Lügt er?

    • (1) 21.01.19 - 23:51
      Inaktiv

      Huhu liebe urbis,
      ich stecke immernoch in meiner schwierigen Beziehung zu diesem schwierigen Mann fest und stolpere immer wieder über sein Verhalten.
      Es lief eine Zeit lang gut, aber nun wieder das: Seit einer Woche fühlt er sich wieder nicht gut, sagt er ist wie in einem Film, alle Gefühle verschüttet und kein Zugang.
      Er hat viele Gedanken im Kopf, kann teilweise nicht sortieren, braucht Ruhe.
      Ich kenne das schon.
      Meist fangen so seine Krisen an.
      Er war dann auch schon Mal in der Klinik, hat kurzerhand den Kontakt eingestellt obwohl ich bemüht war ihm zu helfen.
      Im Nachhinein kam raus, das er mich nicht anrufen konnte/wollte, aber mit einer Mitpatientin fleissig telefoniert hat. Zu mir hat er gesagt er brauche Ruhe.

      Das ist jetzt schon eine Weile her, er kam dann wieder an und zeigte Reue.
      Ich habe ihm gesagt dass es so nie wieder laufen darf sonst bin ich weg.

      Mir fällt es so unglaublich schwer, zu unterscheiden, wann es ihm wirklich schlecht geht und wann er sich da nur reinsteigert oder ob da immer andere Frauen ne Rolle spielen oder alles zusammen.

      Er jammert nun schon seit Tagen darüber dass sein Kopf wieder rumspinnt.
      Ich habe wirklich überlegt, wie ich ihn helfen kann (wir haben ein Kind zusammen) und habe gefragt, seit wann es ihm wieder so geht und ob es einen Auslöser gab.
      Das war im Ernst gefragt, nicht ironisch, nicht vorwurfsvoll. Ich wollte herausfinden, was ihn jetzt gut tut.
      Prompt versteinert sich seine Mimik und er sagt vorwurfsvoll: "Da steckt keine andere dahinter!!'.
      Obwohl ich das nicht Mal im Ansatz gedacht oder angedeutet habe (weil es eigentlich gut lief zwischen uns).
      Ich bin erst durch seine bescheuerte Reaktion misstrauisch geworden.

      Seine Mimik und Gestik war auch total gestellt, starres in die Augen gucken, eine Augenbraue gehoben, der Mund schief zu einem Lachen.

      Er wurde sogar etwas aggressiv.

      Das alles nur, weil ich gefragt habe, warum es ihm so geht.

      Und dann kommt er mit dem Thema "andere Frau"??

      Meint ihr, damit hat er es schon selbst verraten?

      Ich bin auch schon mit meiner Therapeutin dran am Thema, aber sie sieht das immer alles ziemlich locker und ich leide so sehr :/

      Ich möchte einfach nicht wieder überrascht werden..das wäre dann die nächste Krise wo er auf einmal den Kontakt einschränkt und mich im ungewissen lässt :/

      • (2) 22.01.19 - 03:34
        Einfach so mal

        Was hat er denn für eine Krankheit? Vielleicht gehört dass zurückziehen zu seiner Erkrankung.

        Und war nun was mit seiner Mitpatientin, oder anderen Frauen. Oder ist dass eher deine Angst?

        • (3) 22.01.19 - 08:17

          Was genau mit der Mitpatientin war, hat er nicht gesagt. Sie waren Mal Eis essen und er hat sie mehrfach angeschrieben.
          Mich macht einfach so wütend, dass er kurz vor seiner Entlassung sagt, er meldet sich und am gleichen Tag noch wird er entlassen und meldet sich nicht wie versprochen sondern schickt mir eine total distanzierte Nachricht dass er Abstand braucht. Ohne Vorwarnung, es war ja alles noch okay vorher zwischen uns, ich hab versucht ihn zu unterstützen.
          Obwohl wir wie gesagt auch ein gemeinsames Kind haben.
          Ich kann das ja noch ansatzweise verstehen wenn es ihm wirklich schlecht geht aber wie soll ich ihm das glauben wenn er dann aber anstatt mich die andere Mitpatientin anruft (Tag der Entlassung) und mit ihr längere Zeit telefoniert und schreibt??!?
          Sie war noch nicht Mal auf seiner Station (psychiatrisch) sondern sie haben sich beim Rauchen Kennen gelernt.
          Sie hat den Kontakt dann irgendwann eingestellt, er hatte noch öfter geschrieben.

