤣🤣 sorry für den langen Text. Also ich habe seit fast 5 Jahre kein Kontakt zu meiner Familie

      • (5) 15.01.19 - 12:55
        BraeuchteNichtSoviel

        Also ich habe noch Kontakt zu meinen Eltern. Habe aber auch schon mal den Kontakt zu meiner Mutter (sie sind geschieden) abgebrochen, weil von ihr aus nichts kam. Den Kontakt zu meinen Großeltern habe ich allerdings abgebrochen, schon in jungen Jahren, weil es nur noch eine Qual war.

        Ich kann dir aber sagen, nachdem ich deine Schilderungen gelesen haben, bei mir würde es durchaus deutlich weniger brauchen, um den Kontakt komplett abzubrechen und ich Frage mich, was dich dazu bringt den Kontakt überhaupt noch aufrecht zu erhalten bzw. dir überhaupt Gedanken um diese Leute zu machen.

        Dazu muss ich aber auch sagen, dass der Spruch "Blut ist dicker als Wasser" immer Unsinn für mich war. Beziehungen zu Menschen (egal welcher Art) sind immer ein Geben und Nehmen für mich. Die Zeit im Leben ist mir zu kostbar dafür sie in Menschen zu investieren mit denen ich überhaupt nicht auf einer Wellenlänge liege und die mir nur Energie rauben und nie ein Rückhalt für mich sind. Da mache ich keinen Unterschied zwischen Blut oder Wasser. Man muss nicht zwanghaft zusammen halten nur, weil man Blutsverwandt ist. Du hast nun deine eigene Familie und, wenn sie keinerlei Ambitionen haben ein Teil davon zu sein, dann sei es doch so.

        Wie du merkst bin ich da also etwas abgebrühter. Ich kann aber nicht sagen, dass ich das bisher bereut habe.

        (6) 15.01.19 - 12:59

        Klingt schlimm, ich finde, du hast wirklich lang genug Geduld bewiesen, die Faust in der Tasche gemacht und Rücksicht auf diese Rücksichtslosigkeiten genommen. Ich würde unter den beschriebenen Bedingungen ganz ohne schlechtes Gewissen den Kontakt abbrechen und auch nicht wieder suchen. Deine Eltern sind zwei mit sich selbst unzufriedene Stinkstiefel, die ihre Unzufriedenheit und ihren Neid immer an Dir abreagiert haben. Das hast Du doch echt nicht nötig. Eltern kann man sich leider nicht aussuchen, aber ich finde, das Leben ist zu kurz, um sich ständig mit Leuten herumzuschlagen, die einem nicht gut tun. Konzentriere Dich auf deine Familie, deinen Mann, deine Kinder, deine Schwiegerleute, und binde Dir keine Kontakte ans Bein, die dir nicht wohlgesinnt sind.

        Ich habe ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern, da diese auch null so sind wie Deine, um Gegenteil, sie sind und waren immer stolz auf mich und haben mich immer unterstützt, wo sie nur konnten. Mein Mann hat allerdings kein gutes Elternhaus gehabt und da haben wir den Kontakt vor 13 Jahren abgebrochen, als wir Kinder bekamen. Da wurde uns irgendwie beiden klar, dass wir keinen Kontakt wünschen und auch keinen Beziehungsaufbau zu unseren Kindern. Es gab Annäherungsversuche in den letzten 2-3 Jahren, aber die sind wieder eingeschlafen, weil mein Mann da keine Lust mehr drauf hat, auch wenn seine Eltern nicht halb so schlimm sind wie deine. #zitter

      • (7) 15.01.19 - 13:46

        Guten Tag,

        Ich habe mich auch entschlossen den Kontakt zu meinen Eltern aufs Eis zu legen. Die Gründe würden hier den Rahmen sprengen. Ich denke, du hast zwei Möglichkeiten, wenn du dich nicht unglücklich machen oder in eine Depressionen stürzen willst.
        1.Entweder du belässt es bei einem lockeren Kontakt. Dabei hast du keinerlei Erwartungen an deine Eltern, außer dass sie sich wahrscheinlich so verhalten wie sie es schon immer tun - nicht nett, und so wie du es dir wünschst. Diese Variante erfordert aber ein dicker Fell, und Arbeit an dir, weil deine Eltern werden sich nicht mehr ändern! Du hast es ja nun oft genug versucht mit der "heilen Familie". Der Weg, das zu akzeptieren braucht Zeit und vielleicht auch Tränen.

