Geheimnisse in der Ehe

    • (1) 23.01.19 - 13:04
      Fragestellerin1234

      Ich habe mit meinem Mann gerade eine furchtbare Auseinandersetzung und wollte unbeteiligte Meinungen hören.

      Ich unterliege bei meiner Arbeit einer strengen Verschwiegenheit. Der Neffe meines Mannes kam zu mir um meine Dienste in Anspruch zu nehmen. Dabei wurde Geschäftsgeheimnisse und innerfamiliäre Angelegenheiten besprochen. Mein Mann wusste von dem Termin und fragte mich, was sein Neffe genau wollte. Ich weigerte mich Details bekannt zu geben, was mir mein Mann wahnsinnig übel nimmt. Er sieht darin einen furchtbaren Vertrauensbruch.

      Ich finde halt gerade, wenn sowas die Familie betrifft, muss man da strenger sein. Die Chance, dass es an Ohren kommt, die es nichts angeht, ist einfach zu groß. Wie seht ihr das?

      Darf man

      • Natürlich würde ich auch nichts sagen. Egal wer wie mit wem verwandt ist. Ich unterliege auf der Arbeit auch der Schweigepflicht. Wenn er Infos haben möchte, soll er sich an den Neffen wenden.

        Ich denke auch das du deine Schweigepflicht einhalten solltest.Da muss dein Mann durch.

        Es kommt drauf an... Bist du Psychologe/sonstige Beraterin etc?
        Und der Neffe deines Mannes brauchte offiziellen Rat? Dann würde ich meinen Mann sagen, dass es mir leid tut, aber dass du nicht darüber reden darfst und er das bitte verstehen soll.
        Andersrum hättest du dem Neffen evtl auch einen Kollegen empfehlen können, um eine neutrale Beratung gewährleisten zu können.
        Denn jetzt sitzt du vermutlich gefühlt zwischen 2 Stühlen.
        Ich würde beim nächsten Mal auf einen Kollegen bestehen.


        Aber deine Infos sind etwas spärlich. Geht es hier um einen psychologischen Rat?

        • (5) 23.01.19 - 13:27
          fragestellerin1234

          Es geht um eine Unternehmensgründung die ich rechtlich betreuen soll. Im Zuge dessen hat er mir den zu erwartenden Umsatz gesagt. Das wollte ich meinem Mann nicht weitersagen und habe ihn auf meine Verschwiegenheit verwiesen.

          • wenn dein Mann vom Neffen (....) eh schon vom Termin weiss.....von dir wird er es ja nicht wissen – dann soll er halt ihn fragen. Wird ja kein Geheimniss sein, über so etwas zu sprechen, oder?
            Das du nichts sagen darfst ist ja OK.

      Ich finde das hat nichts mit Geheimnissen in der Ehe zu tun, sondern mit vertraglich bediengter Verschwiegenheit bei Geschäftsgeheimnissen. Und da muss er dann damit Leben, dass Du dich an die Regeln deines Jobs hältst. Hier vermischt sich sonst privates mit beruflichem auf eine unangebrachte Weise.

      Er muss zwischen Dir als Geschäftsperson und Dir als Ehefrau trennen.

      (8) 23.01.19 - 13:41

      Huhu,

      ich komme aus ner "Banker und Steuerfach-" Familie und hier wahrten alle die Geheimnisse der Mandanten, je enger die Verbindung ist und je dringlicher der Frager nachforscht umso mehr muss man auf der Hut sein.
      Also eigentlich sowieso ein NoGo, aber mit seinem Verhalten disqualifiziert sich Dein Mann in meinen Augen noch mehr als "vertrauenswürdig". Denn ginge es ihm am Arsch vorbei würde er nicht so einen Aufstand machen, also steckt was dahinter, und das kann Dir Kopf und Kragen kosten.

      In manchen Zeiten meiner Tätigkeit bei der Bundeswehr hatte ich Sicherheitsstufe 3, das heißt, ich hätte meinem Mann niemals etwas erzählt, was darunter gefallen ist. Das betraf Personal und vieles andere mehr.
      In den 80ern war da einiges wesentlich strenger als heute und ich wäre achtkantig rausgeflogen, wenn ich mir da den Mund nicht gehalten hätte.
      Wenn Du etwas Deinem Mann erzählst, ist das ein derartiger Vertrauensbruch Deinem Arbeitgeber gegenüber, dass Du entlassen werden kannst, evtl. sogar fristlos.
      Wenn das Dein Mann nicht einsieht, ist er aber sehr sehr.....dumm? Oder einfach nur eine beleidigte Leberwurst, weil er nicht alles erfährt? Ich würde ihn ganz ruhig fragen, ob er vor dem Reden auch mal nachdenkt?
      Bring Dich nicht in Teufels Küche - das muss Dein Mann auch einsehen - oder eben damit leben und sich täglich ärgern, wenn er Lust dazu hat #klatsch
      LG Móni

      (10) 23.01.19 - 14:06

      Ich komm ja vom Dorf, da hattest Du Dein Geld noch nicht zur Bank gebracht, da wusste es schon das halbe Dorf, Anrufe beim Bestatter schienen genauso übers örtliche Flüsterpost-System zu laufen wie die beim Steuerberater und beim Arzt sowieso... WI-DER-LICH. Ich verneige mich ehrfürchtig vor jedem, der das mit der Verschwiegenheit so hin bekommt, wie man es sich als Kunde wünscht.

