Trennung nach Psychose und nun wieder Kontakt, richtig oder falsch?

Hallo zusammen, ich habe hier vor einem guten halben Jahr berichtet, dass mein Partner in eine Psychose gerutscht ist und er Dinge getan hat, die zu einem sofortigen Abbruch der Partnerschaft geführt haben (hier der Link: https://www.urbia.de/forum/16-partnerschaft/5109377-trennung-nach-akuter-psychose-und-was-mach-ich-nun#p-35341614).

Wir hatten seit diesem Tag keinerlei Kontakt, ich habe aber über seine Mutter mitbekommen, was er macht und wie es vorprogrammiert war, hat er sein komplettes Leben gegen die Wand gefahren. Er hatte einen sehr guten Job, 2 Autos, ein Haus, hatte eigentlich ausgesorgt. Jetzt, nach einem halben Jahr, steht er vor den Trümmern seines Lebens, Job gekündigt, alles verloren, er hat nichts mehr, nicht mal mehr Geld, um sich etwas zum Essen zu kaufen.

Von seiner Mutter weiß ich nun, dass er im Moment versucht, sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen, er stünde fassungslos vor dem, was er getan hat und ist verzweifelt, aber er kämpft, arbeitet alle Punkte nacheinander ab.


Nun hat er im Zuge dessen auch zu mir Kontakt aufgenommen, mir ein Weihnachtsgeschenk zukommen lassen und ich habe mich bedankt. Seither schreiben wir ab und zu, alles ganz vorsichtig und eher allgemeine Themen betreffend. Ich denke aber, dass es irgendwann zu einem Treffen kommen wird, in dem wir das Geschehene besprechen werden, zumindest wäre das mein Wunsch. Nun stoße ich in meinem Umfeld auf wenig Verständnis, irgendwie kann niemand nachvollziehen, dass ich das Geschenk angenommen habe, mit ihm über alltägliche Dinge schreibe „als wäre nichts geschehen“ (für mich ist das eine ganz vorsichtige Annäherung, die die Basis legt für ein Gespräch), ich würde in alte Muster fallen u.s.w. Ja, ich habe alte Muster, dessen bin ich mir bewusst und tatsächlich weiß ich auch nicht, was hier richtig und falsch ist, wahrscheinlich bin ich zu verstrickt, um hier klar zu sehen. Da ist ein Mensch, mit dem mich viele Jahre verbinden, der gutes und schlechtes getan hat, der eine schlimme Krankheit hat und sich nun an jeden Strohhalm klammert um wieder ein normales Leben zu führen. Soll ich ihn wirklich abweisen? Soll ich auf mein Bauchgefühl hören und den Kontakt zulassen? Ich tendiere zu Zweiterem, aber vielleicht spalte ich da wirklich etwas ab. Vorweg, natürlich schließe ich das Aufleben der Partnerschaft gänzlich aus, dafür geht es mir heute viel zu gut, aber ich könnte mir vorstellen ihm zur Seite zu stehen, einfach ab und zu Kontakt zu haben und ja, auch mal zu helfen, wenn er Hilfe braucht. Ihr habt mir damals geholfen, etwas klarer zu sehen und ich hoffe, das funktioniert auch heute. Ganz lieben Dank an jeden, der sich das hier durchgelesen hat :-)


LG von einem alten Hasen

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Nein, nein, nein.
Sei froh, dass das Vergangenheit ist. Du bist kein Therapeut und wirklich nicht dafür verantwortlich, dass er wieder auf die Beine kommt.
Nur unverbindlich ab und an helfen wird nichts. Er macht sich dann Hoffnungen auf mehr, Du kannst nicht nein sagen und bist wieder mitten im Chaos mit drin. Bist Du wirklich so scharf darauf? Ich kann mich Deinem Umfeld nur anschließen, die Dich besser kennen und sich wohl berechtigte Sorgen machen.
Finger weg und Kontakt wieder einschlafen lassen. Du hast Dein eigenes Leben, Du musst kein Helfersyndrom ausleben, nur weil ihr eine Beziehung hattet. Es gibt auch krankmachende Beziehungen......
LG Moni

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Jemandem verzeihen und gleichzeitig achtsam sein und sich bei Bedarf sofort und kompromisslos wieder selbst schützen ist kein Widerspruch für mich. Kriegst Du das denn hin?

