neue Ehe und die Frage nach dem alten Ring

    • (1) 19.01.19 - 14:52
      Inaktiv

      Hallo zusammen!
      Kurz zu mir: Ich bin 42 Jahre alt und seit mittlerweile fast 9 Jahren verwitwet. Ich habe drei Kinder zwischen 12 und 8 Jahren (mein Mann starb noch vor der Geburt des Jüngsten).
      Seit zwei Jahren bin ich mit meinem Freund zusammen, seit 1,5 Jahren wohnen wir zusammen.
      Es ist wohl eine ganz normale Beziehung, wir sind glücklich miteinander und auch meine Kinder kommen sehr gut mit ihm klar. Sie nennen ihn Papa (haben einen Papa J. und einen Papa L.).

      Vor wenigen Wochen haben mein Freund und ich uns verlobt.
      Ich liebe ihn, ich möchte ihn heirate und ich hoffe, dass ich mit ihm mehr Zeit haben darf als mit meinem ersten Mann.
      Jetzt trage ich an jeder Hand den Ring von einem Mann, den ich liebe – rechts den Ehering, links den Verlobungsring.
      Obwohl ich meinen Verlobten sehr liebe, jagt es mir Angst ein, meinen Ehering abzulegen. Ich habe das Gefühl, einen (letzten?) Teil von meinem Mann loszulassen, manchmal das Gefühl, ihn zu betrügen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, diesen Ring in eine Schatulle zu legen. Eigentlich habe ich das Gefühl, seinen Tod längst überwunden zu haben.
      Nach der Hochzeit möchte ich allerdings den neuen Ehering tragen. Zwei Ringe – das geht nicht.
      Außerdem weiß ich, dass es meinen Verlobten verletzen würde. Es wird auf eine gewisse Weise wohl immer zwei Männer in dieser Familie geben. Er geht sehr gut damit um, aber manche Dinge verletzen ihn verständlicher Weise. Er hat einmal zu mir gesagt: „Ich kann dich und die Kids nie für mich alleine haben, ich muss euch immer mit einem anderen Mann teilen.“
      Ich möchte ihm zeigen, dass ich ihn liebe, dass er für mich nicht nur die „zweite Wahl“ ist, aber das Loslassen tut auch weh.

      Vielleicht gibt es hier ja irgendjemanden, der einen Rat hat.

      • (2) 19.01.19 - 14:58

        Ich finde des Satz deines Verlobten doof. Warum sagt er sowas?
        Dein verstorbener Mann wird immer zu dir gehören und lebt in deinen Kinder weiter.

        Was kann man machen? Den Ring einschmelzen lassen und in den neuen Ringen verarbeiten? An einer Kette um den Hals? Oder eben weiter an der anderen Hand. Das solltest du ganz für dich entscheiden.

        • (3) 19.01.19 - 18:02

          Ob ich den Ring "zerstören" will, weiß ich nicht - da muss ich in Ruhe drüber nachdenken. Die Idee mir der Kette gefällt mir spontan. Danke.

          "Ich finde des Satz deines Verlobten doof. Warum sagt er sowas?"
          Weil es im Kontext gepasst hat. So, wie ich es oben geschrieben habe, wird wohl nicht richtig deutlich, aber im Endeffekt hat er im Gespräch genau das akzeptiert: Dass mein Mann immer zu mir und den Kids gehört. Dass die Situation so ist, kann man ja nicht leugnen und das hat er auch immer akzeptiert. Ich will sie nur nicht unnötig verschärfen oder verletzend werden, wenn du weißt, was ich meine.

      (4) 19.01.19 - 15:15

      Dein verstorbener Mann wird immer ein Teil Deines Lebens sein, ein Teil eines Abschnittes Deiner Vergangenheit.
      Dein neuer Mann begleitet ebenso Dein Leben, im Jetzt und in der Zukunft.
      Ich würde Vergangenheit und Zukunft zusammenbringen, indem ich die Ringe übereinander trage.
      Deinem Mann könntest Du erklären, dass das Tragen der beiden Ringe keinesfalls heisst, dass er zweite Wahl ist.
      Der erste Ring stellt Deine Vergangenheit dar, der Zweite symbolisiert die Zukunft.

      Alles Gute auf Deinem weiteren Weg#klee

    • (5) 19.01.19 - 15:20

      Ich würde den ersten Ehering nicht ablegen.

      Natürlich gibt es immer einen anderen Mann in der Familie. Mit ihm hast du Kinder und ihnen soll die Erinnerung an den Vater erhalten bleiben. Ihr habt Fotos und andere Erinnerungsstücke.

