Sozialphobie überwinden

    • (1) 18.01.19 - 17:53
      LzS3008

      Hallo,
      hat hier jemand seine Sozialphobie überwunden? Und wenn ja, wie habt ihr das geschafft?

      Grüße!

      • (2) 18.01.19 - 18:26

        Eine Bekannte von mir hatte das.
        Sie hat eine Therapie gemacht.

        (3) 18.01.19 - 18:48

        Ein Familienmitglied von mir hat es geschafft. Über eine Therapie (2 Jahre wöchentliche Sitzungen). Wobei die Phobie selbst eine Begleiterscheinung der Haupterkrankung war.

        Sozialphobie hatte ich zwar nicht, aber eine schwere Depression begleitet von Ängsten, Panikattaken, Schlafstörungen usw. Habe Therapie gemacht, lange Medikamente genommen und jetzt sind alle Symptome komplett weg. Phobien sind gut behandelbar, du musst nur nicht scheuen dir professionelle Hilfe zu holen. Das haben viel mehr Menschen als man denkt. Viele verbergen es bloß. Und Angst hat absolut JEDER, der einer mehr, der andere weniger. Hab in "Gesundheit" einen Tread über Depression eröffnet und ein paar Sätze über Ängste geschrieben. Wenn du magst, schau da mal rein. Vielleicht ist etwas dabei was dir weiter hilft.
        Alles Gute

      • (5) 19.01.19 - 13:31

        In erster Linie ist eine Therapie sehr wichtig. Dort lernst du viel, vor allem auch, dich deiner Angst zu stellen. Am wichtigsten ist, dass man selber einsieht, dass man ein Problem hat. Sich professionelle Hilfe sucht und sich nicht weiter verkriecht und vor den Ängsten weg rennt.
        Wünsche dir alles Gute

        (6) 21.01.19 - 23:02

        Hallo!

        Wirklich große Ängste hatte ich nicht, aber meine "Komfortzone" verlassen hat mir schon Schwierigkeiten gemacht, und wenn es nur ein Besuch bei einem unbekannten Arzt war, habe ich wahrscheinlich mindestens eine Nacht nicht schlafen können. Neue Dinge waren eine große Überwindung, ich war jahrelang nur im normalen Fahrwasser.

        Ich habe aber vor 2 Jahren beschlossen, dass sich was ändern muss in meinem Leben - unglücklich in der beruflichen Sackgasse, keine Perspektive, höchste Zeit, was zu ändern. Also habe ich ein Fernstudium angefangen. Und das hat mich wirklich verändert.

        Ja, es hat Überwindung gekostet, in Kontakt mit Kommilitonen zu treten, aber das lief erst mal nur online, miteinander reden ging ganz gut, und ich habe bald gemerkt, dass ich manches echt gut verstehe, schneller als die anderen. Bei der ersten Klausur wollte ich dann halb vor Angst sterben, aber ich habe es durchgezogen - und eine hervorragende Note bekommen. Das hat mein Selbstvertrauen gewaltig gepusht und ich war damit endgültig eine sehr gefragte Lernpartnerin. Das hat wirklich gut getan.

        So ging es in den nächsten beiden Semestern weiter, und dann gab es ein Seminar 500km weit weg, aber aus einem Topf des Bildungsministeriums gefördert, so dass ich nur eine kleine Zuzahlung hatte, Fahrt und Unterkunft wurden übernommen, und es war ein wirklich gutes Thema, also habe ich mich auch dazu überwunden - Stress, klar, Zug zu spät, auch klar, aber ich habe mich getraut. Das wäre ein Jahr vorher noch undenkbar gewesen. Ich kannte zwei Leute vor Ort, also war das auch nicht so schwer. Mittlerweile fahre ich immer wieder zu Seminaren, auch wenn ich die Kosten selbst trage, und auch ohne jemanden zu kennen.

        Ich bin nicht nur Teil einer Lerngruppe, sondern leite eine. Nebenbei mache ich allen Ernstes Videos auf Youtube zu den Studieninhalten - die gucken normal nur meine Kommilitonen, so je nach Thema 10-50 Leute, aber sie wären immerhin öffentlich abrufbar und könnten auch von anderen gefunden werden.

        Es war auch viel einfacher für mich, zu Vorstellungsgesprächen und anderen Terminen zu gehen, ich habe einfach wesentlich weniger Angst als vorher. Klar fällt es mir schwer, am Abend vor einem solchen Termin einzuschlafen, aber ich kann hingehen, ohne ernste Probleme damit zu haben. Ich stehe es gut durch und mache dabei auch einen wesentlich besseren Eindruck. Auch wenn es noch nicht mit einer neuen Stelle geklappt hat, ich bin immerhin ein paar Mal in die engere Wahl gekommen und suche erst seit ein paar Monaten intensiver.

        Meine Therapie war also, mein Leben ein Stück weit zu verändern, und dabei einfach zu entdecken, dass ich etwas richtig toll kann. Dass ich wertvoll und geschätzt bin, und auf einmal richtig viele Freunde habe.

        Ich weiß jetzt nicht, ob Dir das hilft, aber vielleicht muss man erst mal raus aus der Komfortzone, die einem keine Angst macht, um weiter zu kommen. und man muss Stärken finden, die einem gut tun.

        Das geht sicher auch im Rahmen einer Therapie, aber als "so schlimm" habe ich es nicht empfunden.

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