Eine Frage, die nicht unwichtig ist, wäre auch, was mit Deinem Sohn dabei geschieht. Darf er vom Kontakt wissen, würde es dann darauf drängen, selbst wieder Kontakt aufzunehmen? Würde er einen Rückfall, eine neuerliche Katastrophe verarbeiten können?

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"würde es dann darauf drängen" .. würde er..

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Zu Punkt 1: Ja, ich bin extrem wachsam und würde den Kontakt auch nur bis zu einem bestimmten, von mir festgelegten Punkt zulassen, sprich, ab und zu schreiben und Hilfe anbieten im Sinne von "so könnte der nächste Schritt aussehen".

Zu Punkt 2: Mein Sohn hatte recht bald wieder Kontakt zu ihm. Er hat täglich gefragt und mir war klar, dass er definitiv heimlich Kontakt aufnehmen wird, wenn ich es weiter verbiete und das wäre wirklich schlimm gewesen. Also haben wir offen gesprochen, ich habe ihm deutlich gesagt, dass ich einen Kontakt als sehr schwierig ansehe, ich es ihm aber nicht verbieten kann, ich habe ihm das Krankheitsbild erklärt, ihm gesagt, dass ich immer wissen möchte, wenn sie Kontakt haben und er mir sofort sagen muss, wenn ihm etwas komisch vorkommt, so war ich mir sicher, einen Blick auf die Situation zu haben. Das hat gut funktioniert, mein Sohn hat mir immer Screenshots von den Whatsapp-Kontakten geschickt und hat irgendwann, als es ihm dann doch zu komisch wurde, selbst den Kontakt wieder eingestellt. Das erste Mal geschrieben hat mein Sohn ihm dann wieder kurz vor Weihnachten, als er mitbekommen hat, dass er gerade versucht, sein Leben wieder zu ordnen, seither schreiben sie hin und wieder.

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Ich würde auf keinen Fall wieder in den persönlichen Kontakt mit ihm treten. Du hast den Absprung geschafft und dabei würde ich es belassen.
Ob man 10 oder 20 Jahre mit dem Menschen verbracht hat, ist für mich kein Argument, ständig in der Vergangenheit rumzuwühlen.
Besser ist, weiterhin Abstand zu halten und den Kontakt zu beenden.
Alles Gute für Dich und Deinen Sohn.

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Warum denkst Du, wäre es besser den Kontakt zu beenden? Das ist genau die Frage, die ich mir stelle. Ich habe die Befürchtung, sollte es nie zu einer Aussprache kommen, das mich diese Sache immer wieder einholen wird, wie eine Narbe, die einfach nur oberflächlich zuwuchert und bei jeder Berührung wieder aufgeht, verstehst Du, was ich meine?

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Absolut NEIN...du rutschtst da Schritt für Schritt wieder rein und das liest man 1000%ig raus, unabhängig davon das du ihm Hoffnungen machst auch wenn du ihm das anders erklärst.
lass es doch einfach mal gut sein und sieh wie es in einem Jahr aussieht.

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Ist er in Therapie oder wie "arbeitet" er die aufgelaufenen Punkte ab?

Wurde diese psychische Erkrankung im letzten Jahr überhaupt diagnostiziert oder wie kommt ihr darauf?

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Es wurde meines Wissens nicht diagnostiziert, aber ich arbeite in einer psychiatrischen Klinik und jeder, der das mitbekommen hat, hat gesagt, eine Psychose wie aus dem Lehrbuch. Es gibt natürlich viele Punkte, die darauf schließen, das würde hier nur den Rahmen sprengen.
Ob er in Therapie ist, weiß ich nicht, wir haben ja über das Thema noch nicht gesprochen. Das Abarbeiten der Punkte heißt, dass er sich bewirbt, um wieder zu arbeiten und seine Schulden abzubezahlen, seine in der Zeit gegründete Firma hat er zurück abgewickelt, sein Haus ist wieder aufgeräumt, sauber und ordentlich, er versucht, sich mit den Menschen auszusprechen, mit denen er sich in der Zeit überworfen hat. Das sind natürlich alles nur Äußerlichkeiten und ich weiß das alles auch nur von seiner Mutter, aber es klingt "normal", also auch nicht nach manischer Phase.

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Dafür dass du "vom Fach" bist, finde ich dein Ansinnen .....naiv, blauäugig, selbstüberschätzend, etwas selbstzerstörerisch.... mir fällt grad kein anderer Begriff ein.

