Trennung, Kind lügt... anderes Kind ist abweisend

    • (1) 24.01.19 - 11:00
      nur mal erfahrungen

      Hallo, ich habe mich kürzlich von meinem Mann getrennt und bin mit den beiden gemeinsamen Kindern ausgezogen. Am Anfang lief es besser als erwartet allerdings merke ich, dass ich bei meinem 9 jährigen gar nicht mehr rankomme. Er ist häufiger abweisend und sagt auch, er möchte nicht reden.
      Der 12-jährige hingegen dreht gerade voll auf. Er redet nun auch nicht viel aber scheint ganz gut mit der Situation klar zu kommen.
      Nun folgende Situation. Der große war letzte Woche etwas erkältet, so dass ich ihn für einen Tag in der Schule entschuldigt habe und sagte, er solle in die Schule gehen und sich eben Nasentropfen in die Nase tun damit er sich etwas besser fühlt. Er hatte keine Schmerzen (Kopf- Glieder) und auch kein Fieber, lediglich die Nase war zu.
      Nun hat er einen Schlüssel seit wir umgezogen sind und es kam heraus, dass er einfach abgewartet hat, bis ich zur Arbeit fahre und dann wieder in die Wohnung ist. Als es aufflog hat er zugegeben 4 Tage gefehlt zu haben, weil er sich nicht gut fühlte. Ich fragte ihn warum er nicht mit mir redet und mir nicht vertraut. Er sagte "dir vertraue ich schon" und dann nichts mehr.
      Ich bin mit ihm essen gegangen und er sagte, die viele Schimpferei früher (von seinem Vater) würde irgendwie immernoch sitzen. Das kann ich mir auch vorstellen. Doch dann rief er am nächsten Tag aus der Schule an, es wäre ihm schwindelig. Ich sagte "okay, dann geh bitte zum Arzt". Ich habe parallel dort angerufen und die sagte, er solle kommen und ich die Karte nachreichen.
      Ich kam nach Hause, fragte was der Arzt gesagt hat. Er sagte er wäre nicht dran gekommen. Sie hätten ihn nach Hause geschickt. Der Arzt hat nun nochmal komplett rumgefragt und sagt mein Sohn ist nicht erschienen. Ich bin stinksauer, ich habe das Gefühl meinem Kind nichts mehr glauben zu können. Was mache ich nur. Ich bin sicher, es ist die richtige Entscheidung mit der Trennung aber das ist doch nun auch kaum zu bewältigen.
      Mein Mann ist sehr streng und leistungsorientert und fordert auch häufig zu viel.

      Ich wollte schon die PS 4 wegpacken, fand aber, dass mein Sohn ja tatsächlich erkältet war und finde bestrafung bringt ja auch nicht immer was. Aber nun wo ich schon wieder "angelogen" wurde reicht es mir so langsam.

      Er will auch ständig in meinem Bett schlafen, was stellenweise ok ist, aber er fragt nicht ob er darf sondern sagt "ich schlafe heute bei dir".. ich sagte auch schon, dass ich mir wünsche, dass er fragt und meine Wünsche ebenfalls respektiert sofern ich mal alleine schlafen will.

      Ach das ist viel geworden. Kennt das jemand? Was kann ich denn tun?

      Der Vater ist von seiner Erziehungs und Anspruchsforderung überzeugt, mit ihm kann ich also nicht reden und er würde ausflippen wenn er das alles mitbekommen würde.

