Neuer job nächsten Monat und Schwanger

    • (1) 01.03.19 - 19:30
      wie vorgehen

      Hallo,

      diesmal in Grau, weil die Schwangerschaft noch sehr frisch ist.

      Ich bin gerade dabei mir einen neuen Job an Land zu ziehen, werde nächste Woche den Vertrag unterschreiben und habe die vorherige Stelle schon in der Probezeit mit 2 Wochen Frist gekündigt.

      Nun habe ich heute positiv getestet und weiß nicht wie ich vorgehen soll. Da ich Erzieherin bin und in einer Kita anfangen werde zum 1. April, ist es sehr wahrscheinlich dass ich bei Bekanntwerden der Schwangerschaft Beschäftigungsverbot bekommen werde. Das hat den Hintergrund, dass in der Kita ein sehr hohes Infektionsrisiko besteht.
      Eigeltlich dürfte ich den neuen Arbeitsvertrag gar nicht eingehen, weil ich jetzt schon weiß, dass ich nicht arbeiten werde. Das wäre dem neuen Arbeitgeber gegenüber unfair.

      Andererseits ist es ja auch so, dass eine Schwangerschaft vor Ablauf der ersten 3 Monate ja gar nicht so sicher ist. Wäre peinlich dann nach Frühfehlgeburt die Arbeitsstelle anzutreten.

      Wenn ich aber einfach so in die Arbeitslosigkeit gehe und die Stelle absage, werde ich nach der Geburt auch nur den Mindestanspruch auf das Elterngeld haben. Fände ich für mich unfair, da ich seit 10 Jahren immer berufstätig gewesen bin.

      Mein Freund verdient zwar auch, würde uns mit durchfüttern wie er sagt, aber das fände ich auch nicht so schön.

      Wie würdet ihr vorgehen?

      • Warum hast du den den alten Job gekündigt, bevor du den neuen Vertrag unterschreibst?

        • (3) 01.03.19 - 19:42

          Ich wollte da so schnell wie möglich weg, zum April wäre die Probezeit abgelaufen und danach hätte ich eine längere Kündigungsfrist einhalten müssen.

          Erzieher sind sehr gesucht und es ist kein Problem eine Stelle zu finden, nur jetzt in meiner Lage ist es schon doof, dass ich schon gekündigt habe. Muss noch bis zum 31.03. dort bleiben und würde dann zu. 01.04. die neue Stelle antreten.

          Kündigung zurückziehen geht nicht, weil ich schon einiges gesagt habe, was mir nicht zusagt.

          • Hättest du bis nächste Woche zur Vertragesunterzeichnung gewartet, hättest du ja trotzdem die 2 Wochen eingehalten. Das ist natürlich jetzt blöd gelaufen und den Fehler machst du bestimmt kein zweites Mal.

            Allerdings wäre ich mir nicht so sicher, dass du definitiv ein BV bekommst. Der AG muss in erster Linie Dir einen schwangerschaftsgerechten Arbeitsplatz zuweisen. Diese Chance solltest du ihm auch einräumen. Gegen Infektionsrisiko kann man ja was tun (keine Risikogruppen betreuen etc.). Da du nun in der Zwickmühle sitzt, würde ich die Flucht nach vorne antreten und mit deinem AG bei der Unterzeichnung sprechen. Ehrlich währt am längsten.

            • (5) 01.03.19 - 20:23

              Hallo,
              ich bin nicht auf den BV aus. Wenn ich arbeiten darf, umso besser. Meiner Erfahrung ist nur, dass im Kindergarten die Schwangeren meistens nicht mehr kommen.

              Ich wäre im KiGa bereich eigesetzt, wo keine Wickelkinder sind. Die werden im gleichen Haus in der Krippe betreut.

              Bei meiner momentanen Stelle ist das nicht getrennt, so das ich auch wicklen muss. Hab mir schon eine Extraflasche Handesinfetkion und Handschuhe gekauft.

