Mein langjähriger Partner ist hochverschuldet und nimmt es nicht ernst

    • (1) 27.02.19 - 19:35

      Guten Abend,
      heute fand ich diese Forum und würde gern mir was vom Herzen schreiben, momentan fühle ich mich einfach am Ende und ohne Kraft.

      Ich bin mit meinem Partner 20 Jahre zusammen gewesen; unsere Beziehung war immer etwas turbulent (ich möchte hier nicht auf Einzelheiten) eingehen. Vor ca. 4 Jahren fing mein Partner mit seinem "Selbststudium" an indem er anfing die Weltgeschichte zu durchleuchten. Es ist nicht anderes als die gesamte Bandbreite der Verschwörungstheorien, wir alle sind belogen worden und dienen nur als Sklaven.
      AM Anfang dachte ich er wäre überarbeitet und hat ein Ventil gesucht, es wurde aber immer schlimmer, am Ende glaubte er bzw. glaubt er, daß die Erde eine Scheibe ist,
      alle Wissenschaftler grosse Lügner sind, man niemandem trauen kann usw.
      Er rief tatsächlich bei der Nasa an um dort kundtun, daß die Bilder von der Erde ein Fake sind...ich denke spätestens hier weiss man daß er ein Problem hat.
      Sein Bruder der ihn meiner Meinung nach dazu animiert hat, sich mit diesen Themen zu befassen, ist ebenfalls ein großer Anhänger unserer Lügentheorien.
      Ich würde ebenfalls an die Lüge glauben und wäre ein Verräter aber er verzeihe mir, denn er hat mich lieb....
      Das ist das eine.
      Das andere Problem was immer in unserer Beziehung bestand war sein Umgang mit Geld. Er hatte während der gesamten Zeit Schulden, in der Regel gab er das Geld aus (was er nicht besass) für sehr Technikgeräte aus. Sein Auto hatte er auch so finanziert, aber dafür hatte ich noch Verständnis, da man es für die Arbeit nun mal benötigt.
      Weiterhin versuchte er eine Nebenständigkeit aus, die aber nicht fruchtete.
      Er selbst aber war von sich überzeugt es zu schaffen. ZU dieser Zeit befürchtete ich wieder, daß er seinen Kredit wieder erhöhen würde, wobei er mir nie wirklich verriet wie hoch die Schulden waren. Mein Gefühl hatte mich nicht getäuscht, ich fand tatsächlich dann den neuen Kreditvertrag von insgesamt 52000 EUR inclusive. Zinsen.
      Ich war in dem Moment so wütend und enttäuscht. Dazu die ganze Verschwörungsache, die unseren Alltag nicht einfach machte. Ich zog aus, weil ich es nicht aushielt. Er versprach Besserung und wieder auch was für seine Gesundheit zu tun.
      Er hatte während seinem Aufbau der Selbständigkeit fast permanent vor dem Computer gesessen, kaum geschlafen, war gereizt oder mal in Hochstimmung.
      Die Themen die und begleiteten waren seine Arbeit oder wie schlecht doch alles sei.
      Ich erkannte aber sein Problem und versuchte ihm zu helfen indem ich sanft dazu bewog
      mal kürzer zu treten sich den angenehmen Dingen des Lebens zu widmen, zusammen was zu unternehmen usw.
      Es sind nun 14 Monate vergangen und wir hängen da immer noch fest.
      Er sei doch alles in Ordnung und ich könnte wieder zurückkommen. Er liebt mich und seine Schulden wären doch kein Problem und das wird er schon schaffen, ich hätte damit nichts zu tun....Es sind immer noch 38000 EUR, die monatliche Bestattung hoch.
      Er meint, wenn ich zurückkäme, würde er jeden Monat 200 EUR zu Seite sparen können. Das müsste auch in etwa hinkommen, jedoch traue ich ihm nicht ganz, ob er das
      wirklich sparen wird. Die Selbstüberschätzung und das Ignorieren der Probleme
      stört mich zutiefst.
      Ich bin verunsichert was ich tun soll; ich liebe ihn nämlich immer noch oder das was
      gut an ihm ist. Ich sehe all unsere Erinnerungen der 20 Jahre und weiß nicht ob ich es riskieren soll.

      Ich glaube auch, daß wenn einer von euch das liest, denkt ich spinne...
      Vom Verstand her ist es irgendwie klar, nur das Herz kommt nicht hinterher..

      Danke Euch vorab

      • Hallo,
        da bist Du ja ganz schön in der Zwickmühle.

