Maximale Grenzüberschreitung?

    • (1) 18.03.19 - 18:08
      tonlos

      In meinem Kopf herrscht ein riesen Chaos. Wo soll ich anfangen?
      Wir sind beide Anfang 20 und seit knapp vier Monaten ein Paar. Dass er eine schwere Jugend hatte, Drogen nahm und ein Jahr lang im Gefängnis saß, erzählte er mir bereits bei unserem ersten Treffen. Naiv und blauäugig dachte ich, dass wir das schaffen könnten. Wenn ich ehrlich bin, wollte ich ihn wohl retten. Nun gut, die rosarote Brille saß perfekt, ich fand ihn toll, war glücklich, lachte mit ihm in so kurzer Zeit so viel wie noch nie.
      Dann der schmerzhafte Aufprall. Seine Vergangenheit begann die noch so frische Beziehung zu belasten. Stimmungsschwankungen, Aggressionen (nicht mir gegenüber), Verlustängste. Er idealisierte mich, behauptete ich wär sein Leben und ohne mich könnte er nicht mehr. Ab da begann ich mich etwas zu distanzieren. Ich war seit meiner Kindheit in Behandlung aufgrund von Angststörungen und Panikattacken. Anderthalb Jahre nach beenden der Therapie wieder in Behandlung wegen posttraumatischer Belastungsstörung und mittelschwerer Depression. Aber auch das habe ich super „in den Griff“ gekriegt und ich fühlte mich super, glücklich, stark, unabhängig. Ich war bereit mein Leben in vollen Zügen zu genießen. Und dann kam er.
      Unter der Woche ist meistens alles soweit in Ordnung, aber sind wir am Wochenende abends zu zweit oder mit Freunden aus und kommt Alkohol ins Spiel, wird er ein anderer Mensch. Aus dem nichts wird er wütend, schlägt gegen Wände, brüllt mich an, bezeichnet mich als Lügnerin (ohne Erklärung) und weint am Ende. Noch habe ich Kraft, aber ich weiß, dass ich das nicht mehr lange mit machen kann. Mittlerweile sind durch all die Vorkommnisse meine Gefühle sehr abgeschwächt und ich sehe ihn mehr und mehr als „besten Freund“ an, der mir sehr wichtig ist. Aber nicht als Partner, den ich über alles liebe.
      Er möchte mit mir eine Familie, heiraten, ein Haus bauen. Ich weiß, dass ich das auch möchte. Aber nicht mit ihm.
      In einem Monat wollen wir in den Urlaub. Ich habe Angst davor; weiß, dass ich den nicht mit ihm machen möchte. Das würde ich ihm sagen, aber die Beziehung beenden? Ich habe so große Schuldgefühle. Er sagt er wäre immer von allen alleine gelassen worden. Ich hab Angst ihm das Gefühl zu vermitteln, dass immer er das Problem wäre. Dabei geht es mir nicht um Schuldzuweisung. Er tut mir nur einfach nicht gut und das kann ich meiner Psyche nicht antun. Ich habe zu viele Jahre gekämpft. Das darf er mir nicht kaputt machen. Ich habe Angst, dass er sich oder mir was antut, wenn ich mit ihm darüber spreche die Beziehung zu beenden. Er hat eine sehr niedrige Hemmschwelle. Aber auch mir gegenüber? Ich weiß es nicht.
      Könnt ihr mir einen Rat geben, wie ich ihm schonend und zum Wohle unserer Psyche das Ganze beenden kann?
      Tut mir Leid, der Text ist eventuell etwas wirr geworden, aber so sind es auch meine Gedanken.

      • (2) 18.03.19 - 18:27

        "Könnt ihr mir einen Rat geben, wie ich ihm schonend und zum Wohle unserer Psyche das Ganze beenden kann?"

