Kiffen und Lügen

    • (1) 16.01.19 - 12:18
      Grueblerin

      Hallo zusammen,

      mich würde eure Meinung zu folgendem interessieren:
      Ich bin mit meinem Freund seit 5 Monaten zusammen. Am Anfang unserer Beziehung sagte er mir, dass er täglich kifft und abhängig ist. Ich habe zu ihm gesagt, dass das für mich ein nogo ist und er sagte, dann würde er damit aufhören. Soweit so gut, ich habe versucht ihm zu vertrauen. Etwa drei Monate später traf er sich mit Freunden und kam nachts wieder. Er sagte mir, er habe mit einem Kumpel was geraucht. Ich war sehr enttäuscht von ihm, er dachte, wenn es nur ab und zu ist, fänd ich es nicht schlimm, aber ich habe ein kleines Kind und da sind Drogen für mich einfach ein absolutes nogo. Er versprach mir, es käme nicht wieder vor, ihm war nicht klar, dass ich es so schlimm finde. Ich habe versucht ihm zu vertrauen, aber es hat nicht wirklich funktioniert. Vor zwei Wochen etwa ist er zu besagtem Kumpel gegangen und ich habe mir schon gedacht, dass sie zusammen was rauchen. Und so war es. Ich war wirklich am Boden zerstört und habe ihn das auch wissen lassen. Er hat gesagt, er habe die Situation falsch eingeschätzt, er wusste nicht, dass ich es so schlimm finde (deja-vu). Jetzt vertraue ich ihm natürlich null und habe ihm auch gesagt, wenn er mich nochmal anlügt sann bin ich weg. Jetzt ist mir aufgefallen, dass die Jacke die er zum Rauchen anhatte weg ist. Ich denke ich werde es heute ansprechen, aber ich komme mir vor wie ein kontrollfreak, was ich gar nicht sein möchte. Wie soll ich nur das Vertrauen wieder aufbauen?
      Danke für eure Antworten

        • (6) 16.01.19 - 13:45

          Hallo - die Voraussetzung ist die absolute Einsicht und der Wille ohne Drogen leben zu wollen.
          Dann kann man es auch ohne Therapie schaffen. Unmöglich ist das sicher nicht (ich kenne berufsbedingt einige Fälle, wo es positiv verlaufen ist).
          Wichtig wäre die Ursache zu erforschen - wozu braucht es Drogen? Dann kann er an sich selbst arbeiten - vorausgesetzt er WILL es wirklich!!! Bei Heroin wäre es natürlich komplizierter, aber bei Mariuana, Alkohol, etc. ist es vor allem eine Kopfsache!!! Wobei natürlich alles klein anfängt und es alles im Endeffekt als Mittel zum Zweck eingesetzt wird. Alles Gute Euch. 🍀

    Er wird weiter rauchen. Du kannst es akzeptieren oder dich trennen.

    Wenn es ein no-go für Dich ist, warum bist Du dann noch mit deinem Kind bei ihm?

    • (9) 16.01.19 - 12:50

      Weil er bis auf diese Sache genau der Mann ist, den ich mir immer gewünscht habe. Ich fühle mich von ihm sehr geliebt und er geht wundervoll mit der Situation um, dass ich ein Kind habe. Deswegen habe ich die Hoffnung, dass er es schafft aufzuhören, aber momentan überwiegen die negativen Gefühle...

      • Und wenn er gar nicht aufhören will? Ich reagiere sehr gereizt, wenn mir meine süchte verboten werden.

        • (11) 16.01.19 - 13:32

          Ich habe ihm nie verboten zu kiffen. Ich habe nur klargestellt, dass ich keine Beziehung möchte, wenn er regelmäßig kifft. Also hatte er die Wahl, so wie ich sie hatte. Das was mich noch mehr stört als das kiffen an sich ist seine Unehrlichkeit, was das betrifft.

          • Dann weißt du es ja jetzt und hast die Wahl.... Kannst bleiben oder dich trennen.

            "Ich habe nur klargestellt, dass ich keine Beziehung möchte, wenn er regelmäßig kifft."

