Ja? oder Nein!

Hallo Urbia

ich bekomme ein Kind und wir haben vergangene Woche erfahren, dass unser Kind mit Trisomie 21 auf die Welt kommen wird.

Ich möchte es gerne austragen und behalten, mein Mann will es auf keinen Fall. Er ist mit einem geistig behinderten Bruder aufgewachsen und will das nicht nochmals erleben. Er hat mir schon angedroht mich sitzen zu lassen, wenn ich mich für das Kind entscheiden sollte.

Was soll ich nur machen, was würdet ihr tun?

Wie "sicher" ist diese Diagnose denn? Ist es das Ergebnis einer Risikobewertung oder nach Fruchtwasserpunktion?

erst durch Bluttest und jetzt nach Fruchtwasseruntersuchung.

Das ist natürlich eine sehr schwierige & emotionale Entscheidung. Könnt ihr evtl. zu einer Beratungsstelle gehen, um einen etwas besseren Eindruck zu bekommen, was ein Leben mit einem Kind mit Down-Syndrom bedeuten könnte / würde? Ich selbst habe keine besonderen Kinder in diesem Sinn, wir hatten aber eine junge Frau mit Down-Syndrom im KiGa, die ihre Ausbildung zur Kinderpflegerin absolvierte und ganz großartig & auch relativ selbständig & v.a. absolut liebevoll & rundum liebenswürdig war. Es kann Dir keiner sagen, welche Ausprägung diese Gen-Anomalie auf dein Kind haben wird - es kann zwischen absolutem Pflegefall & eigenständigem Erwachsenenleben variieren... Und heutzutage gibt es (theoretisch) auch ganz viel Hilfe & Förderung - das war vor 20 oder 30 Jahren auch noch nicht immer so. Lasst Euch beraten, geht zu einem Familientherapeuten /-mediator, um Euch eure Ängste & Hoffnungen zu erzählen & eine gute Lösung für Euch beide zu finden! Ohne fundamentale Aussprache in diese Entscheidung zu gehen, wird euch wahrscheinlich kaputt machen (einzeln oder beide).
Ich wünsche Dir viel Kraft!!

Wenn du das Kind moechtest, dann solltest du es auch bekommen. Hinterher machst du dir vielleicht Vorwuerfe und kommst mit der Entscheidung nicht klar.
Ich finde es nicht schoen, dass dir dein Mann droht. Vielleicht ist er gerade auch nur ueberfordert und es war seine erste Reaktion.

Wer sagt denn, dass es eine Drohung war.
Er scheint das Leben mit einer behinderten Person ja schon zu kennen, kann sich daher ein Bild davon machen, ob er dazu in der Lage wäre oder nicht (nicht alle Menschen können das). Der TE seine Konsequenzen mitzuteilen verbuche ich nicht unter Drohung.

Sicher sollte sich die TE das Kind bekommen, wenn sie es für richtig hält. Niemand sollte sich gezwungen fühlen sich gegen ein Kind zu entscheiden, welches man haben möchte. Allerdings hat auch der Partner eine Entscheidungsfreiheit und diese sollte man auch respektieren - auch wenn man eine andere Ansicht vertritt.

Ich wünsche euch beiden viel Kraft.

Keine Behinderung ist wie die andere, kein Mensch ist wie der andere...nur weil er einen geistig behinderten Bruder hat, heißt das ja nicht, dass er mit seinem Kind nicht klar käme.

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Hallo,

ich denke dein Mann weiß schon was auf ihn bzw. die Familie zukommt und ich denke es ist keine "Drohung" von ihm.

Ich könnte es nicht austragen vor allem wenn die Diagnose fest steht. Das ist eine schwere Aufgabe, der ich nicht gewachsen wäre.

Klar, die Entscheidung musst du treffen.

Wie alt bist du? Habt ihr schon Kinder?

LG

***ich denke dein Mann weiß schon was auf ihn bzw. die Familie zukommt ***

Weiß er das wirklich? Und wenn das Kind ein absolut pflegeleichtes Kind mit DS wird?

Man weiß nie was mit einem Kind auf einen zukommt, auch nicht bei "gesunden" und geistig behindert ist auch nicht gleich geistig behindert.

