Update: Neue Ehe und die Frage nach den alten Ringen

Hier ein kurzes Update von mir, falls es euch interessiert.

Meinen Ehering habe ich anfangs an einer Kette um den Hals getragen. Ziemlich schnell hat mich dieses ständige An-Aus genervt. Außerdem war es für mich ein unwürdiger Umgang mit dem Ring, der mir viel bedeutet.
Ich habe ihn dann mit Liebe abgelegt. Als ich ihn in die Schatulle zum Verlobungsring meines ersten Mannes (so ein Klassischer mit aufgesetztem Stein – war mir im Alltag schon immer zu unpraktisch, also habe ich ihn seit der Hochzeit nur zu besonderen Anlässen getragen) und seinem Ehering gelegt habe, ist mir bewusst aufgefallen, dass es drei Ringe sind und ich drei Kinder habe. Wenn sie älter sind, werde ich wahrscheinlich jedem von ihnen einen der Ringe geben. Wahrscheinlich unserer einzigen Tochter den Verlobungsring, weil sie ihn auch tragen kann, wenn sie das will. Vielleicht, wenn die Kids 18 werden, oder wenn sie heiraten. Da werde ich mir in den nächsten Jahren mal Gedanken drüber machen.

Bei der Namensfrage haben wir mittlerweile den zufriedenstellendsten Kompromiss gefunden: Mein Verlobter behält seinen Namen, ich werde einen Doppelnamen annehmen.
Ich möchte, dass meine Kinder weiterhin den Namen von ihrem leiblichen Vater tragen – das möchte ich weder ihm noch ihnen wegnehmen. Ich möchte nicht einen anderen Namen tragen als meine Kinder, allerdings auch den Namen meines Mannes. Mein Verlobter will verständlicherweise (alles andere fände ich auch seltsam und unpassend) nicht den Namen meines ersten Mannes annehmen.
Ich wollte zwar eigentlich nie einen Bindestrich-Namen haben, aber es ist die einzige Möglichkeit, alle unter einen Hut zu bringen.

Mittlerweile hat sich eine weitere kleine Baustelle aufgetan.
Am Wochenende waren wir bei einer Familienfeier und es liefen sehr viele Kinder herum. Seitdem beschäftigen wir uns beide mit der Frage, ob wir noch ein weiteres Kind haben wollen.
Eigentlich war das nie ein Thema. Ich wollten nie eine alte Mutter sein – einer der Gründe, warum ich nicht habilitiert habe, obwohl ich die Chance hatte. Er wollte auch nie ein alter Vater sein und hat eigentlich an seinem 40. Geburtstag (damals war er Single) mit dem Kinderwunsch abgeschlossen. Meine Kids sind mittlerweile auf eine gewisse Weise auch seine Kinder.
Wir haben einige Gedankenspielchen gemacht. Was, wenn wir es nach der Hochzeit angehen würden? In unserem Alter würde es wahrscheinlich nicht sofort klappen. Selbst wenn, wären wir bei der Geburt 44 bzw. 46 Jahre alt. Rechnet man das dann hoch zum 18. Geburtstag, sind wir dann „fast in Rente“, wie mein Verlobter sagte. Dann ist da noch die Frage, ob es für einen Nachzügler nicht blöd ist, kein Geschwisterkind in seinem Alter zu haben. Mein Verlobter ist sozusagen der „Vorzügler“ (seine Brüder sind 6 bzw. 7 Jahre jünger) und fand es oft blöd, quasi alleine zu sein. Wie wäre es für unsere Kinder? Will ich meinem Verlobten nur die Chance geben, ein leibliches Kind zu haben? Will ich diese besondere Verbindung und weshalb? Ist es ein echter Kinderwunsch oder nur Wehmut? – Wobei ich eigentlich froh, war als Kinderwagen, Windeln, KiGa etc. vorbei waren … #rofl
Wir wollen darüber im Gespräch bleiben und uns auch wirklich die Zeit nehmen, das zu entscheiden.

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Hallo,
Bitte nehme es mir nicht übel, was ich jetzt schreibe- aber es ist unwahrscheinlich, dass ihr zusammen ein Kind bekommen werdet. Aufgrund deines Alters.
Suche mal nach Statistiken. Diese werden durch Eizellenspenden etwas verzerrt. Mit eigenen Eizellen ist es wie ein Lottospiel. Versteift euch nicht.

Lg und alles Gute.

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Also deine Idee mit den Ringen finde ich klasse.Ebenso die Familiennamen. Hut ab, dass dein Mann es auch akzeptiert.