Du weißt, wie es läuft, hast aber dennoch nichts unternehmen können, um IHN vor dem Worstcase zu bewahren und dich zu schützen. Letztlich blieb dir nur die Trennung.

Und nun willst du ihm den kleinen Finger reichen und hoffst, dass es nicht irgendwann der ganze Arm wird.
Als emotional nicht Beteiligte halte ich das für möglich. Aber in eurem Fall finde ich das Riskant. Du bist nicht seine Therapeutin und wirst es auch nicht werden.

Meine Schwester hat u. a. mit solchen Menschen (psychisch krank, aktuell oder ehemals drogen- oder alkoholabhängig usw.) ebenfalls berufsbedingt zu tun.
Sie fährt da beruflich schon eine GANZ straighte Schiene. Sie grenzt sich sehr deutlich ab. Sonst würde sie 365 Tage rund um die Uhr von ihren Klienten - so nennt sie sie, glaube ich -
vereinnahmt und angerufen. Mit jemandem privat würde sie NIE eine Beziehung eingehen. Sie sagt immer, dass sie einem die Energie aussaugen.

Ein klärendes, finales Gespräch finde ich in Ordnung. Dann hörst du, ob er in Therapie ist und sein Leben wirklich langfristig in den Griff kriegen will.
Die Frage nach dem "Warum", die du oben stellst, wenn ich mich richtig erinnere, ist doch obsolet. Ihr glaubtet doch zu wissen, woran er leidet.

Aber Hilfe anbieten oder gar mehr? Never!

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Hat er denn eine Therapie gemacht? Nimmt er Tabletten und ist gut eingestellt?
Die reine Erkenntnis seinerseits wird ja Nichts an seiner Krankheit und somit seinem Verhalten ändern.
Was, wenn er gerade wieder eine manische Phase hat und darauf wieder der Zusammenbruch folgt?

Die grosse Frage, die für mich vor Allem steht, lautet: Was genau ist heute Anders, als damals?

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Lieber alter Hase, ich möchte mich hier gern der Meinung deines Umfelds anschließen und dich eindringlich warnen.
Auf mich wirkt es so, als würdest du dich kolossal selbst überschätzen, in dem du denkst, die Situation unter Kontrolle bzw. im Griff zu haben.
Ich weiß übrigens aus eigener Erfahrung, wovon ich spreche. Deswegen fasse das bitte nicht als Kritik auf. So ist es nicht gemeint.
Letztlich hat sich die Situation im Vorjahr schon deiner Kontrolle unterzogen und du bist dabei sehr verletzt worden. Dein Sohn im Übrigen auch. Ihr beide.
Es bringt doch gar nichts, diese Verletzung und den Schock mit einem "er war eben psychotisch" wegrationalisieren zu wollen, der wichtige Punkt dabei ist doch gewesen, wie schlecht es euch dabei gegangen ist, wie erschüttert ihr gewesen seid.

Wie willst du denn verhindern, dass das wieder passiert, wenn du diesem Mann erneuten Zugriff in dein Leben lässt?
Du möchtest eine Erklärung für das Unerklärliche. Warum? Denkst du, dadurch wäre der Vorfall aus dem Vorjahr wiedergutzumachen?

Wenn ich dir einen Rat also geben darf, dann, lass die Tür fest zu. Lass ihn nicht mehr rein. Lass nicht mehr zu, dass er dir bzw. euch schadet. #klee

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Ja, Du hast absolut Recht und wenn ich meinen Kopf einschalte, sehe ich das alles ganz genauso, darum frage ich ja auch hier, um einfach das Für und Wider besser abwiegen zu können. Trotzdem ist da das Herz und ich weiß, dass dieser Mensch ein wirklich Guter ist, mit vielen Ecken und Kanten, die ihren Ursprung natürlich auch in Erlebtem haben, aber er ist ein guter Mensch. Er hat viel für mich und meinen Sohn gemacht, war immer selbstlos, ein Piep und er ist gesprungen, um zu helfen, bei uns und bei jedem anderen. Das, was da passiert ist, ist nicht rückgängig zu machen, es tut mir einfach nur unendlich leid :-(

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Hallo Du Liebe,
das braucht Dir nicht leid tun- Du konntest Nichts dafür.
Im Nachhinein sieht man oft nur noch die positiven Dinge, aber sei dir bewusst: dieser Mensch ist krank.
Wenn Du mit ihm wieder in Kontakt trittst, riskierst auch Du, krank zu werden, denn seine Sorgen würden Dich sehr belasten.
Es ist auch völlig unklar, ob er überhaupt eine Therapie machte, oder einsieht dass er krank ist.
Du hast den Absprung geschafft, belasse es dabei. Aus reinem Selbstschutz.
Leider kannst Du ihn nicht retten.

