Wie kann ich meine Ehe retten?

    • (1) 14.03.19 - 23:39

      Ich bin gerade so traurig über meinen Beziehungsstand. Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder. Beide geplant und gewollt. In der zweiten Schwangerschaft ging es mir sehr schlecht, körperlich wie seelisch. Das hat unsere Beziehung ziemlich belastet. Seit das Baby da ist, ist natürlich der normale Stress da, bislang kein Sex, aber dennoch war es wieder viel harmonischer als in der Schwangerschaft. Nun habe ich aber trotzdem das Gefühl, dass meine Ehe langsam zerbricht. Mein Mann und ich sind in manchen Dingen sehr unterschiedlich. Er ist viel auf Achse, eigentlich immer in Bewegung und will was unternehmen (am liebsten natürlich mit uns, seiner Familie). Er packt auch viel beim Haushalt und mit den Kindern an. Ich bin von Natur aus eher faul, hänge gerne mal nen Tag lesend im Sessel oder Bett. Wir haben uns immer die Freiräume gegeben, die wir brauchen. Aber nun ist mein Mann zunehmend genervt von mir, weil ich tatsächlich, seit das Baby auf der Welt ist, noch fauler geworden bin als sonst. Wir haben beide frei und leben eigentlich jeden Tag nur so vor uns hin. Meinen Mann nervt das total, er würde gerne wegfahren, Sachen unternhmen etc. Ich komme dann auch gerne mit, ich überlasse die Planung aber meistens ihm, Das nervt ihn zunehmend, dass von mir nichts kommt. Auch, dass ich Dinge aufschiebe. Das ist ein großes Problem von mir. Ich packe, gerade unangenehme Dinge, nicht an. Momentan habe ich nichts dagegen, so in den Tag zu leben, aber ich weiß, dass ich es bereuen werde, wenn ich erst wieder arbeite. Ich habe lange alleine gelebt und auch, rückblickend, viel Zeit verdaddelt. Heute denke ich, hättest du doch dies oder das gemacht, nun geht es wegen der Kinder nicht mehr. Mir fehlt auch oft der Weitblick, scherze gerade, dass ich nur von 12 bis mittag denke. Ich erledige das aktuelle Tagesgeschäft wie einkaufen, kochen, waschen, aufräumen, putzen... Das läuft. Aber mehr dann auch nicht.
      Nun denn, lange Rede, kurzer Sinn, mein Mann hat das Gefühl, dass ich nur mein Ding mache, mich häufig zurück ziehe und wir in einer WG leben. Ein bisschen empfinde ich das auch, aber ich versuche gerade, Dinge an mir zu verändern, mit denen ich unzufrieden bin. Das möchte ich mit mir ausmachen, nicht mit meinem Mann teilen, weil es mich betrifft, aber dadurch entziehe ich mich natürlich.
      Ich habe einfach Angst, dass wir uns auseinanderleben, dass mein Mann irgendwann keine Lust mehr hat, sich mit mir und meinen Macken auseinander zu setzen. Ich liebe ihn und meine Kinder und möchte nicht, dass unsere Familie auseinander fällt. Was kann ich tun, damit das wieder besser wird? Ich habe mich jetzt abends schon öfter wieder zu meinem Mann vor den Fernseher gesetzt, aber er spielt auch gerne noch Gitarre und nutzt seine Zeit für sich.

      • (2) 15.03.19 - 00:00

        Ich muss ganz ehrlich sagen, es liest sich so, als wäre deine Angst auch zurecht da. Es fehlt nicht nur am sexuellen/leidenschaftlichen sondern auch an gemeinsamen Unternehmungen, gerade dass ist doch aber wichtig für eine Beziehung. Mal aus den Alltag zu fliehen, das erzeugt doch wieder Glücksgefühl die früher oder später auch wieder zu mehr sexuellem führen 😊

        Egtl habt ihr ja kein grundlegends Problem, sondern es ist "nur" das Problem, sich mal wieder mehr zu bemühen, aus dem Alltagstrott zu kommen. Überleg doch mal was schönes womit du deinen Mann überraschen kannst, ein schönen Tagesausflug alle zusammen.
        Wenn du es dann mal toppen willst, organsier ein Babysitter und mach mal wieder was mit deinem Mann alleine 😊
        Man kann ja trotz allem auch mal ein Wochenende faul sein, aber es sollte nicht jedes Wochenende so sein.

