Freund hat Panik

    • (1) 16.03.19 - 09:46

      Hallo zusammen
      Ich bin am Boden zerstört. Mein Freund und ich haben gerade ein Haus gekauft, sind umgezogen und ich bin in der 15.ssw.
      Nach einem turbulenten letzten Jahr mit zwei Fehlgeburten ist nun endlich alles gut. Plötzlich wird mein Freund ganz komisch und abweisend. Donnerstag kann er kann mit der Sprache raus. Er wüsste nicht, ob seine Gefühle ausreichen und ob alles richtig war. Das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Was ist nur plötzlich los und was soll ich tun? Wir sind beide Mitte 30,also keine Teenager mehr. Ich bin völlig fertig. Vielleicht wisst ihr einen Rat.
      Dankeschön

      • (2) 16.03.19 - 09:55

        Kann es sein das er in einer Midlife crises steckt? Es spricht ein wenig dafür. Es passieren in Moment ja auch neue Dinge und da kann es schon mal sein, dass man sich nicht mehr sicher ist ob es so richtig ist. So eine Schwangerschaft bzw dann ein Baby verändern ja auch das Leben, ich könnte mir vorstellen da stecken auch viele Ängste dahinter. Ich kann dich aber verstehen das du traurig bist. Mich würde es auch sehr verunsichern. Vielleicht braucht er jetzt einfach etwas Zeit. Gebt nicht so schnell auf. Lg

        • (3) 16.03.19 - 10:16

          Danke für deine Antwort. Ich werde nicht so schnell aufgeben. Es kommt mir nur als vor wie ein Albtraum. Endlich ist alles so, wie wir uns gewünscht haben und jetzt sowas :(

      (4) 16.03.19 - 10:07

      Hallo Angie,

      evtl hat dein Partner einfach etwas Angst vor der Zukunft mit Kind. Es ist ja schon ziemlich viel Verantwortung, die dann auf einem lastet, wenn man Eltern wird. Ich würde annehmen, dass es nur eine Phase ist, die hoffentlich wieder vorbei geht.

      Ich verstehe aber, dass du jetzt total fertig bist. Ist eine total blöde Situation für dich.

      Ich hatte letztes Jahr im November kurz bevor ich schwanger wurde auch auf einmal so komische Gedanken, dass ich vielleicht falsche Entscheidungen getroffen habe. Obwohl ich meinen Mann über alles Liebe habe ich auf einmal an unserer Ehe gezweifelt. Hab richtig Panik bekommen... Das ging aber nach ein paar Tagen wieder vorbei und jetzt ist keine Spur mehr da von diesen Gedanken.

      Vielleicht gibst du deinem Partner ein bisschen Zeit, sich zu sammeln (auch wenn es schwer fällt). Versuche ihm etwas Freiraum zu geben. Ich denke, wenn du ihn unter Druck setzt kriegt er vielleicht noch mehr Panik.

      Fühl dich bitte unbekannterweise gedrückt. Ich kann nachempfinden, wie es dir gerade geht. Aber steck den Kopf nicht in den Sand. Es gibt für alles eine Lösung und es geht immer irgendwie weiter.

      "und wenn du denkst, du kannst nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her".

      • (5) 16.03.19 - 10:19

        Ich hoffe, dass es eine Phase ist. Das Problem ist auch, dass er seine Sorgen nicht wirklich benennen kann. Ich versuche mit ihm zu sprechen, aber er versteht selber nicht was los ist und ist total fertig.
        Es sieht so aus, als ob er für mich da sein will aber es gerade nicht kann.

        • (6) 16.03.19 - 10:23

          Ich würde ihm wirklich einfach ein paar Tage Zeit geben, sich zu sammeln. Versuche du dir einfach was vorzunehmen mit Freunden oder der Familie, damit du etwas abgelenkt bist. Zu viel reden ist glaube ich jetzt auch nicht gut. Er soll sich erstmal über seine Gedanken und Gefühle klar werden. Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass er sich wieder beruhigt.

    Na toll, der ist ja ein Herzchen! So ähnliche Geschichten habe ich leider schon öfter gehört und ich frage mich wirklich, warum ein erwachsener Mensch dann nicht VOR einem Hauskauf etc seinen Mund aufmacht und seine Zweifel äussert! Klingt jetzt vielleicht etwas hart, aber soviel dürfte man doch von einem reflektierten Mann erwarten dürfen- vor allem jetzt, wo du endlich schwanger bist!

    Ich hoffe, es ist nur ein seltsamer Anflug von Unsicherheit bei ihm und er kriegt sich bald ein und weiss zu wertschätzen, was Ihr Euch aufgebaut habt!

    Alles Gute

    (8) 16.03.19 - 11:24

    Mit seinen Gefühlen?? Meint er, dass er unsicher ist, ob er dich nun liebt oder nicht? Na das wäre mir einer... das weiß man doch bevor man mit der Person ein Haus kauft und ein Kind zeugt... und deshalb denke ich, dass er sich mit Dir sicher ist, nur hat er eine kleine Phase der Panikmacherei. ich würde an deiner stelle ihn erstmal in Ruhe lassen. Druck ausüben wird da Gegenteil bewirken. Mach dir keine allzu großen Gedanken. Er wird wieder zu sich kommen :-)

    Oh man, das ist natürlich wirklich ein Schock! Grade wenn man selbst so happy ist.

