Schwanger, Streit mit Partner,....

    • (1) 12.03.19 - 11:33

      Hallo.
      Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ich bin 36 Jahre alt und habe 2 Kinder aus erster Ehe. Mein kleines Mädchen ist Autistin. Wer sich damit auskennt weiß welche Mammutaufgabe das alleine schon ist. Seit knapp 2 Jahren habe ich einen Partner. Er ist 43, war nie verheiratet und hat keine Kinder. Angenommen hat er meine Kinder sehr gut. Zur Zeit machen wir ein elterntraining für Eltern autistische Kinder um Ella noch besser in ihrem Alltag unterstützen zu können. Soweit lernen wir viel dazu und sie geht in vielem schon darauf ein. Ella war schon immer sehr laut und schreit unkontrolliert. Mein Partner hält ihr dann den Mund fest mit beiden Händen zu und mault sie an. Nicht immer. Aber oft. Ich finde das respektlos und habe mich dagegen gewährt. Das macht man doch nicht. Jetzt haben wir Streit deswegen. Und wir streiten in letzter Zeit oft.
      Was mich zusätzlich fertig macht ist dass wir vielleicht 1 x im Monat ungefähr 10 min sex haben wobei noch nicht mal das für mich befriedigend ist.das war von Beginn an so. Unsere Beziehung ist auf Gesprächen aufgebaut, nicht auf Sex. Oft denke ich leider. Denn Alltag hab ich sowieso und Kumpels auch. Da wäre befriedigender sex doch auch mal schön.
      Bei all den Verwirrungen gibt es noch mehr. Ich bin schwanger von ihm. Das war n Volltreffer. Jetzt bin ich schon verzweifelt wie es werden soll bei all den Tatsachen die sa auf dem Tisch liegen. Vielleicht habt ihr ein paar Ratschläge um hier ein bisschen Klarheit zu schaffen.

      Lg und Dankeschön an euch.

      • (2) 12.03.19 - 11:44

        Mit dem Thema unbefriedigender Sex musst du selbst klar kommen und auswerten, wie wichtig das für dich ist und ob du da Hoffnung siehst.

        Sehr störend finde ich den Hinweis auf physische Einwirkung deiner Tochter gegenüber. Warum macht dein Freund das und mit welchem Recht? Ist ihm klar, dass diese Einwirkung nichts Positives bringt und dass er die Wehrlosigkeit des Kindes ausnutzt? Warum lässt du als Mutter zu, dass er das tut?

        Ich würde mit keinem Mann zusammen bleiben wollen, der mein Kind nicht so akzeptieren kann, wie es ist und aus Überforderung physische Überlegenheit zum Ausdruck bringen muss.

        Hallo.

        Vom lesen her....Dein Partner scheint schlicht überfordert mit deiner Tochter. Er hält ihr den Mund zu weil er sich nicht anders zu helfen weiß,nur will dass das geschreie aufhört. Unkontrolliertes schreien kann sehr belastend sein und nicht jeder erträgt sowas gut.

        Er ist nicht mehr der "jüngste" das kind war nicht gewünscht?

        Alles Gute

        • Hallo rosahimmel und honigkuchen.
          Ich lasse es ja nicht zu dass er das macht. Ich bin eine löwenmama und kämpfe bis zum äußersten für beide Kinder. Er darf das nicht noch einmal tun sonst ist er draußen. Das weiß er. Schwierig ist es an der Stelle, dass der Mann bei dem wir in diesem Training sind nichts gegen seine Methode gesagt hat. Aber mich als Mama macht es fertig. Klar, Ella provoziert auch oft absichtlich eine Reaktion von uns indem sie schreit. Aber ihr den Mund zu halten finde ich demütigend.

          • (5) 12.03.19 - 12:00

            Irgendwie war das Kind schon geplant. Aber mich packen die letzten Wochen schon ganz viele Zweifel ob es das richtige war.
            Meine Kinder mögen ihn und er mag sie.
            Würden wir uns allerdings mal trennen und das im bösen, würde er nur sein leibliches Kind abholen und meine beiden Mädels nicht. Obwohl sie sehr an ihm hängen und auch Papa sagen. Und das nur aus Rache dass ich keine Freizeit mit dem anderen Mann bzw verbringen könnte. Da gehen bei mir die Alarmglocken an...