        Sind wir doch mal ehrlich: Ihr passt nicht zusammen. Er triggert Dich, er hat nach vier Monaten Beziehung Pläne, die andere nach vier Jahren haben und Deine Gefühle sind weg. Und egal, was Du ihm sagen wirst, beim nächsten Suff wird er Dich sowieso heftig angreifen. Selbst wenn Du ihm ein Lügenmärchen auftischst. Oder?

        (3) 18.03.19 - 18:41
        Sozialpsychiatrische

        Hallo, bei uns gibt es den sozialpsychiatrischen Dienst der Arbeiterwohlfahrt an den man sich in so einem Fall wenden kann. Die beraten und unterstützen fachmännisch, wie man mit der Situation umgehen kann.
        Ich glaube das wäre ein guter Weg für dich, wenn es bei euch auch so eine Institution gibt.
        Die coachen und unterstützen, damit man auch auf sich achtet und nicht nur auf den anderen, der psychische Probleme hat.
        Mir haben die schon öfters helfen können beim Umgang mit Angehörigen und dem Partner.
        Alleine würde ich mich an deiner Stelle, aufgrund deiner eigenen Psyche und Schuldgefühle, die evtl. hoch kommen, nicht an die Sache wagen.
        Viel Glück. Bleib stark. Dein Bauch sagt dir das Richtige.
        Bring dich in Sicherheit.

        (4) 18.03.19 - 19:12

        Schuldgefühle: Da triggert er dich. Dann ist das wohl für dich dran, dies für dich zu bewältigen! Du bist noch so jung, und hast schon soviel geschafft, hast dich gut um dich gekümmert, Hut ab dafür.
        Nun musst du weiterhin gut für dich sorgen.
        Mach ihm klar, das du so nicht weiter machen kannst, das er sein Leben in den Griff kriegen muss. Du kannst das nicht für ihn tun. Du bist nicht für ihn verantwortlich, mach auch dir das ganz KLAR!!!

      • (5) 18.03.19 - 19:12

        Es gibt kein sanftes Schlussmachen mit solchen Typen. Mach es daher kurz und schmerzlos, wie beim Pflaster abreißen. Je eher du es beendest, desto besser für Dich. Er wird so oder so mies reagieren, das wird Die nicht erspart bleiben. Wappne Dich auf Heulen, Brüllen, Drohen, Ausrasten, und lass Dich von nix beeindrucken oder beeinflussen. Um so eher wird er sich wieder einkriegen, wenn du straight dabei bleibst, dass es aus ist. Viel Glück.

        • (6) 18.03.19 - 20:19

          Gut gesagt, ich würde gern noch ergänzen

          "Wappne Dich auf Heulen, Brüllen, Drohen, Ausrasten" und nimm jedes Heulen, Brüllen, Drohen, Ausrasten von ihm als Beweis, dass du gerade absolut richtig handelst und gehandelt hast. Das macht stark.

      (7) 18.03.19 - 19:21

      Ich denke auch, dass es besser wäre, sich zu trennen. Schuldgefühle sind keine gute Beziehungsgrundlage.

      Aber du musst realistisch sein - es wird keinen „schonenden“ Weg geben. Er wird verletzt sein und vermutlich auch wütend auf dich. Zumindest sehr verletzt. Aber da musst du (und er) durch.

      Wichtig ist, dass du nicht ewig wartest und dann auch konsequent dabei bleibst und dich nicht „überreden“ lässt, es doch noch mal zu probieren. Das macht es nur schlimmer.


      Das ist nicht einfach, ich weiß das. Aber du wirst das schaffen!