    Aber ich glaube auch, das ist einfach ein Panik Anflug. Ich hab das tatsächlich auch schon durch 🙈

    Mein Mann und ich sind damals grade ins neu gebaute Haus gezogen und standen ca ein halbes Jahr vor der Hochzeit. Und plötzlich hab ich echt kalte Füße bekommen. Ich war auch einige Tage total durch den Wind, wollte am liebsten alles absagen. Mein armer Mann 😥 aber nach ein paar Tagen war alles wieder gut.

    Ein Kind ist eben ein Riesen Schritt! Man gibt irgendwie seine „Jungend“ und vermeintliche Freiheit auf und muss jetzt endlich so richtig erwachsen werden, gefühlt. Das macht Angst.

    Ich liebe meinen Mann, aber auch wir sind immer wieder unsicher und haben auch Ängste. Aber inzwischen sind wir so ein tolles Team, dass wir uns gegenseitig aufbauen können und wir haben schon einige Krisen gemeistert, ich denke, wir packen auch das Projekt Kind. Aber diese Erkenntnis ist eben keine Selbstverständlichkeit, da muss man rein wachsen und gemeinsam drauf hin arbeiten.

    Lass ihm etwas Zeit und ich vermute ganz stark, dass er sich wieder einbekommt. Sprecht über eure Ängste und überlegt, was ihr bisher schon alles zusammen gemeistert habt und dass ihr auch zukünftige Abenteuer zusammen übersteht. Wo sind eure Stärken als Team? Die müsst ihr ausnutzen :)

    (10) 16.03.19 - 14:09

    Kann es sein, dass Hausbau und kinderwunsch von Problemen in der Beziehung abgelenkt haben, die nun, wo alles geschafft ist, eben zu Tage treten? Warum habt ihr zB nicht geheiratet, wenn ihr doch eh ein Haus und ein Kind zusammen wollt? Die Beziehung steht wohl weniger im Vordergrund.

    • (11) 16.03.19 - 14:30

      Inwiefern ist Heiraten denn ein Zeichen von Priotitätsetzung innerhalb einer Beziehung? Kenne mich damit nicht so aus, ich war bisher noch nicht verheiratet.

Na, da hat er sich ja einen guten Zeitpunkt ausgesucht......

Ich würde ihn fragen, was der Auslöser für seinen Sinneswandel war.

(13) 16.03.19 - 15:08

Oha, da hat wohl jemand auf den letzten Metern kalte Füße bekommen, tut mir sehr Leid, das Timing hätte mieser nicht sein können. Aber wahrscheinlich ist ihm erst jetzt, wo Ihr quasi am Ziel Eurer Wünsche seid, bewusst geworden, dass der Weg dahin mehr Reiz für ihn hatte, als das Endergebnis wirklich seinen Wünschen und Träumen entspricht.

Du wirst nichts Anderes tun können als abwarten und ihn in der Zeit möglichst nicht bedrängen. Das ist sehr schwer, wenn man Angst hat, den Anderen zu verlieren, aber er soll von SICH aus zur Besinnung kommen und nicht deinen Wünschen nachgeben oder aus reiner Pflichterfüllung.

Da hilft daher jetzt nur eins: Kalte Schulter zeigen und ihm sagen: Werd dir klar, was Du willst, und bis dahin ist hier Eiszeit. Wenn du mich nicht genug liebst, will ich Dich nicht mehr. Dann pack bitte innerhalb der nächsten 2 Wochen deine Koffer und geh.

Wenn er Dich liebt, wird ihn das vielleicht zur Besinnung bringen. Wenn er dich nicht liebt, wird er wohl die Chance nutzen und gehen. Aber dann hast du an ihm nichts verloren, du hast Dir nur eine traurige Trennung auf Raten erspart mit ewigem hin und her.

Ich hoffe sehr, er liebt dich und kämpft um dich. Alles Gute.

Hallo, total doof für dich, aber lass es mal setzen!

Mein Mann konnte sich bis kurz vor der Geburt überhaupt nicht auf die Kinder (Zwillinge) einlassen und hat sich gar nicht gefreut, was mich immer wieder sehr traurig gemacht hatte. Auch er hatte sich damals ein paar Mal ähnlich geäussert, ob es nicht besser gewesen wäre, keine Kinder zu haben.
Bei ihm war es ganz klar die nackte Angst vor einer erneuten Enttäuschung. Mich wieder ins Bodenlose fallen zu sehen, mir nicht den richtigen Trost geben zu können. Die Fehlgeburten hatte mein Mann nie richtig verarbeiten können, er war stark für mich.
Auch machte ihm die Aussicht, Zwillinge zu bekommen, Angst. Noch so vieles hätte schiefgehen können.