Könntest Du es denn Deinem Mann verzeihen, wenn Du seinem Wunsch nachgibst? Wenn nämlich nicht, dann bringt seine Drohung, Dich sitzen zu lassen gar nichts, weil Du ihn möglicherweise später sowieso verlässt.

Es ist keine leichte Entscheidung, aber das würde ich mal mit ihm besprechen.

Ich finde in einer Ehe sollten beide Parteien entscheiden können und so ganz unbeteiligt ist mein Mann nun auch wieder nicht. Ob ich ihm verzeihen kann, diese Frage stellt sich eigentlich nicht, denn er hat nur seine Meinung geäußert und seine Einstellung dazu gerechtfertigt. Sicherlich mag seine Aussage mit dem sitzen lassen voreilig gewesen sein, aber sowas bleibt halt hängen

Er macht sich durchaus auch gedanken und wir bereden das ganze auch zusammen. Er war auch an der Pflege seines Bruders beteiligt, auch nachher noch, als er längst nicht mehr Zuhausegewohnt hatte. Es war für einfach nur schlimm, er sagt selbst dass es freudige Momente gab an die er sich gern zurück erinnert, aber es sind nur wenige gegenüber den schlechten.

Ich muss doch seine Entscheidung auch respektieren und eine Familie vesteht für mich nicht nur aus Mutter, sondern auch aus Vater und Kindern. Haben die kein Recht mitzuentscheiden?

Ich würde mich auch fragen ob mich mein Mann auch verlassen würde wenn ein Kind erst in Nachhinein eine Behinderung erwirbt?

Oder ich selbst pflegebedürftig werde?

Ich finde die beiden (bzw ER) gehen nicht gut mit ihrer Beziehung um. Er stellt damit, dass er eine Trennung in den Raum stellt, seine Bedürfnisse, kein behinderets Kind haben zu wollen, über alles, auch über ihr Wohl. Muss man nicht in einer gesunden Beziehung gemeinsam schauen welchen Weg man GEMEINSAM mit dem kleinsten Schaden gehen kann? Geht es ihm wirklich um die Familie, wenn er bereit ist sie zu verlassen? Wie wichtig ist ihm das Wohl seiner Frau?

Im Grunde würde ich mich fragen wie steht es eigentlich, völlig unabhängig von der Situation um meine Beziehung?

Aus Erfahrung mit Frauen, die ihr Kind mit DS gegen den Willen des Mannes bekommen, überwiegen zwei Szenarien: Oftmals haben sich die Männer nach der Geburt früher oder später Hals über Kopf in das Kind verliebt. Bei einigen kam es aber tatsächlich zur Trennung. Nicht selten dann aber kristallisierte sich heraus, dass die Beziehung eigentlich eh schon gelaufen war, einmal, gab es auch schon lange vorher eine Affaire, wovon die Frau aber nichts wusste. Stell dir mal vor, sie hätte tatsächlich für den Mann abgetrieben? Diesen Fall habe ich hautnah miterlebt.

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Wenn du dein Baby nicht austrägst befürchte ich, das diese Entscheidung immer zwischen euch stehen wird.

Es ist eine sehr schwierige Situation und ich wünsche euch beiden viel Kraft. Eine Lösung due euch beiden gerecht wird kann es wahrscheinlich nicht geben.

Ihr solltet eure Entscheidung gegenseitig respektieren. Dein Mann weiß aus eigener Erfahrung was auf ihn zukommt und ist so ehrlich sich einzugestehen, das nicht schaffen. Du bist die Mutter und möchtest dein Kind behalten, was absolut verständlich ist. Ich finde das toll!

Es kann passieren das ihr getrennte Wege gehen müsst um beide glücklich werden zu können. Das sollte man schon kritisch hinterfragen. Ich wünsche euch ganz viel Glück und das es für euch beide gemeinsam eine gute Wendung gibt.

In welcher Woche bist du?
LG

Ich verstehe nicht was das mit dem Thema zu tun haben soll, aber gut. Ich bin in der 17. SSW.