      (11) 23.01.19 - 14:07

      Ehrlich gesagt, seh ich den Vertrauensbruch in der Forderung Deines Mannes. Es sollte selbstverständlich sein, dass er Deine Schweigepflicht respektiert und da gar nicht erst nach fragt. Ich finde sein Verhalten tatsächlich eine unfassbare Frechheit. Was denkt es sich denn bloß dabei?

      Schweigepflichten bringen einen manchmal in Zwiespalte. Das gehört zum Beruf. Ich hab mal eine Beratung für die Eltern einer engen Freundin gemacht. Es sollte eigentlich um Elternunterhalt gehen. In Wahrheit ging es um Trennung und Scheidung. Meine Freundin hatte nichtmal eine Ahnung, dass es in der Ehe ihrer Eltern kriselt. Ich hätte es schrecklich gefunden, wenn sie mich auch noch bedrängt hätte, über die Beratung zu berichten.

      Wenn dein Neffe dich Berufsbedingt im Rat fragt, so unterliegt das genauso der Schweigepflicht wie sonst bei jedem anderen auch. Das würde ich deinem Mann auch genauso sagen.

      Hallo!

      Lass Dich nicht verunsichern! Du bist ganz klar im Recht - sowohl juristisch, als auch moralisch. Verstehe nicht, warum Dein Mann da so ausflippt!

      Ich kenne diese Situation. Ich habe im Sozialversicherungsbereich gelernt und im Zuge dessen bei einer Krankenkasse gearbeitet. Auf diese Weise hatte ich natürlich Zugang zu extrem sensiblen Daten, auch von etlichen Menschen, die ich kenne/kannte. Nicht nur Diagnosen, Krankschreibungen usw. sondern auch z.B. Beitragsschulden bei Selbstständigen, offene Rechnungen, Pflegeangelegenheiten evt. Dinge wie Drogen - oder Alkoholmissbrauch, Fehlgeburten, psychische Behandlungen usw. Auch über Familienmissstände usw wusste man Bescheid, wenn man wollte.
      NIEMALS habe ich je auch nur ein Wort darüber verloren oder mir selbst dem Betroffenen gegenüber etwas anmerken lassen, wenn ich mal jemandem begegnet bin, von dem ich unangenehme Dinge wusste.

      Besonders betroffen war ich, als jemand aus meinen verwandtschaftlichen Umfeld eine Beziehung mit einer "schwierigen" Person einging. Ich habe über diese Person Hintergründe und Informationen gehabt, die sehr vieles in einem anderen Licht hätten scheinen lassen. Ich hätte eine Hochzeit verhindern können, wenn ich gewollt hätte. Das habe ich nicht getan. Ich habe noch nicht mal Andeutungen gemacht, auch nicht Personen gegenüber, die richtige Vermutungen angestellt haben.
      Was das betraf, war ich wie zwei völlig unterschiedliche Menschen. Mein "Job-ich" und mein "Privat-ich". Das war definitiv nicht zu vereinbaren.

      Umgekehrt: Nachdem ich aus dem Konzern ausgeschieden war, waren meine eigenen Daten nur zwei Jahre lang für die übrigen Mitarbeiter gesperrt. Danach offen für meine Ex Kollegen zugänglich. Ich hatte zwischenzeitlich zwar gewechselt, aber eine ehemalige Kollegin, die mir sehr übel gesonnen war, hat immer mal wieder zur allgemeinen Belustigung meine Daten (ich bin schwerst chronisch krank) aufgerufen und damit Quatsch unter den Kollegen gemacht. Das weiß ich von einem engen Freund, der ebenfalls Kollege war/ist und bis heute im Unternehmen arbeitet. "Leider" hat sie niemals nachweisbar außerhalb des Hauses über meine privaten Daten gesprochen, sonst hätte ich sämtliche juristische Schritte eingeleitet.
      Unter Umständen hätte ich das sogar in dem vorliegenden Fall tun können (was damals dort abging erfüllte auf jeden Fall den Tatbestand "üble Nachrede"), aber zum damaligen Zeitpunkt reichte weder meine Energie aus, noch hatte ich Interesse erneut ins Zentrum des Tratsches zu rücken durch so etwas.


      Also:
      Dein Mann muss respektieren, dass Du kein Wort darüber verlieren wirst! Punkt!
      Außerdem hast Du kein "Geheimnis in der Ehe". Als ich die Überschrift las, dachte ich erst an so etwas wie eine Story aus Deiner Vergangenheit, geheimes Geldversteck, uneheliche Kinder, Affären, Betrug... irgendwas, was Euch als Paar betrifft. Das tut es aber gar nicht. Es hat nichts mit Euch und Eurer Ehe zu tun. Und auch nichts mit dem Vertrauen zwischen Euch.
      Lediglich mit dem Vertrauen zwischen dem Neffen und Dir und Deinem Arbeitgeber und Dir!

      Alles Liebe

      Mir würde sich die Frage stellen, mit was für einem Mann ich verheiratet bin, der a) von mir will, dass ich meine Schweigepflicht breche weil er b) Tratsch über ein Familienmitglied hören will. Und dann ist er auch noch beleidigt? Was geht denn mit dem..

      Bevor ich Streß in der Ehe bekomme, hätte ich den Auftrag wegen Befangenheit abgelehnt und den Neffen an einen geeigneten Kollegen geschickt.

Top Diskussionen anzeigen