        2. Ich konnte es nicht. Ein oberflächlicher Kontakt hätte mir jedes Mal ein Stich ins Herz versetzt. Darum habe ich mich entschlossen, den Kontakt abzubrechen. Vorerst. Da mache ich mir keinen Druck. Sollte es in mir doch mal irgendwann nach Kontakt schreien, oder sich die Lebensumstände ändern, dann ist es auch so. Wenn du dich besser fühlst kannst du es deinen Eltern ja erklären, warum du dich dazu entschieden hast. Ich bereue es bis heute nicht, und bin glücklich, auch wenn mich am Anfang das schlechte Gewissen fast erdrückt hat.

        Du bist, nach der Vorgeschichte, niemandem eine Erklärung schuldig! Wichtig ist nur (vor allem als Mama) auf deine psychische Gesundheit zu achten, genauso wie auf deine physische.

        Dabei wünsche ich dir viel Kraft!

        Hallo!

        Ich befürchte, daß Du seit der Kindheit etwas nachrennst, was nicht da ist. Einer heilen Friede-Freude-Eierkuchen-Welt.

        Du möchtest so gerne 'richtige' Eltern haben.

        Aber Du bist kein kleines Mädchen mehr, sondern eine erwachsene, gestandene Frau. Laß Deine Eltern hinter Dir, Du schuldest ihnen nichts. Wollen sie Dir ein schlechtes Gewissen einreden, diskutiere nicht, sondern sage nur ganz kurz, daß es dann ja gut es, wenn es absolut keinen Kontakt mehr gibt, dann brauchen sie sich nicht mehr zu ärgern. Danach noch 'ich wünsche Euch ein schönes Restleben und erwartet nicht, daß ich Euch am Sterbebett besuche!'

        Auflegen, fertig. Anrufe von ihnen wegdrücken.

        Und wie gesagt, kein schlechtes Gewissen haben. Fang an, ohne Ballast zu leben!

        Ich wünsche Dir alles Gute.

        Trollmama

        Uff. Ich bin selten sprachlos. Aber jetzt bin ich es.

        Mein Rat: Brich den Kontakt ab, sofort und zu 100%. Und lass dich auch in ein paar Jahren nicht mehr darauf ein, falls sie wieder anfragen sollten. Schütze dich und deine Familie, das Verhalten deiner Eltern ist krank, schlichtweg einfach krank! Wenn es dein Gewissen beruhigt schreibe ihnen einen Brief, in dem du dich erklärst, aber ich befürchte fast, das wäre vergebene Liebesmüh.

        Liebe Grüße

        (10) 15.01.19 - 14:36

        Hi, ich
        Seit Mitte Dezember
        Mit Vater schon ewig, Eltern sind geschieden seit 1989
        Seit Mitte Dez mit Bruder, Schwester und Mutter.
        Weil ich es gewagt habe, den Verlobten meiner Schwester zu kritisieren und das vor Weihnachten bin ich jetzt unten durch und wurde verbal extrem beleidigt.

        Das war mir dann zu dumm! Und meinem Mann wurden Dinge nachgesagt die so aus der Luft gezogen sind und man eigentlich nach 20 Jahren sich gegenseitigen Kennens wissen müsste, dass er korrekt ist.

        Meine Kritik jedoch verstehen mein Mann, Kinder und 3 Freundinnen. Alle sagen, gut gemacht, dem Neuen Einhalt geboten. Der ist erst seit kurzem Teil meiner Schwester und hat sich sehr intimsphärend eklig benommen.

        Dem habe ich Einhalt geboten und bin nun die Familienböse.

        Nun gut. Da waren noch Vorfälle früher, wo man log über mich usw.

        Daher, es ist perfekt gerade.

        Sollen die selbst erwachen.

        Hallo,
        Ich habe auch garkeinen Kontakt seit Jahren zu beiden ( sie sind getrennt) für mich war es die beste Entscheidung meines Lebens. Es hat nicht jeder das Glück einer tollen Familie. Dein Text ist sehr traurig und einiges erkenne ich wieder aber das alles aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Ich bin sehr früh von zu Hause raus und wenn ich daran denke wie es bei mir war zerbricht es mir das Herz wenn ich meine Prinzessin sehe und denke wie können Eltern zu sowas fähig sein?! Man muss sich nicht selbst kaputt machen weil man denkt man muss alles schlucken. Meine Geschwister haben auch alle keinen Kontakt aber wie haben uns😍

        (12) 15.01.19 - 15:28

        Hallo,

        ich habe deinen kompletten Text gelesen und möchte dir sagen: Brich den Kontakt bitte ab. Bitte informiere dich im Internet zum Thema Narzissmus. Ich bin kein Psychologe, habe aber eine narzisstische Mutter und kann bei deinen Eltern einige gleiche Wesenszüge erkennen. Z. B. dass mehr Wert auf die Außenwirkung gegenüber fremden Menschen gelegt wird als auf die eigene Tochter. Auch scheint keinerlei Empathie vorzuliegen.