            Aber wenn es nur die 2 Mal waren, kann man doch nicht mehr von Regelmäßigkeit sprechen? Also hatte er doch Recht, dass er angenommen hat, dass ab und zu für dich okay wäre?

            Die Frage ist doch eher, ob er es unter Kontrolle hat. Ich finde zum Beispiel ab und zu Alkohol Konsum nicht schlimm. Kiffen steht bei mir auf der gleichen Stufe.

            Jemand der wirklich ein Sucht-Problem hat (und da wäre mir egal, ob es Rauchen, Alkohol, Kiffen, Sport oder Schokolade ist), wäre für mich auch tabu. Allerdings weiß ich auch, dass Leute, die wirklich mal süchtig waren meistens wieder in die Schiene zurück rutschen, sobald sie mit "ab und zu" wieder anfangen. Das ist aber auch nicht bei allen so.

      (14) 16.01.19 - 15:52
      Liebervorsichtig

      Ich berichtete schon öfter.

      Mein Mann ist mittlerweile Ex-Kiffer, seit Januar 2016 rauchfrei! Ohne Therapie!

      Aber....wir waren zuvor genau deswegen 3 monate getrennt.

      Du hast gegen das Zeug keine Chance! Und als er einige Tage rauchfrei vor mir stand und zurück wollte...nahm ich ihn zurück, stellte aber ein Prinzip auf:

      Er ist erwachsen und wenn er kiffen möchte, kann ich es ihm nicht verbieten.
      Ich bin aber auch erwachsen und ich bin nicht bereit, eine Beziehung mit einem kiffwr zu führen! Dabei ist mir egal, ob er 1x im Jahr oder täglich kifft!

      Ich hab förmlich zugesehen, wie er vom ab und zu kiffer zum täglich mindestens 1 joint kiffer wurde. Wir stritten immer mehr. Immer öfter versetzte er mich, um sich zeug zu besorgen. Er verlor die lust an Aktivitäten, zog sich zurück, zockte und kiffte. Ein mann Anfang/ Mitte 30.

      Heute ist er ein ganz anderer. Er denkt noch manchmal dran. Wir sprechen offen und ehrlich übers kiffen. Ich betone jedes mal aber, dass es ihm nicht verboten ist! Nur wenn er es macht, muss er wissen, dass ich nicht mitmache und dann die scheidung einreiche.

      Das ist meine Entscheidungen, srine Konsequenz, wenn man so möchte. Ich will und ich werde nicht mit grün konkurrieren. Ich kann diese Konkurrenz niemals gewinnen.

      • Das kann passieren, muss aber nicht. Es gibt durchaus Leute, die regelmäßig rauchen und trotzdem oder gerade deswegen alles auf die Kette kriegen.

        • (16) 17.01.19 - 07:47

          Nicht dein ernst?

          Menschen die täglich minfestens einen Joint brauchen und den ganzen Tag auf den abend hinarbeiten, um endlich "Entspannung, Kopf aus" zu erhalten, sind süchtig und stellen ALLES unter diese Sucht!

          Wir reden hier nicht von Kiffern, die kiffen, weil sie Bock drauf haben, und nicht Holland in Not sehen, wenn mal nichts da ist!

          Wir reden von Leuten, die wissen, ihr Zeug geht alle, also versetze ich meine Frau und Kinder, um mal eben 150 km in eine Richtung zu ballern, um mir was neues zu besorgen, bin 5 Std weg und kann nicht nachvollziehen, warum die Frau enttäuscht unf wütend ist und zettle am ende des Tages noch einen Streit an, weil sie sich nicht für mich freut!

          Ja, er ging noch arbeiten. Er schaffte es sogar, sich nebenher zu verlieben und war erleichtert, als ich ihihm n die Trennung abnahm! Sie könne ihb ja so viel besser verstehen!