Ich denke die Userin hat gefragt welche Woche, weil es ja darum geht "wie" abgetrieben wird. Ich kenne noch 0 aus. Hab mal was von absaugen, Tabletten oder "gebären" gelesen. Die Woche entscheidet ja darüber WIE abgetrieben wird.
Ich für mich weiß nur.. Ich könnte kein Kind gebären mit Absicht um es zu töten.. Schwer zu erklären..

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Weil jetzt schon einige geschrieben haben, der Mann wisse, was auf ihn zukommt...
Wie soll er das denn wissen. Das einzige, was gleich ist, ist dass das Kind behindert ist.
Er würde es aber nicht aus Sicht eines Kindes erleben, wo es eine große Rolle spielt, wie die Eltern damit umgehen sondern als Erwachsener.
Die Zeiten haben sich geändert, es gibt ganz andere Schulen, Kindergärten, Betreuungsmöglichkeiten für behinderte Kinder und ganz andere Fördermöglichkeiten.

Natürlich kann er trotzdem sagen, er kann und will das nicht. Aber nicht, weil er "weiß " was auf ihn zukäme.

Was ich tun würde...das was mein Herz sagt. Hinter einer so lebensverändernden Entscheidung wie Austragen oder Abbruch einer Schwangerschaft muss man schon wirklich stehen, das kann man nicht einen einem anderen zuliebe...

Ich weiß nicht, wie es ausgegangen wäre, wenn wir die Diagnose vor der Geburt gehabt hätten...ich glaube, ich hätte mich nicht getraut, mein Mann ist allerdings sicher, dass wir unsere Tochter trotzdem bekommen hätten.
Obwohl es ganz schlimm ausging (sie ist nach der Herz-Op gestorben) wäre bei den Folgekindern kein Abbruch mehr in Frage gekommen und wir haben auch nicht testen lassen.

Hallo,

puh, dass ist echt eine sehr sehr schwierige Lage, in der ihr euch befindet#schmoll….so eine Entscheidung zu treffen gehört wohl zu den schlimmsten im Leben#heul!

Ich kann dir nur sagen, wenn du das Kind möchtest, dann bekomme es....andernfalls wirst du es wohl dein Leben lang bereuen. Auf der anderen Seite kann ich deinen Mann auch verstehen...er hat einen behinderten Bruder und weiß, wieviel Arbeit das bedeutet#schmoll!

Ich muss gestehen, ich hätte mein Kind mit Trisomie 21 nicht bekommen...einfach weil ICH mich nicht dazu in der Lage sehe, ein behindertes Kind aufzuziehen...ich bewundere aber jeden, der sich dieser Verantwortung stellt und verdient derjenige meinen größten Respekt#herzlich!

Wie bereits eine Dame vor mir geschrieben hat, würde ich auch auf jeden Fall Beratungsstellen aufsuchen...vielleicht können die deinem Mann die Augen öffnen, dass ihr es auch mit behindertem Kind schaffen könnt#pro!

Ich wünsche dir, dass du die für DICH richtige Entscheidung triffst#herzlich,

Lg

Das tut mir so leid für euch!

Das ist der Grund, weshalb ich erst gar nichts untersuchen habe lassen, vor dieser Entscheidung wollte ich nicht stehen. Obwohl ich damals schon fast 35 war.

Beim 2. Kind, das ich leider verloren habe, hätte ich es gemacht. Untersuchungen und wahrscheinlich Abtreibung.

Einfach, weil ich es nicht geschafft hätte mit dem anstrengenden ersten Kind und dann noch ein geistig und körperlich behindertes Kind.

Ich kann euch also beide verstehen, aber einen Tipp kann ich dir auch nicht geben. Trisomie 21 gibt es ja so und so.

Mit schweren Organfehlern und zig Operationen oder einfach alles sehr verzögert und nie geistig richtig fit.

Was sagt denn der Ultraschall zu den Organen?

Das ist eine Entscheidung, die ihr gemeinsam treffen müsst, d. h. viele Gespräche, am besten auch gemeinsam zu Beratungsstellen gehen.

