Ehe/Partner vs. weiterer Kinderwunsch Seite: 2

        • (26) 22.02.19 - 17:34

          Okay, trotzdem Gegenfrage :
          Warum ist es immer andersherum in Ordnung?

          Ist das nicht auch egoistisch?

          Das verstehe ich einfach nicht.

          • (27) 22.02.19 - 18:08

            Hallo.

            Du behauptest, nur deine Seite wäre egoistisch. Die andere aber nie. Natürlich kann man sagen, dass auch seine Seite egoistisch ist, aber er will deshalb nicht die Familie zerrütten. Und was soll man denn machen? Entweder will man noch ein Kind, oder nicht. Wie du schilderst, gibt es da keinen Kompromiss. Und die einzig logische Lösung ist da immer nur KEIN Kind! Bist du hier ehrlich zu uns und zu dir selbst, dass er im letzten Jahr wirklich auch vollen Herzens ein Kind wollte, oder vielleicht da auch schon teilweise nur dir zuliebe?

            Davon ab, ich bin sehr froh, dass ich mir keine Kinder mehr wünsche. Manchmal spüre ich Wehmut, den ich aber schnell wieder beiseite schiebe. Ich war damals auch überraschend sehr emotional in jedem Zyklus, der nicht erfolgreich war. Kinderwunsch ist ein sehr mächtiges Gefühl.

            Allerdings ist genau das anscheinend dein Problem. Durch dieses übermächtige Bedürfnis scheinst du nun mit aller Gewalt eine Trennung schön reden zu wollen, da du deinen Partner nun von Grund auf in Frage stellst. Das ist nicht fair! Würde er nun seine Meinung ändern, würdest du sofort mit ihm ein Kind zeugen wollen und erstmal wären die Bedenken wie weggefegt. Also auch hier: bist du ehrlich zu uns und zu dir selbst, was die Tragweite eurer Probleme angeht oder übertreibst du?

            Wenn eure Familie ansonsten bislang gut funktioniert hat, finde ich es abgrundtief falsch aufgrund weiteren Kinderwunsches drei bis vier Menschen zutiefst unglücklich zu machen, denn ich bin davon überzeugt, dass der Zeitpunkt kommen wirst, indem du nicht mehr durch den traurigen Schleier des unerfüllten Kinderwunsches auf die Situation blicken wirst und es vermutlich sehr bereuen wirst.

            Wirklich, ich kann mir deine Emotionen sehr gut vorstellen und ich möchte nicht mit dir tauschen, es tut mir sehr leid für dich. Aber bitte, mach dir bewusst, dass dieser schmerzhafte Wunsch dein weiteres Denken aktuell sehr trübt. Und genau deshalb solltest du wirklich darüber nachdenken, dir Hilfe von aussen zu nehmen, sollte es sich nicht von allein wieder normalisieren.

            Bitte gib deine Familie nicht auf!

            • (28) 22.02.19 - 21:45

              Deine Antwort ist sehr hilfreich, danke.

              Ich denke ich bin tatsächlich sehr verletzt.
              Ich fühle mich so machtlos in dieser Position, das kenne ich sonst nicht, da ich sonst ein sehr selbstbestimmtes Leben führen durfte.

              Dieser Thread hilft mir tatsächlich sehr, danke für diese tollen Antworten.

              • (29) 23.02.19 - 10:22

                Wirklich gerne.

                Du weißt ja selber, dass du gerade sehr emotional bist und das schließt rationales Denken sehr weit aus.

                Du hast an anderer Stelle von Co-Parenting geschrieben. Bzw dass du gedanklich noch nicht so weit bist, an Samenspende zu denken, wenn ich das richtig gelesen habe.

                Nun schreibst du hier in einem Forum. Kannst du dir nur ansatzweise vorstellen, diese Gedanken mit gemeinsamen Freunden oder deinen Eltern oder Schweigereltern zu besprechen? Vermutlich nicht? Und das aus gutem Grund, denn das sind wirklich hormongebeutelte, sehr verrückte Gedanken.

                Ihr blickt auf ein gemeinsam aufgebautes Leben zurück, dass sicherlich oft sehr schön war. Ihr wollt in guten und in schlechten Zeiten zusammen halten. Diese Zeit jetzt ist vor allem für dich schlecht und schwer, aber wirf nicht alles hin. Dass dein Mann rational handelt handelt, ist gut, auch wenn es im Moment für sich schmerzhaft ist. Wirf nicht alles Gute weg, weil es für dich nur im Moment so aussichtslos ist.