Wenn ihr beide noch gemeinsamen Nachwuchs möchtet finde ich es nicht schlimm von eurem Alter her. Es kommt für mich eher drauf an wie alt man sich fühlt und nicht wie alt man ist. Man sagt doch auch 40 ist das neue 30.
Euer Kind hat dann zwar keine gleichaltrigen Geschwister, aber es wird Freunde haben.

Windeln wechseln kannst du somit jetzt schon wieder auffrischen für deine Enkel😂🤭
Humor hast du ja.

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>>>Hut ab, dass dein Mann es auch akzeptiert.<<<

Hut ab? Wovor genau?

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Ich meinte die Namen damit, sowie dass ihr zukünftiger Mann nicht in das Klischee "mein Frau mein Name" fällt.

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Hübsche Idee mit den Ringen #pro
Ein Bindestrichname ist doch nichts Schlimmes, ich habe auch einen. Zum einen wollte ich damals nicht, dass meine Kinder anders heißen als ich (war damals einfach auch besser) zum anderen hatte mein zweiter Mann einen Allerweltsnamen, den es hier in der Umgebung so oft gibt wie Müller und Meier. Somit hatte mein Name auch ein Alleinstellungsmerkmal, was mir bis heute gefällt.
Den Kinderwunsch müsst ihr schon zusammen ausmachen, nur "ihm zuliebe" fände ich schwierig, wenn Du selber nicht unbedingt willst, was ich verstünde - denn die Pubertät mit fast 60 auszuhalten......auaaa #schwitz Meine Enkelin puber"tiert" gerade so vor sich hin - und es ist bei aller Affenliebe, die ich für sie empfinde, seeehr angenehm, dass dieses Kind auch Eltern hat #cool Diese mauligen Grundsatzdiskussionen vom Hundertsten ins Tausendste....so sag ich tschüss und geh heim #freu
Ich weiß, bei urbia freuen sich auch noch die fast Fünfzigjährigen über eine Schwangerschaft - aber ich bin da eben Realist - einmal darf mit Baby-Kleinkind-Pubi-Aufzucht auch Schluß sein und ihr dürft einfach nur Mann und Frau sein #verliebt
LG Moni

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"Ich habe ihn dann mit Liebe abgelegt"

Danke für Dein Update, das hast Du rührend geschrieben!
Die Lösungen, die ihr gefunden habt, sind toll und über die Ringe werden sich Deine Kinder freuen. Es wird Etwas ganz Besonderes für sie sein.

Zum Kinderwunsch: wenn ihr Pro und Contra für Euch abwägt und das Ergebnis 50/50 ist, dann lasst das Schicksal entscheiden.
Wenn es passiert, ist es so vorbestimmt und richtig. Wenn es dann nicht klappt, soll es nicht sein.
Alles Gute.#klee

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Huhu,

sehr schöne Lösungen, die du mit den Ringen und den Namen gefunden hast. :-)

Zu den Kindern: ich würde ja tatsächlich sagen, dass es eher danach klingt, als ob ihr euch bewusst werdet, dass sich nun eine Lebensphase schließt (und das ist die des Kinder bekommens) und so etwas will man natürlich einfach nicht so recht wahr haben und es heraus zögern.

Ja es gibt alte Eltern, aber nur weil ihr heute noch die Nerven hättet, so wisst ihr nicht, wie ihr dann die Pubertät überstehen würdet. Wie Frühchenomi schon andeutete, ab einem gewissen Alter ist man ggf auch froh, wenn man das Pubertier wieder abgeben darf.

Auch gesundheitlich weiß man nie wie es werden wird.
Nach hinten heraus werdet ihr irgendwann fehlen. Da ist das Kind kaum aus dem Haus, muss es sich ggf schon mit Pflegebedürftigkeit der Eltern auseinander setzen (ja es gibt die 90jährige, die noch fit ihren Haushalt schmeißt - aber in Heimen sitzen auch gerade mal ü 60jährige, die nicht mehr allein leben können aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen). Niemand weiß, was kommen wird - aber die Wahrscheinlichkeit, dass der 60jährige nicht mehr so fit ist wie der 40jährige ist eben einfach deutlich höher, ganz egal wie oft man sagt "man ist so alt wie man sich fühlt". Nein Biologie funktioniert so nicht …

In absehbarer Zeit sind doch deine Kinder soweit, dass man von der Seite mit Nachwuchs rechnen darf. Da wird sicherlich gerne Unterstützung angenommen, ihr könntet tolle Großeltern werden :-)

LG

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Unterstreiche ich nochmals voll.
Ja und ich deute es nicht nur an, ich bin wirklich froh, mein kleines süßes Pubertier manchmal einfach heimschicken zu können #schwitz
Geht nicht nur mir so - eine ehemalige Kollegin bekam auch ihrem jüngeren Mann zuliebe noch ein Kind, als ihre eigenen schon 16 und 18 waren - sie würde es auch nicht wieder tun. Wir telefonierten erst kürzlich. Die "Kleine" ist nun auch so ca. 14, die Mama Ende 50 - und fertig mit den Nerven, obwohl sich ihr Mann wirklich auch einbringt und Mühe gibt. Aber es kostet einfach Nerven, die man nach einem längeren Berufsleben einfach nicht mehr hat. Wie es bei Frauen ist, die die meiste Zeit zuhause waren, weiß ich natürlich nicht. ;-)
LG Moni

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Hallo!