Behinderung ist ja auch nicht gleich Behinderung. Die können sich ja ganz unterschiedlich auswirken. Auch Trisomie-21-Kinder können ganz unterschiedlich "fit" sein, sowohl was die körperliche Gesundheit als auch den geistigen Stand angeht.

Freunde von mir haben bei zwei ihrer vier Kinder die Diagnose Trisomie 21 bekommen. Der eine Junge ist tatsächlich behindert. Es ist anstrengender mit ihm, als es mit einem "gesunden" Kind wäre, aber sie sind trotzdem froh, ihn zu haben. der andere Junge ist kerngesund.

Ich würde viel reden, und vor allem auch mit anderen betroffenen Eltern sprechen und Beratungsstellen aufsuchen. Ihr solltet diese Entscheidung nicht treffen, indem einer den anderen unter Druck seid, denn damit würdet ihr im Endeffekt auch nicht glücklich werden.

Welche Erlebnisse hat dein Mann als Bruder eines Kindes mit Behinderung denn gemacht, die ihn so hart haben werden lassen?

Ich kann mir vorstellen, dass es hart ist, als Geschwister eines Kindes mit Behinderung aufzuwachsen, wenn, je nach Grad der Behinderung, der Fokus und ein Großteil der Aufmerksamkeit bei dem Kind mit Beeinträchtigung liegt.
Es ist mit Sicherheit auch eine besondere Herausforderung als Eltern ein Kind mit Behinderung aufzuziehen. Meine Nichte hat das Down-Syndrom und hat dadurch bedingt einige körperliche Baustellen, die des öfteren Krankenhausaufenthalte von Nöten machen, was für die Eltern mit viel Sorgen verbunden ist.

Das kann dir aber auch mit einem Kind passieren, das im Mutterleib ganz unauffällig war. Und was macht dein Mann dann, packt er dann auch seine Sachen und lässt dich sitzen?

Meine Nichte ist mittlerweile 15, geht als Inklusionskind in eine Regelschule, fährt selbstständig mit den Öffis, schreibt Whats Apps, kann also lesen und schreiben (sogar englisch), rechnet auf Hauptschulniveau und tanzt sehr gut und sehr gerne in einer ziemlich erfolgreichen Tanzgruppe. Sie hätte ganz sicher sehr etwas dagegen gehabt, abgetrieben zu werden und die Welt hätte ganz sicher einen extrem tollen Menschen verpasst.

Ich will die Aufgabe nicht klein reden, ein Kind großzuziehen, dass nicht ganz der Norm entspricht. Ich glaube aber, man wird mit den Aufgaben wachsen und es besteht eine ganz großes Chance darin, eine andere Sicht auf Dinge und die Gesellschaft zu gewinnen.

Ohne die Ängste deines Mannes klein reden zu wollen, würde es mich sehr erschrecken, wenn mein Partner in der Vehemenz äußern würde zu gehen, wenn das Leben außerplanmäßig verläuft.

Ich wünsche euch viel Kraft, ein großes Herz und einen kühlen Kopf für eure Entscheidungsfindung. Lasst euch bitte unbedingt von einer Beratungsstelle helfen.

Ich n deiner Stelle könnte einen Abbruch nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Das Kind hat „nur“ trisomie 21, es kann ein schönes Leben führen, aller Voraussicht nach. Auch könnte ich mit einem Partner, der so denkt (vielleicht ist es nur der erste Schock)nicht zusammen sein.
https://www.amazon.de/Mit-anderen-Augen-Tochter-lernte/dp/386493060X
Vielleicht kann dieses Buch (falls dein Mann dafür zugänglich ist), seine Sicht etwas verändern. Oder ihr geht zu einer Beratungsstelle..alles gute

Hi,

es tut mir so Leid, dass Du dich mit solchen Fragen konfrontiert siehst.

Wie schon einige hier schrieben, bin auch ich der Meinung, dass es sehr wichtig ist, die Bedürfnisse der Beteiligten zu trennen. Eine "Gefälligkeits-Abtreibung" wird Dich und Deine Gefühle zu Deinem Mann wahrscheinlich auch nachhaltig und dauerhaft belasten. Du musst herausfinden, wie Du zu dem Ungeborenen, seiner Erkrankung und einer Abtreibung stehst. Du brauchst dafür eine Menge Informationen. Vielleicht rufst Du mal das Jugendamt/ Sozialamt an und fragt da nach Beratung zum Leben mit einem behinderten Kind. Was mit Deinem Mann ist, sollte dabei erstmal keine Rolle spielen.