          Seine Diagnose ist noch nicht fest, es gibt Verdachtsdiagnosen (Bipolare Störung).

            • Man kann doch im leben nicht immer davon laufen...... Man kann an dingen arebiten.... ja das ist ein verdammt harter Weg...... ob verheiratet oder nicht... aber "in guten wie in schlechten Zeiten"...... Für Ihn ist es doch auch schwer.... er würde seinen "kopf" sicher auch nicht immer anhaben wollen..... Daran kann man arbeiten, schwer, aber kein Grund für Trennung.

              Ich kenne des leider auch.... es geht mal besser mal schlechter aber deswegen Liebe ich meine Frau nicht weniger..... auch wenn sie mir mit Ihrem verhalten oft sehr weh tut, ich liebe sie und wir arbeiten gemeinsam dran. Und das wichtige is, das ihr Freund bereits erkannt hat das er Hilfe braucht und sie ja offenbar in Anspruch nimmt.... er möchte also veränderung und tritt nicht auf der stelle.... und das is das wichtige....

              • Ich sehe das nicht als guten Willen an, dass er sich ändern wird. Er Mo so schnell wie möglich seine Ruhe und so weitermachen wie bisher... Und nicht ihr arbeitet an eurer Beziehung, sondern nur du allein... Oder hat sich schon etwas gebessert in dem verhalten deiner Frau?

                • Ja weil es seine Muster sind... er macht es ja nicht mit absicht.... Daher zieht er sich zurück.....

                  Ja bei Ihr merkt man sehr stark das sich was verändert....
                  Als erstes muss man ja mal herausfinden WARUM... und WOHER diese Muster kommen..... es ist ja nicht damit getan "Hat ne Depression/Beziehungsstörung/XY" sondern man muss ja herausfinden WOHER das kommt... an den ursprung.... und an diesem arbeiten..... Wenn es im Keller schimmelt streich ich ja nicht neu die Wände, sondern muss ja erstmal die Ursache vom Schimmel entfernen.... wenn ich nur übertreiche kommt der Schimmel ja wieder..... same here!

                  Nicht ich alleine arbeite an unserer Beziehung.... sondern SIE an sich und somit an unserer Beziehung und ich bin da und lauf nicht weg.... ja ich muss viel aushalten und ja das tut auch manchmal sehr weh... Aber ich hab für mich entscheiden das es sich für Mich/uns lohnt.... und wir diesen Weg gemeinsam gehen auch wenn es weder morgen noch übermorden weg sein wird.... (ein bisschen anders ist es bei uns schon... bei uns hat es was mit Nähe zutun)

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                    • Geht es dir jetzt besser wo Du das los bist? ;-)

                      Gut, freut mich!

                      Wenn Du es nicht lesen kannst.... dann lass es doch einfach.

                      Und ich denke das ich in meiner Freizeit schreiben kann wie mir das beliebt. Ich könnte ich es Dir gleich tun und mit selbstgefälligem, anmaßend und überheblichen Text Antworten.... Dann lieber herzlich (was du wohl als larmoyant empf.)

                      Und als Ärztin kann ich die Tragweite meiner Entscheidung durchaus einschätzen was es bedeutet mit einem Menschen zusammen zu leben der an einer Psychischen-Störung leidet..... Dies hat nichts mit naivität oder selbstgefälligkeit zutun.

                  Ja, wenn man sich bewusst entscheiden kann, kann es gehen. Ich habe das auch gemacht. Aber das kann und vor allem will nicht jeder.

