Was soll ich tun

    • (1) 23.02.19 - 21:28
      mellinna

      Guten Abend zusammen.
      Ich bin hier um mir mal den ganzen Mist von der Seele zu schreiben...
      Mein Mann und ich kennen uns seit 2008. Im Mai 2010 haben wir uns entschieden zusammen zu sein. Ungeplant und eigentlich viel zu früh, kam Kind 1 auf die Welt.
      Er hat schon immer viel gearbeitet und sich viel um sich gekümmert. Damals hat mich dieses "unbeschwerte" noch gereizt.
      Wir sind 2 Jahre später zusammen gezogen und es war echt schön.
      Dann hat er seinen Arbeitsplatz verloren weil die Firma pleite ging. Er hat sofort etwas anderes gefunden, aber war und ist dort nicht so glücklich.
      Er ist so unzufrieden mit sich selbst.
      2018 kam Kind Nummer 2. Diesmal geplant.
      Alles könnte so schön sein. Aber ich halte seine Unzufriedenheit nicht mehr aus.
      Er schläft seit der Schwangerschaft auf dem Sofa, Sex haben wir schon etwa ein Jahr nicht mehr.
      Er ignoriert mich, wenn ich in seinen Augen etwas "unsinniges" Frage oder erzähle, er beschimpft mich, leider auch im Beisein der Kinder und er ist so aggressiv. Er hat mich nicht angefasst, sonst wäre ich schon längst weg, aber er schreit, wirf Gegenstände und schlägt auf Tische.

      Wenn ich das alles so Revue passieren lasse gibt es eigentlich nur die Lösung zu gehen. Ich kann auch gar nicht mehr sagen ob da noch liebe ist...
      Aber, wir haben vor einem Jahr ein Haus gekauft und können jetzt im März endlich rein. Unser ganzes gespartes Geld steckt in dem Haus. Und wir haben einen ziemlich großen Kredit aufgenommen.
      Das ist wie ich feststellen muss, der größte Fehler den ich machen konnte.

      Normalerweise würde ich jedem von so einem Schritt abraten wenn es schon krieselt. Aber ich habe die Zeichen einfach nicht gesehen. Was soll ich jetzt tun?

      • (2) 23.02.19 - 21:35

        So, wie ich es herauslese, ist er wegen des Jobs unzufrieden?
        Hat er versucht einen neuen zu finden?
        Hast du mit ihm über eure Situation gesprochen? Was sagt er dazu?

        • (3) 23.02.19 - 21:44

          Ich habe schon oft mit ihm gesprochen. Ich habe das Gefühl das sein Leidensdruck was den Job angeht noch nicht groß genug ist,sonst würde er etwas ändern.
          Ich schaue ab und zu nach Jobs für ihn, aber bewerben muss er sich selbst.

          Es ist gerade so anstrengend mit ihm zusammen zu sein.
          Ich stell mich hier auf den Kopf. Bring ihm ab und zu Kuchen zur Arbeit, unternehme am Wochenende immer alleine was mit den Kindern damit er sich ausruhen kann und etwas für dich tun kann, aber alles ist nicht richtig. Immer mache ich alles falsch und bin am Ende noch die blöde

      Hallo Mellinna,


      ich habe den Eindruck das es bei euch schon länger Probleme gibt. Dein Mann ist unzufrieden mit sich selbst und das strahlt in euer Zusammenleben und zieht dich auch mit herunter.

      Sein Verhalten dir gegenüber ist nicht okay und ich möchte es auch als Gewalt beizeichnen . So wie du schreibst ist es keine körperliche Gewalt. Gewalt hat aber viele Gesichter. Psychische Gewalt ist ein Gesicht davon. Durch den Hauskauf ist es noch schwieriger sich eventuell von ihm zu trennen. Aber es sollte dich auch nicht von einer Trennung abhalten wenn du feststellst das du nicht mehr mit ihm zusammen leben kannst.
      Suche dir Hilfe, gehe zu Beratungsstellen und schilder dort dein Problem. Versuch jemand zu finden dem du dich anvertrauen kannst und versuch an der Situation etwas zu ändern. Ändert sich nichts und wirt es über kurz oder lang einer Selbstaufgabe gleich kommen.

      FG blaue-Rose

      • (5) 23.02.19 - 22:33

        Du hast recht. Etwa ein Jahr jetzt. Wenn ich dieses Haus irgendwie rückgängig machen könnte, dann würde ich.
        Im Prinzip bin ich nur noch deswegen hier.

        • Ich glaube dir das du nur noch wegen dem Haus bei ihm bist. Versuch aber alle Möglichkeiten auszuloten um dort weg zu kommen. Selbst wenn es einen erheblichen Verlust bedeutet kann ein Neuanfang besser sein.

          • (7) 23.02.19 - 23:54

            In der aktuellen Situation würde ich nicht ins Haus ziehen sondern eher zusehen, dass ich mich trenne und Ihr das Haus direkt wieder verkauft und mit der Kaufsumme den Kredit ablöst. Kleinere Wohnung suchen für die Kinder und Dich, oder ihn ausziehen lassen, wenn du die Wohnung allein halten kannst, Unterhalt für die Kids und Dich einfordern...