Wenn du für Dich eine Entscheidung getroffen hast und diese sein sollte, dass Du das Kind behalten willst, kannst Du versuchen, mit Deinem Mann ins Gespräch zu gehen und schauen, von welchen Ängsten und Bedenken seine Haltung geprägt ist.

Ich würde empfehlen für beides eine professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Etwa einen Coach oder Mediator.

Mein Exmann ist auch mit einem behinderten Geschwisterkind aufgewachsen und es war fürchterlich. Der gesellschaftliche Druck, die fehlende Hilfe und Unterstützung, die Stigmatisierung, die Überforderung der eigenen Eltern. Wir haben eine neurotypische, kognitiv eher fitte Tochter und einen geistig behinderten, autistischen Sohn und leben damit ganz normal. Von all den Nöten, die meine Ex-Schwiegereltern ausgehalten haben, erleben wir nichts mehr. Ich hab eine Weile sehr gelitten (und mit mir die Kinder), weil keine Diagnose bestand und wir dadurch mehr Vorwürfe als Hilfe bekamen. Das fiele aber ja bei Euch weg. Wenn Du möchtest kann ich auch gerne Fragen zu unserem Leben beantworten.

Ich wünsche Dir vor allem viel Kraft und viel Mut!

Alles Liebe
die Landmaus

Die Entscheidung muss letztendlich jeder für sich fällen. Du für Dich. Er für sich. Und wenn die Entscheidung des anderen gegen die eigene verläuft und es euer Fundament berührt, steht auch die Trennung im Raum.

Ich verstehe das was er sagt, nicht als Drohung, sondern eher als ziehen seiner Grenze, als seine Entscheidung. Er hat sich dagegen entschieden und er zieht eine Trennung in Betracht, weil das Leben mit einem behinterten Kind für ihn nicht tragbar ist. So oder so.

Das ist eigentlich fair. Jetzt kannst Du im Vorfeld genau überlegen, ob Du es auch alleinerziehend haben möchtest. Und dich ganz bewusst dafür entscheiden.

Klar kann man das auch als Drohung und unter Druck setzen verstehen, aber er weiß ja schon wie er empfindet. Soll er dich also belügen und dir erzählen, er wird alles tun und immer für Dich da sein?

Er kann es eben nicht. Ende. Seine Grenze. Wenn Du es es kannst und willst, behalte es.

Ich persönlich, könnte mich nicht dafür entscheiden, weil ich weiß, dass ich nicht damit zurecht kommen würde und wenn ich wüsste, mein Partner könnte das auch nicht, denke ich, dass keinem bei aller Moral letztendlich damit geholfen wäre.

Ich glaube, wenn wir schon eine Wahl haben, dann muss auch das persönliche Recht da sein, Nein sagen zu können ohne als Unmemsch da zu stehen. Ich bewundere jeden der anders entscheiden kann.

Ich finde es schwierig, dir zu raten, ohne deine Lebensumstände zu kennen.

Ich würde in meine Überlegungen mit einfliessen lassen:

1. In welcher Schwangerschaftwoche bist du?

2. Wie alt bist du?

3. Habt ihr schon andere Kinder?

4. Wie sieht es finanziell aus? Bist du in der Lage, dich und dein Kind (evtl Kinder, falls weitere da sind), gut durch das leben zu bringen? Du musst damit rechnen, dass du möglicherweise niemals wieder arbeiten gehen könntest.

5. Wie stabil bist du gesundheitlich und geistig?

In meiner weiteren Verwandtschaft gab es ein Mädchen mit Trisomie 21. Die Mutter war bis zu ihrem Tod für das Mädchen so verantwortlich und eingebunden, als ob sie immer ein Kleinkind gehabt hätte. Nach dem Tod der Mutter wollte/konnte sich dann niemand mehr so richtig um das Mädchen kümmern. Finanziell haben wir alle zusammen gelegt, damit das Einkommen gesichert war, aber ihre Schwester, bei der sie dann gelebt hat, hatte selber Kinder und konnte nicht das leisten, was notwendig gewesen wäre. Es kommt halt auch immer auf den Grad der Behinderung an.