Ich wünsche Dir alles Gute#klee

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Ich kann gar nicht verstehen wieso Euer Gesprächsfaden komplett gerissen ist. Er hat eine Psychiatrische Erkrankung, die eine Behandlung mit sich gebracht hat oder? Wieso bist Du Ihm nicht beigestanden? Das verstehe ich nicht ganz, wenn Du 10 Jahre mit Ihm zusammen warst. Hattet Ihr eine gemeinsame Wohnung etc? Er hat die Dinge ja aus einer Krankheit heraus gemacht, oder verstehe ich das falsch. Sein Verhalten hätte die sofortige Entmündigung für mich bedeutet. Den Kaufrausch konnte man doch sicher rückgängig machen? Vielleicht habe ich nur zu oberflächlich gelesen aber wieso kam es wegen einer Psychose zur sofortigen Trennung? Wieso steht er wenn er vorher ausgesorgt hatte jetzt 1/2 halbes Jahr später komplett mittellos da? Sorry komme nicht ganz mit. Trotzdem würde ich mich definitiv aussprechen wollen, Ihr seid ja auf Grund seiner Krankheit getrennt und jetzt scheint es Ihm wieder besser zu gehen. Da sehe ich gar keinen Grund sich nicht auszusprechen

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Ich versuche mal, Deine Fragen zu beantworten. Ich weiß nicht, ob Du den Ursprungsbeitrag in dem Link genau gelesen hast.
Eine Entmündigung ist in so einem Fall nicht möglich, er kann mit seinem Geld ja machen was er will, auch mit seinem Körper und seinem ganzen Hab und Gut. Ich beschreibe mal kurz den Werdegang während seiner Psychose, damit Du verstehst, warum er jetzt völlig mittellos dasteht: Vor der Psychose hatte er eine manische Phase, der Beginn war, dass er einen Kredit über 35.000€ aufgenommen hat, welche er auf den Kopf gehauen hat, er hat nicht nur völlig verrückte Dinge gekauft, sondern auch diverse Firmen aufgekauft. Er hat dann von heute auf morgen seinen Job gekündigt und fröhlich weiter Geld ausgegeben. Irgendwann konnte er die ganzen Kredite nicht mehr bedienen, also hat er seine Autos verkauft. Dann wollte man ihm an sein Haus, das konnte er abwenden, indem er seine ganzen Reserven (Gold und Gartengrundstücke) verkauft hat, aber natürlich war auch das Geld irgendwann weg. Und ohne Job kommt natürlich auch nichts nach, ja, und nun hat er nichts mehr. Er hat sich in der Zeit riesige Tattos stechen lassen und hat, weil er nichts mehr gegessen hat, knapp 30kg abgenommen.
Die sofortige Trennung war damals die einzig logische Konsequenz, um mich und meinen Sohn zu schützen, ein Mensch in einer Psychose ist unberechenbar und von seiner Mutter weiß ich, das viele Dinge passiert sind, die ich dann schon nicht mehr mitbekommen habe. Ich habe damals hier geschrieben, weil ich dennoch überlegt habe, Kontakt aufzunehmen, das wurde mir erfolgreich ausgeredet und das war auch die absolut richtige Entscheidung, ich wäre überhaupt nicht an ihn rangekommen. Das ganze ging über Monate, erst seit Anfang Dezember kann man sagen, er ist "wieder da" und nun versucht er, irgendwie wieder Boden unter die Füße zu bekommen und sich auch mit den Menschen, die er in der Zeit zutiefst verletzt hat, auszusprechen. Ich weiß, ich sollte die Kraft haben, ihm das zu verwehren, die Meinungen in meinem Umfeld und auch hier sind eindeutig, ich hoffe, ich habe die Kraft dazu, denn mir tut das, was mit ihm und seinem Leben passiert ist, unglaublich leid, das wünscht man keinem :-(

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Ich meine das nicht böse, aber: Hast du selber schon mal über therapeutische Aufarbeitung dieser Beziehung nachgedacht oder bereits in Anspruch genommen? Dann könntest du dort auch klären, ob es in Zukunft geben sollte, und wie dieser gestaltet werden kann.
Ich bin der Meinung, dass weder der Rat von Arbeitskollegen (auch wenn sie „vom Fach“ sind) noch der Rat in einem Forum in deinem Fall ausreicht.