      Dein Verlobter scheint ein gewisses Besitzdenken zu hegen, dass es ihm nicht genügt, jetzt mit dir die Ehe einzugehen.
      Du hast deinen Mann nicht verlassen. Er wurde euch genommen. Und ich finde, es zeichnet dich als sozialen Menschen aus, dass du ein klein wenig von ihm als Erinnerung für dich erhalten möchtest. Da ist der Ring nur ein Symbol. In deinem Herzen ist er sowieso präsent.

      Ich würde ihn etwas umarbeiten lassen, so dass er nicht direkt nach Ehering aussieht. Einen oder mehrere Steine (vielleicht für jedes eurer Kinder einen) einarbeiten lassen und ihn tragen.

      Die Aussage deines Freundes finde ich empathielos und ziemlich arm, wenn er meint, mit einem Toten in Konkurrenz treten zu müssen.

      War die Idee der Hochzeit eventuell von deinem Freund vorgeschlagen worden?

      • (6) 19.01.19 - 18:05

        Danke, die Idee mit den Steinen gefällt mir gut.

        Die Aussage meines Verlobten habe ich damals gar nicht als empathielos oder gemein aufgefasst.
        Er hat es mir natürlich nicht aus heiterem Himmel ins Gesicht gesagt, sondern in einem Gespräch, indem es um meinen verstorbenen Mann und ihn ging und die Rolle, die beide in der Familie einnimmt. Zu dem Zeitpunkt hat mein Mittlerer, der sehr an seinem Vater hängt, obwohl er sich aktiv nicht erinnern kann, ihn noch nicht mit "Papa" angeredet. Die anderen beiden aber schon.
        Der Satz hat (und so sehe ich ihn auch heute noch) schlicht und einfach den Fakt ausgedrückt, dass meine Kinder ihren "Papa J." immer lieben werden und dass auch ich ihn immer lieben werde. Im Gespräch hat mein Verlobter deutlich gemacht, dass er von meinem Sohn nicht erwartet, ihn "Papa" zu nennen, auch wenn es ihn sehr freuen würde. Und, dass er weiß, dass wir ihn lieben.
        Mein Verlobter steht nicht in einem ständigen Konkurrenzkampf mit meinem Mann. Ich denke, es steht ihm zu, zu äußern, dass die Situation für ihn auch manchmal schwierig ist, wie es für mich und die Kids auch manchmal schwierig ist, zwei Männer "gleich" zu lieben, mit dem einhergehenden Gefühl, einem von beiden unrecht zu tun.
        Wie gesagt, das ist kein ständiges Thema.

        Der Antrag kam von ihm. Wir haben vorher zwar nicht explizit über das Thema Hochzeit gesprochen, aber über die Zukunft. Und uns war beiden immer bewusst, dass es diese "bis der Tod und scheidet Zukunft" ist. Implizit war Heirat schon ein Thema, von beiden Seiten aus
        Nach dem Tod meines Mannes und bevor ich meinen Verlobten kennengelernt habe, war ich kurzzeitig in einer anderen Beziehung. Damals habe ich explizit ausgeschlossen, jemals wieder zu heiraten. Als meine Schwägerin mich vor gut einem Jahr gefragt hat, ob ich mir vorstellen könnte, noch einmal zu heiraten, habe ich gesagt: "Eigentlich schon."
        Ich habe vor zwei Jahren gezögert, eine Beziehung mit ihm einzugehen, aber ich habe nicht gezögert, den Antrag anzunehmen.

    (7) 19.01.19 - 15:30

    Hallo,
    ich würde den Ring nicht zu einem neuen Ehering verarbeiten lassen. Ich würde mir daraus einen Anhänger für eine Halskette machen lassen. Als Motiv etwas, dass er gerne gemacht hat z.B. ein Mikrofon als Symbol für singen, eine Gitarre fürs musizieren etc.
    Das fände ich persönlich sehr schön und du hast eine Erinnerung an ihn die du immer bei tragen kannst.
    LG und alles Gute
    boehmin