Ganz ehrlich: ich würde das Kind nicht bekommen. Es sei denn, du bist finanziell unabhängig, ohne arbeiten zu müssen und du hast keine weiteren kleinen Kinder, die auch von dir abhängig sind und es noch lange Jahre bleiben werden. und vorausgesetzt, deine Schwangerschaft ist noch nicht allzu weit fortgeschritten.

"Du musst damit rechnen, dass du möglicherweise niemals wieder arbeiten gehen könntest."

Wieso denn das? Ich kenne aus der Schule meines Sohnes mehrere Kinder mit Trisomie und vergleichbaren Erkrankungen. Fast alle Eltern gehen normal arbeiten. Diejenigen, die nicht arbeiten, haben das entweder bewusst gewählt oder würden wohl auch ohne Kinder nicht arbeiten gehen. Mein Sohn selbst hat eine Schwerbehinderung von 100 und das Merkzeichen H (hilflos) festgestellt. Ich hab noch ein zweites Kind, bin alleinerziehend und durchgängig mindestens 30 Stunden/pro Woche arbeiten gegangen. Heute sind doch auch (schwer) geistig behinderte Kinder in Kita und Schule so eingebunden, dass man in den meisten Fällen ohne Probleme zumindest Teilzeit arbeiten kann.

Hallo!
Ein Mann der mich zu einer solchen Entscheidung zwingt wäre für mich Geschichte !
Erfahrung hin oder her ,geht gar nicht. Die FRau muss im Endeffekt entscheiden und mit den Kosequenzen leben.....so oder so .
Es geht um Euer gemeinsames Kind ,auch wenn ihr euch dagegen entscheidet verschwindet es nicht einfach. Schaffst Du das?? So wie du schreibst glaube ich das nicht.
Überlege gut.....#liebdrueck
Liebe Grüße Iris

Sehe ich auch so. Vor allem muss man sich bewusst machen, dass jeder Mensch jederzeit von einem Moment auf den Anderen schwerstbehindert sein kann, auch ein gesundes Baby und Kind kann durch Unfall, Fehlbehandlung beim Arzt etc. plötzlich behindert sein.

Ich persönlich würde das Kind bei dieser Diagnose nicht bekommen.

Weil mir die Aussicht auf
- Herzfehler
- Seh- und Hörfehler
- Sprachschwierigkeiten
- Minderwuchs
- frühe Vergreisung
- Demenz
etc.
persönlich einfach zu viele Baustellen wären.

Und ja, Trisomie 21 ist der "Mercedes" unter den Beeinträchtigungen, hat hier mal jemand geschrieben. Und man bekommt mittlerweile sehr viel Hilfen und auch finanzielle Unterstützung. Aber immer die Sorgen um das Kind, das nunmal kein Selbstläufer ist und sein wird. Das könnte ich wohl nicht aushalten.

Ich würde es nicht bekommen.
Alles Gute dir

Ich würde mich gegen ein behindertes Kind entscheiden.

Ich weiss, was ein Leben mit Behinderung bedeutet.

Tut mir leid, dass ihr diese Entscheidung fällen müsst.

Ich sehe es wie Mysteria. Du möchtest die Schwangerschaft fortsetzen. Dein Mann möchte das nicht. Er kann dank seines Bruders die Lage gut einschätzen - was eine Behinderung für die Eltern, Geschwister, und auch den beeinträchtigten Menschen selbst bedeutet.

Überrascht dich denn die Reaktion deines Mannes? Er hat ja selbst einen behinderten Bruder, habt ihr nie über "was wäre, wenn..." gesprochen?

