Kann ich Fremdgehen verzeihen?

    • (1) 11.02.19 - 17:47

      Da die Unterhaltung, auf die ich mir hier beziehe, zu alt ist und ich dort keine Antwort posten kann, erstelle ich eine neue.

      Ich verlinke die aber, da es hier immer viele Themen zu Fremdgehen und Trennungen gibt, mir es aber hauptsächlich um das Verzeihen geht.

      https://m.urbia.de/forum/16-partnerschaft/4538690-wer-wurde-betrogen-und-hat-verziehen

      Mir haben die Stellungnahmen geholfen, die erste Zeit durchzuhalten, nachdem ich von dem Fremdgehen erfahren habe. Daher möchte ich meine Erfahrung(en) auch teilen. Verzeihen kann ich meiner Meinung nach, da mir mein Verhalten von früher teilweise echt leid tut, ob ich mit dieser Frau aber weiter zusammen leben kann/will, glaube ich langsam nicht mehr.

      Merkwürdiger Weise schreiben hier zumeist Frau und sind zumindest hier häufiger die Betroffenen. Ich oute mich mal als Mann und auch meine Situation ist völlig anders, als die „übliche“ Fremdgehen Konstellation:

      Meine Frau ist fast 2 Jahre fremdgegangen. Hatte zwischenzeitlich eine fast normale Beziehung mit mir und unseren 2 Kindern geführt. Die partnerschaftliche Intimität ist aber mehr und mehr „verschwunden“, so dass wir uns für eine Paartherapie entschieden haben.

      Nachdem wir 3 Sitzungen hatten, hat sie mir dann an einem Wochenende von ihrer anderen Beziehung erzählt. ABER NUR weil die Ehefrau des Fremdgängers mir in einer Mail von deren sexuellem Austausch geschrieben hat!

      Etwas später (3-4 Wochen) habe ich noch erfahren, dass die beiden eigentlich schon geplant hatten, nicht nur ihre Treffen als Affäre zu sehen, sondern auch zusammenziehen wollten!

      Er hat aber einen Rückzieher gemacht und „meine“ Frau verlassen.

      Ich schreibe dies so ausführlich, da es sich doch recht eindeutig liest und meine entsprechende Reaktion auch so klar und logisch sein müsste. Und genau da zeigt sich für mich, wie hier auch vielfältig zu lesen, welch individuelle innere und äußere Haltungen möglich sind.

      Ich war am Anfang geschockt, tief betroffen und fühlte mich unendlich verletzt. Gleichzeitig war ich wie aufgewacht, spürte wieder meine tiefe Verbundenheit und Liebe (wie seit Jahren nicht mehr) und wollte erfahren, wie ich es dazu habe kommen lassen.

      Die nächsten 2 Monate habe ICH um unsere Beziehung gekämpft, bis ich erkannt habe, ihr Kampf dreht sich um IHN.

      Danach habe ich mich um meine Bedürfnisse gekümmert und beobachtet, was mit ihr möglich ist und was ich an uns verbindend oder trennend empfinde. Und damit machte ich mir die Entscheidung wirklich schwer.

      Es gibt so viele liebende Begegnungen, gerade auch mit den gemeinsamen Kindern (die Jüngste ist 4J) und auch viele Trennende. Die gab es aber immer schon und ich hatte sie als „übliche“ Unannehmlichkeiten akzeptiert. Jetzt bekommen sie eine andere Qualität.

      Ich wünschte mir, dass auch sie mehr zeigen würde, wie sehr sie an mir persönlich interessiert ist und nicht nur an meiner Vaterrolle. Es ist schwer genug, mit dem Vertrauensverlust zu leben, aber vielleicht hilft es mir am Ende, frei von ihr, zu gehen?

