Ich muss ständig meckern

    • (1) 24.02.19 - 18:26

      Hallo!
      Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht oft meckern muss. Ich habe es selber gar nicht mehr unter Kontrolle. Es wird immer schlimmer und ich bin total unglücklich. Am liebsten wäre ich tot.
      Wir haben einen 8 jährigen Sohn. Dessen Erziehung liegt gefühlt fast nur in meiner Hand. Wenn es nach meinem Mann ginge, dann müsste unser Sohn fast nie sein Zimmer aufräumen, dürfte ständig Tablett spielen, müsste niemals zuhause nach der Schule lernen, darf den ganzen Tag mit seinem mit Nutella verschmiertem Mund rumlaufen. Sobald ich Regeln aufstelle (die wunderbar funktionieren solange mein Mann nicht zuhause ist), tritt mein Mann sie wieder nieder. Unser Sohn hört gerne Hörspiel (laut übers Handy). Meine Regel lautete: Nicht im Wohnzimmer (denn ich möchte auch mal meine Ruhe haben). Dann kommt mein Mann nach Hause, spielt mit unserem Sohn ein Brettspiel im Wohnzimmer und nebenbei läuft die ganze Zeit diese Geschichte auf dem Handy. Ich habe mich inzwischen überhaupt nicht mehr im Griff. Kaum, dass wir uns ausgesprochen haben, geht es gleich wieder über zum nächsten Grund, weswegen ich schon wieder meckern muss. Unser Sohn soll nicht mit dreckigem Mund aus dem Haus. Gerade sagte ich ihm er soll seinen Mund abwischen. Dann war er beleidigt. Mein Mann meinte dann, ob das denn wirklich immer nötig sei, gerade da er da so sensibel reagiert. Ich erwiderte: Warum reagiert er wohl so sensibel? Weil Du immer alles durchgehen lässt... Zack, der nächste Streit. Unser Sohn bekommt alles mit. Ich halte es nicht mehr aus. Heute habe ich schon einen Abschiedsbrief geschrieben, weil ich sterben möchte. Aber keine Angst, ich tue mir nichts an. Ich habe Angst davor, dass bei einem Selbstmord im Jenseits für immer und ewig dafür bestraft werde. Also muss ich bleiben. Wenn ich weg wäre könnten die beiden den ganzen Sonntag auf der Couch liegen, nur ungesunde Sachen essen, beide Tablett spielen, nebenbei den Fernseher laufen lassen und zusätzlich auch noch Hörspiele übers Handy. Sie müssten nichts wegräumen und unser Sohn bräuchte niemals etwas lernen. Ich kann einfach nicht mehr. Mein Mann treibt mich noch in den Wahnsinn!!! Ich bin schon so weit, dass ich gar nicht mehr weiß ob ich verrückt bin oder er. Tatsache ist: Ich halte es nicht mehr aus! Unser Sohn ist ein absolutes Papakind. Er sieht aus wie Papa, darf bei Papa alles und Papa ist sein bester Freund. Ich fühle mich wie das fünfte Rad, das notwendige Übel, welches versucht für Struktur und Ordnung zu sorgen. Letztens war ich mit meinem Sohn bei einem Kinderpsychologen. Ich war total erstaunt, denn der Mann hat mir in allem Recht gegeben. Unser Sohn bräuchte ganz dringend Struktur, ganz klare Anweisungen, möglichst wenig Freiraum usw. Nun steht auch noch ein Termin mit meinem Mann an, weil er es mir nicht glaubt. Ich bin eine richtige Meckertante geworden und ich hasse mich selber dafür. Ich, die Schreien in der Erziehung total verabscheut, habe nun meinen Mann vor unserem Sohn schon mehrmals angeschrien. Ich bin einfach auf, ich kann nicht mehr. Zuhause halte ich es nur nur im Keller aus. Dort habe ich mir einen Raum mit Schreibtisch und Bett eingerichtet. Nach oben traue ich mich gar nicht mehr gehen, denn ich habe Angst, dass ich mich wieder ärgern muss. Wenn ich wüsste, dass ich für einen Selbstmord im Jenseits mit keinen Konsequenzen rechnen muss, dann wäre ich schon lange tot. Solange mein Mann arbeitet verstehe ich mich mit meinem Sohn, da ist alles prima. Aber sobald mein Mann nach Hause kommt, fühle ich mich hier wie in einem Irrenhaus und flüchte in den Keller. Er jammert, weil ich mich zurückziehe, aber ich halte es einfach nicht aus! Freitag habe ich ein Tabletverbot für dieses Wochenende ausgesprochen, da unser Sohn einen Tobsuchtsanfall hatte. Gestern (Samstag) hat mein Mann ihm das Tablet erlaubt. Als ich ausgeflippt bin, meinte er das könne ich ihm (unserem Sohn) nicht antun. Ich bin so auf 180! Anfangs hatte ich mich noch im Griff, aber je länger und öfter ich diesen ausweglosen Situationen ausgesetzt bin, desto mehr entwickle ich mich zur richtigen Meckertante. Ich finde inzwischen sieht man es mir auch schon an. Ich sehe einfach nur noch schrecklich aus. Ich habe mein Leben gegen die Wand gefahren und komme hier nicht mehr raus.

