Lügt er?

Huhu liebe urbis,
ich stecke immernoch in meiner schwierigen Beziehung zu diesem schwierigen Mann fest und stolpere immer wieder über sein Verhalten.
Es lief eine Zeit lang gut, aber nun wieder das: Seit einer Woche fühlt er sich wieder nicht gut, sagt er ist wie in einem Film, alle Gefühle verschüttet und kein Zugang.
Er hat viele Gedanken im Kopf, kann teilweise nicht sortieren, braucht Ruhe.
Ich kenne das schon.
Meist fangen so seine Krisen an.
Er war dann auch schon Mal in der Klinik, hat kurzerhand den Kontakt eingestellt obwohl ich bemüht war ihm zu helfen.
Im Nachhinein kam raus, das er mich nicht anrufen konnte/wollte, aber mit einer Mitpatientin fleissig telefoniert hat. Zu mir hat er gesagt er brauche Ruhe.

Das ist jetzt schon eine Weile her, er kam dann wieder an und zeigte Reue.
Ich habe ihm gesagt dass es so nie wieder laufen darf sonst bin ich weg.

Mir fällt es so unglaublich schwer, zu unterscheiden, wann es ihm wirklich schlecht geht und wann er sich da nur reinsteigert oder ob da immer andere Frauen ne Rolle spielen oder alles zusammen.

Er jammert nun schon seit Tagen darüber dass sein Kopf wieder rumspinnt.
Ich habe wirklich überlegt, wie ich ihn helfen kann (wir haben ein Kind zusammen) und habe gefragt, seit wann es ihm wieder so geht und ob es einen Auslöser gab.
Das war im Ernst gefragt, nicht ironisch, nicht vorwurfsvoll. Ich wollte herausfinden, was ihn jetzt gut tut.
Prompt versteinert sich seine Mimik und er sagt vorwurfsvoll: "Da steckt keine andere dahinter!!'.
Obwohl ich das nicht Mal im Ansatz gedacht oder angedeutet habe (weil es eigentlich gut lief zwischen uns).
Ich bin erst durch seine bescheuerte Reaktion misstrauisch geworden.

Seine Mimik und Gestik war auch total gestellt, starres in die Augen gucken, eine Augenbraue gehoben, der Mund schief zu einem Lachen.

Er wurde sogar etwas aggressiv.

Das alles nur, weil ich gefragt habe, warum es ihm so geht.

Und dann kommt er mit dem Thema "andere Frau"??

Meint ihr, damit hat er es schon selbst verraten?

Ich bin auch schon mit meiner Therapeutin dran am Thema, aber sie sieht das immer alles ziemlich locker und ich leide so sehr :/

Ich möchte einfach nicht wieder überrascht werden..das wäre dann die nächste Krise wo er auf einmal den Kontakt einschränkt und mich im ungewissen lässt :/

Was hat er denn für eine Krankheit? Vielleicht gehört dass zurückziehen zu seiner Erkrankung.

Und war nun was mit seiner Mitpatientin, oder anderen Frauen. Oder ist dass eher deine Angst?

Was genau mit der Mitpatientin war, hat er nicht gesagt. Sie waren Mal Eis essen und er hat sie mehrfach angeschrieben.
Mich macht einfach so wütend, dass er kurz vor seiner Entlassung sagt, er meldet sich und am gleichen Tag noch wird er entlassen und meldet sich nicht wie versprochen sondern schickt mir eine total distanzierte Nachricht dass er Abstand braucht. Ohne Vorwarnung, es war ja alles noch okay vorher zwischen uns, ich hab versucht ihn zu unterstützen.
Obwohl wir wie gesagt auch ein gemeinsames Kind haben.
Ich kann das ja noch ansatzweise verstehen wenn es ihm wirklich schlecht geht aber wie soll ich ihm das glauben wenn er dann aber anstatt mich die andere Mitpatientin anruft (Tag der Entlassung) und mit ihr längere Zeit telefoniert und schreibt??!?
Sie war noch nicht Mal auf seiner Station (psychiatrisch) sondern sie haben sich beim Rauchen Kennen gelernt.
Sie hat den Kontakt dann irgendwann eingestellt, er hatte noch öfter geschrieben.

Seine Diagnose ist noch nicht fest, es gibt Verdachtsdiagnosen (Bipolare Störung).

Nimm die Beine in die Hand und lauf...

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Hallo,

ich nehme an, dein Partner ist streckenweise depressiv? Ich kenne mich mit der Krankheit nicht aus.
Was ich ihm aber an deiner Stelle sehr übel nehmen würde, ist, dass er dich belügt, er könnte nicht anrufen, aber fleissig mit einer anderen Frau textet.