          Und dann? Waren wir weg. Er bei seinem behinderten Bruder, verkiffte sein ganzes Einkommen! Und dann wurde ihm klar...welchen preis all das hatte! Familie weg, Auto weg, Haus weg. Es dauerte insgesamt 2,5 Monate. Komplett ohnr Kontakt. Die Kids nur äußerst sporadisch. Er sah dann, das es mir trotzdem gut ging, das ich trotzdem lachte und Spaß hatte. Und dann kamen die Erinnerungen hoch.

          Und dann war er wieder da. Und es war nicht leicht! Es war verdammt hart, ein verdammt langer, schwerere Weg, aber ich liebe ihn nun mal! Er hat an sich und seiner Sucht gearbeitet. Es bedurfte einer Million von Gesprächen!
          Er zockt heute noch viel, aber das ist ok. Er ist zuhause und ich kann ihn jederzeit bitten, die Konsole auszuschalten.

          Gegen eine Sucht kommt niemand an, solange sie Einsicht nicht von selbst kommt!

Ich kann da hippogreif nur zustimmen. Er sagte, dass er süchtig ist, da kann er nicht von heute auf morgen aufhören.
Wenn dann braucht es Zeit und er selber muss es so oder so auch wollen und nicht nur dir zuliebe sein lassen.

Moin!

Zitat:

... Ich bin mit meinem Freund seit 5 Monaten zusammen. Am Anfang unserer Beziehung sagte er mir, dass er täglich kifft und abhängig ist. Ich habe zu ihm gesagt, dass das für mich ein nogo ist und er sagte, dann würde er damit aufhören. Soweit so gut, ich habe versucht ihm zu vertrauen. Etwa drei Monate später traf er sich mit Freunden.....

Erkenne den Fehler!

1. Du bist mit ihm ERST seit 5 Monaten zusammen, also ganz frisch.
2. Er hat dir von Anfang an gesagt, dass er kifft und er wollte dir zuliebe damit aufhören.
3. Bereits drei Monate später ging alles wieder von vorne los. (Wenn nicht schon gar viel früher und du hast es nur nicht gemerkt).

Wer sich nur so kurze Zeit zusammenreißen und für seine frische neue Liebe das Kiffen sein lassen kann, dem kann man nicht helfen.

Drohe nicht nur Konsequenzen an, setze sie auch um. Das täte man bei der Kindererziehung ja auch.

Und keine Angst, es gibt genug Männer, die sich in eine Frau mit Kind verlieben!

Du kannst einen Menschen nicht ändern, sondern nur deine eigene Einstellung zu ihm.

Alles Gute
wünscht der Kloß

(19) 16.01.19 - 16:50

Ganz schwierig... aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass es praktisch unmöglich ist, einem Süchtigen zu vertrauen. Sicher, er meint es nie böse, aber seine Sucht wird immer da sein und entweder besser oder schlechter von ihm gehändelt werden.
Sucht kann sich übrigens verlagern. Er hört z.B. mit dem Kiffen auf, fängt dafür aber mit etwas anderem an - ob das eine andere Droge oder Spielsucht etc sei, weiss man nicht. Sucht ist auch eine Charakterfrage.

Er muss herausfinden, warum er abhängig ist - nur dann hat er überhaupt eine Chance, clean zu leben. Das wird ohne Therapie fast unmöglich sein und selbst diese ist keine Therapie.

Ich hatte damals einen total lieben Ex, der auch täglich kiffte, als ich mit ihm zusammen kam. Hat es dann sofort komplett eingestellt- heute denke ich, dass er sicher öfter geraucht hat, aber da wir eine Fernbeziehung führten, ist es mir nicht aufgefallen. Ich habe mich später wegen anderer Dinge von ihm getrennt, habe mich eher wie seine Mutti gefühlt. Er konnte sein Leben nicht ordentlich regeln, was mich genervt hat.
Außerdem hatte ich so eine Vision bzw einen Traum, der mich in die Zukunft blicken liess:

Wir hatten bereits ein Kind zusammen und er eine eigene Firma. Eines Tages kam dann raus, dass er völlig pleite war und all unser Geld verzockt hatte - und mir beteuerte, dass er alles wieder aufbauen würde, wenn ich ihm mit einem Startkapital helfen würde.