      • Meine Güte, was für ein Text ...

        Als erstes Mal: Höre auf von Selbstmord zu reden! Auch wenn du glaubst, dass wäre die Lösung, so ist es nicht. Die Hinterblieben werden mit so etwas dermaßen hart bestraft, das kannst du dir nicht vorstellen. Und ja, ich weiß wovon ich rede, konnte meinem Dad beim seelischen Verfall gradezu zugucken, nachdem sich seine Frau vor 5Jahren das Leben genommen hat.

        Dann als Zweites: Ihr solltet als Familie zu einem Psychologen gehen, der auf Familien- und Einzelsitzungen spezialisiert ist. Nicht nur du hast ein Problem, sondern ihr als Familie seid das große Problem.
        Während du nicht ernst genommen wirst, fehlt deinem Sohn die Struktur und der familieläre Zusammenhalt. Und was deinen Mann betrifft, der lebt anscheinend von einem Tag auf den anderen, sieht die Notwendigkeit einer Erziehung nicht und stellt somit deine Entscheidungen in ein schlechtes Licht.
        Dein Sohn macht es sich da natürlich einfach, er hält zu demjenigen, bei dem der lockere Umgangston herrscht.

        (3) 24.02.19 - 18:58

        Also zuerst mal: lass diesen Selbstmord Blödsinn wegen einem Mann. Kein Kerl der Welt ist es wert.
        Nimm dir eine Auszeit. Fahr zu deinen Eltern, Freunde, Hotel und lass die beiden feinen Herren mal ein paar Tage allein. Dann merkt dein Mann, dass die Regeln Sinn machen. Dein Sohn ist mit 8 ja auch nicht mehr so winzig. Das Handy würde ich gleich mitnehmen.
        Schreien ist übrigens menschlich und passiert eben mal. Lieber einmal ordentlich gebrüllt, als tausendmal "putzi putzi bitte bitte".
        Wenn du ein Mann wärst würde ich dir raten, dir Eier wachsen zu lassen. Du wirkst leider wie das typische "Opferlamm". Es gibt immer einen der macht, aber auch einen der machen lässt. Also setz dich durch.

        Hallo,

        das hört sich alles ganz schön verfahren an. Ich denke auch das du dir dringend profesionelle Hilfe holen solltest.

        Für jetzt spontan akut würde ich mich vom Hausarzt krank schreiben lassen und mich für mind. 4 Wochen vertschüssen.
        Sollen sie doch eine Weile mal schauen wie sie ohne deine Struktur und Ordnung auskommen. Wirklich nicht ansprechbar sein. Keine Unterstützung deinerseits. Nur die zwei Jungs (mehr ist dein Mann ja wohl nicht) und die schnell versiffte Wohnung, dazu Wäscheberge, kein All incl.

        Immer noch besser wie Selbstmord, das wäre ja für dich blöd.
        Aber ich würde wirklich raus aus der Situation und mir ein Stück eigenes Leben aufbauen - zur Not auch ohne die Beiden. So gehst du ganz offensichtilich kaputt.

        Ob Ihnen das so gefällt?
        Und wenn sie doch feststellen, das sie ohne dich nicht gut zurecht kommen, dann werden die Karten neu gemischt - und auch deine Regeln in Zukunft befolgt!

        Aber such dir wirklich Hilfe, wäre ja schade für dich und dein Leben!

        • Achtung, der Schuss kann brutal nach hinten losgehen.

          Bei einem Freund hatte sich die Frau auch in eine Kur verabschiedet, aus ganz ähnlichen Gründen.

          Und was ist passiert? Das Vater/Sohn Dreamteam hat sich auf einen gemeinsamen Nenner geeinigt. Wohnung war für Ihre Begriffe sauber, Wäsche wurde gewaschen, wenn nichts sauberes mehr da war, Bügeln eh komplett eingestellt, Staubsaugen reicht 1x pro Woche, Staubwischen wird ohnehin überbewertet und Pizza Dienst 3x pro Woche geht als gesunde Ernährung durch, wenn man einen Salat dazubestellt.

          Die 2 fanden es super und konnten noch viel weniger verstehen, warum Mutti so einen Aufstand wegen dem bisschen Haushalt macht.