Ich möchte die Schwere der Krankheit nicht in Abrede stellen, aber ich würde mir als Partner definitiv nicht alles gefallen lassen. Und langfristig würde ich mich vermutlich fragen, ob ich willens und in der Lage bin, so ein Auf und Ab zu ertragen.

Ob dein Partner lügt, kann dir hier sicher keiner beantworten.

LG

Nici

Hallo Du...... :-D

Ich würde mich freuen wenn du mich vllt. privat anschreiben möchtest..... würde mich gerne mit Dir über das Thema unterhalten da es mir genauso geht.... möchte ich aber hier öffentlich nicht schrieben. Veilleicht kann ich Dir weiter helfen.... Wir haben einen Meilenstein "herausgefunden", "erarbeitet".... wie auch immer man sagen möchte :) und kommen beide damit jetzt wesentlich besser klar. Aber ich kann zu 100% verstehn wie es Dir geht....

Ganz klar, es ist zu schaffen, ihr habt ein Kind und Ihr liebt euch..... Trennung ist für MICH keine option obwohl es schwer ist, verammt schwer!!!!


Würde mich freuen wenn Du schreibst, Grüße #winke

Ich glaube, die einzige Möglichkeit für euch besteht, wenn du akzeptierst, dass er nicht nach „normalen“ Beziehungsparametern funktioniert. Wenn du mit ihm zusammenbleiben willst, dann lass ihn, wenn er Abstand will.
Lerne du, für dich da zu sein, Dir was gutes zu tun.
Das mit der Patientin halte ich jetzt erstmal auch nicht für schlimm. Wahrscheinlich ist sie einfach eine Leidensgenossin und versteht ihn einfach in dem Moment besser als du.
Aber überlege dir gut, ob du auf Dauer so viel zurückstecken kannst, oder ob es nicht doch möglich wäre, mit einem anderen Mann eine gleichberechtigte und erfüllte Partnerschaft einzugehen.
LG

Angenommen er lügt - was würdest Du dann denken?
Angenommen er lügt nicht - was würdest Du dann denken?

Wenn er in Behandlung ist oder war, kannst Du dann bei ihm von einem "normalen" rationalen Verhalten, wie bei den meisten anderen Mitmenschen ist, ausgehen?

Vermutlich eher nicht. Dennoch nimmst Du es Dir zur Herzen, was ist schön finde, gleichzeitig solltest Du Dein eigenes Wohlbefinden nicht von ihm abhängig machen.

Was außer der Gewohnheit, nicht allein sein und daß er der Vater Eures Kindes ist, reizt Dich an ihm?

Du hörst Dich für mich so an, als ob Du ein schlechtes Gewissen hättest, wenn Du Dich emotional von ihm entfernen würdest.

Dein eigenes Leben solltest Du viel stärker in den Fokus stellen.
Was brauche ich um zufrieden und glücklich zu sein?
Wie äußert sich das, wenn ich glücklich bin?
Was tue ich dann konkret?
Was bringt mir Freude und Erfüllung?
Welche Wünsche hatte ich als Kind, welche davon könnte ich mir heute erfüllen?

Die Abhängigkeit von ihm, kannst nur Du selbst lösen und das geht nur, wenn Du den Fokus von ihm weg auf Dich lenkst. Auch wenn da erst Mal ein schlechtes Gewissen ruft.

Abgrenzung kann man lernen und es kann sich am Anfang egoistisch anfühlen. Versuchen solltest Du es trotzdem.

Erst kümmerst Du Dich um Dich und dann um ihn, nur so wird ein Schuh draus.

Kümmerst Du Dich eigentlich auch so intensiv um deine eigenen Bedürfnisse und Befindlichkeiten oder die Eures Kindes, wie Du damit beschäftigt bist, seine Launen und Befindlichkeiten zu analysieren, interpretieren und darauf Rücksicht zu nehmen? Als Mutter hätte ich gar eine nervlichen, zeitlichen und emotionalen Kapazitäten frei für so einen anstrengenden Mann, der nicht nur alle paar Wochen und Monate seine "Phasen" hat sondern bei dem ich auch noch immer wieder damit rechnen muss, dass er lügt, betrügt oder mich sonstwie verletzt. Willst Du wirklich ein Kind großziehen unter solchen Vorbildern einer Beziehung/Ehe? Ich hätte auf so ein Russisch Roulette an Beziehung echt so gar keine Lust.

Mir wäre es egal, ob es ein Zeichen seiner Krankheit ist oder ob er etwas mit einer anderen hat: das hier würde ich nicht hinnehmen, das wäre das Ende der Beziehung: 'Ich möchte einfach nicht wieder überrascht werden..das wäre dann die nächste Krise wo er auf einmal den Kontakt einschränkt und mich im ungewissen lässt :/

Ach ja, um deine Frage zu beantworten:
ich glaube, dass er lügt.