      Was mir hilft sind Briefe schreiben und Gedichte, auch wenn ich kaum eine Antwort dazu bekomme:

      • (2) 11.02.19 - 17:49

        Liebe Frau und Sonnenblume,
        bin Dir nah und doch so fern,
        hast mich tief verletzt unendlich,
        möcht uns Zeit geb`n, möcht ich gern.

        Sprichst mit mir wenn ich es möchte,
        zeigst Dich klug und sprachgewandt,
        was mir fehlt sind die Momente,
        als die Lieb bei Dir verschwand.

        Auch wenn Du sagst ich war nicht offen,
        hast so viel mit Dir geklärt,
        zu selten sah ich Dich betroffen,
        mit Schmerz der jetzt noch in Dir wärt.

        Ein Schmerz, der Dich dann von mir trennte,
        auch wenn nach außen nicht so klar,
        Du nahmst Dir Zeit, die ich verpennte,
        doch füreinander war`n nicht da.

        Ein Schmerz, der so viel Leid zufügte,
        auf beiden Seiten, Jahr für Jahr,
        der sei nicht schlimm, der mich belügte,
        das kann nicht stimmen, ist nicht war.

        Aus Schmerz wird Härte, die ich sah,
        die Du so manches Mal gezeigt,
        ich war verfangen, dir nicht nah,
        Du warst zum Ehebruch bereit.

        Was sich so liest als sei es deutlich,
        als seien Rollen klar verteilt,
        ist selbstverständlich nicht erkenntlich,
        uns unser Schicksal jetzt ereilt.

        Pur2019

        (3) 12.02.19 - 08:36

        Schön, wie klein du dich machst. Das macht es deiner Partnerin wirklich leicht. Je mehr du zweifelst, desto mehr fühlt Sie sich im Recht und legitimiert, dich weiterhin als Fußabtreter zu benutzen.

        Wenn du nicht gehst, werden weitere Affären folgen und sie dich von Mal zu Mal weniger ernst nehmen.

        Tu dir selbst einen Gefallen und gehe und hänge ihr nicht nach. Sie muss lernen, wie es ist, allein da zu stehen .

        Deine Psyche geht vor die Hunde....Nicht ihre.

        • (4) 12.02.19 - 23:48

          Danke für deine Antwort, auch wenn ich nicht sehe, das ich mich klein mache.

          Wenn man jemanden sehr nah ist, ist man in meinen Augen immer auch verletzlich/verletzbar. Die Offenheit macht ja gerade das “schöne“ in einer Beziehung erst möglich. Damit ist man immer auch der Unterlegene im Ernstfall.

          Nur Zweifel und Handlungsunfähig auf Dauer sind für sie dann wohl eine Legitimation. Und da muss ich gestehen: betrogen zu werden zerstört ganz schön das Selbstwertgefühl!!!

          Aber ich oute mich ja auch hier, um Meinungen von anderen zu bekommen, um mir dadurch klarer zu werden, was da vielleicht für „Spielchen“ laufen und was ich selbst will.

      Ich glaube nicht, dass es bei euch darum geht, ob du verzeihen kannst, denn deine Frau scheint überhaupt nicht an dir, deinen Gefühlen oder deinem Verzeihen interessiert zu sein.

      Sie scheint allerhöchstens an dir als Mittel zum Zweck (Kinderbetreuung, Geldgeber) interessiert zu sein.

      Du wirst dich immer weiter quälen, wenn du mit ihr zusammen bleibst. Nicht, weil du nicht verzeihen kannst, sondern weil du etwas von ihr willst, was sie dir nicht geben kann, nämlich Liebe.

      • Ja, das ist die große Frage!

        Ich sehe, das sich meine Schilderung der Situation ziemlich eindeutig anhört und wenig Spielraum lässt. Nach den längeren und intensiven Gesprächen mit ihr, glaube ich nur immer wieder (und vielleicht zu sehr), das sie es auch mit mir versuchen will.

        Diese Gespräche sind hier schwer vermittelbar und daher wohl auch ihre Absichten.