            Eine große Umstellung wirds ja nicht für dich, hast jetzt schon keinen Sex mehr, keine Hilfe bei Kids und Haushalt, keinen Mann im Bett neben dir, aber dann bist du wenigstens den miesgelaunten selbstunzufriedenen Typen mit seinen Beschimpfungen und Beleidigungen los. Der ist doch nur eine Belastung. Weg damit, du brauchst Kraft für deine Kinder, reib die nicht auf für ihn, deine Kinder brauchen dich mehr, er ist ein Energievampir, und du willst doch deinen Kindern nicht vorleben, dass SO Ehe und Partnerschaft aussehen, oder? Nachher führen die später auch solche Beziehungen, weil sie es nicht anders kennen.

            • (8) 24.02.19 - 05:42

              Das denke ich auch.
              Das letzte Mal als ich das angesprochen habe ist er aber total ausgerastet. Da war die kleine gerade ein paar Wochen alt und hat auf meinem Arm geschlafen. Er hat mich so angebrüllt das sie sich total erschrocken hat. Ich habe tatsächlich Angst das er mal ausholt und zuschlägt weil er so verzweifelt ist.

              Umso mehr weiß ich eigentlich das ich hier weg muss. Ich weiß nur nicht wie ich es anstellen soll. Wir werden wahrscheinlich total Verlust machen wegen dem Haus. Da kann ich mir mit den Kindern keine Wohnung leisten. Er wird uns auch nicht einfach so gehen lassen. Es hängt für ihn ja auch viel dran. Das nimmt er nicht einfach so hin.

              • (9) 24.02.19 - 08:19

                Ja, aber was willst Du machen sonst, aus Angst bleiben ist doch keine Option.

                Geh zu einer Frauenberatungsstelle, und zur Not, wenn Euch das mit dem Haus um die Ohren fliegt, musst Du eben Privatinsolvenz anmelden. In Deutschland muss keiner verhungern, dann wirst Du trotzdem mit den Kindern vom Sozialsystem aufgefangen. Sozialhilfe, Wohngeld, Hartz 4, Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt, wenn er nicht zahlen kann oder will, Wohnberechtigungsschein... du wirst auch ohne ihn leben können. Lass dich beraten.

                Kannst Du irgendwohin vorübergehend mit den Kindern, zu deinen Eltern z.B.? Ich kann dir nur aus eigener Erfahrung sagen: Bleiben macht Dich auf Dauer kaputt. Und wenn er so reagiert auf deine Trennungsgedanken, dann wird Dir nichts anderes bleiben als zu gehen ohne Vorwarnung, warten, bis er zur Arbeit geht, Sachen packen, Abschiedsbrief hinlegen und weg, bevor er wieder kommt. Rest über Anwalt und Jugendamt regeln. Dort von psychischer Gewalt (nichts Anderes ist das, was er tut) als Trennungsgrund erzählen und Deiner Angst vor seinen Ausrastern. Die kennen diese Geschichten zur Genüge, sodass Du da auch bei geteiltem Sorgerecht dann alle Unterstützung bekommst die Du brauchst. Hab es hinter mir und konnte in der gleichen Situation meine Kinder sogar trotz geteiltem Sorgerecht ohne seine Zustimmung an anderen Schulen anmelden in einer anderen Stadt.

                Kann dir nur sagen, es macht kaputt, auszuharren, warte nicht, bis Deine Kinder auch leiden, was sie im Grunde ja schon tun, wenn er trotz schlafendem Kind auf Deinem Arm sich so irre verhält, dass sie vor Schreck aus dem Schlaf fährt, die armen Kleinen kriegen mehr mit als man denkt und speichern das in ihren kleinen Seelen alles ab. Bin erst gegangen, als meine Kinder OFFENSICHTLICH litten, war schon fast zu spät, ich stand kurz vorm Selbstmord vor Verzweiflung. Hab dann einfach unsere Sachen gepackt und bin zu meinen Eltern mit den Kindern, ich hatte nichts mehr zu verlieren, mir war alles egal, Geld, Haus, Besitz, er, ich selbst - meine Kinder waren alles was ich noch von Wert hatte. Nach dem ersten Schock ging es mir aber sehr schnell besser, habe mir eine neue Wohnung besorgt, einen Job, alles mit den Ämtern geregelt, und sogar mit meinem Mann läuft es auf Distanz alles friedlich, nachdem er gerafft hat, dass er toben kann wie er will, ich komm nicht zurück. Die auch physische Sicherheit vor ihm bei meinen Eltern und eine Absage der Dame vom Jugendamt haben ihm klargemacht, dass er sein Besuchsrecht auf die Kinder verwirkt, wenn er nicht anfängt, kleine Brötchen zu backen. Ich kann dir nur raten: Einfach gegen, wenn Du gegen willst und sicher bist, dass es mit ihm keinen Sinn mehr hat. Alles weitere ergibt sich Schritt für Schritt, man muss nur erst mal raus, die Angst vor dem Berg, der dann vor einem liegt, ist größer als der Berg selbst, nach 2-3 Wochen hatte ich schon das Gröbste geregelt. Wenn du keine Familie oder Freunde hast, wo du mit den Kindern unterschlüpfen kannst für ein paar Wochen oder Monate, scheue dich nicht, auch über ein Frauenhaus nachzudenken. Alles Gute. ❤️ Und denk an die Kinder. Sie können niemals glücklich werden, wenn DU es nicht bist.

    (10) 24.02.19 - 01:01

    Schwierig schwierig
    Das man nicht alles sofort hinschmeissen will kann ich verstehen.
    Was ist mit Eheberatung? Das würde ich zur Bedingung machen.

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