                Ich wünsche euch wirklich alles Gute und dir ganz bald wieder glückliche Zeiten!

                • (30) 23.02.19 - 18:56

                  Für deine tollen Antworten noch einmal danke👍

                  Ich muss wirklich sagen, dass ich froh bin im Forum gefragt zu haben, dass hat meinen Kopf doch sehr zurechtgerückt.

                  Ich denke auch, dass ich noch gar nichts wirklich verarbeitet habe, und zu sehr in meinen eigenen Sorgen gefangen bin.

                  Bei solchen Entscheidungen steht letztendlich immer eine Partei mit dem Rücken zur Wand, und man ist wirklich hilflos und wirft tief verletzt neidvolle Blicke auf andere.
                  Also erscheint einem die Flucht nach vorne immer verlockender.
                  Ich werde die nächste Zeit nutze, um alles neu zu ordnen, irgendwie ist alles ein einziges Chaos, und meine Kraft lässt auch nach. Da muss wirklich etwas passieren.

                  Danke nochmal für dich auch alles erdenklich Gute

                  • (31) 24.02.19 - 10:21

                    Das freut mich sehr, dass dir dein Thema hier niederzuschreiben geholfen hat. Mir hilft in meiner Ehe auch immer, mir bewusst zu machen, dass Jeder einfach unterschiedlich stark ist und unterschiedlich viel aushält. Aufzuwiegen bringt einem da gar nichts.

                    Dass du dir deine Gefühle so detailliert eingestehen kannst und auch erkennst, dass du da vielleicht nicht alleine herauskommt bzw derzeit einfach noch nicht alles verarbeitet hast, ist ein Zeichen von Stärke, die deinem Mann vielleicht fehlt. Ja, vielleicht bringst du das größere Opfer, aber wenn das bedeutet, dass ihr in einigen Monaten wieder eine intakte Familie seid, in der jeder auf seiner Ebene glücklich ist, dann kannst du stolz auf die schwere Zeit zurückblicken und weißt, dass du deinen Teil eingehalten hast, in schweren Zeiten zu deinem Mann zu stehen. Dabei geht es auch nicht darum, das überhaupt Jemandem zu sagen, aber du wirst daran wachsen, zu wissen, dass du für deine Familie stark gewesen bist. Das wünsche ich dir!

                    LG

          (32) 22.02.19 - 19:24

          Ja, das nervt mich auch immer.

          Wenn der Mann nein sagt, dann ist es alleine dein Problem...

          Dabei stimmt das gar nicht. Denn es wird sein Problem werden.
          Bei meinen Schwiegis war es auch so das sie gerne mehr Kinder gehabt hätte. Er lehnte da ab und gut wars - für Ihn. Kein Reden, kein Verständnis, kein gar nichts.

          Heute haben sie massive Probleme, weil sie ihm das so nachträgt.
          So wichtige Entscheidungen sollte man nicht so einfach abtun!

          • (33) 22.02.19 - 21:48

            Zumal meine Gedanken, auch wenn ich zB innerhalb der Familie darüber spreche, sofort als Schwachsinn angetan werden.
            Während für ihn alle Verständnis haben, da wir schließlich eh zu alt sind, die Kinder groß und bla bla...

            Ich habe Angst, dass ich ihn auch später mit anderen Augen sehe, denn ich sehe ihn schon im Moment ganz anders...

        (34) 22.02.19 - 20:18

        Das liegt daran, dass auf der einen Seite bloß eine Person leiden muss, auf der anderen jedoch oftmals mehrere und dann auch noch Kinder.

        Wenn jemand ein Kind zeugt, obwohl er es nicht möchte, führt das nicht selten zu einer Vielzahl von Problemen. Oft wird das Kind nicht richtig angenommen, weil es nicht gewollt ist. Dann kann sehr belastend für die Kinderseele sein.
        Unter dem Stress der ersten Jahre leidet die Beziehung/Ehe, weil einer der beiden Partner diesen Stress hat, obwohl er gar nicht bereit dafür ist und es vielleicht sogar nicht aushält, weil es ihn überfordert.
        Unter diesem Stress und den Streitereien leiden dann schlimmstenfalls nicht bloß die Eltern, sondern vor allem die großen Kinder, die ja in dieser vergifteten Atmosphäre leben müssen.
        Und zu guter letzt kann all das letztlich zur Trennung führen, die Kinder müssen sich aufteilen, die Mutter sitzt mit drei Kindern alleine im Alltag/ist alleinerziehend, das Geld ist knapp, die Existenzängste können kommen usw. usf.