    (8) 19.01.19 - 16:43

    Ich bin auch verwitwet und in zweiter Ege verheiratet. Das was Dein Verlobter sagt und wie er zu Deinem ersten Mann steht, sich in Konkurrenz sieht, damit könnte ich nicht leben. Mein 2. Mann hat sich von meinem verstorbenen Mann nie bedroht gefühlt, im Gegenteil, er hat ihn sehr bedauert, dass er so jung sterben musste. Er hat mich gehalten und getröstet, zum Grab begleitet und mit mir um ihn geweint, obwohl er ihn nie kennengelernt hat. Er sagte sogar mal unter Tränen, er hätte ihn gern kennengelernt, da er glaubt, dass sie sich verstanden und gemocht hätten. Nie kam ein abfälliges Wort in diese Richtung, nie ein Wort der Konkurrenz. Ich weiß, das ist außergewöhnlich, aber ich habe 10 Jahre um meinen verstorbenen Mann getrauert, davon war ich aber bereits die letzten 7 Jahre mit meinem 2. Mann zusammen. Mit einem Mann, der mich nicht durch diese Trauer begleitet, hätte ich keine Beziehung führen können.

    Ich finde es hört sich an, als wärst Du auch noch nicht drüber hinweg. Wenn Du ein Problem damit hast, den Ring abzulegen, spricht es sehr dafür. Wie geht dein Freund damit um, wenn Du traurig wirst wegen deinem verstorbenen Mann? Ich kann mir nicht vorstellen, mit einem Mann zusammen zu sein, vor dem ich meine Tränen und Trauer verstecken muss, wenn sie hochkommen. Für mich wäre die Einstellung deines Verlobten ganz ehrlich ein Grund gewesen, ihn nicht zu heiraten.

    • (9) 19.01.19 - 18:06

      Ich habe schon weiter oben geschrieben, dass ich seine Antwort damals wie heute nicht als „Konkurrenzkampf“ aufgefasst habe/auffasse. Ohne Kontext wird es wohl wenig deutlich, aber es war eine schlichte Akzeptanz dessen, dass mein verstorbener Mann immer eine Rolle spielen wird.
      Ich hatte nie das Gefühl, mich mit meiner Trauer verstecken zu müssen. Wir waren noch nicht lange zusammen, als er derjenige war, der mich gefragt hat, ob er zum Friedhof gehen dürfe. Er sieht sich oft von sich aus die Fotoalben der Kids mit den Fotos ihres Vaters an. Einmal hat er mich gefragt, ob er sich wohl gut mit J. verstanden hätte. Mein Mittlerer hat nicht nur mich, sondern auch ihn um Rat gefragt, als seine Geschwister ihn Papa genannt haben, er aber nicht sicher war, ob man zwei Papas haben kann. Auch wenn es für ihn im ersten Moment ein wenig seltsam war, hatte er kein Problem damit, meine Schwiegereltern kennenzulernen und versteht sich auch gut mit ihnen. Er hat auch nie belächelt, dass ich ihn zu Beginn unserer Beziehung auf meiner Bettseite habe schlafen lassen, weil ich nicht wollte, dass er im Bett meines Mannes schläft. Bei ihm habe ich mich deshalb nie albern gefühlt.

      Ist es dir leicht gefallen, deinen Ehering abzulegen? Oder hast du das anders gehandhabt?
      Ich musste nicht darüber nachdenken, ob ich L. heiraten will. Es ist irgendwie nur der Ring, der mir Sorgen macht.

      • (10) 19.01.19 - 18:45

        Das klingt schon ganz anders, dann habe ich das missgedeutet, als Akzeptanz der Situation, wie sie nun mal ist, ist der Spruch natürlich ganz anders zu werten. Das klingt nun sehr danach, dass Du auch das Glück hast, einen sag ich mal "würdigen Nachfolger" gefunden zu haben. Wie groß und wenig selbstverständlich dieses Verhalten ist, wurde mir erst Jahre später bewusst. Der Verstorbene hinterlässt sehr große Fußspuren, der Nachfolger muss sie nicht nur ausfüllen, er muss besser sein, um gut genug zu sein, das ist nicht immer fair, weil man es oft erst später rückblickend zu schätzen weiß.

        Mit dem Ring habe ich es so gemacht, dass ich den angenommen habe, sobald ich wieder für Dates zu haben war. Ich fand es den Männern gegenüber bissl komisch, mit Ehering beim Date zu erscheinen. Ich habe dann beide Eheringe an einer Kette um den Hals getragen. Irgendwann habe ich dann auch aufgehört, die Kette zu tragen. Das war keine bewusste sondern eher eine praktische Entscheidung. Ich habe aber auch nicht so dran gehangen, muss ich sagen, ich trug meinen Mann ja so fest im Herzen, dass ich den Ring nicht so brauchte irgendwie, ob ich ihn trage oder nicht, es ändert ja nichts an dem, was ich fühle.❤️

        • (11) 20.01.19 - 13:51

          Ja, mir ist auch aufgefallen, dass das in meinem Text oben nicht so deutlich wird.