              Wenn ich aber gleich reinen Wein einschenke, dann werden die einen Teufel tun und mich unter Vertrag nehmen.

              • Du hast doch bereits die Zusage oder nicht? Also rein rechtlich gesehen besteht ja schon ein Vertrag.
                Und wenn dir im neuen Job kein BV droht, dann ist es doch umso besser für dich und deinen AG: du kannst da noch bis zum Mutterschutz arbeiten und dein AG hat genug Zeit, sich um eine Elternzeitvertretung zu kümmern. Wenn man Frauen einstellt, dann ist man sich immer bewusst, dass diese schwanger werden können. Also kann ich mir - ohne deinen neuen AG zu kennen - gut vorstellen, dass alles nur halb so schlimm wird. Meine Schwägerin hat auch im öffentlichen Dienst angefangen und mit reinem Gewissen bei der Vertragsunterzeichnung gesagt, dass sie schwanger ist. Ihr Chef hat sich gefreut und sie kann guten Gewissens nach der EZ dort wieder anfangen. Und auch sie wäre ohne diesen Job arbeitslos gewesen.

                Du sagst es doch selbst, Fachleute und eben Erzieher wie du werden händeringend gesucht. Da freut man sich doch lieber, dass man eine ehrliche Mitarbeiterin hat, die nach der Elternzeit wieder anfängt, als dass man hinterher herausfindet, dass man belogen wurde. 🤷‍♀️

      (7) 01.03.19 - 19:38

      Hallo

      Ist es ein unbefristeter Vertrag?

    Du solltest doch auf keinen Fall schlechter stellen bzw auf Geld verzichten, nur weil du schwanger bist. Also unterschreibe deinen Vertrag und sage dann, wenn alles unter Dach und Fach ist, dass du schwanger bist. Das ist blöd für den Arbeitgeber, aber der kann das schon verkraften.
    Dann bist du halt völlig geplättet und überrascht, sagst du hättest das mit der Schwangerschaft halt erst dann (in ein paar Wochen) rausgefunden. Der Arbeitgeber muss ja noch Ersatz für dich suchen, daher sag es so früh wie möglich aber so spät wie nötig.

    Bekommst du in deinem alten Job nicht auch ein BV? Das solltest du dir nicht holen bevor du deinem neuen Arbeitgeber Bescheid gesagt hast.

    Ich habe seinerzeit auch meinen neuen Job in einer Werbeagentur angefangen, lustigerweise als Ersatz für eine schwangere Mitarbeiterin, und habe nach vier Wochen vollkommen unwahrscheinlicher Weise und überraschend positiv getestet. Das Kind war nicht geplant und ich habe das leider alles auch ganz alleine durchziehen müssen. Mein Arbeitgeber jedenfalls hat damals leider sehr schlecht reagiert, den Mutterschutz ignoriert, Pausen, Arztgänge,.. nicht erlaubt, mich gemobbt (extra lange Meetings und Messen mit Flügen zu anstrengenden Kunden in ganz D) dazu zickiges Verhalten. Die haben mich so sehr gescheucht, dass ich irgendwann mit Frühwehen im Krankenhaus gelandet bin und mein Baby fast verloren hätte. Mein wunderbarer Frauenarzt hat dann die Notbremse gezogen und mich mit einem BV aus dem Rennen genommen. Ich hatte mich vor lauter schlechtem Gewissen vorher nicht gewehrt. Ich bin nach der Elternzeit nicht mehr in diesen Laden zurück. Ich fand das Verhalten mir gegenüber damals viel zu heftig.

    Also, ich finde Arbeit und Job sind wichtig, du und dein Baby wichtiger. Sei einfach so weit es geht ehrlich, dass du dich auf den Job gefreut hast aber das Schicksal es nun mal irgendwie anders vor hatte. Dass du gerne zurück kommst (bzw erst neu anfängst) nach der Elternzeit.

    Du wirst jeden Cent brauchen. Ist der neue Vertrag denn unbefristet?

    Alles Gute für dich und den Bauchzwerg.