        Das Risiko, das ein ungewolltes Kind eine Beziehung hart auf die Probe stellt und auch das Kind unter mangelnder Liebe sowie weitere Kinder unter der angespannten Situation leiden müssen, ist einfach sehr groß. Deshalb ist es vernünftiger und weniger egoistisch zu sagen, dass man kein Kind mehr will, wenn man sich nicht bereit dafür fühlt.

        • (35) 22.02.19 - 21:50

          Ich würde seinen Wunsch auch immer respektieren, natürlich.
          Nur leider habe ich im Moment einen anderen Wunsch... Das ist ja das Problem.

      (36) 22.02.19 - 21:26

      Beide Wünsche finde ich gleichwertig und gleichberechtigt, der Kinderwunsch und der Nichtkinderwunsch. Und beide gleichermaßen egoistisch ( ich meine das gar nicht negativ, es ist völlig normal, so leben zu wollen, wie man gern möchte).

      Weil es halt aber beim Kinderwunsch so schlecht geht, Kompromisse zu machen, weil man halbe Kinder nicht bekommen kann, und ein Kind eigentlich vom beiden Eltern gewollt sein sollte, sitzt halt der am längeren Hebel, der *kein* Kind will.

(38) 22.02.19 - 17:57

Ich kann das absolut nicht nachvollziehen. Du stellst Dein Glück über das deiner Kinder?
Die müssen eine Trennung akzeptieren, weil du ein gut reichendes Baby im Arm halten möchtest.
Oder lässt du die Kinder beim Mann, damit du dich auf die Suche nach einem neuen Mann machen kannst. Ohne Kinder–Anhang vielleicht bessere Chancen.

Wie wäre es mal mit einer Therapie, um das Leben wieder ins recht Licht zu rücken?

Urbia scheint immer egoistischer zu werden...ich will das mein Mann mir ein Baby macht, besser aufräumt, putzt, einen anderen Job annimmt, meinetwegen umzieht, etc. etc.

  • (39) 22.02.19 - 22:04

    Sag mal, hast du meinen Eingangspost gelesen?
    Ich will und werde meinen Mann zu gar nichts zwingen. Ich respektiere seine Wünsche,nichts desto trotz hadere ich und bin sehr traurig.
    Die Frage war, ob hier jemand sich in so einer Situation trennen würde oder getrennt hat.

    Ich würde niemals einem Partner, der in seiner Beziehung totunglücklich ist, raten, dass er/sie zusammenbleiben sollten, weil Kinder da sind.
    Kinder wünschen sich glückliche Eltern, und keine depressiven oder ewig streitendenden... Eltern.

    Mein Problem spielt sich auf der Beziehungsebene ab, und nicht auf def Elternebene, und ja- eine Trennung ist mit Sicherheit nichts, was ich meinen Kindern wünsche.
    Aber ich wünsche ihnen eine fröhliche Atmosphäre und eine Mutter, die sich kümmern kann und der es gut geht.
    Und meinem Mann eine Frau die ihn liebt und nicht wohlmöglich unbewusst ablehnt, weil sie ihm das nicht verzeihen kann.

    (40) 23.02.19 - 14:49

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    (41) 23.02.19 - 21:55

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(42) 22.02.19 - 18:03

Ich finde Deine Gedanken total nachvollziehbar! Kinderwunsch ist nun mal nicht rational zu erklären. Du weißt ja trotzdem, dass Du Glück hast, Kinder bekommen zu haben. Es gibt da halt keinen Kompromiss...
Vielleicht hat Dein Mann auch einfach Angst um Dich, dass Dich eine erneute Fehlgeburt wieder belastet. Oder auch die Schwangerschaft. Vielleicht könnte Dir doch eine Psychologie Beratung weiter helfen, Deine Wünsche zu verstehen.
Und es ist Dein Leben! Ich würde mir nicht anmaßen über Deine Gefühle zu urteilen.
Alles Liebe für Deine Familie!