          • ...ich bin voll stolz auf mich wenn ich es hinkriege 1× die Woche Staubzusaugen XD

            Ähm ein Bügelbrett gibt es in unserem Haushalt nicht und trotzdem läuft keiner von uns schlampig herum. Aber Jeans und Kaputzenpullis muss man auch nicht bügeln
            Schon spannend wie unterschiedlich die Haushaltsstandarts sein können

            • Wenn der Partner auf Kosten des anderen sich bei seinem Kind beliebt macht, das würde mich auch wütend machen. "Guter Cop/Böser Cop" Prinzip. Da ist ganz viel Redebedarf.

              Selbstmord ist keine gute Lösung. Es ist ein Irrtum, daß es deiner Familie ohne dich besser gehen würde. Sie wären am Boden zerstört. Sie lieben und brauchen dich!

              offtopic: Also ich sehe auch keine Kritikpunkte an der genannten Haushaltsführung... :-p

              Naja, da bei uns niemand freiwillig Bad & WC putzen würde, haben wir die Konsequenzen gezogen: Eine Putzfee kommt regelmäßig #cool

          Hallo.

          Im Ernst? Aber meinst du, das wäre auch komplett dauerhaft der Fall gewesen? Wenn der Geldbeutel ggf drunter leidet? Oder die Noten der Kinder? Wie ist denn das Ergebnisanschließend in deinem Bekanntenkreis?

          Es ist die Frage, wie lange man diese Spiel spielt, oder ob man als Frau daraus die Konsequenz zieht, sich mal eine ganze Weile komplett rauszunehmen, sich räumlich zu distanzieren. Wenn es auf Dauer so besser läuft...

          Traurig. Ich kann die TE sehr gut verstehen.

          • Dauerhaft wird es den beiden sicher schon eher bewusst.
            Ich wollte mit meinem Beispiel aus dem Bekanntenkreis auch nur sagen, dass es unter Umständen nicht damit getan ist, 4 Wochen Auszeit zu nehmen, mit der Erwartungshaltung zurückzukommen und plötzlich wird die Arbeit wertgeschätzt, weil Vater und Sohn eingesehen haben, dass es ohne Struktur der Mutter nicht geht.
            Im von mir beschriebenen Fall ist genau das nach hinten losgegangen.
            Das Paar ist übrigens heute getrennt.

            • Bei uns wäre es ähnlich. Wäre ich ein paar Tage oder Wochen weg, sie würden sich sehr schnell daran gewöhnen, dass sie noch weniger tun müssen. Bei uns würde der Schuss wirklich nach hinten los gehen.
              Mir geht es beim Aufräumen als Primärziel auch weniger um die Ordnung an sich. Mir geht es vor allem darum, dass unser Sohn vorgelebt bekommt, dass so etwas sein muss und ganz normal ist. Es ist bei uns auch meilenweit davon entfernt von perfekt aufgeräumt... das meine ich auch gar nicht.

        (12) 24.02.19 - 21:27

        Sogar wenn - in dieser Konstellation hat sie verloren, so oder so.

        Entweder sie dreht durch, oder ihre Jungs halten sie für Irre.

        Dann lieber Notbremse und ein neues Leben, besser als keins.

        Ich persönlich glaube auch nicht, das die Beiden das so nonchalant hinnehmem. Vielleicht am Anfang, aber wer macht Pausenbrote? Wer macht Hausi, räumt die schimmligen Brote au der Schultasche? Was ist wenn der Junge mal echte Sorgen hat? Ich glaube kaum, das der Vater in der Lage ist angemessen zu reagieren.

        • Das mache alles ich...
          Wenn unser Sohn Sorgen hat, dann ist Papa allerdings tatsächlich zur Stelle. Er liebt unseren Sohn über alles, das muss ich ihm hoch anrechnen. Er ist sein bester Kumpel und macht jeden Quatsch mit ihm (was ich wiederum nicht so gut finde). Mein Mann hat immer Angst ich könnte zu streng sein. Dabei tue ich das doch alles nur, weil es mir das Herz bricht wenn ich sehe, dass wir unseren Sohn zu einem Weichei erziehen. Der Kinderpsychologe hat es auch genauso ausgedrückt, das hat mir unglaublich viel Mut und Trost gegeben. Ich dachte immer ich sähe das alles verkehrt und sei wirklich die böse.

(14) 24.02.19 - 20:06

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(15) 25.02.19 - 06:20

Du machst das schon richtig mit dem Kinderpsychologen, vielleicht hat dein Mann ein Einsehen.

Eigentlich musst du dich gar nicht umbringen, du kannst einfach mit dem Kind ausziehen und dich scheiden lassen.

Und alles so machen, wie du möchtest, der Papa dann lediglich an den Besuchswochenenden.

Ich hoffe, du findest die Kraft noch, warte nicht, bis es zu spät ist.

Überlege, was du deinem Sohn mit deinem Suizid antuen würdest, das würde er nicht überstehen.

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