    • Man kann sich ein BV nicht „holen“

      • (11) 01.03.19 - 20:17

        Wie läuft das denn ab? Weißt Du was darüber? Dann her damit.#winke

        • Dein Arbeitgeber muss für jede Tätigkeit eine Gefährdungsbeurteilung machen. Seit letztem Jahr muss da auch - unabhängig von einer tatsächlichen schwangeren Mitarbeiterin - eine Gefährdung hinsichtlich Schwangerschaft berücksichtigt sein.
          Anhand der Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber versuchen, die Tätigkeit oder den Arbeitsplatz so umzugestalten, dass eine Schwangere weiterhin beschäftigt werden kann. Kann er das nicht, muss er ihr eine Alternative anbieten (andere Tätigkeit, andere Arbeitszeiten, anderer Arbeitsplatz usw.). Und erst, wenn er DAS nicht kann, darf er per Gesetz (bzw. MUSS er dann zum Schutz der Schwangeren) ein BV aussprechen.
          Da die Bestimmungen nochmals strenger geworden sind und die Krankenkassen auch vermehrt prüfen und hinterfragen, ist es eben nicht mehr so selbstverständlich, dass es in bestimmten Berufen ein BV gibt, wie es vor ein paar Jahren noch war.

          Das BV von einem Arzt gibt es nur, wenn das Leben von Mutter und Kind gefährdet sind. Also die denkbar schlechteste Variante.

      Natürlich kann man es sich holen. Oder geben lassen. Oder ausstellen lassen. Oder darum bitten. Oder es, wenn es gemäß gesetzlicher Bestimmungen notwendig geworden ist, anordnen lassen. Nenn es doch wie du willst.

      Unterstellungen, sich so etwas freiwillig, aus Faulheit oder Unwillen geben zu lassen, sind fehl am Platz. Das Leben von Mutter und Kind wiegt nunmal und sehr zum Glück in diesem Land höher als die Interessen des Arbeitgebers an der Arbeitskraft der Mutter.

      Ich war damals sehr sehr froh, dass mir dieser Druck genommen wurde. Ich habe mich wirklich eingesetzt für meinen Arbeitgeber und es wurde mir nicht gedankt und mein Kind habe ich auch noch Gefahren ausgesetzt. Das muss ja nun nicht sein.

      Und in bestimmten Berufen, hier Kindergartenangestellte, muss man sich aufgrund des Infektionsrisikos das BV tatsächlich nur „abholen“. Das ist Standard.

      • „Sich holen“ impliziert, dass man darauf einen Einfluss hat. Da dies nicht der Fall ist, kann man es sich auch nicht holen.

        Es wird einem ausgestellt, entweder durch den AG oder durch den Arzt, und das unter gewissen Voraussetzungen, auf die man aber keinen Einfluss hat. Entweder gibt es keinen schwangerschaftsgerechten Arbeitsplatz oder das Leben von Mutter oder Kind ist gefährdet.

        Und ich habe nirgends irgendeine Unterstellung geschrieben, ich habe lediglich berichtigt, da viele denken, dass man es sich wünschen, holen oder sonst was kann. Und DAS geht nun mal nicht. Da kann man es nennen, wie man will...🤷‍♀️

(15) 01.03.19 - 20:14

Danke für Deinen tollen Beitrag.

Der Neue Vertrag wäre auch unbefristet und sogar besser bezahlt als der alte. Daher mein schlechtes Gewissen.

Aber ok ich werde Pokerface aufsetzen, mich einarbeiten lassen und versprechen in einem Jahr wiederzukommen. An der Kita ist auch eine Krippe und ein Hort. Ich könnte da mein Kleines betreuen lassen, während ich im Kindergartenbereich eingesetzt werden würde.

Mein Freund arbeitet in der Pflege und hat berichtet, dass die Kolleginnen dort auch Beschäftigungsverbot bekommen, aber meistens erst nach dem 3 Monat die Schwangerschaft bekannt geben.

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