  • (43) 22.02.19 - 22:09

    Ja, die hat er, das sagt er auch, und ich verstehe das,ich habe doch srlbst Angst.
    Aber leider kann ich nicht in die Zukunft sehen und ihm versprechen, dass alles beim nächsten Mal komplikationslos laufen wird.

    Er will das Thema gar nicht mehr besprechen, mittlerweile reagiert er unwirsch wenn ich das Thema anschneiden möchte, das hat viele Verletzungen bedeutet in letzter Zeit.
    Er ist mir so fremd und ich fühle mich so hilflos.

    Danke für deine Antwort

(44) 22.02.19 - 19:02

Rational gesehen ist deine Chance auf ein weiteres Kind mit 40 so gut wie null.
Es müsste ja nicht nur schnell ein williger Mann her, auch die Fruchtbarkeit nimmt jenseits 40 rapide ab, sehr hohe Chance auf Gendefekte etc.

Schon deswegen wirst du mit der Trennung nicht das erreichen, was du dir gerade wünschst!

Ob deine jetzige Beziehung noch Sinn macht, ist mMn eine ganz andere Frage und davon getrennt zu betrachten.

(46) 22.02.19 - 19:42

Gerade weil eure Beziehung schon so nicht rund läuft, solltest du den Gedanken an ein weiteres Kind weit weg schieben und erstmal die aktuellen Probleme in den Griff bekommen.

Ein weiteres Kind rettet keine Ehe, sondern ist eine zusätzliche Belastung...

  • (47) 22.02.19 - 22:12

    Ich möchte auf keinen Fall ein Kind zu so einem Zweck benutzen, es ist eher anders herum...

    • (48) 24.02.19 - 11:05

      Du meinst, die Eheprobleme kommen davon, weil du kein weiteres Kind bekommen darfst?
      Und wenn du schwänger wärst, würde die Ehe wieder laufen?

      • (49) 24.02.19 - 11:49

        Jain. Wir hatten bis zur FG einen gemeinsamen Kinderwunsch, und ich bin eigentlich noch mitten in der Trauerarbeit. Ihm ging oder geht es auch nicht gut, absolut nicht.
        Wir haben viele Gespräche geführt, und mein Mann kam zu dem Entschluss, doch keine Kinder mehr zu wollen, und dementsprechend möchte er auch eine endgültige Verhütung für sich, ich habe anfangs alles abgenickt, weil ich noch nichts verarbeitet hatte. Als ich dann mit der Zeit angesprochen habe, dass ich doch noch nicht so weit bin, endgültige Entscheidungen zu treffen, und es doch gerne noch einmal versuchen würde, hat sich zum ersten Mal in unserer Beziehung ein bitterböses Streitgespräch entwickelt.
        Er hat Dinge gesagt, die mich vieles in Frage stellen lassen, auch in den Gesprächsversuchen danach, er ist mir regelrecht fremd. Mittlerweile lässt er Gespräche zu diesem Thema gar nicht mehr zu. Wenn ich ihn bedränge, wird er sehr verletzend, das ist ein Verhalten, was ich in all den Ehejahren so nie erlebt habe.
        Jetzt stehe ich natürlich mit dem Rücken zur Wand, grübele, bin traurig, verletzt, hilflos, machtlos.
        Ich habe mir schon die verrücktesten Modelle ausgemalt, mich gefragt, ob ich jetzt dann einen Umbruch wagem sollte, oder nicht ich frage mich auch, wie wichtig ist mir dieser Kinderwunsch? Wir hatten einen gemeinsamen Lebensentwurf, und er hat ihn für sich jetzt völlig neu gestaltet. Und ich muss das akzeptieren, wenn wir unsere Ehe weiterführen, ob ich leide oder nicht. Und ich habe Angst, dass ich mich mit 50... wenn ich definitiv zu alt bin, ärgere und unglücklich bin, weil ich meinen eigenen Traum aufgab.

(50) 22.02.19 - 19:59

Hallo du mach keinen Quatsch! Ich würde dir Raten in dich zu gehen was die Ursache dieses Kinderwunsches ist. Ist etwas in deinem Leben im Argen, dass du in diesen Babywunsch projezierst. Sehnst du dich nach einer innigen, symbiotischen Beziehung weil du das von deinem Mann und Kindern nicht genug bekommst? Auch dieses Baby würde gross und selbständig werden. Vieleicht redest du mal mit jemandem in therapeutischer Hinsicht. Geniesse, schätze was du hast! Alles Gute

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