        Du hast schon so viele Schritte in ihre Richtung unternommen. Mach dir keinen Vorwurf. Du kannst Menschen mit dieser Wesensart nicht ändern. Du wirst nie gut genug sein.

        Lass den Kontakt einschlafen. Ich rate zu Ghosting.

        Eventuell solltest du auch deine Kinder vor deinen Eltern beschützen.

        Ich wünsche dir viel Kraft und Stärke und lies dich mal in das Thema ein.

        Viele liebe Grüße

        Hallo!

        Meine Mutter sah ich das letzte Mal bei unserer kirchlichen Trauung im August 2001, meinen Vater 2010. Zum ihm habe ich Ende letzten Jahres einen Kontaktversuch gestartet. Nach drei Telefonaten eskalierte es wieder und nun bleibt es endgültig so.

        Vielleicht sind meine Eltern nicht ganz so krass wie deine, aber irgendwann war es eben genug. Wie hier schon jemand schrieb: Man wünscht sich ja Eltern, man will sie haben, man will sie teilhaben lassen und manchmal möchte man tatsächlich wertgeschätzt und anerkannt werden. Ich habe immer wieder auf das Letztere gewartet und es kam nie. Es kam auch im letzten Jahr nicht. Meine Kinder sind 13 und 15. Meine Mutter weiß offiziell gar nicht, dass es sie gibt, mein Vater hat sie zuletzt gesehen als sie Kleinstkinder waren. Es kommt von ihnen......nichts. Gar nichts.

        Ich bin jetzt selber schon so alt und ich weiß, was mir fehlt. Ich habe das im Kopf alles glasklar, aber dennoch suche ich immer noch danach. Irgendwo las ich von jemanden, der ähnliches mit seiner Stammfamilie erlebt. Er schrieb, dass er immer noch auf der Suche ist und wenn er mal jemanden gefunden hat, dann ist es nie genug. Dann braucht man immer und immer wieder Bestätigung und positive Zuwendung. Da muss man gut aufpassen, dass man sich nicht verrennt und den anderen damit überfordert und vergrault.

        Für mich merke ich, dass ich eine ganz gute Partnerin sein kann (hoffe ich!) und als Mutter auch nicht völlig unfähig bin. Es passiert mir aber immer noch ab und zu, dass ich eine Mutter suche oder irgendjemanden, der Teile ihrer Rolle übernimmt. Gerade jetzt erlebe ich das wieder. Das ist auf der einen Seite etwas ganz Schönes, aber ich muss so verdammt aufpassen nicht übers Ziel hinauszuschießen. Es ist eben nie genug, aber dafür kann meine "vertagte Freundin" nun auch nichts. Ihr Herz ist aber zum Glück groß genug, dass über meine Aussetzer hinweg sehen kann.

        Deshalb: Ja, brich den Kontakt ab. Er tut dir nicht gut, er bringt nichts außer Ärger und Frust. Es gibt gewiss viele Menschen, die dich mögen und anerkennen, was du kannst und bist und leistest. Von deinen Eltern wirst du das nie bekommen. Blut ist nicht dicker als Wasser. Ganz bestimmt nicht. Du bist nichts schuldig.

        LG


        LG

        Bei der Vorgeschichte hätte ich den Kontakt längst abgebrochen.

        Die sind doch mit sich selbst nicht im Reinen.

        (15) 15.01.19 - 17:28

        Ich auch. Seit etwas über einem Jahr. Ich habe es einfach nicht mehr ertragen, so ungeliebt zu sein. Ständig wurde ich mit den Geschwistern verglichen und obwohl ich seit ich 17 bin meine eigene Kohle verdiene, war ich nie gut genug.

        Zu meiner Schwangerschaft wurde mir von meiner Mutter per Handschlag gratuliert, von meinem Vater kam gar nichts. Es hat mich nur noch runtergezogen und deshalb war es besser für mich.

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