Pass gut auf dich auf und nimm unbedingt professionelle Beratung in Anspruch!
Was ich dir auch empfehlen kann, sind Selbsthilfegruppen für Angehörige psychisch Kranker. Dort könntest du ebenfalls wichtige Impulse mitnehmen und dich austauschen.

Alles Gute!
Travekind

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Ja, ich habe mir tatsächlich direkt damals therapeutische Hilfe gesucht, das ging allerdings komplett in die Hose, es hat überhaupt nicht gepasst, der Rat war, ich solle ein Grübeltagebuch führen, das war 2 Wochen nach der akuten Geschichte, da war ich raus :-( Ich habe danach auch keine Hilfe mehr in Anspruch genommen, allerdings tatsächlich Kontakt zu einer psychologischen Beratungsstelle für Angehörige von psychisch Kranken aufgenommen. Die Dame war sehr nett, hat mir jederzeit Hilfe angeboten. Ich wurde durch die Zeit dann doch am meisten durch die Oberärztin in der Klinik, in der ich arbeite, begleitet, wir hatten viele Gespräche. Aber Du hast Recht, mit der aktuellen Fragestellung sollte ich vielleicht nochmal den Versuch wagen und mit einer völlig neutralen unabhängigen Person sprechen, ich lasse mir das mal durch den Kopf gehen.
LG

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Aus Interesse: Weiß die Oberärztin von der aktuellen Entwicklung, und hat sie sich dazu geäußert?

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Hallo.
Also, ich kann verstehen dass du damit nicht abgeschlossen hast.

Ich verstehe allerdings auch nicht richtig warum du ihm damals nicht geholfen hast?
Ihr wart 10 Jahre zusammen & er war akut krank.
Hat denn niemand aus seinem Umfeld dafür gesorgt dass er Hilfe bekommt?
War und ist er denn in Behandlung?

Ich kann verstehen dass du dich & deine Familie damals zunächst einmal schützen wolltest.
Aber sich so komplett rausziehen und ihn seiner Krankheit überlassen find ich auch sehr seltsam...

Habt ihr damals denn versucht Hilfe für ihn in Anspruch zu nehmen?
Auch wenn du in einer KJP arbeitest, das ist mit Erwachsenen doch noch anders: zb kann man uU in Krankheit geschlossen Verträge / Kredite rückgängig machen. Usw...
Aber natürlich hätte er das damals nicht allein geschafft.

Deshalb kann ich nachvollziehen, dass du nicht abgeschlossen hast, wie denn auch.
Das war ja ein Ende in seiner akuten Erkrankung.

Mir wäre wichtig zu wissen wie es ihm geht und ob er in medizinischer Behandlung ist.
Für meinen Seelenfrieden. Du hast ihn ja Mal geliebt.
Wenn er medizinische Behandlung ablehnt, würde ich mich fernhalten. Und ihm das auch so sagen.

Alles Gute!

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Man hätte ihm nicht helfen können, er war so sehr in seiner Welt, diesen ganzen Wahnsinn kann sich keiner vorstellen. Seine Mutter war an ihm dran, als sie dann einmal gesagt hat, dass er Hilfe braucht, hat er sie geschüttelt und geschlagen. Sie ist daraufhin zur Polizei und hat ihn angezeigt, nur, um ihn vor sich selbst zu schützen, weil klar war, dass er sich in einer absoluten Abwärtsspirale befindet. Das ganze ging soweit, dass eine Zwangseinweisung überprüft wurde, dafür hat das Geschehene aber nicht gereicht, das wusste ich schon von meiner Chefin, sie hat viel viel schlimmere Dinge gesehen und die Leute waren nach 24 Stunden wieder draußen. Er hatte keinerlei Krankheitseinsicht, ich weiß nicht mal, ob er das heute hat, wir haben ja nicht miteinander gesprochen, nur ein paar Mal ganz oberflächlich geschrieben. Seine Mutter weiß auch nichts, sie traut sich auch nicht, genauer nachzufragen, das ist alles noch so fragil, sie hat Angst, dass er sich sofort wieder abwendet. Von außen betrachtet ist das sicher leicht, steckt man in der Situation, ist da nur Ohnmacht, leider, glaube mir, hätte es eine minimale Chance gegeben, ihm da rauszuhelfen, hätte ich es getan.