Kinder in dem Alter sind ein Risiko, weil man leider nicht weiß, ob man wirklich noch 20 Jahre gesund bleibt. Das ist ja eigentlich das wichtigste an der Sache. Und auch Kinder in den 20ern brauchen schon noch ab und zu ihre Eltern. Außerdem sind kleine Kinder halt auch echt anstrengend, die durchwachten Nächte, der Stress, das dauernd aufpassen müssen... bist Du wirklich noch so fit?

Keine Frage, Kinder sind was tolles, aber vielleicht wäre es besser, sich noch ein paar Jahre zu gedulden und dafür glückliche Großeltern zu werden.

Ich bin jetzt 39, und ehrlich gesagt fühle ich mich jetzt schon zu alt. Auch gesundheitlich schon zu stark angeschlagen.

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Hi,

auch ich finde es toll, dass du für den Ring und für den Namen eine - wie ich finde - gute Lösung gefunden hast.

Zum Thema Kind möchte ich dir etwas mit auf den Weg geben aus Sicht eines Kindes, welches ebenfalls früh seinen Vater verloren hat. Meine Mutter hatte auch wieder eine Beziehung nach dem Tod meines Vaters - dieser Mann wurde uns zum Freund und einer Art 2. Vater. Ein weiteres Kind hätte sich für mich als Kind wie ein Betrug an meinem Vater angefühlt. Das kann ich nicht begründen, ich habe mir da aber vor Jahren mal Gedanken zu gemacht und für mich wäre das wirklich schlimm gewesen...

Ich bin selbst "ältere Mutter" aber mit 44 würde ich auch nicht nochmal von vorne anfangen wollen. Kümmert sich um die Kinder aus der Verwandtschaft und freut euch auf Enkel :-)

Liebe Grüße und alles Gute

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Ich habe auch das Andere von dir gelesen und nein, ich würde das mit einem gemeinsamen Kind lassen.
Ihr werdet damit nicht glücklich, es wird schwierig für jeden von euch, aber unterschiedlich und somit gibt es keine Basis der Schwierigkeiten die aufkommen werden.

Ich findet ihr passt bei bestimmten Emotionen nicht zusammen, die aber wichtig sind.
Das habe ich schn beim 1. Mal gedacht und das ist jetzt noch bestätigt.
Genauer erklären wäre drin, aber ich glaube nicht das du es ( jetzt schon ) auch verstehst/verstehen möchtest.

Nur...ich denke ihr macht euch beide was und auch das fordern, gebe und nehmen ist bei euch zu unterschiedlich.

Kann alles klappen so wie es jetzt ist, aber ein gemeinsames Kind....ne!

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Was meinst du denn, wo wir zu unterschiedlich sind?
Ich hatte nämlich in den letzten zwei Jahren immer den Eindruck, dass wir uns in unseren Unterschieden gut ergänzen. Wirklich ernste Auseinandersetzungen hatten wir auch nie und es war auch nie das Thema, das einer mehr vom anderen fordert, als er selber zu geben bereit ist, oder als der andere geben möchte.

Wenn mein Mann nicht möchte, dass ich den Ehering meines ersten Mannes weitertrage, dann tut es mir zwar weh, den Ring abzulegen, aber ich kann den Wunsch durchaus verstehen.

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Danke für eure Antworten:-)

Der Kinderwunsch ist bislang eher hypothetisch und je mehr Zeit vergeht, desto mehr habe ich den Eindruck, dass wir beide uns nur darüber gefreut haben, uns mit den ganzen süßen kleinen Kindern zu beschäftigen – die wir am Abend dann abgeben durften;-)
Vielleicht ist es auch ein wenig Schuldgefühl meinerseits, weil ich meine Kinder eigentlich erst mit 3 in den KiGa schicken wollte (und auch nur halbtags), durch den Tod meines Mannes die Jungs aber schon mit 1,5 bzw. ein paar Monaten in die Eingewöhnung mussten und dann auch immer den ganzen Tag dort waren. Aber sie machen nicht den Eindruck, als würden sie mir das vorwerfen:-)
Eigentlich sagt auch fast alles in uns Nein zu einem weiteren Kind, aber eben nur fast.