        Tja, was soll man da raten? Sollte diese Diagnose sich bestätigen weiß ich gar nicht, ob dein Mann in der Lage ist, eine normale Beziehung zu führen.

        Mir tut euer Kind leid, das in einer toxischen Beziehung groß wird.

        (12) 22.01.19 - 13:08
        Einfach so mal

        Danke für die Infos.

        Dass mit der Mitpatientin würde ich jetzt nicht so hoch hängen. Eissessen, Miteinander telefonieren sind jetzt wirklich keine ungewöhnlichen Dinge mit Mitpatienten.

        Und auch mit dem Abstand haben wollen und gleichzeitig Ihr Schreiben bedeutet nicht dass er fremdgeht, oder fremdgehen will. Es kann Dutzende Erklärungen dafür geben. Zb. Es kann auch einfach nur sein, dass sie ihm in der Krise besser beistehen konnte als du. Oder weil er bei ihr nichts wieder gut machen muss. Oder er hat gerade eine Rückzugsphase die alles alte betrifft, was Erwartungen an ihn hat. Da sie aber keine hat, trifft sie dass auch nicht. Oder wenn die Diagnose stimmt, ein Realitätsverlust, weil er eine manische Phase hatte.

        Das Rückzugsverhalten ist meistens der depressiven Phase geschuldet. Aber auch eine Menge anderer Erkrankungen im psychischen Bereich haben diese Rückzugsphasen. Sie gehören einfach dazu und haben öfter auch nichts mit dem Menschen vor dem man sich zurückzieht zu tun.

        Und Krisen wird er immer wieder mal haben. Gehört zur Krankheit auch dazu. Dafür kann er selber aber wenig. Ausser natürlich er hat mangelnde Krankheitseinsicht und provoziert die Phasen durch falsches Verhalten. Also ja es kann sein dass er sich bald wieder zurück zieht.

        Ich würde dir raten entweder dich zu trennen, oder dir eine Selbsthilfegruppe für Angehörige zu suchen. Und dich vorallem sehr genau über die Krankheit zu informieren. Auch wenn sie erstmal nur Verdacht ist und noch nicht fest hat er ja Anhaltspunkte dafür gegeben. Wegen der manischen Phasen gibt es dann noch einiges zu beachten, zb. Getrennte Konten ohne Zugriff von ihm etc..

        Ein normales Leben wird es mit diesem Mann leider nicht geben. Es wird also immer ein Auf und Ab sein. Und du brauchst starke Nerven und viel Selbstbewusstsein um damit klar zu kommen. Als akut Maßnahme würde ich ihn bitten zu seinem Psychiater s zu gehen. Eventuell kann man die Krise noch abfedern.

Hallo,

ich nehme an, dein Partner ist streckenweise depressiv? Ich kenne mich mit der Krankheit nicht aus.
Was ich ihm aber an deiner Stelle sehr übel nehmen würde, ist, dass er dich belügt, er könnte nicht anrufen, aber fleissig mit einer anderen Frau textet.

Ich möchte die Schwere der Krankheit nicht in Abrede stellen, aber ich würde mir als Partner definitiv nicht alles gefallen lassen. Und langfristig würde ich mich vermutlich fragen, ob ich willens und in der Lage bin, so ein Auf und Ab zu ertragen.

Ob dein Partner lügt, kann dir hier sicher keiner beantworten.

LG

Nici

Hallo Du...... :-D

Ich würde mich freuen wenn du mich vllt. privat anschreiben möchtest..... würde mich gerne mit Dir über das Thema unterhalten da es mir genauso geht.... möchte ich aber hier öffentlich nicht schrieben. Veilleicht kann ich Dir weiter helfen.... Wir haben einen Meilenstein "herausgefunden", "erarbeitet".... wie auch immer man sagen möchte :) und kommen beide damit jetzt wesentlich besser klar. Aber ich kann zu 100% verstehn wie es Dir geht....