            • (6) 12.03.19 - 14:00

              Was hast denn Du für eine Ewartungshaltung? Wieso sollte er Deine Kinder betreuen wollen, wenn Ihr kein Paar mehr seid? Die haben doch einen Papa. Ubd um welchen anderen Mann geht es?

              • (7) 12.03.19 - 14:23

                Ich dachte ich bekomme hier Ratschläge und nicht dass ich mich dauernd erklären muss...
                Mein ex und ich waren 17 Jahre ein paar, 5 davon verheiratet und 2 Kinder. Er war weg, einfach so. Ohne Erklärung. Da waren die Kinder eins und 3,75 jahre alt. Er hat sie im Stich gelassen. Darum wäre meine Erwartung, dass er auch die beiden abholen würde. Er liebt sie doch auch so sehr und die beiden ihn. Er ist für sie ein voller Ersatz. Das wäre fair und zum Kindeswohl. Aber daran scheine nur ich zu denken..

                • (8) 12.03.19 - 15:39

                  Du scheinst deinen eigenen Erfahrungshorizont, deine eigenen Ansichten als Messinstrument für so gut wie alles zu verwenden. Dies zeigt sich in deinen Beschreibungen deine Tochter, aber auch deine Beziehung betreffend. Wie gesagt, die Beziehungsebene, da halte ich mich raus. Bei der Autismusebene, da muss ich intervenieren, Autisten liegen mir nun mal extrem am Herzen, ich glaube du hast noch einen weiten Weg vor dir, wirklich zu verstehen, dass es sich dabei um eine Andersartigkeit des Denkens, der Bedürfnisse und der Wahrnehmung handelt, nicht um etwas was besser oder schlechter ist.

                  (9) 12.03.19 - 15:58

                  Du würdest dem Mann ernsthaft nach zwei Jahren Beziehung zum Vorwurf machen, dass er sich emotional nicht so sehr für Deine Kinder verantwortlich fühlt, dass er nach einer Trennung Wert auf weiteren Umgang legen würde? Der kann doch nichts dafür, dass der Kindsvater sich aus seiner Verantwortung gezogen hat, und jetzt willst Du ihm die Vaterrolle mit allen Konsequenzen aufzwingen?

            (10) 12.03.19 - 15:34

            Häh?
            Gibt es da schon einen anderen Mann? Oder setzt du einen anderen Mann voraus, als Trennungsgrund?

        (11) 12.03.19 - 15:33

        Da ist der Punkt: Du findest es demütigend.
        Gerade bei Autisten müsste dir jede Sekunde bewusst sein, dass deine Wahrnehmung, deine Wertehaltung keine Allgemeingültigkeit hat. Sie kann kongruent sein, mit der deiner Tochter, muss aber nicht. Was aber immer ist: Autisten mögen meist keine Wertehierachisierung, die irgendwelchen subjektiven Einstellungen entspringt.

(12) 12.03.19 - 14:16

Ich schalte mich hier nur zum Punkt "Autistin schreit sehr laut und unkontrolliert": wie alt ist das Kind und wie gehst du selber mit den Ausbrüchen um?
Du empfindest die Reaktion deines Partners als respektlos, mich würde deshalb dein Umgang mit solchen Situationen interessieren.
Da ich selber eine Handvoll Autisten grossgezogen habe, kenne ich solche Schreiattacken, zumindest als sie klein waren, ruhig und bestimmt physisch einzugreifen halte ich nicht für falsch, wie willst du sonst überhaupt an dein Kind rankommen? Lauter brüllen?

  • (13) 12.03.19 - 14:27

    Sie wird im Mai 6 Jahre alt.
    Wie ich damit umgehe? Ich schalte oft quasi mein Gehör aus um mich auf sie und das wesentliche zu konzentrieren. Oder ich nehme sie fest in den Arm so dass sie mich spürt. Das mag sie ganz gerne und kann es so wieder zeitweise in das hier und jetzt schaffen.

    • (14) 12.03.19 - 14:28

      Manchmal, wenn ich nicht mehr kann, verlasse ich den Raum und schnaufe tief durch.

      (15) 12.03.19 - 14:37

      Gebrüll, bei einem 6jährigen Mädchen vermutlich eher ein schrilles Gekreische, IST Folter!
      Schön wenn du dein Gehör "ausschalten" kannst, schön, wenn sie sich von dir beruhigen lässt, wenn du sie festhälst.
      Das können aber andere vielleicht nicht. Auch als Autistin darf sie lernen, dass ihr Verhalten unterschiedliche Reaktionen auslöst, und nicht jede dieser Reaktionen für sie angenehm ist. Kausalität ist etwas, was sehr viele Autisten sowieso früher oder später geradezu angefressen interessiert, hat sehr viel mit Logik und Konsequenzen zu tun.