      LG

      • Hi,

        Deine Kinder haben gerade gelernt, dass Menschen einander tatsächlich verlassen. Bis jetzt war das undenkbar. Wahrscheinlich geht Dein Sohn davon aus, dass ihm das jetzt auch passieren kann, wenn er zuviel Ärger macht. Also versucht er zu vertuschen, was er tut. Beide brauche Liebe, Verständnis, Nachsicht, Zeit und Wohlwollen. Und sie müssen all dieser Dinge andauernd versichert werden. Ihr habt ihnen schließlich den Boden unter den Füßen weggezogen. Das dauert auf jeden Fall Monate. Meine Tochter hat über ein Jahr nach meiner Trennung nicht mehr gelacht. Und beide Kinder waren total wütend auf uns, weil wir alles kaputt gemacht haben, was ihnen wichtig war. Das ist bei Deinen vielleicht auch so. Sie brauchen Raum um all diese Gefühle zeigen zu können. Dein Mann klingt schrecklich in seinem Verhalten, aber Du wirkst auch kühl. Als wäre es wesentlich, dass die Kinder funktionieren. Zugegeben bin ich von diesem Ansatz sowieso keine Freundin, aber wenn man den schon verfolgt, wäre es doch an den Eltern ein Umfeld zu schaffen, in dem das machbar ist. Und genau das habt ihr doch gerade aufgelöst.

        Red mit ihm. Liebevoll! Warum ist er nicht gegangen? Was sind seine Sorgen? Wie wütend ist er? Was braucht er? Trefft Vereinbarungen für den Notfall. Wenn er nichts mehr weiß ausser etwas verbotenem, vereinbart ein Notfallwort. Und wenn er das sagt, kannst Du mit aller Empathie und allem Verständnis für ihn da sein. Und Dich, Deinen Ärger und Deine Ansprüche zurück stellen. So kommt ihr wieder zusammen.

        Liebe Grüße
        die Landmaus

        • (3) 24.01.19 - 12:35

          Hallo, danke für Deine Antwort.

          Trefft Vereinbarungen für den Notfall. Wenn er nichts mehr weiß ausser etwas verbotenem, vereinbart ein Notfallwort.

          dies allerdings habe ich nicht wirklich verstanden... wann soll dieses Wort aus seinem Munde kommen? Hast Du ein konkretes Beispiel?

          LG

          • Meine Tochter sagt, wenn sie von den Pubertätshormonen überflutet wird und es wahnsinnig zu eskalieren droht, schlicht "Winnie" (für Winnie Puh Bär, wie Puh Bär Tät). Ich nehm dann sofort jede Fahrt raus und frag sie, was sie braucht. Wir verschieben den Streitpunkt, bis sie wieder einen klaren Kopf hat und wir beide abgekühlt sind. Das hilft uns beiden ziemlich gut.

            Eine Weile hatte sie das Problem, neben ihrem behinderten Bruder manchmal unterzugehen. Sie könnte das aber schlecht artikulieren oder einfordern. Da war das Codewort dann einfach "Hilfe". Wenn sie das gesagt hat, hab ich einfach alles Stern und liegen gelassen und mich ganz ihr gewidmet. Nach einer Weile hat sich die Situation dann insgesamt entspannt und sie könnte sich besser behaupten, so dass wir diese Brücke im Moment nicht mehr brauchen.

      • (6) 25.01.19 - 20:07

        Hallo, vielleicht brauchen deine Kinder einfach die Sicherheit dass du da bist? Bin gerade in der selben Situation, meine Kinder sind fast 9 und 11. Der kleine ist sehr liebesbedürftig und der große etwas frech, aber wir haben eine gute Basis geschaffen ich habe ihnen aber Hilfe geholt.... Sie werden nun betreut in Kinder gruppen die Kinder durch diese stürmischen Zeiten bringt, frag mal beim Jugendamt vielleicht gibt es soetwas bei euch auch. Auch wenn es den Kindern scheinbar gut geht weiß man nie wie es wirklich in ihnen aussieht.

        Alles Liebe

    Hallo,
    ich glaube dein Grosser braucht Hilfe um die Trennung zu verarbeiten. Er ist ja schon in der Frühpubertären Phase und weiss aktuell wohl selbst kaum was mit ihm los ist.

    Ich denke ein paar Stunden mit einem Profi werde helfen. Auch wenn wir immer meinen, dass unsere Kinder Trennungen , Streit ect. gut verkraftet haben, vergessen wir, dass es am Ende doch nur eine zerbrechliche Kinderseele ist.