          Ich trage den Ring jetzt vorläufig (es fühlt sich nicht so an, als ob ich das dauerhaft will) an einer Kette.
          Jetzt möchte ich in Ruhe darüber nachdenken, ob ich den Ring "nur" wegräume, oder ob ich ihn tatsächlich in irgendeiner Form umgestalten lasse.

(12) 19.01.19 - 17:58

Hallo

Ich finde den Satz deines Verlobten gar nicht schlimm, sondern nachvollziehbar. Er meinte damit, dass dein verstorbener Mann euch immer auf eine Art begleiten wird. Alle kommen ja soweit gut miteinander aus - alles gut. Er darf, finde ich, so etwas schon sagen.

Dass du den Ring noch nicht ablegen magst, deutet meiner Meinung nach hingegen darauf hin, dass du noch nicht ganz abgeschlossen hast, wie du meinst.

Du könntest den Ring einschmelzen lassen und deinen 3 Kindern je ein klitzekleines Schmuckstück herstellen lassen. So verteilst du den Ring an seine Kinder, was auch etwas Besonderes ist.

LG mindgames

  • (13) 19.01.19 - 18:07

    Danke. Ich habe oben schon mal geschrieben, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich den Ring "zerstören" will, aber mir gefällt die Symbolik, ihn an meine Kinder weiterzugeben. Ich werde auf jeden Fall darüber nachdenken.

(14) 19.01.19 - 18:17

Egal, was du machst, bitte zerstöre den Ring nicht, in dem du ihn umarbeiten lässt oder so.

Ich habe beide Eheringe meiner verstorbenen Eltern aufbewahrt und möchte sie auch einfach so behalten. Sie sind mit als Erinnerungsstücke wichtig.

Genauso die Ringe aus meiner ersten Ehe, aus der ein Kind entstanden ist. Die kann mein Sohn mal haben, wenn er möchte.

Den Ring würde ich so lange tragen, wie ich möchte. Das bedeutet nichts für deine neue Ehe. Du musst auch nicht heiraten, wenn du noch nicht bereit bist.

(15) 19.01.19 - 18:26

Hallo liebe TE,
ich finde ganz toll, wie reflektiert du bist, dein Beitrag liest sich sehr warmherzig und sympathisch, finde ich. Und dass dein Verlobter auch seine Gefühle aussprechen kann, ist doch ein gutes Zeichen für eine gemeinsame Zukunft! Ich glaube, alles ist auf einem guten Weg, und beide Ringe werden einen „würdigen“ Platz finden, du hast hier schon ein paar schöne Vorschläge bekommen...
Auch an einem besonderen Armband könntest du den ersten Ring tragen, oder um den Hals in einer Art Amulett?
Vielleicht könntest du tatsächlich mal einen Juwelier, den du magst, um einen Rat fragen - die wissen manchmal gut und behutsam mit der besonderen Bedeutung von „alten“, lange getragenen Schmuckstücken umzugehen. In meiner Stadt wüsste ich, wen ich fragen würde... :-)
Ich würde mich freuen, nochmal von dir zu lesen!
Grüße, Travekind

(16) 19.01.19 - 19:37

Hallo,

so, jetzt noch mal hoffentlich am ruchrigen Ort:
eine gute Freundin von mir war mal mit einem Witwer liiert. Sie hat mir mal gesagt, dass sie immer das Gefühl hatte, eine Beziehung zu dritt zu führen, weil die erste Frau durch Erinnerungsstücke, Erzählungen, Fotos, usw. allgegenwärtig war. Ein wenig kann ich deinen Partner verstehen, denn sie sagte auch mal, dass ihr damit immer vor Augen geführt wird, dass sie eben nur an seiner Seite ist, weil die erste Frau ihm durch den Tod genommen wurde.

Wäre es eine Alternative, dass du dir eine schöne kleine Schatulle besorgst und deinen Ehering dort rein legst? Ich finde, weiter tragen irgendwie - natürlich rein subjektiv - nicht "richtig".

LG

(17) 19.01.19 - 20:33

Hallo!

Ich bin auch verwitwet und weiterhin alleine ( Mein Mann ist 2017 gestorben). Ich habe den Ehering allerdings abgelegt. Ich habe eine Kiste mit den liebsten Sachen meines Mannes gepackt. Darunter ist auch sein Ehering und meiner. Ich brauche keinen Ring, der mir sagt, das ich mal mit dem Mann verheiratet gewesen bin.