Ganz klar, es ist zu schaffen, ihr habt ein Kind und Ihr liebt euch..... Trennung ist für MICH keine option obwohl es schwer ist, verammt schwer!!!!


Würde mich freuen wenn Du schreibst, Grüße #winke

Ich glaube, die einzige Möglichkeit für euch besteht, wenn du akzeptierst, dass er nicht nach „normalen“ Beziehungsparametern funktioniert. Wenn du mit ihm zusammenbleiben willst, dann lass ihn, wenn er Abstand will.
Lerne du, für dich da zu sein, Dir was gutes zu tun.
Das mit der Patientin halte ich jetzt erstmal auch nicht für schlimm. Wahrscheinlich ist sie einfach eine Leidensgenossin und versteht ihn einfach in dem Moment besser als du.
Aber überlege dir gut, ob du auf Dauer so viel zurückstecken kannst, oder ob es nicht doch möglich wäre, mit einem anderen Mann eine gleichberechtigte und erfüllte Partnerschaft einzugehen.
LG

(16) 22.01.19 - 13:27

Angenommen er lügt - was würdest Du dann denken?
Angenommen er lügt nicht - was würdest Du dann denken?

Wenn er in Behandlung ist oder war, kannst Du dann bei ihm von einem "normalen" rationalen Verhalten, wie bei den meisten anderen Mitmenschen ist, ausgehen?

Vermutlich eher nicht. Dennoch nimmst Du es Dir zur Herzen, was ist schön finde, gleichzeitig solltest Du Dein eigenes Wohlbefinden nicht von ihm abhängig machen.

Was außer der Gewohnheit, nicht allein sein und daß er der Vater Eures Kindes ist, reizt Dich an ihm?

Du hörst Dich für mich so an, als ob Du ein schlechtes Gewissen hättest, wenn Du Dich emotional von ihm entfernen würdest.

Dein eigenes Leben solltest Du viel stärker in den Fokus stellen.
Was brauche ich um zufrieden und glücklich zu sein?
Wie äußert sich das, wenn ich glücklich bin?
Was tue ich dann konkret?
Was bringt mir Freude und Erfüllung?
Welche Wünsche hatte ich als Kind, welche davon könnte ich mir heute erfüllen?

Die Abhängigkeit von ihm, kannst nur Du selbst lösen und das geht nur, wenn Du den Fokus von ihm weg auf Dich lenkst. Auch wenn da erst Mal ein schlechtes Gewissen ruft.

Abgrenzung kann man lernen und es kann sich am Anfang egoistisch anfühlen. Versuchen solltest Du es trotzdem.

Erst kümmerst Du Dich um Dich und dann um ihn, nur so wird ein Schuh draus.

Kümmerst Du Dich eigentlich auch so intensiv um deine eigenen Bedürfnisse und Befindlichkeiten oder die Eures Kindes, wie Du damit beschäftigt bist, seine Launen und Befindlichkeiten zu analysieren, interpretieren und darauf Rücksicht zu nehmen? Als Mutter hätte ich gar eine nervlichen, zeitlichen und emotionalen Kapazitäten frei für so einen anstrengenden Mann, der nicht nur alle paar Wochen und Monate seine "Phasen" hat sondern bei dem ich auch noch immer wieder damit rechnen muss, dass er lügt, betrügt oder mich sonstwie verletzt. Willst Du wirklich ein Kind großziehen unter solchen Vorbildern einer Beziehung/Ehe? Ich hätte auf so ein Russisch Roulette an Beziehung echt so gar keine Lust.

Mir wäre es egal, ob es ein Zeichen seiner Krankheit ist oder ob er etwas mit einer anderen hat: das hier würde ich nicht hinnehmen, das wäre das Ende der Beziehung: 'Ich möchte einfach nicht wieder überrascht werden..das wäre dann die nächste Krise wo er auf einmal den Kontakt einschränkt und mich im ungewissen lässt :/

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