Bei uns hat es wirklich geholfen, den Alltag normal weiter zu leben und aus der Schwangerschaft keine rosa Wolke zu konstruieren und nicht riesige Zukunftspläne zu diskutieren, sondern Tag für Tag zu nehmen.

Heute ist er ein wunderbarer Papa und liebt die Kinder (und hoffentlich auch mich ;-) ) über alles.
Euch alles Gute!

(15) 16.03.19 - 19:19

Hallo.

Diese Gefühle kenne ich. Es passiert mir immer wieder, dass ich nach folgenschweren Entscheidungen insbesondere nachts, wenn ich wach werde, von dieser Angst gepackt werde. Dann kreist der Kopf und insbesondere die anstehenden, oft finanziellen Veränderungen sind sehr beängstigend.

Der Unterschied ist halt, dass ich das dann mit mir selbst ausmache und irgendwann ist der Spuk vorbei.

Tatsächlich hatte ich in meiner ersten Schwangerschaft einen stressigen Tag mit einer befreundeten Mutter und deren Kind damals. Das gab in der Schwangerschaftsmitte einen totalen Knick, ich hatte plötzlich totale Angst, dass die Kinderplanung ein Fehler war, weil das Kind so stressig war. Das habe ich abends tatsächlich angesprochen und mein Mann platzte heraus, dass es ihm genauso erging. Aber es war nunmal so, nichts mehr dran zu rütteln und verflogen war es auch bald wieder.

Also diese Angst ist normal. Was ich nur häufiger von Männern höre, als von Frauen, dass Männer im Rahmen dieser Angst oder Bedenken, das anscheinend auf die Beziehung generell projizieren und dann die Gefühle zur Partnerin in Frage stellen. DAS ist im Moment das Problem, dass dich das vor ein potentielles Nichts stellt. Das ist furchtbar. Ich würde ihm nur sagen, dass er ruhig bleiben soll, in einigen Tagen hat er sich dran gewöhnt und die Gedanken beruhigen sich wieder. Er soll jetzt bloß keinen Schnellschuss loslassen.

Alles Gute für euch.

Kann mir gut vorstellen daß du gerade nach dieser Aussage durch den Wind bist.
Vermutlich ist es aber nur eine kurze Phase bei ihm. Eine Schwangerschaft und Hauskauf können einen schon ziemlich durcheinander bringen. Während du das Baby spürst, ist es für ihn noch eine abstrakte völlig Vorstellung. Und nichts macht Menschen so viel Angst wie das Unbekannte. Wie wird es sein mit dem Baby? Werde ich der Verantwortung gerecht? Was ist wenn es ein Schreikind wird? Was ist wenn..? ...und, und, und - da macht man sich echt viel Kopf. Viele Männer haben allein vom Kreißsaal Horrorbilder im Kopf. Wenn sie den aber zum ersten Mal betreten ist die Erleichterung groß: "Oh, schön gemütlich und es gibt doch kein Gulli wo das Blut abfließt..."
Sobald aber euer süßes Baby da ist und ihr euch nach einiger Zeit auf die neue Situation eingestellt habt, wird er in seine Paparolle rein wachsen und merken, daß alles machbar ist.
Mach ihm keinen Druck und bleib selbst entspannt (auch wenn du selbst vor der ersten Geburt etwas unsicher bist). Der Körper der Frau ist von Natur aus so geschaffen, daß sie in der Lage ist allein in der Wildniss ihr Baby zur Welt zu bringen. Wir sind hier von zig Ärzten und Hebammen umgeben. So viele Frauen auf der Welt bekommen täglich gesunde Babys, und du schaffst es auch!
In einem Geburtsvorbereitungskurs werden viele Mythen gelüftet und Fragen beantwortet, das gibt Paaren mehr Sicherheit und man lernt schon mal zukünftige Mamis aus der Nähe kennen. Aber nicht jeder Mann ist für so einen Kurs zu begeistern, das muss man dann akzeptieren. Vielleicht schlägst du ihm das vor, dann ist die Geburt und das Baby nichts Abstraktes mehr, was Angst macht, sondern worauf man sich gemeinsam freut.
Alles Gute für euch drei! :-)

Hallo!

Das nennt man "kalte Füße bekommen".

Eigentlich ist das sogar ziemlich normal, vor Folgenschweren Veränderungen im Leben. Und wie viel mehr ändern könnte sich denn gerade mit Haus und Kind?

Viele Menschen haben da kalte Füße und erst mal furchtbar viel Angst vor allem, vor der Verantwortung, der Veränderung, alles ein wenig viel auf einmal... oft legt es sich nach einer Weile auch wieder.

Ich kann Dir nur raten, einfach dran zu bleiben, lass ihn sich nicht zu sehr zurückziehen, verbringe Zeit mit ihm, entspannt und angenehm, das tut euch gut.

Hört sich leider nicht gut und gehöre zu den Menschen die nicht daran glauben etwas was sich so anhört wird nicht wirklich gut...

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