Traumata – verarbeitung

    • (1) 05.03.19 - 09:47
      Traumatata

      Hallo,

      ich habe eine Frage und möchte gerne anonym bleiben. Es geht um eines meiner Kinder.

      Ich bin alleinerziehend und das hat unter anderem Gründe wie Ausbrüche seitens meines Mannes, der oft gestresst ist und daher auch oft sehr laut werden kann.

      Insbesondere im Alter von 3-8 haben die Kinder seine aufbrausende Art zu spüren bekommen. Es kam sogar soweit, dass das Kind nach einem solchen Anfall im Kinderzimmer auf dem nackten Fußboden einschlief. Furchtbarer Anblick. Ich muss dazu sagen, geschlagen bzw. körperliche Gewalt gab es bei uns nicht.
      Häufig habe ich versucht es etwas abzumildern, die Kinder zu schützen und zu trösten. Je nachdem was war und wenn es gerechtfertigt war zu schimpfen habe ich mich aber auch rausgehalten.

      Seit der Trennung scheint alles etwas ruhiger geworden zu sein. Die Kinder gehen teilweise gerne zum Vater, es sei denn es werden viele Schulaufgaben gemacht, dann hält sich die Lust in Grenzen.

      Dennoch neulich sagte mein größeres Kind (er hat mich angelogen) als Begründung, weil der Vater früher so viel geschrien hat und er so viel Ärger bekommen hat. Meine Frage, kann man so eine Erinnerung überhaupt irgendwie "gut" verarbeiten / abschließen oder wird sich das ein Leben lang durchziehen? Wie kann ich ihm helfen?

      Heute sind sie mit dem Vater unterwegs und beide haben sich richtig gefreut, das letzte Wochenende beim Vater war wohl auch "gut" sagte das kleinere Kind. Ich habe im übrigen nicht danach gefragt, das kam vom Kind von ganz allein. Sie scheinen also eine gute Zeit zu haben. Dennoch habe ich selbst die Erfahrung gemacht, mit einem despotischen Stiefvater, Themen die Stress geben könnten zu vermeiden. Klar freue ich mich heute wenn ich meinen Stiefvater mal treffe, aber es kann ganz schnell umschlagen und dann kommt wieder ganz viel Wut und Hass und ich vertraue ihm auch nicht...

      Es ist natürlich ein Unterschied ob leiblicher Vater oder Stiefvater. Wovor ich ein bisschen Angst habe, ist dass die Kinder so sehr nach Liebe suchen (welche sie auch bekommen) dass sie sich anpassen bis zur unkenntlichkeit.

      Ich frage mich einfach, wie lange dauert es, dass mein Kind nicht mehr lügt weil es wieder mehr vertrauen fasst. Warum es mich anlügt ist vermutlich dem geshculdet, dass es denkt, dass ich es weiter erzählen könnte oder was weiß ich?

      LG

      • Hallo,

        wenn Kinder Elter anlügen, dann befinden sie sich wahrscheinlich in einem Loyalitätskonflikt.

        Das vorderste Interesse eines Kindes ist, dass sich seine Eltern nicht streiten, egal ob diese zusammenleben oder nicht.

        NImm die Flunkereien nicht zu ernst und schimpfe Deine Kinder deswegen nicht aus. Es reicht einfach zu sagen, welche Wahrheit dir bekannt ist, ohne dann Dein Kind abzu werten weil Lügen falsch ist. Das weiß es selber auch schon.

        (3) 05.03.19 - 11:07

        So richtig schlau werde ich aus deinem Text nicht. Haben die Kinder denn Traumata erlitten, die es zu verarbeiten gilt? Dass mal jemand auf dem Boden einschläft, finde ich jetzt spontan nicht so dramatisch - und auch wenn das für dich kein guter Anblick war, würde ich nicht zwangsläufig davon ausgehen, dass dadurch ein schwerer Schaden eingetreten ist.
        Dass dein Kind dich anschwindelt, kann tausend Gründe haben. er kann sauer auf seinen Vater gewesen sein, er kann gespürt haben, dass es zwischen euch Spannungen gibt, und wollte es dir deshalb recht machen oderoderoder. für am wenigsten wahrscheinlich halte ich, dass es Angst hat, du könntest etwas weiter erzählen (was denn eigentlich?).

          • (5) 05.03.19 - 17:26

            Mach Dir nicht all zu große Sorgen. Ich finde es von deinem Kind schon eine enorme kognitive Leistung, dass es von selbst das Lügen in Verbindung gebracht hat mit der Angst vor Schimpfen. Das ist gar nicht selbstverständlich, dass Kinder diesen Zusammenhang selbst herstellen. Wenn Du jetzt Deinem Kind in Eurem neuen Alltag zeigst, dass es keine Angst mehr zu haben braucht, die Wahrheit zu sagen, dann wird das Lügen sicher auch von allein wieder aufhören.

            Mach kein Drama drum, Kinder können viel verkraften und verarbeiten, man kann ihnen aber leicht ein Trauma einreden, wenn man selbst dauernd ängstlich dieses Thema anschneidet. Klingt jedenfalls für mich so, dass Dein Kind "richtig" und "falsch" selbst gut einschätzen und werten kann, damit seid Ihr auf einem guten Weg, denke ich.

      (6) 05.03.19 - 23:17

      Also ich habe dich so verstanden, dass dein Kleiner gelogen hatte, weil er Angst hatte das Du ähnlich wie der Vater damals reagierst und ausrastest. Also das er deswegen nicht die Wahrheit sagen wollte, weil er Angst hatte, die selbe Reaktion zu bekommen wie damals beim Papa, oder?

      Hab ich das richtig aufgefasst?

    • (7) 05.03.19 - 23:19

      Wie sahen die Ausbrüche deines Mannes denn aus?

      Du hast doch schon etliche Beiträge verfasst.
      Offensichtlich bist du sehr verunsichert - warum auch immer, denn deine Entscheidung, dich zu trennen und die Kinder dort rauszuholen, war ja die Richtige.

      Glaub mal an dich und auch daran, dass deine Kinder es packen können. Noch ist alles neu für sie, unheimlich, ungewiss.

      Du könntest dir Hilfe in Form einer Beratung oder eines Kinder und Jugendtherapeuten holen - bei deiner Unsicherheit hätte ich das schon längst getan.

      Grüße

      Luna

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