Leicht zu haben...

    • (1) 15.02.19 - 09:07
      RatloseRatgeberin

      Hallo liebes Forum.

      Ich weiß nicht so recht, für welche Kategorie ich mich entscheiden soll und versuche es hier:

      Ich bin mit meinem Latein am Ende. Eine Freundin weint sich immer wieder bei mir aus, aber ich weiß wirklich nicht mehr, was ich ihr sagen soll. Ich versuche den Spagat, sie zu trösten, ohne sie anzulügen. Ich möchte ihr die Wahrheit sagen, aber sie damit möglichst nicht verletzen.

      Folgendes. Wir wohnen auf dem Land, keine 20.000 Einwohner. Ich bin zugezogen, sie nicht. Hier dreht sich sehr viel um das Vereinsleben, Sport, Zeltfeste. Ich kenne schon Viele, da ich mit einem Einheimischen verheiratet bin, die Einheimischen untereinander kennen sich natürlich noch viel mehr. Hier kennt nahezu Jeder jeden.

      Die Freundin ist nun bereits über 40, seit Jahren alleinstehend, kinderlos. Sie ist sehr kinderlieb und hat sich immer eigene Kinder gewünscht. Sie ist bodenständig, normal hübsch, gebildet, berufstätig, sympathisch. Alles normal also. Dennoch kein Partner in Sicht.

      Aber, durch die ganzen Vereinsbekanntschaften, Parties etc ergibt es sich immer wieder, dass sie angesprochen wird und sich lockere Flirts ergeben, die immer zeitig oder direkt im Bett landen. Irgendwie hat es immer nur Bettgeschichtencharakter. Sie hätte gern eine Beziehung, aber man merkt ja, wenn die Männer nur dazu zu ihr kommen und keine öffentlichen Treffen etc wollen. Sie selbst sagt dann auch zu den Männern, man möge das vertraulich behandeln, damit sie keinen entsprechenden Ruf wegbekommt.

      Allerdings ist wohl genau das wohl längst der Fall, wie ich über andere Bekannte mal am Rande mitbekam, als ein völlig anderer Bekannter (sogar ihr Cousin, der natürlich nichts mit ihr hatte) wiederum einem meiner Bekannten zufällig erzählte, dass X ja leicht zu haben sei.

      Ob ihr das bewusst ist, weiß ich nicht. Ich verstehe ihr Dilemma, aber auch, dass sie eben nun so langsam verschrien ist. Auch weiß ich nicht mehr, wie ich sie trösten soll, denn so langsam denke ich auch, fährt ihr Familienplanungszug ohne sie ab. Sie tut mir leid, aber mir fällt nichts unverletzendes, positives zu sagen mehr ein.

      Was soll ich ihr nur sagen?
      In der Hoffnung auf freundliche Antworten,
      Eure Ratlose

      • Sag ihr einfach dass hintenrum geredet wird und sie sich ihre Bettgeschichten nicht im nahen Umkreis suchen soll. Ab einem Radius von 30 km vom eigenen Heimatort wird es entspannter.

        • (3) 15.02.19 - 09:44
          RatloseRatgeberin

          Sie sucht ja keine Bettgeschichten, sondern ist aus ihrer Sicht offen für eine Beziehung. Klappt ja auch bei zig anderen, wo sie alle aus dem Dorf sind und sich aus dem Verein kennen usw. Nur haben sich die Paare alle viel früher gefunden. Jetzt wäre es eher in der zweiten Runde die Chance, bei den gescheiterten Ehen. Aber wie gesagt, irgendwie wollen die Männer sie nur fürs Bett.

          • Hallo,

            ich finde, du gibst dir die Antwort doch selber:

            Das Problem sind die Männer,bzw der gesellschaftliche Unterschied, der hier immer noch gemacht wird, und wenn wir hundertmal im Jahr 2019 leben.

            Dass Männer die Hechte sind wenn sie möglichst alles bestäuben, was ihnen unter die Fühler kommt, während Frauen nach wie vor be- oder verurteilt werden, wenn sie ihre Sexualität frei ausleben (ob nun gewollt mit vielen wechselnden Partnern, oder in Hinblick auf eine mögliche Beziehung ist ja eig. uninteressant, da es niemanden etwas angeht, warum jmd mit jmd Sex hat)
            - diese Denke hat sich leider kaum verändert, und wenn man sich es noch so sehr wünschen würde.
            Auf diese Form von schnödem Alltegssexismus trifft man doch noch überall, auch heute noch.
            Sei offen, es ist deine Freundin.
            "Hey, du weißt ja wie die spießigen Ar***maden hier sind, es wird geredet, ich finde das solltest du wissen, weil ich dich lieb habe und es ka*ke finde, wenn jmd sich anmaßt, so über dich zu sprechen.." Und auch ich würde ihr raten, außerhalb des Dorfes zu suchen, wenn sie an einer echten Beziehung interessiert ist 😉
            Alles Gute 😊

      Hallo,
      Ich glaub ich würde ihr sagen sie solle die Finger von den Bekanntschaften über Verein & Co lassen. Offensichtlich kommt sie da nicht weiter. Vielleicht wäre Elitepartner/ Paarship besser für die Partnersuche?