Ehrlicherweise könnte ich an deiner Stelle die Schwangerschaft nicht fortsetzen. Sehenden Auges in ein Leben zu laufen, dass ich so nicht will - nein. Glücklicherweise sieht das mein Partner ebenso (zumindest theoretisch haben wir das so besprochen - ich kann das Thema für mich persönlich aufgrund beruflicher Erfahrungen einschätzen). Wäre ich an Stelle deines Mannes, würde ich mich trennen, wenn du diese Schwangerschaft auf Biegen & Brechen fortsetzen würdest.

Hört euch die Argumente jeder Seite an - es gibt kein falsch/richtig oder gut/böse. Die Frage, die ihr euch stellen müsst lautet "Kann ICH mit der Entscheidung leben?". Idealerweise trefft ihr dieselbe Entscheidung. Wenn einer nicht voll hinter dieser Entscheidung steht (egal, ob diese nun "ja" oder "nein" ist), werden sich eure Wege vermutlich trennen.

Persönlich kenne ich keine einzige Ehe, die eine Meinungsverschiedenheit in diesem Punkt überlebt hat (Frau wollte das Kind trotzdem, Mann hat sich entweder sofort oder mit etwas Verzögerung getrennt).

Ich persönlich würde die Entscheidung tatsächlich nicht von meinem Partner abhängig machen.

Aber um vor einem solchen Konflikt zu stehen müsste es bei uns andersherum sein.
Ich wüsste, dass ich ein Kind mit dieser Diagnose nicht bekommen wollen würde.
Wenn mein Partner darauf „bestehen“ würde, dass das Kind auf die Welt kommt, würde ich mich dennoch gegen das Kind und somit gegen meinen Partner entscheiden.

Das ist eine Entscheidung fürs Leben, Beziehungen gehen in die Brüche. Kinder bleiben.

Hallo!

Wo fange ich denn an....

Wenn Dein Mann mit einem behinderten Bruder aufgewachsen ist, weiß er was es heißt. Aber er weiß nicht, was es heißt ein eigenes Baby mit Down Syndrom zu haben. Denn das kann ganz anders werden. Wer weiß das schon? Wenn eins eurer anderen Kinder durch einen Unfall behindert wäre, müßtest Du es dann ins Heim geben? Frag ihn das mal.


Diese Entscheidung ist nicht einfach. Aber einfach nur deswegen, weil er Dir die Pistole auf die Brust setzt. Du willst ihn nicht verlieren, oder die Kinder. Warum solltest Du ihm die Kinder mit geben? Heute gibt es sehr viel mehr Hilfen und Unterstützung als Dein Mann klein war.

Es ist schön, das Du Nachbarn hast, die Dir aus ihrer Erfahrung erzählen können. Aber sie erzählen nur IHRE Erfahrungen, DEINE musst Du selbst machen. Auch wenn Down Syndrom die heute *gängigste* Behinderung ist, wird es sicher nicht sein, wie bei Deinen anderen Kindern.


Ich wußte nicht, das mein Sohn behindert sein würde. Erst als er sich nach 6-8 Monaten so gar nicht entwickelte, wie andere Kinder, wurden ich und die Ärzte aufmerksam. Nach 2 Jahren bekam ich die Diagnose Monosmie 3p25 (kennt kein Mensch :-D ) . Heute ist mein Sohn fast 15 und es war nicht einfach. Aber ich möchte ihn keine Sekunde missen. Meine Prioritäten liegen heute woanders. Dinge die früher lebensnotwendig waren, sind heute Nebensache.


Nach ihm habe ich noch ein Kind bekommen. Und eine ältere Tochter hab ich auch noch. Ich war alleinerziehend, und es geht.
Bei Deiner Aussage mit dem wegwerfen ect. wird mir übel. Für mich klingt es so, als hättest Du Dich bereits entschieden. Aber es ist ja auch Deine Entscheidung, die Dir hier keiner abnehmen wird und kann.
Und wie einige hier schon schrieben, wird diese Entscheidung immer über Eurer Ehe hängen wie ein Damoklesschwert. Egal ob Du Dich dafür oder dagegen entscheidest.
Sei Dir aber bewußt, das Du dieses Kind auf normalem Weg zur Welt bringen wirst. Vorher bekommt es eine Kaliumspritze ins Herz.
Das war damals für mich der Grund lange darüber nachzudenken, ob ich meinen jüngsten bekomme oder nicht. Bei ihm wurde Fruchtwasseruntersuchung gemacht. Ich musste mich zum Glück nicht entscheiden, denn er hatte alle Chromosomen, dort wo sie sein sollten.