        Mein Überlebenstip an Dich in dieser Situation wäre eine strikte Trennung der Finanzen und ein Verbot an ihn mit Dir über die Weltverschwörung zu sprechen. Dafür hat er andere Leute.

        Sieh zu, dass Du nur noch die positiven Seiten der Beziehung an Dich heranlässt.

        Nimm ihm keine Verantwortung ab, er muss selber wissen, wie er mit seinen Schulden umgeht. Es gibt profesionelle Hilfe, die er in Anspruch nehmen kann.

        Für Dich gilt nur noch Schöne Zeit, Nettigkeiten und Charme, so wie am Anfang Eurer Beziehung als er sich von der besten Seite gezeigt hat. So sollte es nun für Dich werden. Alles schwere und negative muss er anderweitig bearbeiten.

        >>>Ich glaube auch, daß wenn einer von euch das liest, denkt ich spinne...<<<

        Ehrlich gesagt, ja, das denke ich.

        Niemals hätte ich es bei so einem Schaumschläger so lange ausgehalten.

        Ich bin absolut niemand, der schnell zu einer Trennung rät, aber hier krieg ich bei jedem Satz Fluchtimpulse...von Satz zu Satz mehr. Welche Zukunft siehst Du mit dem verschuldeten Spinner? Spätestens bei dem NASA-Vorfall wäre das Gartentürchen hinter mir zugeflogen. Gottseidank hast Du nichts unterschrieben, wie ich das verstehe. Bist Du gerade weg von ihm? Dann bleib es! Habt ihr Kinder? Dann halte sie wenigstens von diesem kruden Weltbild weg, damit sie es nicht auch noch annehmen....und verbreiten. Sie werden ja zum allgemeinen Gespött.
        Ich sehe hier keine gemeinsame glückliche Zukunft mehr bei seinem Verhalten; der würde mich jede Minute wahnsinnig machen, egal, wie er mal war. Es haben sich schon viele nette Menschen zu Katastrophen entwickelt. LG Moni

        • Ich weiß es hört sich alles krank an; er hat ja immer noch seine normalen Momente und ist der ganz liebe Mensch, so wie ich ihn kennengelernt habe. Mir ist klar, daß dahinter eine psychische Erkrankung vorliegt und dass er eigentlich eine ärztliche Hilfe benötigt. Er selbst ist aber der Meinung, es sei alles ok bei ihm und wir sind die, die der "Märchen" glauben.
          Wir haben keine Kinder und ich bin in eine andere Wohnung gezogen.
          Ich glaube immer ihn retten zu können...

      Ich könnte so einen weltfremden Spinner nicht ernst nehmen, geschweige denn lieben.

      • Wenn du mit jemanden 20 Jahre zusammen bis und sich dann langsam so einschleicht, kannst du nicht einfach sagen, ich liebe ihn nicht mehr.
        Es wäre genauso, wenn du mit jemanden zusammen wärst, der auf einmal
        anfangen würden Alkohol zu trinken. Es ist ebenso ein Krankheit.

        • "Wenn du mit jemanden 20 Jahre zusammen bis und sich dann langsam so einschleicht, kannst du nicht einfach sagen, ich liebe ihn nicht mehr."

          Das ist es eben: du liebst ihn dennoch. Dann bleibt dir nur, ihn zu einer Therapie zu bewegen oder die Dinge so zu belassen.

          Ich sagte nur, dass ich unter diesen Umständen nicht verliebt sein könnte. Bei dir ist es wohl anders.

    Mir ist aufgefallen Du schreibst hier sehr viel über ihn, sein Weltbild, seine Berufstätigkeit, seine Finanzen. Aber was ist mit Dir? Wo bleibst Du bei dem Ganzen? Hast Du Dich gefragt: Was sind meine Vorstellungen und Erwartungen an eine glückliche und funktionierende Beziehung? wie kann dieser Mann sie für mich erfüllen?
    Ist das noch eine Beziehung auf Augenhöhe oder ist es einfach nur Mitleid das mich bei ihm hält. Alles Gute für Euch!

    (10) 27.02.19 - 23:11

    Wenn er noch 38 k abzahlen will, dann reichen 200 Eiro im Monat aber nicht.