      LG shealove

      Wenn du eine wirkliche Freundin bist, dann sag ihr die Wahrheit. Auch, wenn es für dich schwer ist und die Folgen nicht absehbar sind. Wenn deine Freundin erst mal den Ruf eines Wanderpokals weghat, dann wird sie (grade auf dem Dorfe) auch keinen Mann mehr finden, der sie als dauerhafte Frau an seiner Seite akzeptieren wird. In der Großstadt mag das anders sein - aber da ist das Angebot ja auch weit größer.

      • (9) 15.02.19 - 09:42

        Ja, dafür scheint es dann ja längst zu spät zu sein. Aber natürlich sollte ich den Mut haben, ihr das zu sagen.

        Sollten Vertreter von Doppelmoral und Frauenfeindlichkeit tatsächlich bevorzugt in Dörfern leben, wäre es doch Sache der Freundin, dem entgegenzutreten, statt Mitleid mit der Freundin zu haben.

        Aus einer Personengruppe von Männern, die Frauen in verächtlicher Wortwahl als Wanderpokal bezeichnen, braucht sie sowieso keinen Partner. Vielleicht lebt sie ja im Tal der Deppen und das ist das Problem.

        • (11) 15.02.19 - 12:01

          Ich habe hier keine andere Wortwahl wiedergegeben (!!) als " leicht zu haben".
          Und ganz wertneutral entspricht das den Tatsachen, wenn Jemand mmer wieder bereit ist, am ersten Abend mit Jemandem zu schlafen und danach auch angesagt unverbindlich. Das sagt nichts weiter aus, als man ist leicht, mit dieser Person zu schlafen.

          Und ich bezeichne Männer, die mit jeder Frau schlafen auch nicht als Hechte, sondern sehe das aus Sicht einer Beziehungssuchenden eher kritisch. Denn ich würde nicht erwarten, dass ein solcher Mann sich bei mir plötzlich anders benimmt. Also habe ich in dieser Hinsicht keine Vorurteile gegen Frauen.

          Auch habe ich meine Freundin nicht verurteilt. Ich verliere nur selbst die Hoffnung, dass sie noch eine Familie gründen wird, einfach aus Zeitmangel. Und was soll ich ihr da noch sagen ohne sie zu verletzen? Und die Frage (wie) soll ich ihr sagen, dass derart getratscht wird? Übrigens impliziert sie selbst dadurch, dass sie Verschwiegenheit von den Sexualpartnern erbittet, dass ein solches Bild eben entstehen kann.

          Mir, wie auch jedem anderen steht dazu eine Meinung zu. Ich finde es weder bei Männern noch bei Frauen gut, viel, wechselnden Sex zu haben, wenn man doch eigentlich auf der Suche nach einem Familienpartner ist, aber das muss jeder selber wissen. Und ich schrieb dazu auch, dass es schwer für sie ist und ich ihre Zwickmühle verstehe...

          • Ich habe hier keine andere Wortwahl wiedergegeben (!!) als " leicht zu haben".

            Richtig.

            Mein Beitrag war ja auch an einen anderen User gerichtet, der das Wort Wanderpokal benutzt hat und meint, dass keiner mehr deshalb die Frau an seiner Seite akzeptiert.

            Die Fragestellung, wie du ihr sagen sollst, dass über sie getratscht wird, hat toffilu schon gut beantwortet.

            Ich denke, der Threadverlauf wäre ein anderer gewesen, wenn die Überschrift gelautet hätte: Dorftratsch - meine Freundin findet keinen Partner. Dass du die wertende Bezeichnung "leicht zu haben", die nun mal negativ belegt ist für deine Freundin verwendest, finde ich eben mehr als fragwürdig. Wenn damit kein Urteil verbunden ist, weiß ich auch nicht. Du selbst kannst ja für dich sagen, dass du nie ein Interesse an wechselnden Sexualpartnern hattest, das kann sie aber doch halten, wie sie mag.

            Du kannst sie also unterstützen, indem du sie über den Tratschhaufen informierst, wie es toffilu vorgeschlagen hat und sie gleichzeitig unterstützen, indem du den Klatschtanten und -onkeln den Marsch bläst.

            Eigentliche Baustelle scheint aber doch zu sein, dass sie sich eine Parnerschaft wünscht und da wüsste ich nicht, was du für sie tun kannst, außer sie auf die typischen Portale zu verweisen oder sich in einem Umfeld umzuschauen, in dem die Schubladen etwas offener stehen als es im Tratschdorf zu sein scheint.