      Meine Kinder haben gekreischt UND sich die Ohren zugehalten, die Variante war aber durch, bevor sie sechs Jahre alt waren, ich gehöre nämlich nicht zur Martyrer-Fraktion. Verständnis ist ja gut und recht, geht aber immer in zwei Richtungen.

      • (16) 12.03.19 - 14:55

        Klingt auch plausibel.
        Ich bin ganz klar für Konsequenzen. Gerade bei Autisten ist das ganz wichtig. Aber ich bin nicht dafür dass man ihr körperlich weh tut. Es gibt andere Methoden.

        • (17) 12.03.19 - 19:16

          Schrilles Kreischen kann aber auch körperlich weh tun, und oft klingeln danach die Ohren noch eine ganze Weile weiter oder es entsteht sogar ein bleibender Tinnitus.

          Autisten sind eben mit Argumenten kaum zu erreichen, es kann durchaus sein, dass es für deinen Partner die einzige Möglichkeit ist, weil er, wenn er sie dann auch noch in den Arm nimmt und ihr Mund noch näher an seinem Ohr ist, wirklich Schmerzen hat und dauerhafter Schaden droht.

      Auch wenn Gekreische schwer zu ertragen ist, sollte ein Erwachsener nicht auf ein Kind körperlich einwirken. Das nennt sich Nötigung.

(20) 12.03.19 - 14:55

Du planst jetzt schon die Trennung bzw. bist Dir darüber im Klaren, wie der Umgang ablaufen wird? Dann macht es wohl auch keinen Sinn mehr an der Beziehung festzuhalten.
Und ganz ehrlich? Dein Partner wäre völlig im Recht: 2 Jahre Beziehung machen ihn nicht zum vollumfänglichen Ersatzpapa und wenn Deine Kids ihn bereits Papa nennen, dann ist das Dein Verschulden, grade weil noch kein eigenes gemeinsames Kind da ist, hätten sie ihn problemlos beim Vornamen nennen können.
Und grade, wenn Du seine Erziehungsmethoden nicht gut heisst, sollte Dir doch zum Kindeswohl daran gelegen sein, dass er nicht alleine mit ihnen ist... ;)

  • (21) 12.03.19 - 15:02

    Ich plane nicht die Trennung. Wir sind nur sehr sehr ehrlich miteinander und reden über alles. Echt alles.
    Und von Schuld kann hier nicht die Rede sein. Das ob sie Papa sagen haben er und ich vorher auch besprochen. Er fand es toll. Ich habe nach und nach den Kindern die Entscheidung überlassen. Ihr leiblicher Vater ist nicht da. Sie sind so sehnsüchtig nach einem Papa gewesen. Und er ist echt toll als Papa. Er ist liebevoll konsequent. Außer dass mit ella stört mich ja auch nichts.

    (22) 12.03.19 - 15:04

    Und eins kannst du glauben. Mir ist immer am Kindeswohl gelegen.

(23) 12.03.19 - 16:32

Nicht böse sein,aber auch wir haben einen Autisten in der Familie und auch dieser muss erzogen werden,schreien ist ein No Go.
Bei aller Mutterliebe braucht auch ein besonderes Kind Erziehung und vielleicht ist es gerade dieser Punkt der für Deinen Partner einfach schlimm ist und vielleicht meint auch dies der Trainer
Ich weiß,es ist schwer sich selbst zu reflektieren an dem Punkt und ich meine es wirklich nicht böse.

  • (24) 12.03.19 - 16:51

    Was meinst du soll schlimm sein? Ich erziehe mein Kind sehr konsequent. Gerade sie.

    • (25) 12.03.19 - 18:01

      Ich habe auch einen autistischen Sohn, der sehr laut sein kann. Und da lasse ich auch nicht alles durchgehen. Als er klein war und schrill herumschrie, wetterfest angezogen und in den Garten geschickt zum Rumschreien. Und das half.

      Heute, was eher selten vorkommt, kurz vorm Meldown, sage ich nur zieh Jacke und Schuhe an und gehe in der Garten, ich möchte das Gekreische nicht hören

      Es gibt immer Möglichkeiten, einen Autisten zur Ruhe zu bekommen

      LG Hinzwife

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