Ich könnte jetzt noch sagen, das gerade Down Kinder sehr liebenswerte kleine Menschlein sind, die oft ihren Lebensweg bestreiten. Sie machen eine Ausbildung, gehen arbeiten.
Mein Sohn wird nichts davon tun können. Er ist geistig auf dem Stand eines 6 Monate alten Kindes, er muss gewickelt, gefüttert und angezogen werden. Er kann laufen, aber hat kein Gefahrenverständnis.

Aber er ist ein glücklicher Teenie der viel lacht, und den ich mit all meiner Kraft begleiten werde, bis an mein oder sein Ende. Er kann so vieles nicht, dafür kann ich ihm Liebe schenken. Denn nur das zählt!


Alles Gute!

Wie man sich in so eine schwere Situation entscheidet, ist einfach eine persönliche Entscheidung, dafür gibt es kein Richtig oder Falsch finde Ich.. Bei mir wäre das Kind willkommen, aber damit will Ich überhaupt nicht sagen, dass es nicht legitim ist anders zu denken und anders zu handeln..

Hast Du Dir überlegt dein Kind das Leben zu schenken und es erstmal ins pflege zu geben? Es gibt Pflegefamilien wo behinderte Kinder sehr willkommen sind. Du kannst Dich ja dann immernoch für oder gegen ein gemeinsames Leben mit dein Kind entscheiden. Vielleicht wäre das eine Überlegung, womit auch deinen Mann klar kommen würde..

Puh- Du Liebe!
Da stehst Du vor einer der schwierigsten Entscheidungen, die Einem das Leben bieten kann.
Ich würde Dir abraten, das Kind Deinem Mann zuliebe abzutreiben.
Wenn da irgendetwas in Dir sagt, dass Du es gerne behalten möchtest, wenn irgendetwas auch nur leise zweifelt- dann tu es nicht!
Treibe dieses Kind nicht ab- Du würdest Dir und auch Deinem Mann das nie verzeihen.

Lasst Euch fachlich gut beraten und dann gehe in Dich. Höre auf das, was Dein Gefühl Dir sagt. Und dann mache das, womit Du voll und ganz einverstanden bist.
Keinen Kompromiss- sondern das, was sich für Dich richtig anfühlt.
Dein Bauchgefühl wird Dich nicht trügen.

Ich wünsche Dir alles Gute#klee

Hallo,
ich kann mir nicht ausmalen, unter welcher Anspannung Du stehst, welchem Druck und welcher Trauer Du Dich ausgesetzt siehst. Und dabei noch irgendwie „Alltag“ mit zwei Kindern meistern....fühl Dich gedrückt.
Ich wollte nur kurz diesen aktuellen link hierlassen, vielleicht auch mal zur Info für alle, die das Thema hier so verniedlichen und der TE schon quasi vorwerfen, daß sie überhaupt darüber nachdenkt, die Schwangerschaft schweren Herzens zu beenden.
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/lesen-schreiben-laufen-mit-downsyndrom-so-entwickeln-sich-die-kinder-a-1246738.html

Falls das eigene Kind aber eben nicht zu den 40% gehört, die sich im Alter von 30 Jahren eine Mahlzeit selbst zubereiten können? Wenn man sich als Eltern darüber klarwerden muß, daß man selbst eines Tages hilfsbedürftig werden wird und sterben wird und dann ein Menschenkind hier zurückläßt, das sich nicht selbst versorgen kann? Und dies schon jahrzentelang auf sich zukommen sieht?
Liebe TE, ich wünsche Dir unendlich viel Kraft für jeden der Wege, den Du Dich zu gehen entscheidest. Vermutlich wird es auf beiden Wegen Wegmarken geben, an denen Du die jeweilige Entscheidung in Frage stellst. Ohne großen Schmerz wird es nicht gehen, und das tut mir unendlich leid für Dich.
Herzlich, tatzel #blume