    (11) 28.02.19 - 05:54

    Hallo, das klingt ja schon krank, Googel doch mal manisch-depressiv, die Hochstimmung ohne Schlaf und Dauerarbeit klingen nach der Manie. Bei der NASA wegen sowas anrufen ist definitiv nicht mehr normal. Wenn ihr keine Kinder habt, würde ich ganz viel Abstand halten!!! LG

    Hallo,

    auch ich kann wie viele andere hier deine Gefühle nicht ganz nachvollziehen: das Ganze hört sich für mich nicht nach einer harmonischen und ausgewogenen Beziehung an.
    Auch kann ich nicht verstehen, wie man jemanden lieben kann, dessen eigene Wertevorstellungen so weit von den eigenen abweichen.
    Es hört sich auch so an, als würden seine Spinnereien viel Raum in eurer Beziehung einnehmen - Ignorieren kann man das also als Partner wohl schlecht.

    Ich verstehe natürlich, dass du an ihm hängst und neben diesem aktuellen Zustand eben auch die letzten 20 Jahre kennst und dich an glückliche Zeiten erinnerst.
    Aber Menschen verändern sich und das nicht immer zum Guten.

    Dennoch bleibt für mich die Kernfrage: kannst du dir JETZT unter diesen Umständen eine glückliche Zukunft mit ihm vorstellen? Glaubst du dass es möglich ist, dass ihr eine Beziehung führen könnt, in der ihr beide eure Vorstellungen und Werte leben könnt? In der du nicht ständig Rücksicht auf ihn nehmen musst, dir ständig Sorgen um ihn machst.

    Entgegen meiner obigen Einschätzung seiner "Spinnerei" muss ich allerdings auch sagen, dass sich das Verhalten nach einer psychosomatischen Störung anhört.
    Vielleicht hat er die gescheiterte Selbstständigkeit und seine Geldprobleme dahin getrieben, sich in Verschwörungstheorien zu flüchten, die ihm Halt und Sicherheit geben. Gesund ist das allerdings nicht.
    Vermutlich werden diese Theorien bei ihm aber schon viel zu tief sitzen, als dass er zu einer Therapie bereit wäre. Richtig?

    Also ich würde dir raten, dir ganz genau zu überlegen, was gut für DICH ist. Versuche die letzten 20 Jahre gefühlsmäßig ein bisschen auszublenden und konzentriere dich auf die jetzige Situation. Ich persönlich würde mich mit so einem Partner nicht wohlfühlen, könnte ihn nicht lieben und schon gar nicht mit ihm zusammen leben.

    LG und alles Gute!

    Liebe Evarosa!

    Ich befürchte auch, dass Dein Lebensgefährte eine bipolare Störung hat. Man sagt auch manisch-depressiv dazu. Es würden zumindest einige Symptome dazu passen. In jedem Falle hat er eine psychische Erkrankung, die behandelt werden sollte. Das Problem dabei ist nur, dass er sich nicht behandeln lassen wird, so lange er das Problem nicht selbst erkennt. Die fehlende Krankheitseinsicht ist ein Symptom der Erkrankung.

    Du solltest darauf achten, dass Du Dich nicht selbst kaputt machst, in dem Du ihn immer wieder versuchst, auf den Boden der Tatsachen zu holen. Das wird nicht klappen. Dabei arbeitest Du Dich nur auf.

    Es ist natürlich schwer, einen kranken Menschen im Stich zu lassen. Vielleicht denkt er aber in einem wachen Moment mal darüber nach, warum Du gegangen bist.

    Ich selbst habe eine Freundin, die eine bipolare Störung hat und sich nicht helfen lassen möchte, weil sie kein Problem sieht. Das Problem haben immer nur die anderen.

    Wenn Du mehr zu meinen Erfahrungen wissen möchtest, dann schreib mir eine PN.

    Liebe Grüße,
    babysunshine

    • Ja so sehr ich es auch; ich habe mich über diverse psychische Erkrankungen informiert, kann aber nicht genau einordnen um welche Störung es sich handeln könnte. Ein befreundeter Psychologe sagte mir auch, daß eine Ferndiagnose
      mit Vorsicht zu genießen ist, da muss ein Facharzt direkt mit dem Betroffenen sprechen.

      Ich würde mich trotzdem freuen, wenn du mir deine persönlichen Erfahrungen mitteilen würdest.

      • Hallo,
        Ich arbeite mit psychisch kranken Menschen zusammen und eigentlich ist es auch relativ egal, welche Störung er genau hat, könnte auch Richtung Schizophrenie gehen...allerdings gerade bei Verschwörungstheorien ist es sehr schwer, die Leute zu überzeugen, dass sie ein Problem haben- denn wenn du so argumentierst, bist du für die ja auch nur "gegen " sie.
        Allerdings könntest Du momentan ja darauf bestehen, dass er sich wenigstens auf eine gesprächstherapie einlässt, bevor du zurück kommst, vielleicht hilft das.

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