        Er ist anscheinend bemüht, schlägt Dinge vor und möchte mit euch raus kommen, das sollte niemals nur einseitig sein. Kümmer dich auch um deine Beziehung. Du bist neben der Mutter auch eine eigenenständige Person und eine Partnerin.

        Ich hin mir sicher, wenn du aus deinem Alltagstrott auch mal wieder raus kommst, wird es zunehmend leichter. Aber zu Beginn musst du dich natürlich selbst in den Hintern treten 😊👍

        Du schaffst das. Alles Gute euch. 🍀

        • (3) 15.03.19 - 04:20

          Dabke dir. Ja, ich werde versuchen, mich da wieder mehr einzubringen. Ich brauchte/brauche diese Zeit irgendwie für mich, was aber für mich eher heißt, dass ich auf mich selbst achte, um den Alltag zu bewältigen.. Aber du hast recht, mal rauskommen ist schon wichtig.
          Ich fahre über das Wochenende zu einer Freundin und danach werde ich mal meinen Hintern hoch kriegen.

          • Ich würde das Wochenende eher nutzen, um mit meinem Mann etwas zu unternehmen.

            Für Unternehmungen mit ihm reichen deine Energien nicht, aber für einen Wochenendtrip zur Freundin schon? Das würde mir als Mann nicht gefallen.....

            • Da hast du einerseits recht, aber er hat mich mehrfach gebeten, für mich weg zu fahren, um mal den Kopf aus dem Alltagstrott zu bekommen. Erst nachdem er das die Woche wieder gesagt hat, habe ich das Wochenende bei der Freundin geplant. Habe mir auf der Zugfahrt Gedanken machen können über Pläne.

      Du kennst all deine Macken und suchst nur nach Ausreden.... dieses WE fährst du zu einer Freundin, und DANN fängst du an dich zu ändern?
      Du läufst sehenden Auges gegen die Wand!
      Ich als Mann kann da nur sagen: irgendwann in naher Zukunft wird es deinem Mann sicher reichen, und dann kannst du tun und lassen was du willst - dann ist er weg, und du kannst weiter jammernd faul auf der Couch liegen.
      Ich könnte mit so einer Frau ja gar nichts anfangen - ich hab eher das andere Problem, dass meine Lebensgefährtin für meine Begriffe zu viel macht. Wenn ich zuhause bin, erledigen wir den gesamten Haushalt zusammen (unsere Kinder sind schon groß, aber doch recht oft da), aber kaum dreh ich mich mal um hat sie schon wieder was zu putzen gefunden..... so in dem Sinne. Nein, sie hat keinen Fimmel, nur in einem Haus gibts wirklich immer was zu tun. Trotzdem unternehmen wir sehr viel gemeinsam und auch alleine. Aber die Zeit zusammen wird genutzt im Sinne von ZUSAMMEN. Bei dir ist es doch eine echte WG mit gemeinsamen Kindern.

      Also: Arsch hoch und zwar sofort. Koch was leckeres für heute Abend, mach morgen ein nettes Frühstück für euch alle, und dann ab in den Tierpark oder sowas..... gibt so viele Sachen, die man mit Kindern machen kann...

    • Du scheinst doch das Problem (nämlich dich und deine zunehmende "Faulheit" oder eher Lustlosigkeit) erkannt zu haben, daher wundere ich mich, warum du noch fragen musst, was du tun kannst/sollst.

      In erster Linie musst du es wollen und dann kommt doch eigentlich der Rest von ganz allein ...