    Alles gute für Euch :-)

    Was heißt denn kürzlich?

    Letzte Woche? Letzten Monat? Vor 3 Monaten?

    Unabhängig davon. Erinnere dich bitte mal an deinen allerschlimmsten Liebeskummer! Leg da noch ne schippe drauf, so fühlen sich deine Kinder gerade. Nicht sie haben sich getrennt, sondern du!
    Nicht sie müssen jetzt funktionieren, sondern du!

    Nicht nur das sie "Papa vermissen", nein, dann ändert sich noch so viel mehr. Neue Wohnung, neues Umfeld, zumindest neue Straße, neue Nachbarschaft.

    Vielleicht war die zue Nase ein Symptom für "Mama, meine Seele leidet! Ich will heulen und schreien und wütend sein! Auf dich und auf Papa und auf die ganze doofe Welt!"

    Was bekommt er? Nasenspray und ab in die Schule. "Stell dich nicht so an!" ist die Botschaft!

    Nehmt euch mal ne Auszeit! Fahrt in Mu-Ki-Kur, lasst euch ne Woche krank schreiben und nehmt euch Zeit zum quatschen und was schönes machen, wenn ihr nicht in Kur könnt. Fahrt vielleicht weg für ein paar Tage. Tut euch was gutes!

    Falls du jetzt denkst "geht nicht, ist Schule!". Pfeiff drauf, was ist schon eine Woche im Vergleich zur Schulpflicht, die erst mit 18 endet?

    Trau dich mal, dich auf die Kinder und ihte Gefühle einzulassen! Strafe ist doof, versuch lieber, einen ersten Faden zu deinen Kindern zu knüpfen!

    Alles liebe!

    • (10) 25.01.19 - 10:48

      Weißt Du ich war mit ihm am wochenende essen, alleine. Ich bin auf meinen Job angewiesen und kann nicht mal eben krank feiern oder in Mu-Ki Kur... ich bin nicht verbeamtet oder sowas.. vielen Dank für Deine lieb gemeinten Worte "Ironie off" übrigens ich funktioniere. Es gibt Essen, Heizung, schöne Kinderzimmer, kuscheln, Wärme.. aber auch ich bin nur ein Mensch und wegen einer Schnupfennase ist in meiner ganzen Familie noch nie jemand zu Hause geblieben. Desweitern hatten wir sowas direkt nach dem Auszug und da habe ich ihm ein paar Tage Auszeit von der Schule gegönnt...

(11) 24.01.19 - 13:56

Hallo,

also ich verstehe deine Kinder. Sie sind verunsichert und ich denke sie suchen die Bestätigung von Liebe.

So wie sich dein Text liest, scheinst du auch etwas überfordert zu sein.

Warum soll denn dein Kind fragen, ob er bei dir schlafen kann????
Das ist meiner Meinung nach ein Zeichen von deinem Kind! Nähe, Liebe und Sicherheit wird gesucht. Das sind doch Kinder!

Und das Thema mit dem Kinderarzt, hmmmm fühl dich bitte nicht angegriffen, aber das geht garnicht.

Ein Kind mit 12 kann schonmal allein zum Arzt ja, ABER nicht wenn es ihm schwindelig ist! Es hätte auf dem Weg sonst was passieren können!!! Und dann bist du sauer auf ihn, dass er nicht dort war?

Du hast geschrieben, dass er sagte " dir vertraue ich schon".... Es hört sich an, dass es noch ein ABER gibt.

Eine Trennung ist für die meisten Kids der Horror.

Vergiss bitte nicht, dass das noch KINDER sind. Bei deinen Kindern ist gerade eine riesige Blase geplatzt, die sich Familie nennt.

Du und der Vater der Kinder müsst euch zusammenreissen, der Kinder zu Liebe!