        Doppelmoral? Frauenfeidlichkeit? Was hat denn das damit zu tun? Und was sollte die Freundin tun um dem Ruf "entgegenzutreten"? Denkst du nicht, daß die Einzige, die etwas an dem Ruf ändern könnte, die betreffende Frau selbst wäre?

        Ich denke im Übrigen auch nicht, daß man per se sagen kann, daß auf dem Land oder in der Stadt "bessere" Menschen (Männer) leben. Aber die Sicht auf Frauen, die sich den zweifelhaften Ruf eines "Wanderpokals" erworben haben, dürfte bei allen Männergruppen nahezu identisch sein. Und das hat rein gar nichts mit "Frauenfeindlichkeit" zu tun. Die unterscheiden sich dann bestenfalls noch darin, ob sie trotzdem mit ihr "ihren Spaß" haben würden - oder ob sie im Hinblick auf den Ruf lieber dankend abwinken. Und da sehe ich die Stadt doch deutlich im Vorteil. Bis man sich so einen Ruf in einer ganzen Stadt "erarbeitet" hat - das dauert deutlich länger als in einem kleinen Dorf, bei dem bei jeder Festilität immer wieder die gleichen Personen anwesend sind.

        • Weder du noch ich können für "alle Männergruppen" reden.

          Allein schon die Bezeichnung einer Frau als "Wanderpokal" ist erniedrigend. Wenn man dir erklären muss, dass das eine vulgäre und respektlose Wortwahl ist, sprechen wir nicht dieselbe Sprache und können uns einen weiteren Austausch sparen.

          Dasselbe gilt für die Frage nach einer Doppelmoral.
          Du schreibst: "Die unterscheiden sich dann bestenfalls noch darin, ob sie trotzdem mit ihr "ihren Spaß" haben würden - oder ob sie im Hinblick auf den Ruf lieber dankend abwinken. "

          Die Männer, die dann ihren Spaß mit ihr haben : Nur, wenn du dann auch die Männer als Wanderpokal bezeichnest, wäre es keine Doppelmoral.

          Es gibt für weibliches Verhalten eine Vielzahl ebenso abwertender Bezeichnungen, welche kennst du für Männer?

          Die Frau hat gar nichts zu ändern, sondern nur darüber nachzudenken, ob sie selbst ihren Spaß haben möchte oder tatsächlich meint, über Sex mit "alten Bekannten" zu einer Beziehung zu kommen.

          • Nun, im Gegensatz zu dir bin ich ein Mann. Von daher denke ich schon, hier mitreden zu können. Ich denke, ich habe mit meinen fast 50 Jahren genügend Männergespräche geführt und mitbekommen um zu wissen, wie viele (nicht zu verwechseln mit ALLE) Männer ticken uns vor allem wie sie reden wenn sie unter anderen Männern sind. Mach dir lieber mal Gedanken darüber, ob solche "Titel" nicht ev. zu einem großen Prozentsatz von anderen Frauen "verliehen" werden. Aus Angst um "ihre" Männer und um mißliebige Konkurrentinnen aus dem Weg zu räumen...

            Und selbstverständlich weiß ich, daß Begriffe wie "Wanderpokal", "Schlampe", "Schwanzgarage" oder "Dorfmatratze" erniedrigend sind. Aber die Frage ist doch: was war zuerst da? Der Begriff - oder das Verhalten, aufgrund dessen diese wenig schmeichelhaften Titel "verliehen" werden? Im Übrigen solltest du dir nochmal die Mühe machen, meinen Post aufmerksam zu lesen. Ich habe keinesfalls die Freundin der TE so bezeichnet, sondern lediglich den Ruf mit dem passenden Wort benannt. Diese Worte gibt es - und die werden auch verwendet. Auch, wenn es dir nicht paßt.

            Übrigens sind Männer, die mit jeder Frau ins Bett steigen für mich kein Stück besser. Auch für die gibt es sicher (in Frauenkreisen) geeignete Bezeichnungen (Z.B. "Schlamper"?). Da solltest DU dich aber eigentlich besser auskennen (so als Frau).

            Ändern MUSS die Freundin der TE natürlich nichts. Sie kann weiterhin "ihren Spaß haben". Aber dann wird sich ihre Situation auch nicht ändern. Aus der Sicht vieler (wieder: nicht ALLER) Männer ist eine Frau die so offensive "ihren Spaß hat" genau das, was du nicht hören willst. Und damit garantiert keine Frau die man heiratet und mit der man Kinder bekommt. Das kann man beklagen und - mit Recht! - für vorsintflutlich halten - das ändert aber nichts an den Realitäten. Und die sind größtenteils nunmal so, wie es die TE beschreibt.

            Von daher bleibe ich dabei: raus aus dem Dorf und ein Neuanfang in einer größeren Stadt - und vielleicht mal etwas weniger "Gas" geben...

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