        Was eindeutig ist: Anders als hier immer beschrieben, nicht sie als Betrügerin kämpft um die Beziehung. Ihr Grund: Sie hatte sich ja von mir abgewendet, weil ich damals „dies und das“ getan, nicht getan habe. Das wäre ja jetzt nicht ungeschehen und sie wisse ja nicht, ob wir wirklich so gut zusammen passen würden. Das nach 8 Jahren Beziehung?

        Und da höre ich irgendwie raus, das wird nichts mehr. Oder gibt es hier eine Frau, die auch meint, so ein Verhalten ist nachvollziehbar, sie brauche nur mehr Zeit und kann es mir erklären?

        • (7) 13.02.19 - 13:35

          Ich höre raus, dass du mit einer Narzistin zusammen bist.

          Jedes Fehlverhalten von Ihr wird mit deinen Unzulänglichkeiten von Ihr entschuldigt und legitimiert.

          Und DU bist leider auch nicht besser...Eigentlich weisst du genau, was zu tun wäre.

          Entweder bist du devot und brauchst diese Spielchen oder du willst blind sein um definitive das Ende herauszuzögern und dich nicht an die neue Situation schnell gewöhnen zu müssen.

          Lass dich weiter treten verarschen und in den Dreck werfen wie ein Hund.

          In Ihren Augen bist du kein Mann sondern ein Fußabtreter.

          Lies dir deine Posts mal durch...Deine Frau will aufschauen. Zu einem Mann der sagt, wo es lang geht...Wo sie sich anlehnen kann. Sorry....aber bei deinem Verhalten findet sie das leider nicht bei DIR.

          Dich kann sie manipulieren und das auf die frechste Art und Weise. Für sie hast du keine Selbstachtung.

          Jemand, der nicht sehen will, dem kann man nicht helfen.

          Lerne zu leiden ohne zu klagen oder mach dich auf die Suche nach deiner Selbstachtung. Niemand kann Achtung von anderen erwarten, der keine eigene Achtung vor sich selbst besitzt. so Long......

          Ich lese heraus, dass sie dich manipuliert.

    Ich habe vor 7 Jahren exakt das gleiche durch wie du. Ich habe mich auf der Stelle (trotz Haus und 2 Kindern) von meiner Ex getrennt, weil ich der festen Überzeugung war, daß wer einmal fremdgeht, das auch wieder tut. Genau so kam es auch. Meine Ex hat ihre Affäre, zu der sie mitsamt unserer beiden Kinder mit fliegenden Fahnen hingezogen ist, nach nicht einmal einem Jahr mit dem nächsten betrogen. Fremdgeherei ist nach meiner persönlichen Überzeugung ein nicht zu akzeptierender (und nicht in den Griff zu bekommender) Charakterfehler. Dann lieber ein Ende mit Schrecken! Aus heutiger Sicht würde ich wieder so handeln - allerdings würde ich nie wieder den Fehler machen, meine Kinder zurückzulassen.

    • Ja, so sieht es bei mir jetzt auch aus. In den letzten Jahren habe ich aus heutiger Sicht zuviel zugelassen und ausgehalten.

      Es fehlt mir die Sicht, was ist „normal“, gesund, aktzeptabel und was sich Charakterzüge, die man beim anderen auch mal hinnehmen sollte/muss?

      Fremdgehen gehört auch in meinen Augen NICHT dazu. Da ich diese Frau im Laufe der Jahre aber auch sehr schätzen, achten und lieben gelernt habe und ein Teil von mir das immer noch tut, fällt mir die (aktive) Entscheidung emotional schwer.

      Aber wachsen wir nicht alle an geraden diesen von vielen Faktoren bestimmten Aufgaben? Zumindest wenn wir uns entscheiden und zu den Konsequenzen stehen.

      Ich suche mir jetzt eine Wohnung und bin gerne auch weiterhin offen für Anregungen und Mitteilungen von Euren Erfahrungen.

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