Setzt euch zu Viert an den Tisch oder trefft euch in einer kinderfreundlichen Umgebung und erklärt euren Kindern, dass ihr sie liebt!!!!!!

Alles Gute!

  • (12) 25.01.19 - 11:07

    mein kind soll fragen (aus respektsgründen) und ich habe noch nie nein gesagt. auch ich bin ein mensch und habe bedürfnisse, z.b. nach ruhe. ich sorge für einkommen und für die kinder ich brauche auch mal eine stunde am tag für mich. und wenn ich die nicht bekomme dann eben nachts. ich habe 2 kinder und der kleinere würde sihc mein bett mit dem großen teilen. der große sagt " wenn der kleine da schläft, schläft er nicht da" und setzt mich damit schon wieder unter druck und haut auf mein gewissen.

Was würde er denn in der Situation brauchen?
Was ist realistisch?

Meine sagt sehr deutlich, was sie braucht.
Z.B. kann das auch mal Betüddelung sein.

Ich lasse nicht alles durchgehen, aber wenn ich merke, dass sie einfach auch mal Betüddelung braucht, dann darf es das auch geben.

Kuscheln auf dem Sofa.
Wenn es arbeitstechnisch möglich ist, bringe ich sie zum Arzt oder hole sie von der Schule ab.

Für Krankheitsfälle gilt die Regelung:
- wenn ein Kind vorzeitig den Unterricht verlässt, MUSS es abgeholt werden. Nach Hause geschickt werden, geht von der Schule aus nicht.

Wenn es nicht notwendig ist, aber sie sich nicht gut fühlt, komme ich auch mal entgegen oder wir treffen uns auf halber Strecke.
Da mein Kind das nicht dauerhaft oder nicht aus Faulheit einfordert (im Gegenteil: sie ist schon in der Mama-ist-peinlich-Phase), dann ist es ok, wenn sie es mal braucht.

An Tagen, an denen es gar nicht geht, sage ich es vorher. Sie weiß aber sicher, dass ich immer abhole(n muss), wenn es seitens der Schule erforderlich ist.


Zum Arzt begleite ich sie auf Wunsch auch / bzw. auf Wunsch auch nicht (sofern mediinisch vertretbar). Noch ist sie nicht 14. Jedoch muss ich nicht immer im Raum dabei sein. Da haben wir eine Zwischenlösung und ich richte mich nach ihren Wünschen.

Bei Krankheit kann sie durchaus alleine bleiben. Jedoch würde ich ihr nicht die Verantwortung auferlegen. D.h. ich achte etwas mehr darauf, was sie braucht und SAGE das auch bzw. FRAGE
- heute kann ich früher kommen. / Mama, ich will meine Ruhe oder das wäre super, ich fühle mich nicht gut
- brauchst du etwas .... kann ich etwas mitbringen?
- heute schaffe ich erst um x Uhr zu Hause zu sein. Wenn etwas ist, kannst du mich erreichen unter...

Insgesamt gebe ich ihr Möglichkeiten mit, an denen sie sich orientieren kann. Das hilft uns beiden.

Ich selbst fordere meine Wünsche/Bedürfnisse auch ein. Keine Frage.
Jedoch achte ich darauf, dass diese nicht mit denen meines Kindes kollidieren. Kompromisse sind möglich.

Meine Tochter war auch 12 als wir Eltern uns getrennt haben.
In dem Schuljahr hatte sie 67 Fehltage, sie ist überhaupt nicht mit der Trennung zurecht gekommen.
Ihre Noten blieben gut, aber sie hat viel gelitten und geweint.
Ich habe in der Zeit oft an den Urbia Satz: Glückliche Mütter - glückliche Kinder gedacht.

Jetzt trifft der vielleicht sogar zu, aber eben erst 2 Jahre später.
Hinzu kam die Pubertät und die Hormonschwankungen, mit denen wir beide nicht so zurecht kamen.
Jetzt ist alles deutlich entspannter, aber es dauert eben...

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