      Was ich mich aber fragen würde: woher kommt deine zunehmende Faulheit/Lustlosigkeit am Familienleben?

      • Über deine letzte Anregung wundere ich mich ja gerade selbst. Mein Mann hat mir mehrfach Auszeiten angeboten letztes Jahr, als es mir nicht gut ging, aber ich wollte lieber mit der Familie was machen. Ich weiß nicht, woher das momentan kommt. Ich brauche Zeit für mich, ja, bin aber ein Familienmensch und wollte das immer haben.

    (9) 15.03.19 - 13:08

    Bevor Du irgend etwas machst, Deinem Mann zuliebe und Du Dich danach noch müder und k.o. fühlst, solltest Du Dich auf die Suche nach Dir selbst machen.

    Selbstfindungstrip ist angesagt. Muster anschauen, aufschreiben was Dir in der Vergangenheit Freude bereitet hat. Bei welchen Themen funkeln Deine Augen, wo spürst Du selbst Deine Leidenschaft?

    Gerade das kannst mit Deiner Freundin besprechen, Deine Freundin könnte Dir o.g. Fragen und viele weitere, stellen, Du antwortest.

    Möglich, daß dabei herauskommt, daß Du vllt. gar nicht für's Familienleben gemacht bist, oder daß Du tatsächlich lieber mit Dir selbst, als mit anderen zusammen bist.
    Auch möglich, daß Deine Lethargie sich mit dem wenig tun, noch verstärkt.

    Wie auch immer, finde heraus wie Du tickst, was Du davon essentiell brauchst, bei was Du Dich anpassen könntest, dann findet Ihr sicher auch Kompromisse.

    Es gibt auch Onlinecoachings, hier könntest Du bspw. einen Kurs machen - es gibt immer etwas, das man über sich selbst dazu lernen kann.

    • (10) 17.03.19 - 13:36

      Ein toller Ansatz! Ich verstehe nicht, warum sie sich ihm unbedingt anpassen muss...er kann ihr auch entgegen kommen! Wie du schon sagtest, vielleicht ist sie gar nicht der Typ dafür, ständig unterwegs zu sein und vielleicht braucht sie nicht viel Aktion und andere Menschen um sich herum!
      Ich bin auch so! Mich hat man auch jahrelang versucht um zu formen! Mich unter Leute zu bringen, die ich nicht mag, die fröhliche mimen wenn ich vielleicht gerade eher nachdenklich war! Auf Geburtstage gehen wenn ich doch lieber lesen würde! Was ich gerne mache war nie wichtig! Ich habe dadurch 14 Jahre meines Lebens verschwendet! Meine Kinder liebe ich sehr und sie sind ein absolutes Geschenk! Aber eigentlich bin ich eher der Mensch, der komplett alleine besser klar kommt! Das heißt nicht, dass ich depressiv oder so bin,...ich bin glücklich, singe und tanze gerne! Hat bei mir auch nichts mit Faulheit zutun, bei mir ist es sauber und alles ist immer soweit in Ordnung im Haushalt...aber ich brauche halt nicht ständig Menschen um mich! Und das ist auch gut so!

      Und wenn es ihrem Mann nicht passt, dann sind die beiden halt nicht kompatibel miteinander! Dann haben sie halt andere Vorstellungen!

Hallo, alles was du beschreibst kannst du ändern! Du hast die Angst und bist irgendwie eingefahren. Trete aus aus deinem Hamsterrad. Unternehmt etwas zusammen und bringe dich ein. Wenn du mal Ruhe brauchst oder nen Tag Zuhause bleiben willst dann kann dir dein Mann ja auch ein Stück entgegen kommen. Begegnet euch wieder. Was liebt ihr aneinander? Könnt ihr vielleicht mal etwas zu zweit machen? Du hast Angst vor einer möglichen Trennung. Die Angst ist gut denn dadurch fängt man an zu überlegen und sich zu überprüfen.
Bewege etwas bevor es zu spät ist!

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