Für mich ist das natürlich auch ein Vorgang zum Verarbeiten und akzeptieren das mein Mann nicht mehr da ist. Ein Abnabeln von der Ehe quasi. Für mich ein sehr wichtiger Schritt. Ich möchte nämlich für jemand neuen offen sein. Mein Mann wird immer in meinem Herzen sein, aber er fesselt mich nicht. Das hätte er auch nicht gewollt.

Ich finde es aber auch nicht gut den Ring weiter zu tragen, wenn du verlobt bist. Es kommt einfach der Zeitpunkt, wo man diesen Schritt gehen muss. Ich weiß das ist sehr schwer, ich habe das recht Zeitnah nach der Beerdigung gemacht. Habe geheult wie ein Schlosshund, aber der Schritt war einfach wichtig für mich. Der Mann ist einfach nicht mehr da...….ich bin nicht mehr verheiratet...

Du klammerst da noch dran und das ist nicht gut. Dein Mann wird immer in deinem Herzen sein. Deine Kinder und du werden ihn nicht vergessen. Aber dein Leben und das der Kinder geht weiter.

Die Aussage von deinem Verlobten.....sie stimmt ja indirekt. Du trägst ja den Ring von einem anderen Mann, auch wenn der verstorben ist.....Der Ring hat ja mal Ehe bedeutet. Für ihn sicherlich nicht einfach.
Daher kann ich dir nur ans Herz legen: Leg ihn ab. Heute, nicht erst Morgen oder übermorgen. Nimm dir dafür Zeit. Du hast doch einen schönen Grund ihn abzulegen. Ja, es tut weh, aber ich finde das ist ein wichtiger Schritt in dein neues Leben.

Fühl dich gedrückt und alles Gute

LG Sonja

  • (18) 20.01.19 - 13:47

    Danke für deine Antwort.

    Ich bin den ersten Schritt gegangen und trage den Ring jetzt an einer Kette. Dieser "Zwischenschritt" macht es mir gerade etwas einfacher.
    Dauerhaft werde ich es nicht so handhaben, aber erstmal.
    Ich hoffe, dass ich möglichst bald weiß, was genau ich mit dem Ring machen möchte (ob ich ihn beiseitelege, oder ob ich ihn wirklich in irgendeiner Form umarbeiten lasse).
    Ich weiß jetzt schon, dass ich die Kette so nicht dauerhaft tragen möchte.

    Mein Jüngster meinte vorhin nach dem Essen zu mir: "Jetzt hast du Platz gemacht für den Ring von Papa L." Das hat wehgetan, aber ich habe mir auch gedacht: Da hast du recht. Und ich muss und möchte den Platz machen.

(19) 19.01.19 - 20:53

Hallo Liebe

Dein Partner sollte verstehen, dass du deinen Mann nicht verlassen, sondern ihn verloren hast. Emotional ist das ein riesiger Unterschied. Du liebst ihn und die Erinnerung an ihn ja immer noch und das ist auch normal und gut so.

Die Frage nach dem Ring... eine Freundin hat ihren Verlobungsring ihres Partners, den sie bei einem Unfall verlor, in ein Armband umarbeiten lassen. Der Ring wurde voll erhalten und könnte jederzeit wieder als Ring getragen werden.

Ich wünsche dir alles alles Liebe!

(20) 19.01.19 - 23:08

ich würde den Ring ablegen.
Etwas anderes könnte ich mir nicht vorstellen. Auch für deinen zukünftigen Mann.
Die gemeisamen erinnerungen sind andere dinge. ihr habt sogar gemeinsame kids.

Ich bin jedoch nicht in deiner Situation. Wer weiss, was ich machen würde.
alles gute.

Warum ein Problem daraus machen?
Ich würde beide Ringe tragen sollte es meinem Wunsch entsprechen.
Alles Gute Dir Du Liebe!

(22) 20.01.19 - 09:43

Hallo

Würdest du dich wohl fühlen, wenn es umgekehrt wäre und dein aktueller Partner den ehemaligen Ehering von seiner verstorbenen Frau nicht ablegen könnte?