Der Traum hat mich dazu gebracht, mich zu trennen. Was soll ich sagen... vor Kurzem habe ich ihn tatsächlich wieder getroffen und erstaunlicherweise hat er eine ganz gute Karriere hingelegt, welche ich ihm so nicht zugetraut hätte. Aber... er erzählte mir, dass er „jetzt wieder clean sei“, nachdem er sage und schreibe knapp 100.000 € in Koks und Saufen verloren hat, die er eigentlich für den Hausbau mit seiner Freundin gespart hatte...

Da wurde mir nochmal bewusst, dass ich damals schon zum Glück die richtige Intuition hatte!

Überleg Dir GANZ genau, ob Du mit dieser Unsicherheit leben kannst und bitte denke an dein Kind! Du brauchst einen Mann, auf den Du dich wirklich verlassen kannst.

  • Unterschreibe Ich sofort.

    Ich kenne mehrere die mit kiffen irgendwann aufgehört haben. Freundin weg, Führerschein weg etc.. Nach Jahren habe Ich von 2 erfahren dass die jetzt Alkoholiker sind.. Suchtverlagerung ist leider nicht selten.. Es liegt wie Du sagst an den Charakter. Manche könne irgendwie nicht feiern oder sich entspannen ohne Drogen. Hören die mit eine Droge auf, kommt die nächste..

    Viele Kinder von Süchtigen werden auch selbst Süchtige, dass kommt leider auch häufig vor..

Es ist mit kiffen wie mit Alkohol. Manche Menschen werden nicht davon abhängig und andere werden süchtig.

Ich denke dass Du ein bisschen deutlicher werden muss. Wenn Du für Dich entschieden hast dass kiffen für Dich in einer Beziehung ein No Go ist und für Dich inakzeptabel ist, was sehr gut zu verstehen ist, insbesondere wenn ein Kind im Haus ist, dann muss Du es auch so kommunizeren und gleichzeitig deinen Freund klar machen, dass Du ihn niemals seine Joints verbieten möchtest, aber dass Du nicht mehr seiner Freundin bist, falls es noch ein einziges Mal passiert. Er hat dann selbst die Wahl. Seine Joints, dann ist er wieder Single oder ein Leben mit Dir, dann heißt es kein kiffen mehr..

Es ist dein gutes Recht als Mutter und Freundin so eine Entscheidung zu treffen. Er muss sich dann entscheiden. Er hat die Wahl.. Wählt er seine Drogen, muss Du aber auch deine Drohungen durchziehen. Wenn er sich für seine Joints entscheidet, weißt Du ja gleichseitig dass seine Drogen ihn wichtiger sind als Du und wie abhängig er eigentlich ist..

Süchtige kannst Du nicht vertrauen. Das hat nichts mit kontrollieren zu tun.. Er hat Dir was versprochen und hat es mehrmals nicht eingehalten. Dann hast Du einen Recht dazu misstrauisch zu werden. Vertrauen muss man sich verdienen, ist der einmal weg dauert es lange bevor man wieder vertrauen kann. Er hat Mist gebaut, er hat gelogen und hat dein Vertrauen missbraucht. Dann ist es seine Aufgabe dein Vertrauen wieder zu gewinnen.. Sprich mit ihm darüber und hat er wieder geraucht obwohl er jetzt von deine angesprochenen Konsequenzen gewusst hat, muss Du gehen..

"Er versprach mir, es käme nicht wieder vor, ihm war nicht klar, dass ich es so schlimm finde."

Ihm scheint nicht klar zu sein, dass man eine Sucht nicht mit Versprechen beenden kann.

Oder es ist ihm klar - aber egal.

Um mit einer Sucht aufhören zu können, braucht es
1. den eigenen Willen dazu! Versprechen anderen gegenüber reicht nicht aus. Es sich selbst zu versprechen schon eher.

2. Therapie
Unterstützung beim Entzug.

Wende dich an eine Beratungsstelle für Angehörige von Suchterkrankten.
NICHT um ihm zu helfen. Sondern um für dich selbst klar zu werden, was du willst, nicht willst, was du ihm glauben kannst, was nicht.

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