      Ich wünsche dir alles Gute :)

      (8) 18.03.19 - 20:17

      Der wird dich früher oder später in einen richtig schlimmen Abgrund reißen. Wenn das so schon los geht, und vor allem du jetzt schon Angst vor ihm haben musst, dann trenn dich und fahr bitte, bitte, bitte um deiner selbst Willen auf keinen Fall mit ihm in den Urlaub.
      Und noch ein ganz pragmatischer Rat. Beende es keinesfalls am Wochenende, sondern besser am Wochenanfang, und mach es ebenfalls am besten entweder kurz und knapp telefonisch oder via Textnachricht. Bei deinen Befürchtungen ist so viel Selbstschutz wie nötig angesagt. Schuldgefühle brauchst du nicht zu haben. Du hattest deine Baustellen und hast sie bearbeitet, er hängt in seinen Themen fest und drückt auf die Tränendrüse, wenn er sich dir gegenüber absolut schlimm aufgeführt hat. Er heult, weil er dich anbrüllt und beschimpft? Hättest du nicht dann einen Grund zu heulen, statt ihm, bei so einer miesen Behandlung die keiner verdient hat?

      Pass auf dich auf #klee

      Also ich sehe eure BEziehung ehrlicherweise auch als sehr schwierig an. :Hast du ihn mit seinem Verhalten mal konfrontiert wenn er zugänglich ist? Was sagt er dazu? Denn die Frage ist wie weit er dran arbeiten könnte oder wollte?

      Ela

      (10) 19.03.19 - 08:00
      Bittetrenndich

      Guten Morgen!

      Das Verhalten deiner Partners erinnert mich sehr an das meines Bruders, sobald er Alkohol oder Gras auch nur riecht!

      Vor 9 Monaten habe ich mich als Schwester aus diesen Fängen gelöst. Kontakt fibt es nur noch auf Feierlichkeiten der Eltern. Wobei ich Weihnachten z.B. offen kommuniziert habe, dass es ein gemeinsam am Tisch (oft fließt da eben auch Alkohol) nicht hinnehme.

      Tut mir leid für meine Eltern, aber oft war ich sein "Boxsack" auf den man verbal und körperlich einprügeln kann. Das schlimme, er kann es dann so verdrehen, dass ich die böse bin, die IHN provoziert. Vermutlich alleine damit, dass ich lebe und atme!

      Je nachdem welche Partnerin er hat, bin ich dann mal mehr oder weniger im Fokus.

      Die jetztige lässt sich nicht so behandeln, also stand ich wieder im Fokus. Die vorherige hat seine aggressiven, psychischen und physischen Machtkämpfe mitgespielt. Da war ich dann für beide "der Vermittler".

      Keine seiner Beziehungen hielt länger als 2 Jahre. Ich kann dir aus ehrlicher Sorge um dich nur empfehlen, dass du läufst!

      Ich schwöre dir, er wird aggressiv, dann wird er auf Knien vor dir rumrutschen und dich anbetteln, er liebt dich doch und das passiert so wirklich nie nie NIE wieder! Glaub mir, es wird passieren!

      Du bist so jung, lass dir von deinen Eltern und Freunden helfen! Bitte übernimmt Verantwortung für dich und lauf!

      Ihr seit erst 4 Monate zusammen, ich schwöre dir, du kennst sein wahres Gesicht NOCH GAR NICHT!

      (11) 19.03.19 - 08:54

      Hallo,

      es hört sich nach einer sehr ungesunden Beziehung an. Vorallem wenn es in der Verliebtheitsphase schon so arg ist, wie soll es dann nach Jahren sein. Ich denke du mit deiner Vorbelastung tust Dir nix gutes mit dieser Art der Beziehung. Halte dir vor Augen ob dich das im Leben bereichert, verneinst du das, dann geh.

      Lg schugge

      >> Er sagt er wäre immer von allen alleine gelassen worden. Ich hab Angst ihm das Gefühl zu vermitteln, dass immer er das Problem wäre. <<

      Offenbar war er auch immer das Problem, bei dem, was du so schreibst.
      Er erpresst dich emotional.

      Ich kann dir auch nur raten: lauf ... und zwar schnell!

      (13) 19.03.19 - 13:07

      Pack deine Tasche und Lauf soweit du kannst.

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