Im Gegenzug zu vielen anderen hier würde ich meinen, dass es höchste Zeit ist mit der alten Ehe abzuschließen.
Klingt vielleicht hart, besonders weil dein Mann früh verstorben ist.
Aber du hältst zu sehr an etwas fest, dass nicht mehr da ist.
Dein neuer Mann scheint wirklich unendliches Verständnis für deine Situation zu haben. Er muss dich sehr lieben, sonst hätte er bestimmt schon das Weite gesucht.
Vielleicht lässt er sich nach außen hin nichts anmerken, aber ich glaube innerlich beschäftigt das einen sehr.
Es wird Zeit, dass du dich löst und ihm die Chance gibst deine Nr. 1 zusammen mit deinen Kindern zu sein.
Wenn du deinen Ring ablegst wird dein verstorbener Mann trotzdem weiter in deinem Herzen sein.
Er wird nie mehr zurück kommen, dein aktueller Partner ist jetzt deine Liebe.
Wenn du den Ring nicht abnehmen kannst, dann hast du dich noch nicht gelöst, bist vielleicht noch nicht bereit für eine neue Partnerschaft.
Du betrügst deinen Mann in keinster Weise. Der Tod hat euch geschieden. Er hätte wohl nicht gewollt, dass du den Rest deines Lebens einsam verbringst, oder?

Da steht jetzt ein feiner Kerl mit viel Einfühlungsvermögen vor dir. Was besseres kann dir gar nicht passieren. Also lass los, greif zu und ihr werdet glücklich.

Alles Gute!

  • (23) 20.01.19 - 13:41

    "Würdest du dich wohl fühlen, wenn es umgekehrt wäre und dein aktueller Partner den ehemaligen Ehering von seiner verstorbenen Frau nicht ablegen könnte?"

    Ja, das fände ich sicher auch nicht toll.
    Ich trage den Ring jetzt erst mal an einer Kette um den Hals. So bin ich den ersten Schritt gegangen, kann mir aber noch in Ruhe überlegen, was genau ich mit dem Ring mache (weglegen oder umgestalten).

(24) 20.01.19 - 11:18

Ich bin bald 4 Jahre verwitwet und trage weder meinen Ehering noch den meines Mannes. Beide nebeneinander wären zu breit, wir hatten uns moderne Ringe wenige Jahre vorher zum 30. Hochzeitstag gekauft, weil er seinen verloren hatte.
Ich habe auch noch anderen schönen Schmuck, den er mir schenkte und den ich gerne tragr.
Allerdings trage ich ab und zu seinen Ehering an einer solchen "Splitterkette" um den Hals, die habe ich in mehreren Farben. Es sind meist besondere Anlässe, an denen er auch gerne dabei gewesen wäre - hört sich vielleicht seltsam an, ist aber so und sieht auch hübsch aus.
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Hätte ich wieder einen Partner, würde ich den Ehering wohl in der Schatulle lassen, da ich sicher auch nicht möchte, dass er den Ehering seiner Expartnerin trägt.
Allerdings würde ich niemals unsere Familienfotos oder Fotos von ihm abhängen, er gehörte 35 Jahre zu meinem Leben und das muss man beiderseits akzeptieren. Ich habe schon von verwitweten Frauen erzählt bekommen, dass der neue Mann verlangt habe, alle Bilder abzuhängen, alles, was an ihn erinnert, wegzuwerfen usw.
Das käme für mich niemals in Frage, da könnte er rückwärts gleich wieder aus der Türe gehen, würde es von ihm ja auch nicht verlangen.
Man braucht sicher Fingerspitzengefühl bei einer neuen Beziehung und Du bist ja noch viel jünger als ich - Du kriegst das sicher hin.
Alles kann - nichts muss - aber wie gesagt, den Ring weitertragen würde ich nicht.
LG Moni

(25) 20.01.19 - 12:49

Hallo,

dein verstorbener Mann wird immer einen Platz haben...im Herzen und in Gedanken. Dein Verlobter jedoch ist Gegenwart. Und es ist wahnsinnig schwer gegen einen verstorbenen, geliebten Menschen anzukommen. Ja, er braucht die Gewißheit, daß er JETZT und HIER für dich wichtig ist. Sein Satz sagt es doch, daß du nicht abgeschlossen hast. D. h. deinen verstorbenenen Mann aus deinem Leben zu verbannen, aber in der neuen Ehe hat er nichts zu suchen. Was soll dein Verlobter machen? Das Gefühl bekommen, du wärst mit zwei Männern verheiratet? Mach eine Schatulle, lege dort die gemeinsamen Erinnerungstücke hinein und verstau sie nicht sichtbar für den Verlobten.

LG
Affäre

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